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A U S S T E L L U N G E N


vom 10.06.2010 bis zum 28.08.2010

Falling Into Ends

Yossifor uses an old medium to paint archaic ideas, a conversation about painting and the construction of history is echoed back and forth between the paint and what is depicted. Her references are archetypes: soldiers, monuments, and painting's own history. These archetypes are painted as a series of failed accounts and ambiguous narratives, and they become about feelings associated with stories already told. Painting attaches itself to these forms, nostalgic and broken, and pushes itself to present time, closing the distance between what we think has passed and what is currently happening. Linearity is ignored, and what is considered is the effect of the present (thought) on past ideas rather than how the past shapes the present.



Video Space: Martina Wolf, Sturm auf Berlin
Statement
Sturm auf Berlin

Die Foto- und Videokünstlerin Martina Wolf beschäftigt sich seit längerem mit der russischen Gegenwart. Sie hat unter anderem mit einem Stipendium der Hessischen Kulturstiftung in Moskau gelebt und verschiedene weitere Städte bereist. Ihrer aktuellen Videoarbeit Sturm auf Berlin liegt eines der sechs Schlachtendioramen zugrunde, die im Untergeschoss von Poklonnaja Gora, viel besucht, gezeigt werden. In einer Kombination aus Malerei und realen Objekten zeigt die museale Installation eine Kampfszene der Sowjetarmee in Berlin vor zerbombten Häusern und dem brennenden Reichstag. Historischer Bezug ist die finale Schlacht um Berlin vom 16. April bis zum 2. Mai 1945, die mit der Besetzung des Reichstagsgebäudes am 30. April durch die Rote Armee und der endgültigen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 2. Mai 1945 den Zweiten Weltkrieg beendete.(Karin Görner)

Eröffnung/Opening:

10.06.2010, 19 Uhr/7 p.m. ...mehr
Liat Yossifor - falling into ends / Martina Wolf, Sturm auf Berlin
vom 27.04.2010 bis zum 10.04.2010

Niklas Goldbach | Nathalie Grenzhaeuser | Monica Ursina Jäger | Zhenchen Liu | Uriel Orlow | Julia Oschatz | Sandra Senn

From February 26th through April 10th, Galerie Anita Beckers proudly presents „Paradise is Somewhere Else“, a group exhibition with works by Niklas Goldbach (*1973), Nathalie Grenzhaeuser (*1969), Monica Ursina Jäger (*1974), Zhenchen Liu (*1976), Uriel Orlow (*1973), Julia Oschatz (*1970) and Sandra Senn (*1973). Depicting fictive architecture, man-made landscape and historical ruins, the exhibition showcases works which play with our worldviews and question today´s abandonment or failure of ideals.

Bordering important political issues and yet unwilling to take sides, Niklas Goldbach´s film „Habitat C3B“ depicts a series of performers unfolding different unexplainable actions in a modernist setting. Lapsing into the totalitarian, these actions re-enact the economic and social realities of our world, forcing us to question how exactly free is our urban and social space and how much room for self-determination we really have.

In her most recent photographic series “Trespassing”, Nathalie Grenzhaeuser argues for a pure presence which derives from her subjective first-person centered views in favour of a moment of identification on behalf of the viewer. A feeling of dignity derives from this naturalized „inclusion“– which is far more formalist and less content-based than we realize at first.

Also taking up structure as the subject matter, Monica Ursina Jäger´s laser cutouts expand a manufacturing technique - that of paper cut-out – into a new technological medium – that of laser cut-out. Humorously called “Amnesia”, these works act as inscriptions which invert the positive (white) and the negative (black) space of an image in a way as to create and hierarchically invert different representational spaces.

Uriel Orlow´s “Remnants of the Future” is an evocative video of a ghostly, nearly deserted Soviet housing project in northern Armenia that was left unfinished after the collapse of the Soviet Union in 1991. In the video, nature and architecture are in constant dialogue, and past, present and future are different layers of the same image.

Combining a drawing and a reversed monitor - giving out signs of life from time to time -, Julia Oschatz´s work “A poorest poet” is the culmination of a continuing evolution as well as the realisation of a very unique pictorial language and universe.

Taking up the no longer-existing „Palais der Republik“ in Berlin as a motive, Sandra Senn photographed its ruins and manipulated them into a new constructed reality. If in one work the rainbow suggests a dream-like quality in other work the remainings of the building have a desolated war-like setting.

In „Paradise is Somewhere Else“ all imaginary and constructed landscapes seem to point to unidentifiable places, in terms of place as well as of time. Either a memory of the past or a vision of a world to come, these images seem to cling to a disturbing documental reality, yet unable to find its anchor in the familiar order of things. The appearance of a black dog in Zhenchen Liu´s film “Under Construction”, threateningly watching us from the top of a waste mountain, summons the feeling of unusualness which pertains the whole show. (Text by Liliana Rodrigues) ...mehr
PARADISE IS SOMEWHERE ELSE
vom 24.04.2009 bis zum 27.06.2009
Teilnehmende Künstler:
Kota Ezawa
Wir laden Sie herzlich zu der Einzelausstellung "Group Show" des in San Francisco lebenden Künstlers Kota Ezawa, mit Video-, Film-, Fotografie-, Malerei- und Bildhauerarbeiten, ein.
“Group Show” wendet das Konzept einer Gruppenausstellung mehrerer Künstler auf die Arbeit eines einzelnen Künstlers an, befasst sich mit einer Auswahl an Themen von zeitgenössischer Kultur bis hin zur Kunstgeschichte und stellt eine Reihe formaler Strategien wie Abstraktion und Darstellung vor. In ihrer Gesamtheit versucht “Group Show”, die Idee einer Gruppenausstellung als konzeptionellen Rahmen für eine Einzelausstellung neu zu definieren. ...mehr
GROUP SHOW - KOTA EZAWA
vom 11.02.2009 bis zum 16.02.2009

Hall 10 Booth A40-25 ...mehr
vom 09.12.2008 bis zum 02.01.2009

Thomas Henke - Liquid Identities TV

Liquid Identities TV zeigt - mit wechselndem Programm - Zusammenstellungen aus “Sarahs Company“, “Liquid Home“ und “Broken Evidence“ (aus der Filmporträt-Reihe “Liquid Identities“ 2003 - 2008)
...Liquid Home, Sarahs Company und Broken Evidence (aus der Reihe Liquid Identities) sind Langzeitprojekte Thomas Henkes, die das Format des Videoporträts formalästhetisch untersuchen, durch die Auseinandersetzung mit Jugendlichen aber auch soziale und integrative Ansprüche verfolgen. Die von 2003 bis 2008 entstandenen Videos zeigen Jugendliche, die ihr näheres Umfeld gefilmt haben. Die Filme sind ein Beleg für ihr Freizeitverhalten und ihre dringlichsten Anliegen: das Ausloten der eigenen Stärken und Schwächen, der Hierarchiestrukturen im eigenen Freundeskreis wie in Familie und Schule, die Demonstration der eigenen Körperlichkeit und Befindlichkeit. Die Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Milieus, sind sogenannte „Problemjugendliche“ oder Teenager aus behüteten Verhältnissen, sie agieren einzeln oder in Gruppen. Die Orte, an denen die Videoporträts realisiert worden sind, beschränken sich entweder auf das persönliche Umfeld wie das eigene Zimmer, die Wohnsiedlung oder den halböffentlichen Raum der Schule. Erst die ausgiebige Visionierung des heterogenen Materials lässt auf die komplexe Dimension dieses Projekts schliessen. Es stellt sich umgehend der Wunsch ein, die Videos einer soziokulturellen Beurteilung unterziehen zu wollen; rasch vermeinen wir, das zu sehen, was man zu sehen glaubt: Nebst den Teenagern von nebenan in erster Linie Problemjugendliche mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, die „null Bock“ auf Schule und Arbeit, umso mehr auf Alkohol und Sex haben. Diese inhaltlich ausgerichtete Lesart erscheint mir jedoch zu oberflächlich und deswegen zu kurz gegriffen...

...Henkes filmische Arbeit erscheint zunächst dokumentarisch, bei genauerem Hinsehen unterläuft jedoch auch hier das Konzept der Arbeit den schillernden Begriff des Dokumentarismus, der seit den 1990er Jahren heftig diskutiert wird...

...Henke überlässt den Jugendlichen eine Videokamera, die diese im Rahmen eines „Projektes“, wie sie es selbst benennen, reichlich nutzen. Sie filmen sich und ihre Freunde. In der Phase der Postproduktion ist es das Anliegen des Künstlers, das umfangreiche Videomaterial auf eine portable Länge zu kürzen, ohne jedoch inhaltliche wie formale Bewertungen durch den Schnitt setzen zu wollen. In diesem Sinne arbeitet der Künstler nach der dokumentarischen Prämisse, den Film möglichst ungestaltet, „authentisch“, d.h. „wahrheitsgetreu“ zu belassen, um als Autor weder Produktion noch Rezeption entscheidend zu beeinflussen. Mit dem Entscheid, die Kamera aus der Hand zu geben, wird ein wesentlicher Paradigmenwechsel eingeführt, da sich bisher jegliche Dokumentarfilmtheorie auf der Annahme begründet hat, dass sich Kamera und Objekt unterscheiden und dass diese Differenzierung explizit durch Momente der Selbstreferentialität im Film aufgenommen wird...

Susanne Neubauer


...Diese Filme zu sehen ist eine Ankoppelung an die Geschwindigkeit und Intensität jugendlichen Erlebens des Selbsts im Mit- und Gegeneinander. Sich als Betrachter der geballten Ladung an ungefiltertem Sendungs- und Durchsetzungsvermögen der Jugendlichen zu stellen, bedeutet eine extreme Herausforderung des eigenen Empfindens. Man fühlt sich dem Gegenüber ausgeliefert und ist permanent dazu aufgefordert, eine eigene Haltung pro oder contra das, was da gesagt und getan wird, einzunehmen, eigene Standpunkte zu beziehen und die eigene Empfindung für die porträtierte Person neu zu hinterfragen. Es fällt schwer, die Distanz zum Gegenüber zu bewahren, erscheint jedoch in Anbetracht der in vielen Fällen unberechenbaren Veränderlichkeit bis hin zur Gefährlichkeit der sich zeigenden Personen mehr oder weniger notwendig...

...Sympathie, Ablehnung oder Widerstand. Die Porträtkunst von Thomas Henke setzt heftige, nachhaltige Reaktionen frei. Die Filme atmen das Selbst der Persönlichkeiten, die sie aufgezeichnet haben. Sie fordern Respekt vor den Potentialen und der Vitalität Jugendlicher, deren unbändige kreative Energie hier eingefasst wurde...

Andrea Edel

Katalog: Thomas Henke - Liquid Identities (Volume I – III), Kerber Verlag, Edition Young Art ...mehr
Thomas Henke - Liquid Identities TV
vom 14.11.2008 bis zum 31.01.2009
Teilnehmende Künstler:
Marcello Moscheta
Marcello Moschetas Landschaftswerke wecken elementare und starke Emotionen, die in unserer Kultur schon seit Langem, nur noch latent vorhanden sind, aber in der heutigen Zeit eventuell bedroht sind. Sie gehören in die Welt des Erhabenen – und in der heutigen Welt der vergänglichen Werte und digitalen Bilder sind sie nur schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu erkennen. „Latitude“ zeigt das Staunen des Künstlers über vergangene Abenteuerreisen an abgelegene, unbekannte Orte, die schon an sich zu einer Art Mythos unserer globalen, miteinander vernetzten Welt geworden sind, in der durch unsere digitalen Möglichkeiten kein Ort mehr zu fern ist.

Als Widerstand schafft der Künstler seine Zeichnungen ganz geduldig durch ein Zurückgreifen auf eine schwierige Technik. Wenn man sie jedoch rein romantisch in Bezug auf ihren Inhalt und akademisch in Bezug auf ihre Technik sieht, erfasst man die Bedeutung nicht und wird sich ihrer Komplexität nicht bewusst. Diese Zeichnungen repräsentieren entweder uns bekannte Landschaften, da diese Teil unserer Kultur sind - wie in "Friedrich" - oder sie sind inspiriert von Landschaftsaufnahmen aus den Medien. Sie sind vermutlich eine Repräsentation einer Repräsentation, die man in der Realität so nirgends findet. Abgesehen davon, dass sie mehr als nur ihr Bezugsobjekt verneinen, negieren sie auch ihr eigenes Medium.

Wenn Marcelo Moscheta sich über seine PVC-Leinwand beugt, findet ein Fixierungsprozess statt, der uns auf metaphorische Weise an die Fotografie erinnert. Anfangs verteilt sich eine dicke Schicht Grafit-Pulver über die feine Kunstoffoberfläche, ohne jedoch daran zu haften. Nachdem man sie dann sorgfältig mit einem Radiergummi radiert oder entfernt, tauchen dunkle schattige Bereiche auf, als würde man Fotos in einer Dunkelkammer entwickeln. Obwohl sie im Laufe ihrer Schaffung der Fotografie ähneln, sehen Marcelos Werke am Ende doch wie Gemälde aus.

Eine letzte Negation entsteht, wenn Marcelo Moscheta seinen friedlichen und stillen Landschaften ein fehlerhaftes Koordinatensystem hinzufügt. Auch hier fehlt wieder die Analogie zur Wirklichkeit, da uns die Koordinaten fälschlicherweise auf den Südpol verweisen - mit ihnen entsteht eine gewisse Objektivität, durch die die Wissenschaft dem gegenübergestellt wird, was wir von vorneherein für eine rein romantische Darstellung halten.

Der Koordinaten-Code auf dem Bild, das Bild als kultureller Code und die Tableau als Summe reiner Konventionen, dienen vielleicht dazu, zu beweisen, dass sich in unserer hastigen und virtuellen Zeit ein zweiter, dritter oder vierter Blick als entscheidend erweisen kann, auch wenn sich dadurch unser Urteil verzögert.

Liliana Rodrigues / Übersetzung von Sydem ...mehr
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vom 30.05.2008 bis zum 28.06.2008
Teilnehmende Künstler:
Simon Pasieka
(Pressetext)

Wir freuen uns, in unserer kommenden Ausstellung neue Ölarbeiten des Künstlers Simon Pasieka vorstellen zu können, der damit sein bisher v.a. auf Tuschezeichnungen begründetes Werk, erweitert.

Die Reflektion des Spiegelbildes im Wasser oder auch der Blick in den Spiegel waren schon seit jeher beliebte Darstellungsmodi der Erkenntnis oder auch der Selbsterkenntnis in der Malerei. Wie Jacques Lacan in seiner Theorie des Spiegelstadiums beschreibt, wird zuallererst durch den Blick in den Spiegel die Identifikation mit dem Selbst ermöglicht; die Vorstellung vom eigenen Selbst beruht damit auf einem Bild, auf einer Imagination, v.a. aber auf der Imagination des Selbst als einer Einheit des Körpers, zu der es sich aber erst im Laufe des Lebens entwickeln muss. Als Kind oder Jugendlicher sind wir von dieser Einheit noch weit entfernt, unser Bild im Spiegel ist zunächst die Bühne auf der die Entwürfe erprobt werden, um sich schließlich zu einem Gesamtbild zusammenzufinden.

Das Spiel und das Theater sind die Räume des Imaginären, in denen sich auch die jugendlichen Protagonisten in Simon Pasiekas Malereien bewegen. Vor spiegelnden Wänden in öd farblosen Winterlandschaften finden sie sich zum Spiel der Maskerade zusammen und erschaffen in ihrem Spiegelbild für einen kurzen Moment die skurrile Formation einer neuen körperlichen Einheit. Wie auch schon in seinen zahlreichen Tuschezeichnungen zeigt der Künstler die Jugendlichen - abwesend in ihr Spiel vertieft - in kleinen Gruppierungen in der ursprünglichen Umgebung der Natur. Ob im Spiel mit dem Spiegel wie in der Arbeit „8“ oder in der aztekischen Vorführung zweier Jugendlicher für ihre Zuschauer in der Arbeit „Wirbel“, immer scheinen sie sich selbstzufrieden in ihrem eigenen Spiel wieder zu erkennen und sich gleichzeitig vor jeder Außenwelt verschließen zu wollen. In Erweiterung zu seinen Tuschezeichnungen nutzt Pasieka das Öl, um mit den leuchtenden Farben von Kleidung und Utensilien seiner Figuren eine zusätzliche Distanz zwischen ihnen und ihrer natürlichen Umgebung zu schaffen. Zugleich lässt er sie damit ihr Territorium markieren, in dessen begrenzten Rahmen sich das Spiel und die Verwandlung entwickeln kann.

Tasja Langenbach ...mehr
vom 30.05.2008 bis zum 28.06.2008
Teilnehmende Künstler:
Yves NetzhammerKota EzawaPhilippe Grammaticopoulos
Kota Ezawa, Philippe Grammaticopoulos und Yves Netzhammer untersuchen unsere Wahrnehmung der Welt und die heutigen Möglichkeiten sie darzustellen, indem sie den Computer als Malwerkzeug für die Herstellung von imaginären 3D-Gebilden im Datenraum benutzen. Es entstehen virtuelle und fiktionale Welten für alle möglichen Begegnungen und beispielhafte Reflektionen über die Welt der Information, in der wir heute leben.

Ihren eigenen Gesetzen folgend, zeigen Yves Netzhammers spannende und sich ständig verändernde geistige Landschaften facettenreiche und wiederkehrende Metaphern, z.B. schwarze Vögel, dunkle Schatten, spritzendes Blut, fliegende Bälle, die befremdlich und zugleich faszinierend wirken und unser Gefühl für die bekannten und gewohnten Dinge aus dem Gleichgewicht bringen.
Yves Netzhammer stellt Fragen bezüglich des menschlichen Gedächtnisses und greift Themen wie Krankheit, Liebe, Sexualität und Tod, die selbst Abstraktionen sind, auf. Dabei etabliert er eine neue Art von „Bildsprache“. Es gelingt ihm Fragen zu neuen technologischen Entwicklungen mit psychologischen und kulturhistorischen Inhalten zu verbinden.

Der Künstler Kota Ezawa aus San Francisco untersucht ebenfalls die Art, wie wir mit Geschichte und ihren Konstruktionen umgehen. Er nennt seine Praxis eine Form von „Videoarchäologie“. Unter Verwendung von ikonischen archivierten Nachrichten oder Filmmaterial, thematisiert Ezawa die Tatsache, dass wir uns nur über Medienbilder aus dem Fernsehen, aus Zeitungen und Kino an die Vergangenheit erinnern, und weist auf die Gefahren hin, die dies mit sich bringt. Ähnlich wie ein bewegter Warhol-Siebdruck oder ein South Park-Comic kommen nur wenige Farben und Details in Kota Ezawas Videoanimationen zum Einsatz, mit denen er die Macht und die Überschneidungen von Popkultur, politischem Handeln und Kunst erforscht. Als eine Art digitale Annäherung an Animationen aus ausgeschnittenen Papierformen mit leuchtenden Farben und hoch stilisiert, sind seine flächigen Bilder geduldig mit der Hand nachproduziert – die Herstellung eines solchen Videos kann bis zu einem Jahr benötigen. Sie werden dem Betrachter als digitale Projektion, Film oder Diaschau präsentiert. In einer Kultur voller technologisch vermittelter Bilder, wirft diese mühsame Technik die Frage auf, warum gewisse Bilder in unserem kollektiven Gedächtnis haften bleiben, andere nicht und warum sie so schnell ersetzt werden.

Philippe Grammaticopoulos, Jahrgang 1970 und Absolvent der renommierten Hochschule für Animationsfilm Supinfocom in Valenciennes, entlässt in „Le Regulateur“ seine Figuren in eine schwarz-weiß animierte Architekturkulisse. Auf der Suche nach dem perfekten Kind, begibt sich ein wohl situiertes Paar in eine Fabrik der Reproduktion, um sich dort seinen, in Fließbandmanier gefertigten, Nachwuchs zusammenstellen zu lassen. In der Architektur einen klassischen Tempelbau zitierend, reflektiert Grammaticopoulos aktuelle Diskussionen über die zukünftigen Grenzen und Möglichkeiten der Reproduktion.

Kota Ezawa, Philippe Grammaticopoulos und Yves Netzhammer scheinen auf ähnliche Weise von der „konstruierten“ Natur der Animationstechnik gefesselt zu sein. Sie untersuchen ihre Werkzeuge genau und lassen bewusst manche Aspekte verdeckt um andere, wichtigere zu unterstreichen. Am Ende bleiben nur die grundlegendsten indexikalischen Werte. Sie spielen mit Erkennbarkeit und Fiktionalität, und das, was sie auswählen, ist weder unschuldig noch ohne Konsequenzen...

Liliana Rodriguez  ...mehr
vom 08.05.2008 bis zum 10.05.2008
Teilnehmende Künstler:
Zhenchen LiuNiklas Goldbach
Catalonia Ramblas Hotel | Room #10  ...mehr
LOOP Barcelona
vom 25.04.2008 bis zum 28.04.2008
vom 15.02.2008 bis zum 05.04.2008

Die Liste jener Fotokünstler, welche die Kindheit als Thema für sich entdeckten, ist lang. Das kann man verstehen, denn sie ist ein lohnendes fotografisches Sujet. Es ist die Zwischenposition, das Uneindeutige am Kind-Sein, das fasziniert: Das Selbst des Kindes ist fragil, es stehen Möglichkeiten offen. Es ist erst am Anfang: ein, wie oft geschrieben worden ist, paradiesischer Zustand?

Wenn Vee Speers für ihre Serie „The Birthday Party“ Kinder vor eine immer gleiche weiße Wand stellt, um sie in ihren Kostümierungen zu fotografieren, dann mag diese Bildidee anfangs verwundern. Mit Kindheit assoziieren wir eher spontane Bewegung als Statik. Bei Vee Speer ist das anders: Es gibt einen streng festgelegten Rahmen, in dem ihre Modelle agieren.

Eine der ersten Fotokünstlerinnen, die junge Menschen nicht in ihrer Freizügigkeit, sondern hinsichtlich ihrer zukünftigen Rolle fotografierte, war Lisette Model. Die Kindheit ist eine Zeitspanne, in der man sich übt, Rollen einzunehmen – davon erzählt auch Vee Speers Serie „Birthday Party“. Nicht, dass ihr Rollenkorsett schon übermächtig zu werden droht, dennoch sind die hier Gezeigten alles andere als frei und unschuldig. Sie stehen da, in ihren phantastischen Kostümen, doch sehen sie gar nicht glücklich aus. „Ja, freust Du Dich denn gar nicht?“, will man sie fragen. Doch nein, auch wenn manche von ihnen sogar lächeln oder lachen. Wirklich froh scheinen sie nicht.

Sie öffnen sich der Kamera mit Blicken, die uns Erwachsenen sagen: Schaut uns an. Wir wissen doch viel mehr, als Ihr glaubt. Sind sie Vertreter jener vielzitierten „verschwundenen Kindheit“, die Fotografen wie Achim Lippoth auf faszinierende Weise ins Bild brachten. Der Kölner fotografiert Kinder mit hasserfüllten Mienen, die viel zu erwachsen sind für ihr Alter, wie etwa seine in China porträtierten Turner der Serie „L´homme Machine“ – Maschinenmenschen. Sie sind Mutanten der Erwachsenenwelt, früh Gereifte, die aber noch in kindlichen Körpern stecken. So ganz haben sich die Besucher der imaginären Geburtstagsparty ihre Kindheit noch nicht abgeschminkt. Dennoch: Aus ihren Gesichtern spricht keine kindliche Freude, sondern dringliche Offenheit.

Die unbeschwerte Kindheit, Reinheit, Unbefangenheit, das alles ist ein Klischee, das erzählen diese Bilder. Irritation ist hier Programm, diese Kunst soll verwirren: Sei es der kleine Kindersoldat – hat er ein echtes Maschinengewehr? – oder das Mädchen, das seine Handflächen öffnet, als wollte sie sagen: Ich habe nichts als mich selbst in dieser Welt. So offen sie die Fotografin Vee Speers auch anblicken, dennoch geben diese Kinder wenig von sich preis. Vor weißem Hintergrund stehen sie, Symbole für: Das sagen sie nicht.

Und genau hier liegt der große Reiz dieser Porträts: Die Kinder geben ihr Geheimnis nicht preis, den Grund ihrer Verlorenheit. „Ich interessiere mich für das Mensch-Sein, für die Psychologie der Menschen – was wir unter der Oberfläche wirklich sind“, hat Speers einmal gesagt. Doch ihre Kunst fertigt sie in der Gewissheit, jenes Darunter niemals offenlegen zu können.

„Ich wollte die letzten Momente der Kindheit mit einer imaginären Party einfangen“, sagt Speers. In merkwürdig blasse Farbfotografien gegossen hat sie einen ambivalenten Zustand zwischen Freiheit und Rollenspiel, zwischen Spontaneität und böser Vorahnung (später bin ich eine traurige, alte Hexe!), zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt. Das kindliche Spiel des Verkleidens, die Kostümierung, verstärkt die surreale Note der Serie. Ein Boxhandschuh macht noch keinen Boxer, ein Helm noch keinen römischen Legionär. Davon erzählt Vee Speers. Aber darüber, welche Träume wir haben, sollten wir öfter nachdenken.

Marc Peschke
(Kunsthistoriker und Kulturjournalist, Wiesbaden & Hamburg. www.marcpeschke.de)

Eröffnung: Freitag, 15. Februar ab 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. Februar - 5. April 2008
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Arbeiten von Aurelia Mihai werden ebenfalls in unserem Projektraum SATELLIT zu sehen sein [am Eröffnungsabend ist der SATELLIT von 19 - 22 Uhr geöffnet]

neue Öffnungszeiten im SATELLIT:

Mittwoch + Donnerstag 16 - 21 Uhr
Freitag 14 - 19 Uhr
Samstag 12 - 16 Uhr
und auf Anfrage ...mehr
Vee Speers - The Birthday Party
vom 15.02.2008 bis zum 05.04.2008

Aurelia Mihai befragt in ihren Video- und Fotoarbeiten die verschwindende Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion im Bereich medialer Bilder. Historische Bezüge verschmelzen mit Legenden und persönlichen Erinnerungen zu suggestiven Bildern, in denen stets die Reflexion auf mediale Wahrnehmungsbedingungen mitschwingt.

„Die jüngste Videoarbeit von Aurelia Mihai, in der sie die periodische Wanderung von Schafherden („Transhumanţa“) reflektiert, wie sie in der EU seit dem neuen Gesetz für Tiertransporte verboten ist. Dabei handelt es sich um die traditionelle Art der Schafhaltung, die für viele europäische Völker zum ethnischen Selbstverständnis und zur kulturellen Identifikation gehört. Aurelia Mihai inszeniert diese alten Traditionen und überträgt sie in unsere Zeit.
Damit thematisiert sie zugleich das Medium Film und den Produktionsprozess selbst. Zwischen Fiktion, Tagtraum und (pseudo-)dokumentarischer Beschreibung wird der Betrachter durch vordergründige, nahezu wissenschaftliche Plausibilität und die authentische Faszination des Kamerablicks, sowie durch die Imagination der suggestiven Schilderung in den Bann gezogen.“ (Stephan Mann, Museum Goch)

Weiterhin zeigen wir in unserem Projektraum SATELLIT, zusammen mit einer Auswahl weiterer Arbeiten der Künstlerin, die Arbeit „Von Herzen“:

"Von Herzen" zeigt »eine hübsche junge Frau in einem gepflegten mediterranen Garten: In knappen Worten berichtet sie von den schier unglaublichen Ereignissen ihres noch jungen Lebens, von der Krebserkrankung als Kind bis zur Herztransplantation im Alter von 19 Jahren. (...)
In Aurelia Mihais Videofilm, der in nur fünf Minuten einen Spannungsbogen aufbaut, der manchen Spielfilm übertrifft, überlagern einander unterschiedlichste Ebenen der Darstellung. Indem das Authentische und Reale eine ästhetische Überformung erfahren, werden Grenzen von Darstellungskonventionen (von der Scham und bis zur Offenherzigkeit) berührt. Erzählerin, Akteurin und Erzählgegenstand fallen in einer – gleichermaßen authentisch und komponiert wirkenden - Person zusammen. Wort und Bild hingegen klaffen auseinander. Die Nüchternheit des Vortrags, die Schmucklosigkeit des Textes sowie das Vorkommen medizinischer Fachbegriffe wie „Immunsupressiva“ oder „High-Urgency-Liste“ bilden einen starken Kontrast zum farbenfrohen Kostüm und zur Idylle des Ortes. Doch das Bild trügt: Denn hier wird kein Märchen, sondern eine Verkettung tragischer Schicksalsschläge er-, beziehungsweise aufgezählt: Auf Krebs und Chemotherapie im Kindesalter folgten in den Teenager-Jahren Herzstörungen, Diabetes, Asthma, Schlaganfall und schließlich die lebensrettende Operation, bei der dem Mädchen ein Spenderherz eingepflanzt wurde. Im Gegensatz zur Dramatik des berichteten Geschehens, ist der Bericht selbst betont ruhig und leise gehalten. Auch die Kamera bewegt sich nicht, sondern ist auf eine Einstellung fixiert.« (Doris Krystof)

Eröffnung: Freitag, 15. Februar ab 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. Februar - 5. April 2008

Arbeiten von Aurelia Mihai werden ebenfalls in unserem Projektraum SATELLIT zu sehen sein
[am Eröffnungsabend ist der SATELLIT von 19 - 22 Uhr geöffnet]

neue Öffnungszeiten im SATELLIT:

Mittwoch + Donnerstag 16 - 21 Uhr
Freitag 14 - 19 Uhr
Samstag 12 - 16 Uhr ...mehr
Aurelia Mihai -  Transhumanţa
vom 24.11.2007 bis zum 02.02.2008
Teilnehmende Künstler:
Cornelia Renz
Eröffnung: Freitag, 23. November ab 19.30 Uhr

Wer die allegorische Schichtung eines Märchens zu schätzen weiß, wird sich auch den mit Acryl auf Glas gebannten Bildwelten der Künstlerin Cornelia Renz nur schwerlich entziehen können. Scheint man zunächst der Schöpfung einer farbenfrohen Märchen– oder Comicwelt gegenüberzustehen, entwickeln sich erst bei genauerer Betrachtung der Details und Figuren die doppelbödigen Erzählungen, in denen nichts wirklich ist was es zu sein scheint.

Das kinderfreundliche Teletubbie, das aus kaum einem Kinderzimmer mehr wegzudenken ist, reitet da auf einmal mit Zügeln bewaffnet auf den Rücken genau der Kinder, die es eigentlich mit seinen Geschichten beglücken sollte und kommt dabei doch der Realität empfindlich nahe. Auch die Mädchendarstellungen, die sich durch ihre aufreizende Kleidung oder sexuelle Handlungen ihrer kindlichen Unschuld entledigen, wollen nicht so recht in unser Bild von eben diesen kleinen Mädchen in rosa Kleidern passen. Was ist gut und was ist böse? Wo fängt das eine an und hört das andere auf in der kleinen heilen Welt, ist erst einmal die Maske gelüftet?

Die Maskerade selbst, seit jeher als karnevalesk inspiriertes Mittel eingesetzt, um soziale oder moralische Stigmata durch ihre Überzeichnung kurzfristig aufzuheben, ist ein wiederkehrendes Motiv in Cornelia Renz’ Bildern. Auch Goya, aus dessen Radierfolge „Los Disparates“ sich sowohl der Ausstellungstitel „Miscellaneous“ als auch die Motivik neuerer Arbeiten wie „Heaven“, „Heavenly Creatures“ oder „Stupid“ herleitet, nutzte die Zweideutigkeit der Maskerade um sein Bild der Welt auf Papier zu bannen. In düsteren Bildinszenierungen wird dort die Menschheit von ihren Sünden und den Geistern der Unter-welt, die sie selbst beschwor, überwältigt; die Vernunft verliert die Kontrolle und das Groteske und Jen-seitige hält Einzug. Dieser Kontrollverlust, vergleichbar dem Eintauchen ins Unterbewusste in unseren Träumen, spiegelt sich auch in Cornelia Renz’ Bildern. Gleichsam aus der Realität in den Himmel erhoben, haben ihre Figuren den Bodenkontakt verloren, alle zuvor gültigen Regeln scheinen aufgehoben.

In der Arbeit „Heaven“, die Elemente aus älteren und neueren Motiven verbindet, symbolisiert das Skelett einer Krankenschwester diesen Moment des Kontrollverlusts: ihrer Mission der weiblichen Für-sorge und Heilung der Kranken nicht mehr fähig, versucht sie sich in einem Akt der Hilflosigkeit, einen Dorn aus dem Knochen zu ziehen und verliert dabei nicht allein die Kontrolle über sich selbst, sondern auch über den schwarzen Hengst, der sich gefährlich über ihr aufbäumt. Auch dieses Motiv ist einer Radierung aus Goyas „Los Disparates“ entlehnt; ist es bei Goya jedoch eine Frau, die auf dem Rücken des Hengstes entführt werden soll, findet sich an ihrer Stelle in der Version der Künstlerin eine clownesk mit Hochzeitskleid und Zylinder verkleidete Gestalt, deren geschlechtliche Identität hinter der Maskerade verborgen bleibt. Der vor Männlichkeit strotzende Hengst ist beim Versuch festgehalten, zumindest einen der beiden Phalli zwischen den Beinen des Clowns zu fassen, um wenigstens hier die Geschlechter-ordnung wieder herzustellen.

Cornelia Renz’ Arbeiten zeigen uns verstörende und doch humorvolle Ausblicke auf diese Welt im Chaos jenseits aller Regelwerke. Sie erinnern an fantastische Traumwelten in denen alles möglich scheint und jegliche Deutungshoheit für den Moment der Betrachtung aufgehoben wurde.
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Cornelia Renz - Miscellaneous
vom 24.11.2007 bis zum 02.02.2008
Teilnehmende Künstler:
Patrycja German
Auch die Performance- und Videokünstlerin Patrycja German, deren Videoinstallation “a radish a day keeps the pain away“ wir im Videoraum zeigen werden, nutzt in ihren Arbeiten das Mittel der Überzeichnung und symbolischen Überformung, um einen bestimmten Gefühlszustand, Tabuzonen und Klischees zu hinterfragen. German reduziert ihre Handlungen auf das Wesentliche, um sowohl von der Figur als auch dem Akt selbst weit genug zu abstrahieren, um zu einer allgemeingültigen Aussage zu gelangen. Gleichzeitig überschreitet sie in ihren Performances gesetzte Grenzen; sie bietet sich dem Zuschauer zur Interaktion an oder fordert diese direkt ein, um die eigenen und fremden Reaktionen zu erforschen und unsichtbare Regelwerke, kondensiert im Moment der Interaktion mit dem Anderen, sichtbar werden zu lassen. Ihr Körper wird dabei zum Widerstand, den sie selbst wie auch der Zuschauer überwinden muss. Patrycja Germans Arbeiten hinterlassen den Betrachter schwankend zwischen einer ständigen Anziehung und Abstoßung; ob in der Interaktion oder der reinen Betrachtung wird er zunächst auf sich selbst zurückgeworfen, um sich dann als Gegenüber der Künstlerin zu positionieren.

In der in der Ausstellung präsentierten Arbeit „Rettich“ sitzt die Künstlerin kniend auf allen Vieren, mit rotem Kleid bekleidet, auf einem weißen Tisch. Sie führt einen weißen Rettich in den rot geschminkten Mund, versucht diesen mit den Lippen zu halten, muss ihn jedoch langsam immer weiter entgleiten lassen, bis dieser auf den Boden fällt. Vergleichbar einem Ritual hat sie diese Handlung täglich aufs Neue arrangiert und durchgeführt; insgesamt 50 Wiederholungen sind in der Ausstellung als Wand füllendes Video-Tableau zusammengestellt.

Was geschieht in der Wiederholung mit der Künstlerin selbst, dem Bild, der Assoziation des Betrachters?

„Was passiert, wenn man an der Stelle weitermacht, an der etwas gewöhnlicherweise beendet wird, wenn man darüber hinausgeht, wo man sonst immer aufhört? Was passiert, wenn man trotz des vor-programmierten Scheiterns sich der Situation, der tief sitzenden Angst vor dem Versagen stellt?“ (Ger man)
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Patrycja German -  a radish a day keeps the pain away
vom 13.10.2007 bis zum 10.11.2007

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung

Miró aus der Sicht der Videokunst. Single-Channel-Träume

kuratiert von Javier Duero / LOOP

am Freitag, 12. Oktober 2007 um 19 Uhr

im Projektraum SATELLIT

[Eingang oberhalb des Kunstvereins, auf der Ebene des Schirn Cafés]


Ausstellungsdauer: 13.10. - 10.11.2007

Sonderöffnungszeiten während der Buchmesse:
13. + 14.10. 10 - 21 Uhr

Öffnungszeiten:
Di - Fr 14 - 19 Uhr
Sa 12 - 16 Uhr


Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Institut Ramon Llul und LOOP video art fair im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2007 mit der katalanischen Kultur als Ehrengast statt. ...mehr
vom 11.10.2007 bis zum 14.10.2007
Teilnehmende Künstler:
Yves NetzhammerJulia OschatzSimon PasiekaAnila RubikuJohannes Wald
in Kooperation mit Leo Bahia Gallery, Belo Horizonte, Brasilien

[Stand Nr. 18 T] ...mehr
vom 29.09.2007 bis zum 03.10.2007
Teilnehmende Künstler:
Yves NetzhammerSonja BraasBjörn MelhusNathalie GrenzhaeuserSigalit LandauJulia OschatzSimon PasiekaJohannes WaldPatrycja German
Über einen Besuch in Berlin würden wir uns freuen.
Sie finden uns in Halle 20, Stand 110 ...mehr
vom 31.08.2007 bis zum 06.10.2007

Wir laden Sie / Euch herzlich ein zur Eröffnung im Projektraum SATELLIT:


Arne Witt - SURVEY
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Videoprogramm kuratiert von Bjørn Melhus:

Markus Bertuch • Jan Bode • Franziska Cordes • Bugi Corovich • Mascha Danzis • Silvia Götz • Barbara Hirn • Yuki Jungesblut • Ke Liu • Daniel Massow • Jenny Michel • Byoung Lae Park • Ariane Pauls • Flaut Michael Rauch • Julia Richter • Andrea Schüll • Maja Wirkus • Arne Witt
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Eröffnung: Freitag, 31.08.07 (zum Saisonstart), ab 18 Uhr


Öffnungszeiten Saisonstart:

Freitag, 31.08., 18 Uhr - open end
Samstag, 01.09., 11 - 18 Uhr
Sonntag, 02.09., 11 - 18 Uhr


Öffnungszeiten SATELLIT:

Dienstag-Freitag 14-19 Uhr
Samstag 12-16 Uhr

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Mit seiner rauminstallativen Arbeit „Survey“ interveniert der Künstler Arne Witt in die Architektur des Projektraumes Satellit.

„Survey“ spielt auf die Bedeutung der Begrifflichkeit aus der Archäologie an, die das Erkunden eines Gebietes nach historischen Spuren beschreibt. Über einen sehr reduzierten Eingriff in den Galerieraum "Satellit" wird einem Zustand von Aufbau, Stagnation und Verfall bzw. Veränderung nachgespürt.

Rohe Dachlatten sind wie Stelen zwischen Boden und Decke gekeilt. Sie scheinen die Decke des Raumes, den die Spuren seiner Vergangenheit zeichnen, vor dem Einstürzen zu schützen. Ihre für eine reale Stützfunktion zu fragile Bauart unterstreicht jedoch gleichzeitig den maroden und zeitlich begrenzten Zustand des Raumes.

Die Frage nach Zeit und Vergänglichkeit, die durch die Installation „Survey“ gestellt wurde, setzt sich im Außenraum weiter fort. Eine Ausgrabungsstätte mit Überresten römischer Architektur, Nachkriegs-Fassaden-Kulissen auf dem Römer oder die Skyline des Frankfurter Bankenviertels: Die Arbeit schlägt einen Bogen zwischen künstlerischer Inszenierung und Alltäglichem, korrespondiert mit dem was man im Außenraum antrifft.

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Im Rahmen der Ausstellung von Arne Witt wird darüber hinaus während der gesamten Ausstellungszeit das von Bjørn Melhus kuratierte Videoprogramm "SURVEY 1-5" gezeigt.

In 5 Programmblöcken werden Videoarbeiten verschiedener Künstlerinnen und Künstler präsentiert, die sich maßgeblich mit einer Spurensuche in privaten, medialen oder gesellschaftlichen Sphären auseinandersetzen.

Während sich im ersten Teil Protagonistinnen dreier Generationen auf sehr unterschiedliche Weise von Erfahrungen aus dem Leben berichten, beschäftigt sich SURVEY 2 mit dem Export, der Geschichte und Gegenwart gesellschaftlicher Utopien. Die Arbeiten in Programm 3 setzen sich auf sehr poetische Weise mit Fragen der Identitätsfindung und der Existenz des Menschen selbst auseinander. Im vierten Teil stehen Bilder des Spiels der Kindheit und Jugend im Mittelpunkt.
Den Arbeiten des fünften Programmes ist die Spurensuche und Aneignung medialer Einflüsse gemein.
Neben der laufenden Projektion der Programmblöcke im Ausstellungsraum,können die einzelnen Arbeiten auch an einem Sichtungsplatz eingesehen werden.
Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind Absolventen oder Studierende der Kunsthochschule Kassel.
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Arne Witt - \
vom 30.08.2007 bis zum 10.11.2007
Teilnehmende Künstler:
Björn Melhus
Eröffnung: Donnerstag, 30.08.07 ab 19.30 Uhr


Öffnungszeiten Saisonstart:

Freitag, 31.08. 18-22 Uhr
Samstag, 01.09. 11-18 Uhr
Sonntag, 02.09. 11-18 Uhr ...mehr
BJØRN MELHUS - THE MEADOW
vom 01.08.2007 bis zum 11.08.2007
Teilnehmende Künstler:
Séverine Hubard
• Victor Alimpiev "Wie heißt dieser Platz? / What's the name of this square?",
2006

• Markus Bertuch "Walperloh", 2006

• Séverine Hubard "Un jour,", 2007

• Clare Langan "Metamorphosis", 2007 (1st Prize for Best International Short Film at the Int. Short Film Festival Oberhausen, 2007)

• Uriel Orlow "Decent", 2006 ...mehr
60th Film Festival Locarno
vom 26.06.2007 bis zum 18.08.2007
Teilnehmende Künstler:
Julia Oschatz
(Pressetext)
In der Ausstellung „Hermitage Heritage“ zeigen wir neue Arbeiten der Künstlerin Julia Oschatz.

Ihre Arbeiten waren zuletzt in Einzelausstellungen u.a. im Kunstmuseum Alte Post in Mülheim an der Ruhr, den Städtischen Galerien in Wolfsburg und Delmenhorst, am Institut für Moderne Kunst in Nürnberg sowie in der Begleitausstellung zur Documenta XII „Vision | Audition“ in der Kasseler Martinskirche zu sehen.

Denjenigen, die das Werk von Julia Oschatz schon länger verfolgen, mag das von ihr geschaffene Wesen – ein hybrides Geschöpf zwischen Mensch und Tier – inzwischen vorkommen wir ein alter Bekannter, den man immer wieder auf seinen vielen Reisen begleitet hat und sich eingeladen oder auch schmerzlich gezwungen fand, die jeweiligen Eskapaden und Selbstversuche mit ihm zu teilen.

Das Wesen bewegt sich bei seinen Ausflügen auf scheinbar bekanntem Terrain. Landschaftsbilder, ob heimatliche Wälder und Wiesen oder arktische Eislandschaften, sind medial angeeignetes Allgemeingut und es bedarf oft nur beiläufig eingesetzter Charakteristika, um eine Landschaft als diejenige aus den Gemälden Caspar David Friedrichs erkennbar werden zu lassen. Das Wesen scheint sich der Willkürlichkeit der Bildtopoi in die es im Laufe seiner Reisen gerät, durchaus bewusst zu sein. Wie es in einen Bildrahmen fällt, fällt es aus diesem auch schon wieder heraus, um sich direkt am nächsten felsigen Abgrund wieder zu finden, den es dann ebenfalls sogleich hinunterstürzt. Julia Oschatz’ Wesen entwickelt sich zum Anti-Helden, der uns, aber ebenso sich selbst, immer aufs Neue selbstironisch daran zu erinnern scheint, dass, um tradierten Vorstellungen zu entkommen, oft ein langwieriger und bisweilen schmerzhafter Weg zurückgelegt werden muss.

Julia Oschatz entwickelt in ihren Arbeiten - ob Video oder Malerei - keine narrativen Strukturen; ihre Malerei bleibt oft schemenhaft, die Farbwahl ist unspezifisch gedeckt, die Techniken werden je nach Bedarf gemischt. Auch die Charakterisierung von Video als „bewegtes Bild“ nimmt die Künstlerin wörtlich: Wie die Malerei bleiben auch die kurzen Videoanimationen dem zweidimensionalen verhaftet, wie in den Gemälden geht es auch in den bewegten Bildern nur darum einen flüchtigen Moment unter vielen möglichen festzuhalten, ohne sich zu sehr auf das Einzelbild zu fokussieren. Die Erzählung, die sich auch in den Videos meist auf eine slapstickhafte Pointe beschränkt, entwickelt sich daher höchstens in der Bildstrecke, in der Betrachtung einer Vielzahl von Einzelbildern in Folge. Die Petersburger Hängung und die Kombination von Malerei und Monitor auf ein und derselben Wand sind daher nur die logische Konsequenz aus dem Beschluss der Künstlerin, die Wahrheit nicht in der Einzelarbeit sondern im Werkkontext zu suchen. Gleichzeitig wird der Betrachter durch raumgreifende Installationen, zumeist Höhlenlandschaften aus Karton, in denen Videoarbeiten gezeigt werden, eingeladen, den Bilderkosmos zu betreten und sich gemeinsam mit dem Wesen auf seine eigene Reise zu begeben.

Auch in der Ausstellung „Hermitage Heritage“ wird Julia Oschatz die Galerieräume in einen Erlebnisraum verwandeln, von dem aus das Wesen in Malerei, Installation und Videoarbeiten in neue Welten aufbrechen wird. In einer Höhlenlandschaft aus Karton werden im Videospace die 8 videoloops aus der Arbeit „NOTATALL“ präsentiert. Im Galerieraum werden neue Malereien sowie eine Videoprojektion zu sehen sein.

Tasja Langenbach  ...mehr
JULIA OSCHATZ - HERMITAGE HERITAGE
vom 17.06.2007 bis zum 23.10.2007
Teilnehmende Künstler:
Yves Netzhammer
Die Subjektivierung der Wiederholung, Projekt B / The subjectivisation of repetition, Project B, 2007 ...mehr
YVES NETZHAMMER - VISION | AUDITION (Evangelistic support programme of documenta 12) - Kassel, Karlskirche
vom 31.05.2007 bis zum 02.06.2007
vom 11.05.2007 bis zum 16.06.2007
Teilnehmende Künstler:
Yves NetzhammerJulia OschatzEva TeppePatrycja GermanYoungho LeeMikio Saito
Seit 1999 hat die Galerie Anita Beckers einen besonderen Fokus ihrer Galerietätigkeit auf die Vermittlung von Videokunst als zentrales künstlerisches Ausdrucksmedium der Gegenwart gelegt. Karrieren von Künstlern wie Bjørn Melhus und Yves Netzhammer wurden von Beginn an begleitet und gefördert; heute vertritt die Galerie eine Vielzahl international renommierter Videokünstler aus aller Welt und gibt auch jungen Video- und Performancekünstler immer wieder die Möglichkeit, ihre Abreiten auszustellen und zu präsentieren.

Die Ausstellung „To be continued…Was macht Video anders?“ soll als weitere Plattform das breite Spektrum aktueller Videopositionen beleuchten und der Auseinandersetzung mit diesem Medium zum wiederholten Male eine Forum bieten. Sowohl in den Räumen der Galerie als auch im Projektraum SATELLIT werden wir neue Arbeiten von Videokünstlern der Galerie gemeinsam mit jungen interessanten Positionen der internationalen Videokunst präsentieren. Im Projektraum werden einzelne Programme zu Themenfeldern wie „Köper und Identität“, „Erinnerung“, „Raum und Zeit“ und „Trans-Video“ zu sehen sein. In der Galerie werden Arbeiten von jeweils zwei Künstlern paarweise gegenübergestellt sowie eine Auswahl weiterer Arbeiten in Screenings präsentiert.


Wir zeigen Arbeiten folgender Künstler:

Victor Alimpiev • Grimanesa Amoros • Markus Bertuch • Robert Boyd • Kathryn Cornelius • Shahram Entekhabi • Arturo Fuentes • Christine de la Garenne • Patrycja German • Annette Gödde • Sofia Hultén • Sigalit Landau • Clare Langan • João Leonardo • Jenny Marketou • Bjørn Melhus • Aurelia Mihai • Yves Netzhammer • Uriel Orlow • Julia Oschatz • Nira Pereg • Reynold Reynolds • Mikio Saito & Youngho Lee • Amparo Sard • Martin Sastre • Corine Stübi • Eva Teppe • Charlotte Thiis-Ebensen • Richard Turner Walker • Paul Wiersbinski


Neben der Ausstellungstätigkeit war die inhaltliche Auseinandersetzung mit den rechtlichen und kuratorischen Fragestellungen in Handel und Präsentation von Videokunst immer ein besonderes Anliegen der Galerie.
Begleitend zur Ausstellung wird daher eine Vortragsreihe in der Galerie stattfinden, mit der wir zentrale Fragestellungen in Bezug auf die Präsentation und Produktion von Videokunst mit Künstlern, Kuratoren und Leitern unterschiedlicher Einrichtungen diskutieren wollen.
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vom 10.05.2007 bis zum 16.06.2007
Teilnehmende Künstler:
Yves NetzhammerShahram EntekhabiChristine de la GarenneSigalit LandauJulia OschatzEva TeppeYoungho LeeMikio Saito
Eröffnung: 10.05., 19.30h in der Galerie

Seit 1999 hat die Galerie Anita Beckers einen besonderen Fokus ihrer Galerietätigkeit auf die Vermittlung von Videokunst als zentrales künstlerisches Ausdrucksmedium der Gegenwart gelegt. Karrieren von Künstlern wie Bjørn Melhus und Yves Netzhammer wurden von Beginn an begleitet und gefördert; heute vertritt die Galerie eine Vielzahl international renommierter Videokünstler aus aller Welt und gibt auch jungen Video- und Performancekünstler immer wieder die Möglichkeit, ihre Abreiten auszustellen und zu präsentieren.

Die Ausstellung „To be continued…Was macht Video anders?“ soll als weitere Plattform das breite Spektrum aktueller Videopositionen beleuchten und der Auseinandersetzung mit diesem Medium zum wiederholten Male eine Forum bieten. Sowohl in den Räumen der Galerie als auch im Projektraum SATELLIT werden wir neue Arbeiten von Videokünstlern der Galerie gemeinsam mit jungen interessanten Positionen der internationalen Videokunst präsentieren. Im Projektraum werden einzelne Programme zu Themenfeldern wie „Köper und Identität“, „Erinnerung“, „Raum und Zeit“ und „Trans-Video“ zu sehen sein. In der Galerie werden Arbeiten von jeweils zwei Künstlern paarweise gegenübergestellt sowie eine Auswahl weiterer Arbeiten in Screenings präsentiert.


Wir zeigen Arbeiten folgender Künstler:

Victor Alimpiev • Grimanesa Amoros • Markus Bertuch • Robert Boyd • Kathryn Cornelius • Shahram Entekhabi • Arturo Fuentes • Christine de la Garenne • Patrycja German • Annette Gödde • Sofia Hultén • Sigalit Landau • Clare Langan • João Leonardo • Jenny Marketou • Bjørn Melhus • Aurelia Mihai • Yves Netzhammer • Uriel Orlow • Julia Oschatz • Nira Pereg • Reynold Reynolds • Mikio Saito & Youngho Lee • Amparo Sard • Martin Sastre • Corine Stübi • Eva Teppe • Charlotte Thiis-Ebensen • Richard Turner Walker • Paul Wiersbinski


Neben der Ausstellungstätigkeit war die inhaltliche Auseinandersetzung mit den rechtlichen und kuratorischen Fragestellungen in Handel und Präsentation von Videokunst immer ein besonderes Anliegen der Galerie.
Begleitend zur Ausstellung wird daher eine Vortragsreihe in der Galerie stattfinden, mit der wir zentrale Fragestellungen in Bezug auf die Präsentation und Produktion von Videokunst mit Künstlern, Kuratoren und Leitern unterschiedlicher Einrichtungen diskutieren wollen.  ...mehr
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vom 19.04.2007 bis zum 22.04.2007
Teilnehmende Künstler:
Anton CorbijnYves NetzhammerSonja BraasBjörn MelhusNathalie GrenzhaeuserChristine de la GarenneSigalit LandauJulia OschatzNikki S. LeePatrycja GermanAurelia Mihai Youngho LeeMikio Saito
19. bis 22. April 2007
Do - Sa 13 bis 21 Uhr
So 11 bis 19 Uhr

Messe Düsseldorf, Halle 8 Stand 13
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dc - Düsseldorf Contemporary
vom 15.03.2007 bis zum 00.00.0000
Teilnehmende Künstler:
Nathalie GrenzhaeuserSéverine Hubard
(Pressetext)
Die Ausstellung „Von Welten und Werken“ der Künstlerinnen Nathalie Grenzhaeuser (geb. 1969, Stuttgart) und Séverine Hubard (geb. 1977, Lille) vereint zwei zeitgenössische Positionen, die sich in unterschiedlichen Medien mit Land- und Stadtraum auseinandersetzen.

Die Fotografin Nathalie Grenzhaeuser zeigt die neue Serie „Die Konstruktion der Stillen Welt“, entstanden während einer zweimonatigen Reise auf dem arktischen Inselarchipel Spitzbergen, während sich die Bildhauerin Séverine Hubard mit einer vor Ort erarbeiteten Installation dialogisch auf den Ausstellungsraum und die Fotografien Grenzhaeusers bezieht.

Die Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser setzt sich mit der Wahrnehmung von Landschaftsräumen auseinander. Wüsten, menschenleere Industrielandschaften, verwaiste Stadt- und Landräume sind immer wiederkehrende Sujets, in denen die Künstlerin das Verhältnis von Mensch und Natur auszuloten sucht. Die „Leere“ und scheinbare Kargheit dieser Landschaften, die einem Dialog zwischen Assoziation und Erinnerung Raum geben, sind wesentlich für die Arbeit Grenzhauesers.

Das Ausgangsmaterial für ihre Fotografien findet die Künstlerin auf Reisen. Meist fotografiert Grenzhaeuser Orte, die aufgrund ihrer prägnanten Gestalt und Geschichte bekannt sind und durch ihre Beschaffenheit an Film– oder Bühnenkulissen erinnern und durch ihre Geschichte symbolisch aufgeladen sind. Oftmals sind dies sehr fragile Landschaftsräume (Arktis), die sich kulturgeschichtlich im Wandel befinden.

Wenn auch sehr realistisch anmutend, vermitteln die Fotografien kein dokumentarisches Bild. Die Arbeiten entstehen vielmehr in einem Prozess, welcher der Arbeitsweise eines Malers verwandt ist; ausgehend von verschiedenen fotografischen Skizzen werden einzelne Momente und Bildteile einer Landschaft mittels digitaler Bearbeitung miteinander verwoben und teilweise frei erfunden. In vielen Arbeitsschritten transformiert sich so der „Ursprungsort“; es entsteht ein neuer Ort von besonderer Qualität. Grenzhaeusers Fotografien zeigen eine Welt, die der realen zwar verwandt ist, aber wie eine Traum- oder Parallelwelt erscheint.

Die neue Serie „Die Konstruktion der Stillen Welt“ thematisiert den arktischen Landschaftsraum. Die Arbeit nimmt Bezug auf die Geschichte des Kohlebergbaues, die Veränderung des arktischen Landschaftsraumes sowie seiner kulturgeschichtlichen und emotionalen Bedeutung.

Die Bildhauerin Séverine Hubard ist durch raumgreifende Installationen und Interventionen in Ausstellungs- und Stadtraum bekannt geworden. Die Künstlerin setzt sich in ihren modellhaften, futuristisch anmutenden Miniaturstädten mit vorhandener Architektur auseinander und bezieht sich auf den sie umgebenden Stadtraum. Die Künstlerin thematisiert in ihren Arbeiten die künstliche Transformation der Welt durch die (baulichen) Eingriffe des Menschen in die Natur, die schwerlich aufzuhalten, noch reversibel sind.

Der von Séverine Hubard konstruierte Stadt- und Landschaftsraum ist nicht für den Menschen geschaffen; die glatten weißen Oberflächen gewähren keinen Einlass. Natürlichen Lebensformen bietet Hubards Modulwelt keinen „Lebensraum“. Die hybriden Konstruktionen Hubards erscheinen durch ihre geometrische, modulartige Silhouette gleichsam ästhetisch, tragen jedoch die Replikation in sich: die „Gefahr“, im Ausstellungsraum zügellos zu wuchern und diesen zu übernehmen.

Hubard benutzt für ihre Installationen ausrangierte Türen und Fenster, verwendet Möbelfronten, Regalbretter, Holzplatten und Leisten, die sie dann in präzise konstruierten Modulen zu Miniaturstädten zusammenfügt. Durch die geometrische Anordnung der unterschiedlichen Elemente entsteht eine Spannung zwischen Ordnung und explosivem Chaos, Zerstörung und Konstruktion. Die Künstlerin integriert Fundstücke der Alltagswelt, nichtkünstlerische Materialien in ihre Arbeiten, die gleichsam chaotisch und mathematisch berechnet wirken und an dadaistische Werke, beispielsweise an Schwitters „Merzbau“, erinnern.

In der Ausstellung „Von Welten und Werken“ entwickelt die Künstlerin in situ eine Installation, die sich mit der Veränderung des Ausstellungsraumes auseinandersetzt und dadurch mit den Fotografien Nathalie Grenzhaeusers interagiert. ...mehr
NATHALIE GRENZHAEUSER & SÉVERINE HUBARD - VON WELTEN UND WERKEN
vom 08.02.2007 bis zum 31.03.2007

Die koreanische Künstlerin Youngho Lee und der japanische Künstler Mikio Saito, die schon seit einiger Zeit als Künstlerduo zusammenarbeiten, zeigen in ihrer ersten Einzelausstellung in unserem Projektraum SATELLIT Wandzeichnungen, Zeichnungen, Fotografie und Video-animationen.
Beide Künstler studieren noch an der Frankfurter Städelschule, Youngho Lee bei Simon Starling Mikio Saito bei Mark Lecky.

Die Ausstellung "Pencil of Nature" zitiert den Titel des ersten Fotobuchs von Henry Fox Tal-bot. Wörtlich genommen, nutzte er die Strahlen der Sonne, um seine "Fotografie" zu zeich-nen. Saito und Lee verkehren diesen Ansatz Talbots gleichsam ins Negativ:
"If we imagine that our drawings are photography, they were taken in the dark and were drawn as a reality from our mind. They are personal remapped geography, transformed memory and architecture. And they are growing larger to be in ordinary life. If we believe strongly in something, there will emerge a fantasy figure in the dark (...)." [Saito & Lee]

Das alte Spiel des Zeichentricks, dass Dinge sich ständig in andere verwandeln, Kaputtes wieder heil, Tote wieder lebendig werden können, wird bei Saito zu einem selbstrefentiellen Spiel weitergetrieben, das sich ständig wiederholt. [Ludwig Seyfarth]

SATELLIT
Römerberg (zwischen Kunstverein und Schirn / oberhalb des Eingangs zum Kunstverein) ...mehr
vom 17.11.2006 bis zum 07.01.2006

In Zusammenarbeit mit der Galerie Senda aus Barcelona zeigen wir im Projektraum SATELLIT Collagen und Zeichnungen des katalanischen Künstlers GINO RUBERT.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat Gino Rubert eine ihm eigene Bildsprache entwickelt, in der er Zeichnung, Malerei und fotografische Elemente in Collagen verbindet. In surrealistischer Manier entstehen symbolhafte, beunruhigende Erzählungen über die Rolle der Geschlechter und den alltäglichen Kampf um Grenzziehungen im privaten Raum. Ruberts Arbeiten fordern den Betrachter zum Blickwechsel und damit zur Teilhabe an ihren intimen Rollenspielen auf; dieser findet sich in der Rolle des Beobachters und Beobachteten zugleich gefangen.
Formale Aspekte, wie das Zitat eines Spiegels in der ovalen Bildform und die theatralische Inszenierung seiner Bildräume unterstreichen diesen Aspekt des voyeuristischen Sehens.

Gino Rubert (geb. 1969 in Mexiko) lebt und arbeitet in Barcelona, wo er an verschiedenen Kunstschulen unterrichtet. Seine Arbeiten waren bisher in zahlreichen Ausstellungen, so u.a. im Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid; Centro de Cultura Contemporanea, Barcelona; Akioshiday Art Village, Japan sowie internationalen Galerien und Messen zu sehen.

Galerie Anita Beckers
Frankenallee 74
D-60327 Frankfurt
tel +49-(0)69-73900967
fax +49-(0)69-73900968 ...mehr
PROJECT SPACE \
vom 10.11.2006 bis zum 12.11.2006

Preview 09.11.2006
Halle: Orange, Stand # 12

Wir zeigen folgende Künstler:
Sonja Braas
Flavia Da Rin
Nikki S. Lee
Yves Netzhammer
Simon Pasieka
Julia Oschatz
Anila Rubiku
Miron Schmückle
Sissi

Special Show:

Present Future
Sigalit Landau

Auf der von dem Sammler und Softwar-Entwickler Ivo Wessel neu entwickelten Software ”VideoArtBar” zur Präsentation undArchivierung von one-chanel-Videoarbeiten zeigen wir Arbeiten unserer Videokünstler

Diese Software ermöglicht eine einfache Vorführung wie Archivierung von Videokunst für Sammler, Künstler, Museen, Galeristen und Kuratoren und stellt einen weiteren Baustein unseres Engagements zur Erarbeitung von Standards für den Umgang mit Videokunst dar. ...mehr
vom 09.09.2006 bis zum 11.11.2006

Zum Saisonstart zeigen wir in unserem Projektraum SATELLIT (am Römerberg, zwischen Schirn und Kunstverein) Arbeiten des Labels COLLENBERG/PONICANOVA in der Ausstellung “Kleiderprojekte”.

“Ausgehend von grundlegenden Themen des Daseins und deren Manifestationen im Alltag, versuchen wir mir unseren Kleidungsstücken über diese Erscheinungs- und Umgangsformen zu reflektieren.” (Collenberg/Ponicanova)

Betrachtet man die Arbeiten des Labels COLLENBERG/PONICANOVA glaubt man sich zunächst einem Stück Mode gegenüber. Man muss jedoch bald erkennen, dass diese Kleidungsstücke sich keinem Diktat unterwerfen wollen. Die Kreationen der beiden in der Schweiz lebenden Designerinnen, die seit 2000 gemeinsam “Tragbares” entwerfen, scheinen ihre eigene Geschichte - in sich eingewoben - zu erzählen. Auf den Leib geschneidert werden hier nicht einfach Bekleidungen, sondern Ideen und Konzepte, die sich am jeweiligen Körper entfalten.
Jeder Stoff, den die Designerinnen oft eigens herstellen lassen oder im Falle industriell gefertigter Stoffe - nach ihren Vorstellungen verändern, und jedes Muster trägt seine eigene Referenz mit sich. Collenberg/Ponicanova spielen mit diesen Referenzen, verflechten sie mit ihrem eigenen Konzept und lassen dabei doch Spielraum für eine subjektive Umdeutung durch jeden neuen Träger. Körper und Textil gehen in ihren Kleidungsstücken eine Symbiose ein und kommentieren dabei ihre Umwelt ebenso wie sie ihre eigene Zeichenhaftigkeit hervorheben.
Ponicanova und Collenberg beschränken sich jedoch nicht auf ihre Zusammenarbeit. Ihre über die Mode hinausweisende Arbeitsweise führt Zuzana Ponicanova immer wieder zu interdisziplinären Kooperationen im Bereich von Kunst und Theater. Dokumentationen gemeinsamer Projekte mit Yves Netzhammer, dessen Einzelausstellung “Die ungenauen Körper” wir zeitgleich in unserer Galerie zeigen, werden daher ebenfalls in der Ausstellung “Kleiderprojekte” zu sehen sein.

Tasja Langenbach

KLEIDUNGSSTÜCKE WERDEN ZUM VERKAUF ANGEBOTEN! ...mehr
COLLENBERG/PONICANOVA - “Kleiderprojekte”
vom 08.09.2006 bis zum 11.11.2006
Teilnehmende Künstler:
Yves Netzhammer
In unserer Einzelausstellung „Die ungenauen Körper“ mit dem Schweizer Künstler YVES NETZHAMMER zeigen wir eine neue Videoinstallation sowie großformatige, zeichnerische Arbeiten, die – in neuer Art und Weise – auf Holzverbundplatten gemalt und freistehend im Raum angeordnet werden.
Nachdem 2005 die Kunsthalle Bremen Yves Netzhammer eine groß angelegte Einzelausstellung widmete, waren seine Arbeiten in diesem Jahr in Einzelausstellungen im Museum Rietberg in Zürich und in der Kunstmuseum Solothurn zu sehen. 2007 wird Netzhammer mit seinen Arbeiten im Rahmen der Documenta 12 in der Karlskirche in Kassel vertreten sein.

Über den Lauf der Jahre hat Yves Netzhammer ein vielfältiges interdisziplinär orientiertes Werk entwickelt, das zeichnerische, skulpturale und computeranimierte Elemente in sich vereint. Bei der Betrachtung seiner Arbeiten findet man sich einem komplex angeordneten Parallelkörper gegenüber, der sich in dialogischer Weise auf Wahrnehmungsmuster bezieht. Die inhaltlichen Bezüge spannen sich von der Psychologie des Unbewussten über Gestaltpsychologie, Architektur, Biologie und ethnologische Modelle bis hin zu kunstgeschichtlichen Verweisen.
Jedes Material in den Arbeiten Netzhammers, ob Körper oder Objekt, ist in einer ständigen Selbstbefragung begriffen und sucht nach einer entsprechenden, labilen Darstellungsweise. Nichts bleibt, was es zu sein scheint, bestätigt geglaubte Werte werden mit ihrem Gegenteil konfrontiert. Der Körper in seiner Funktion als Bewegungsapparat, insbesondere auch die ihn schützende Haut als Schnittstelle zwischen Innen- und Außenwelt bleiben dabei Ausgangspunkt und zentraler Moment in den narrativen Gefügen Yves Netzhammers: Verletzungen und Verschmelzungen prägen sich in diese ein, Verästelungen entwachsen ihr und werden zum kommunikativen Mittler zwischen den Protagonisten und ihrer Umwelt. Jede Berührung bedeutet Anpassung und Identifizierung und so ist jedes Bild in den Arbeiten Netzhammers eine Reaktion auf eine äußerliche Erfahrung. Die digitalen Landschaften verwandeln sich in poetisch dichte Felder, die mentale Zustände in einer symbolischen Bild- und Zeichensprache fassen. Die kühle, perfektionistisch anmutende Ästhetik der Computeranimation erzeugt gleichzeitig einen die Bilderzählung unterstützenden Spannungsmoment zwischen distanzierender digitaler Künstlichkeit und intim beleuchteter Modellwelt. Netzhammers Arbeiten sind damit auch immer der Versuch einer Darstellung eines gegenwärtigen Lebensgefühl: Ein Zwischenfeld von flüchtigen Werten und gewünschten Festigkeiten.
Die Evidenz der Materialität, ob in seinen Video- oder in seinen grafischen Arbeiten, spiegelt sich besonders auch in den installativen Umsetzungen, die das zweidimensionale Bild in eine modellhafte dreidimensionale Anordnung übertragen. Die in der computergenerierten Welt realisierte Stofflichkeit wird dort haptisch und optisch in kleinsten Details erfahrbar gemacht. Als fruchtbar erweist sich hier die Zusammenarbeit mit der Textildesignerin Zuzana Ponicanova, deren Arbeiten unter dem Label Collenberg/Ponicanova in unserem Projektraum SATELLIT zu sehen sind. Die Zusammenarbeit zwischen Netzhammer und Ponicanova im Kunst- und Theaterkontext wird hier ebenfalls dokumentiert. ...mehr
YVES NETZHAMMER - Die ungenauen Körper
vom 13.07.2006 bis zum 02.09.2006
Teilnehmende Künstler:
Simon Pasieka
In der Ausstellung “BYBY” zeigen wir neue Tuschezeichnungen sowie Ölmalerei des Künstlers SIMON PASIEKA.

Ein nacktes Mädchen liegt auf einen Rasen gebettet; ein Hügel aus Sand scheint ihr gleichsam aus den Rippen zu wachsen, ihr Kopf ist umhüllt von einer Glaskugel. Scheinbar dieser voyeuristischen Situation ausgeliefert, wendet sich ihr Blick doch vertrauensvoll einem Vorhang aus weißem Tuch zu, hinter dem drei Personen Schattentänze vollführen. Ein mystischer Lichtschein fällt auf beiden Seiten des Tuches auf das die Szenerie umgebende Gestrüpp und lässt einen Wald erahnen.

Die Jugendlichen, die sich in Simon Pasiekas Bildwelten in unterschiedlichsten Naturszenarien vereinen, scheinen sich für einen Moment loszusagen von den zivilisatorischen Zwängen, die ihren Alltag prägen. Häufig dargestellt in ursprünglicher Nacktheit finden sie sich zusammen, um ihre kleinen Ritualen zu praktizieren und vertrauen - so scheint es - darauf, damit einen Weg aus der kindlichen Sinnkrise zu finden.
Bezüge zum Mensch-Natur-Verhältnis der Romatik scheinen offensichtlich; in den Arbeiten Simon Pasiekas bleibt die Natur aber, im Gegensatz zur romantischen Naturbeschwörung, nur Hintergrund in einem Spiel, dessen Verlauf die jugendlichen Protagonisten selbst bestimmen. Die von ihnen verwendeten Gegenstände wie Glas und Spiegel bleiben entsprechend nicht nur metaphorisches Beiwerk, sondern fungieren als Werkzeuge in diesem Spiel der Fragmentierung und Neufindung des kindlichen Selbst; einem Spiel, das - im Laufe der Betrachtung - auch unerwartet bedrohliche Züge annehmen kann. In ihrem mystischen Gebaren scheinen die Jugendlichen nicht zuletzt auch sich selbst zu huldigen. ...mehr
SIMON PASIEKA  - Byby
vom 13.07.2006 bis zum 02.09.2006


SIMON PASIEKA “Byby”

VICTOR ALIMPIEV “Der Wind bläst nicht am Parkett”


und möchten Sie hierzu herzlich einladen.
Videospace
Im Videospace der Galerie sowie in unserem Projektraum SATELLIT zeigen wir Videoarbeiten des russischen Künstlers VICTOR ALIMPIEV in der Ausstellung “Der Wind bäst nicht am Parkett”.

In VICTOR ALIMPIEVS Videoarbeiten verbinden sich Elemente aus unterschiedlichen künstlerischen Gattungen wie Malerei, Theater, Tanz und Musik im bewegten Bild. Das menschliche "Material", das selten als Individuum, sondern meist als Gruppe von Menschen in Alimpievs Arbeiten auftritt, wird als formbare “Masse” zur lebenden Skulptur, die sich zum sie umgebenden Raum verhält. Die Bewegung der Masse im Raum ist bestimmt durch die Wiederholung monotoner Gesten, deren Funktion bekannt scheint, die jedoch der Dramaturgie des bewegten Bildes untergeordnet und aus ihrem Kontext gelöst werden.

“Wichtig ist, dass die Unbeweglichkeit der Skulptur eine angespannte Unbeweglichkeit ist; der “ewige Augenblick” der Skulptur hat etwas leicht Ausgedehntes, wie Erzittern. Zum Beispiel - das lyrische Erzittern, Erzittern vor Unbehagen.” (Alimpiev)

Der Ton, ob in Form von Musik oder gesprochenem Wort, hat entscheidende Bedeutung für die Rhythmisierung dieser "angespannten Unbeweglichkeit". So scheint in der Arbeit “Nachtigallchen” (2005) die Menschenmenge in ihrer Gestik lautlosen Regieanweisungen zu folgen und sich dadurch dem Sog der im Hintergrund ertönenden Mahlerschen Symphonie zu entziehen.

In “Wie heißt dieser Platz” (2006) ist es die Sprache, vorgetragen in monotonem Sprechgesang, und die Bedeutung des Wortes, die eine Gruppe von 15 Personen im Raum als skulpturales Element formt und verortet. Die Einkreisung der Gruppe durch die Kameras und das Festfrieren einzelner Gesten in der Nahaufnahme wird hier ein Grad an Veschmelzung von Körper und Sprache erreicht, der durch den Verlust an Gleichzeitigkeit dem Theater versagt bleibt.

Auch in “Wetterleuchten” (2004) gehen Bild und Bewegung eine Symbiose ein. Schulkinder trommeln mit den Fingern auf ihre Schulbänke oder legen, ohne dass die Motivation offensichtlich würde, die geöffneten Handflächen nach oben auf den Tisch, um kurze Zeit später mit dem Trommeln fortzufahren. Der bedrohliche Klang des Trommelns wird unterbrochen durch die hilflose Geste der geöffneten Kinderhände, so dass die kindliche Handlung eine direkte Übersetzung der in unregelmäßigen Abständen eingeblendeten Naturaufnahmen eines Wetterleuchtens zu sein scheint.

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Zum Saisonstart der Frankfurter Galerien eröffnen wir am 8. September 2006 eine Ausstellung von YVES NETZHAMMER. Wir zeigen neue Videoarbeiten- und installationen des Künstlers.

In unserem Projektraum SATELLIT zeigen wir ab 9. September 2006 eine Ausstellung des Modelabels PONICANOVA / COLLENBERG. ...mehr
VICTOR ALIMPIEV - Der Wind bäst nicht am Parkett
vom 11.05.2006 bis zum 06.07.2006
Teilnehmende Künstler:
Sonja Braas
In der Ausstellung “The Quiet of Dissolution” zeigen wir zum ersten Mal die neue Serie fotografischer Arbeiten von SONJA BRAAS.
Der Begriff der Naturkatastrophe definiert sich erst durch menschliche Existenz. Zerstörende Kräfte in der Natur sind essentiell für deren Entwicklung, nur wenn ein Naturereignis zur Zerstörung von menschlichem Leben und Lebensraum führt, wird es zur Naturkatastrophe bzw. zur Kulturkatastrophe. Die Interpretation von Naturkatastrophen hat sich mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technologie geändert und Wissenschaft, Technologie und Philosophie haben sich durch Naturkatastrophen entwickelt. Sahen 1675 Priester noch den Jüngsten Tag gekommen nach einem Erdbeben in Christiania, formulierte Kant schon 1755 nach dem Lissabonerdbeben eine Theorie über die Entstehung von Erdbeben, einer der ersten systematischen Versuche, diese auf natürliche Ursachen zurückzuführen. Die Grundlage für Geografie und Seismologie wurde gelegt, religiöse Überzeugungen wie die der Theodizee hinterfragt und philosophische Richtungen wie die der Aufklärung beeinflusst. Laut Adorno transformierte das Lissabonerdbeben die europäische Kultur und Philosophie. Auch weiterhin haben Naturkatastrophen kulturelle und politische Konsequenzen, können, wie bei der Flut in Ostdeutschland durch Solidarisierung mit den Opfern zur Schaffung einer nationalen Identität führen, oder wie nach Hurrikan Katherina in New Orleans, soziale Mißstände verstärken und aufzeigen.
Im Mittelpunkt des generellen Interesses an Natur steht die Steigerung der Effizienz in deren Nutzung und Kontrollierbarkeit. Dabei führt das wachsende Maß an Einflussnahme durch den Menschen immer mehr zum Gegenteil, dem teilweisen oder völligen Verlust der Kontrolle, bis hin zur anthropogenen Katastrophe, der Umweltkatastrophe. Dadurch werden Zusammenhänge komplexer, es gibt eine direkte Korrelation zwischen Kultur und Natur. Längst sind dabei die Grenzen zwischen Natur und Umweltkatastrophen fließend, Dürre, Fluten und Stürme sind keine neuen Phänomene, nur deren Ausprägung hat sich verändert. Diese Symptome üben eine Faszination aus, die proportional ist zu dem angerichteten Schaden, und bezeichnend ist für die Weise, in der wir Natur, uns und die Rolle der Wissenschaft wahrnehmen, darüber, was uns sowohl in den Bann zieht als auch beängstigt. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Verhältnis zwischen Naturkatastrophen und den der Definition von Gesellschaft dienenden Grenzen, Limitationen oder Kategorien: Definition und Trennung des Normalen vom Anormalen, Essbaren vom Ungenießbaren, Sauberen vom Schmutzigen. Wir sind abwechselnd fasziniert und verschreckt vom Zusammenbruch eines Teiles dieser Regeln und der von diesen suggerierten Sicherheit und Struktur, sowie der Möglichkeit des Kontaktes mit dem "Anderen", mit dem, was außerhalb unserer geregelten Welt ist, bedrohlich und sich unserer Kontrolle entziehend. Kultur wird in vielen Weisen zum Symbol der Kontrolle über Natur - Natur wird das Andere, vor dem Gesellschaft, Wissenschaft und Technologie uns schützen sollen.
Der Übergang von der Wahrnehmung der Natur als sublimer Kraft zur gefürchteten, weil zerstörenden ist subjektiv und abhängig, davon, ob die Erfahrung freiwillig und temporär ist, wie bei Katastrophentouristen oder Fernsehzuschauern oder aber erzwungen und zeitlich und in ihrer Konsequenz unabsehbar, wie bei den Opfern solcher Katastrophen. Obwohl zumindest indirekt beteiligt empfindet sich der Mensch, wenn nicht direkt betroffen, als losgelöster Zuschauer, der sich voller Faszination dem schönen Schauder hingeben kann, den zum Beispiel die wiederholte Betrachtung einer scheinbar alles verschluckenden Welle verursacht. Medien bedienen diese große Faszination für Beben, Feuer, Fluten und Stürme. Naturkatastrophen und ihre Konsequenzen für den Menschen werden in Filmen und Fernsehen zur Unterhaltung, wobei die den Medien inhärente Suggestion von Omnipräsenz nach authentischer bildlicher Darstellung der Katastrophe verlangt, nach deren Bezeugung. Da dies jedoch oft unmöglich ist, wird die aus der Abwesenheit resultierende fehlende Authentizität suggeriert durch sich wiederholende Präsentation von Amateurvideos oder, wie oft bei Erdbeben, von stark verwackelten Filmen von Überwachungskameras. Die so entstandenen Bilder dienen nicht wirklich der Information, dafür sind sie zeitlich und örtlich zu limitiert, sondern erzeugen Emotionen, von voyeuristischem Horror bis zur starken Solidarität mit den Opfern. Die von Naturkatastrophen verursachten Szenen des menschlichen Leidens, des Todes und der Zerstörung, sind vom größerem Interesse als Bilder von Kriegen oder anderen Menschen gemachten Desastern. Die Naturkatastrophe ermöglicht dramatische Szenen des menschlichen Mutes gegen den Hintergrund der plötzlichen und verhängnisvollen Zerstörung durch Erdbeben, Tornados und Fluten, die Bestätigung des letztendlichen Sieges des Menschen über die Natur, der Kultur über das Chaos. Ebenso schnell und intensiv, wie die Berichterstattung beginnt, endet sie auch bis zum nächsten Mal.
Mit der auf Gleichsetzung von Kultur und Ordnung sowie Natur und Chaos basierenden Ambivalenz im Verständnis und in der Wahrnehmung von Natur in der verdichteten Form der Naturkatastrophe befasst sich die Arbeit The Quiet of Dissolution. Trotz der komplexeren Definitionen von Grenzen zwischen Kultur und Natur, durch die sich verstärkenden menschlichen Einflüsse auf Natur und anthropogenen Ursachen von Naturkatastrophen, gibt es eine große Faszination dafür, was bedrohlich erscheint und außerhalb unserer Kontrolle. Es findet eine irrationale Überhöhung der Natur statt, sie wird mystifiziert, zum Wesen, das wütet, sich rächt, zurückschlägt, zum Gegner, der in die Schranken gewiesen werden muss. Wenn die direkte Gefahr vorüber ist folgt dem meistens ein ebenso irrationales Verdrängen, ein fast vollkommenes Ignorieren des Vorhandenseins einer Natur und möglicher Risiken, wenn das Ziel ist, alles wieder so herzustellen, wie es vorher war, als wäre nichts passiert und könnte auch nie wieder etwas passieren, da Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft es nicht zulassen werden. Diese Ambivalenz zeigt sich in The Quiet of Dissolution, in Form ikonografischer, überhöhender Bilder von Katastrophen, eingefrorener Momente des Unvorhersehbaren, des Plötzlichen und Überwältigenden. Großformatige Fotografien von Modellen suggerieren Authentizität, um sie gleichzeitig durch die bildliche Ordnung und Kontrolle des Chaos zu hinterfragen, Mystifizierung wird nachvollzogen und gebrochen. ...mehr
Sonja Braas  “The Quiet of Dissolution”
vom 11.05.2006 bis zum 06.07.2006



Videospace
Mit der Videoinstallation “Omertá” war EVA TEPPE bereits in unserer Ausstellung “Portraits the view behind the make-up” vertreten. In ihrer ersten Einzelausstellung “The Human Fly” in unserer Galerie zeigen wir nun zwei neue Videoarbeiten der Künstlerin.

Eva Teppe entfremdet in diesen Arbeiten, wie auch schon in früheren Werken, gefundenes filmisches Material, isoliert es aus seiner ursprünglichen Handlung und führt die Bilder dadurch auf eine neue Bedeutungsebene. Beide Arbeiten, “The Human Fly” (2006) und “Half Awake Half Asleep” (2006), greifen auf Videodokumentationen der offiziell verbotenen Sprünge sogenannter “Base Jumper” zurück. Der Moment des Irrationalen, der sich dem Betrachter normalerweise in der Aktion des Sprungs selbst offenbart, wird durch die Bearbeitung der Videos und deren Präsentation in extremer slow motion aufgelöst und in einen Bewusstseinszustand der Trance übersetzt.
Eva Teppe erzeugt hier ein suggestives Bild einer traumwandlerischen Atmosphäre. Der Sprung einer Figur vom Fels wird zu einem Moment der Ewigkeit. Er wird zu einer endlosen Phase, die Zeit und Raum ausgrenzt. Im Zusammenspiel mit dem sich in ständiger Metamorphose befindlichen fluiden Bildhintergrund und mittels der Präsentation als endlos fortdauernder loop, wird die Wirkung der scheinbaren Ewigkeit zusätzlich unterstrichen. Die changierende Farbgebung, angelehnt an die Farben des Regenbogens, bilden diesen Zustand metaphorisch ab. Der eigens für die Arbeiten konzipierte Sound des Komponisten Mika Vainio verdichtet und reflektiert die traumwandlerische Atmosphäre des Videos.

“Eva Teppe richtet den Blick oft auf filmische Details, die den Urhebern der Streifen vielleicht gar nicht bewusst waren, (...) um die Abhängigkeit der Wahrnehmung vom Betrachterstandpunkt, von Größendimensionen und der Geschwindigkeit von Zeitabläufen immer wieder auf die Probe zu stellen. Systematisch lässt sie das Bedürfnis nach auflösbaren Sinnzusammenhängen ins Leere laufen. Damit ist vor allem die konzeptuelle Seite von Eva Teppes Kunst beschrieben, nicht ihre poetische Dichte und emotionale Intensität, die auch ganz banale und alltägliche Vorgänge in völlig neuem Licht erscheinen lässt. (...) Indem die Künstlerin Anmutungsqualitäten und Assoziationspotentiale hervorkehrt, die in der Rohform des verwendeten Ausgangsmaterials nicht unmittelbar enthalten waren, vervielfältigt sie auch die Momente, bei denen ganz persönliche Erfahrungen einzelner Rezipienten angesprochen werden können.” (Ludwig Seyfarth)

Das Video “Half Awake Half Asleep” präsentieren wir außerdem auf der Videokunstmesse LOOP Barcelona (19.-21. Mai 2006). ...mehr
Videospace: Eva Teppe  “The Human Fly”
vom 16.03.2006 bis zum 06.05.2006
Teilnehmende Künstler:
Shahram EntekhabiAnila Rubiku
Something in common: Shahram Entekhabi und Anila Rubiku
Ausgangspunkt der Ausstellung “Something in common” ist der Dialog ihrer Protagonisten. Im Zentrum dieses Dialogs, der durch die Künstler Shahram Entekhabi (geb. 1957 / Iran) und Anila Rubiku (geb. 1970 / Albanien) angestoßen wird steht die Frage nach der Konstruktion und Konstitution von kulturellen Identität(en). Beide Künstler, die heute fern ihrer ursprünglichen Heimat leben, bewegen sich zwischen den Kulturen, in einem hybriden Zustand, der keine eindeutige Identitätszuschreibung mehr kennt. Trotz ähnlicher Ausgangslage thematisieren und deuten beide diesen Zustand jedoch völlig unterschiedlich.

Shahram Entekhabi inszeniert sich selbst in seinen Videoarbeiten als Spiegel der ihn umgebenden Gesellschaft. Er formuliert dabei die generelle Ansicht, dass Identitäten sich immer erst im Konflikt mit dem Anderen entwickeln. Dem ständigen Spiel von Rezeption und Projektion, von sehen und gesehen werden, kann sich weder der von Entekhabi dargestellte “Typus” des ‚Migranten’ noch der Betrachter selbst entziehen.
In seiner Rauminstallation “hayat” (persisch für ‚Innenhof‘) im Videospace der Galerie macht der Künstler diese gegenseitige Spiegelung für den Betrachter räumlich erfahrbar. Über einen langen, grell beleuchteten Gang, an dessen Ende sich ein Spiegel befindet, betritt der Besucher einen Innenraum in dem eine Reihe von Videos auf Monitoren gezeigt werden. Er sieht sich hier der von Entekhabi seit 2004 in unterschiedlichen Videoperformances entwickelten Figur des ‚Migranten’ gegenüber. Mit allen Attributen eines “Gastarbeiters” in Deutschland ausgestattet, reflektiert Entekhabi mit dieser Figur die, oft selbsterfahrenen, Klischeevorstellungen der ihn umgebenden Gesellschaft. Während das frühe Video “i?” (2004) noch eher Ausdruck der eigenen Ohnmacht gegenüber dieser Form der Fremdbestimmung ist, führt dieser Konflikt in den späteren Arbeiten wie “Mladen”, “Islamic star”, “Mehmet” und “Miguel” (alle 2005) zu einer eher herausfordernd-aggressiven Haltung des dargestellten ‚Migranten’. Die Klischeevorstellung der westlichen Gesellschaften über - visuell andersartige - männliche Ausländer als potentielle Gefahr i.S. von Kriminellen oder Terroristen wird hier überzeichnet und auf den Betrachter zurückgeworfen. Das Spiegelbild beginnt ein Eigenleben zu führen.
Die Videoinstallation “Walkout” (2004), die im Erdgeschoss gezeigt wird, ist ebenfalls in diesem Werk- und Themenkomplex zu verorten, findet jedoch formal eine andere Lösung. Die Figur des einsamen Migranten, ausgestattet mit zwei Koffern in den Händen, wird hier auf eine Malerei projiziert, die im Hintergrund ein verlassenes Fabrikgelände abbildet. In der Projektion läuft die Figur auf das Gebäude zu, löst sich aber - je weiter sie sich dem Bildhintergrund nähert - immer mehr auf, bis sie schließlich vollständig aus der Malerei verschwindet. Die medial erzeugte Fata Morgana veranschaulicht in einer einzigen Geste die soziale Isolation des Migranten im Gastarbeiterland Deutschland. Die Malerei zeigt in dieser Erzählung medial wie inhaltlich den Ort der Anziehung und Absorption zugleich.

Zusätzlich zeigen wir im Erdgeschoss der Galerie eine Auswahl von Arbeiten Entekhabis, in denen er weibliche Pin-up-Figuren auf gefundenen Printmaterialien - wie Zeitschriften, Poster oder Spielkarten - mit einem Tschador versieht, also verschleiert. Einerseits spielt er damit auf die in islamischen Ländern verbreitete Praxis der Zensur von Frauenkörpern in Büchern und Zeitschriften der öffentlichen Bibliotheken an, anderseits betreibt er in Reflexion auf das westliche Bild von Musliminnen eine Art ironische "Islamisierung" der Medienlandschaft.

Während bei Entekhabi das Wandern zwischen den Kulturen eher in der Feststellung einer grundsätzlichen Fremdheit zwischen Innen- und Außenwelt resultiert, scheinen diese in den Arbeiten Anila Rubikus eine Einheit zu bilden. Nicht die Auseinandersetzung mit den fremden Kulturen, die ihr auf ihrer langen Reise von Albanien nach Italien begegnet sind, zeichnet sich in den Stickarbeiten, Installationen und Zeichnungen ab, sondern vielmehr die Konfrontation mit der eigenen Kultur und Tradition, die durch den Kontakt mit Fremde und Entwurzelung erst angestoßen wurde.
Die in einer Performance mit ihrer Mutter entstandene Arbeit “Does real balance exist???” (2004), die wir zusammen mit der Installation Shahram Entekhabis im Erdgeschoss zeigen, verkörpert in sich diesen Prozess der Wanderung und der Wiederentdeckung der eigenen Kultur in der Fremde. Der hier benutzte Stickrahmen wurde von Generation zu Generation unter den Frauen in der Familie Rubikus weitergegeben. Auf ihm wurde der Schleier für die zukünftige Braut gestickt. In der Performance wurde dieser Rahmen zum Ort der Kommunikation zwischen zwei Generationen, zwischen Mutter und Tochter, zwischen Tradition und Gegenwart. Das Sticken als traditionelle Tätigkeit entwickelte sich zum Dialog, der sich als Faden in den Stoff zeichnete und sich dort verewigte. Der Betrachter, der eingeladen ist, sich an diesen Stickrahmen zu setzen wie in Albanien üblich, auf Kissen auf dem Boden wird so in den kulturellen Kommunikationsraum von Rahmen und Stickerei miteinbezogen.
Auch die Installation “Houses of the rising sun” (2005), die im Videospace ausgestellt ist, schöpft aus dieser Erfahrung der eigenen Verwurzelung. Das Innenleben der Häuser, das dem Betrachter normalerweise verborgen bleibt, macht Rubiku durch Stickereien und Perforationen, die sie auf der Oberfläche der aus Papier gefertigten Modelle anbringt, sichtbar. Die Innenbeleuchtung der Häuser, die die Botschaften erst lesbar macht, vermittelt den Eindruck von Geborgenheit und macht dem Betrachter gleichzeitig die Intimität des auf den Wänden erzählten bewusst. Rubiku reflektiert in dieser Arbeit nicht allein die Rolle der Frau in der albanischen Gesellschaft, sondern vermittelt gleichzeitig einen Teil ihrer eigenen Biographie. Die Zerbrechlichkeit wie auch der ephemere Charakter der Häuser sind zugleich auch Ausdruck ihrer ständigen Reise, die aus dem Bekannten in die Fremde führte.

Im Erdgeschoss der Galerie zeigen wir weiterhin Stickarbeiten der Künstlerin auf Papier, in denen sie ebenfalls gängige Rollenbilder der Frau, aber auch Wertvorstellungen der westlichen Gesellschaft hinterfragt. Die Szenen spielen oftmals in häuslichen Umgebungen. Deren vermeintliche Idylle wird in den, oft zeichenhaft reduzierten Arbeiten, karikiert und dem Blick des Betrachters offenbart.

In der gemeinsamen Performance “Something in common”, die zur Eröffnung aufgeführt und danach als Videoaufzeichnung Teil der Ausstellung sein wird, verschmelzen die unterschiedlichen Ansätze der beiden Künstler. Anila Rubiku und Shahram Entekhabi werden fokloristisch anmutende, klischeéartig überzeichnete Outfits tragen, die unser Bild von den Roma und Sinti spiegeln, und - in Reminiszenz zur sprichwörtlichen Gastfreundlichkeit - dazu den auf dem Balkan verbreiteten Rakija an die Besucherinnen und Besucher ausschenken. Mit ihrer Performance setzen sie ihre Reflexion über Fremdwahrnehmung und Eigenwahrnehmung fort und zitieren gleichzeitig das Bild des Roma als ungebunden Reisenden, der sich über die Grenzen der Kulturen hinweg bewegt.

Tasja Langenbach (in Zusammenarbeit mit den Künstlern) ...mehr
vom 12.01.2006 bis zum 11.03.2006
Teilnehmende Künstler:
Anton Corbijn
Sarah Baker
Roger Bernat
Anton Corbijn
Flavia Da Rin
Shahram Entekhabi
Andreas Kohler
Melanie Manchot
Eva Teppe
Thomas Weisskopf

Portrait - reine Oberfläche oder Blick auf die Wahrheit? Die verheißungsvollen Zuschreibungen an die Abbildung eines Gesichtes reflektierten seit den Anfängen des Portraits als künstlerisches Genre eine spezifische Erwartung des Betrachters: nämlich die, im Portrait selbst das zu finden, was das eigentliche Gesicht als Repräsentation nach Außen verbirgt. Lange blieb bei Künstler wie Betrachter der Glaube - und die Hoffnung - lebendig, durch den Blick auf die Oberfläche, eine Bedeutung des Dahinter – des Individuums und seiner Persönlichkeit – zu erkennen. Zweifel an dieser Erkenntnisleistung des Portraits entstanden nicht erst mit der Entstehung der digitalen Fotografie. Mit der Infragestellung der Einigkeit des Individuums in den 80er Jahren, wandelte sich analog auch der Anspruch an das Portrait: nicht mehr die Einheit, sondern die Vielheit des Gesichts, nicht mehr das Sichtbare, sondern vielmehr das Unsichtbare hinter jeden mechanischen Repräsentation von Menschen, bilden heute den Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.

In unserer Ausstellung ”Portraits – the view behind the make-up” zeigen wir das formale wie auch inhaltliche Spektrum aktueller Formen der Annäherung an das Portrait auf.
In Fotografie, Video und Videoinstallation befragen die teilnehmenden KünstlerInnen sowohl das einzelne künstlerische Medium als auch das Medium ”Portrait” nach seinen Möglichkeiten und beziehen gleichzeitig den Betrachter und dessen Selbstverständnis in die Befragung mit ein.

ERDGESCHOSS

Der Fotograf Anton Corbijn (Niederlande) wurde weithin bekannt durch seine Portraits namhafter Persönlichkeiten der Musik- und Filmszene; so trägt beispielsweise die weltweite Repräsentation der Gruppe U2 seine unverkennbare Handschrift. Corbijns Portraits oszillieren beständig zwischen Inszenierung und verborgener Wahrheit, ohne dem Abgebildeten zu nahe zu treten. Sie reflektieren damit nicht nur die scheinende Oberfläche der Welt des Glamours, sondern gleichzeitig auch die diesbezügliche Erwartung des Betrachters.

Die junge Künstlerin Flavia Da Rin (Argentinien) hingegen entlässt den Betrachter von vornherein in eine Welt der Fiktionen. Selbstportraits der Künstlerin mit weit aufgerissenen Augen blicken aus dem Bild und machen gleichzeitig den Blick frei auf märchenhafte Landschaften und Situationen, die hinter dem Spiegel zu liegen scheinen. Die Grenzen des Mediums werden in diesen digital bearbeiteten Fotografien ebenso offenbar wie die Grenzen unserer Wirklichkeit.

Der Betrachter und seine Projektion steht auch im Mittelpunkt der Foto- und Soundinstallation ”Moscow Girls” von Melanie Manchot (England): 9 fotografische Portraits junger russischer Mädchen stehen hier 9 Geschichten über persönliche Erlebnisse dieser Mädchen gegenüber, wobei die erzählerische Ebene nicht eindeutig einem Bild zugeordnet werden kann. Während die abgebildeten Mädchen in ihrer Selbstdarstellung im Bild den Traum nach Schönheit und westlicher Lebensart repräsentieren, spiegelt sich in den von ihnen erzählten – oft schockierenden - Geschichten der Verlust von Sicherheit und die Sinnsuche einer ganzen Generation.

Unabhängig von spezifischen Orten portraitiert Andreas Kohler (Deutschland) in seiner Serie ”Alabasterkörper” die Selbstwahrnehmung Jugendlicher, wobei der Körper hier als Spiegel der Seele dient. Fast durchscheinende, oft nur spärlich mit Kleidungsstücken bedeckte Körper und die dort hinterlassenen Spuren offenbaren - als dem Selbst äußerliche Haut - die Suche nach der eigenen Identität, die weder im eigenen Körper noch der persönlichen Umgebung zu finden zu sein scheint.

Ist die Suche nach Identität für die Abgebildeten in Thomas Weisskopfs (Schweiz) Portraitserie ”Cut” schon abgeschlossen, beginnt sie für das Publikum bei jeder Betrachtung von Neuem. Das Wissen um die transsexuelle Identität der portraitierten Frauen bricht mit dem Bild einer perfekt inszenierten Weiblichkeit. Während sich die Frauen im Spannungsfeld zwischen der Anerkennung der eigenen individuellen Persönlichkeit und dem gleichzeitigen Streben nach einem weiblichen Schönheitsideal bewegen, wird der Betrachter mit seinem eigenen stereotypen Bild von Weiblichkeit und Geschlechterrollen konfrontiert.

Ebenfalls die Frage nach Zuschreibungen durch das Geschlecht stellt Sarah Baker (USA) in ihrer, aus Fotografie und Video bestehenden, Installation ”A Portrait of Bill May”. Der Synchronschwimmer Bill May, mit dem die Künstlerin - selbst erfolgreich in diesem Sport - jahrelang trainierte, wird auf Grund seines Geschlechts, trotz entsprechender Leistung, nie die Möglichkeit haben, an Olympischen Spielen teil zu nehmen. Baker karikiert diese Rollenzuschreibung, indem sie den unüberwindbaren Graben zwischen einem gesellschaftlich verankerten Bild des männlichen Macho und des gleichermaßen ”verweiblichten” Synchronschwimmens aufzeigt.

VIDEOSPACE

Mit bestimmten Clichée- Vorstellungen setzt sich auch Shahram Entekhabi (Iran) in seinen performativen Videoarbeiten auseinander. Mit der eigenen Erfahrung als Ausländer in Deutschland zeichnet er in unterschiedlichen Arbeiten das ”Bild des Migranten” in Deutschland nach. Er reflektiert dabei Ängste, Vorurteile und Unwissen der umgebenden deutschen Gesellschaft, die sich über die Zeit in Stereotype verfestigt haben. In dem in der Ausstellung gezeigten Video ”Miguel” appelliert er durch das Zitat bekannter Zeichen an diese unterbewussten Denkmuster und bricht gleichzeitig mit ihnen.

In den Sälen des Prado befindet sich die Kopie einer romanischen Skulptur, die eine Frau, ausgestreckt auf einem Bett, beim Erwachen zeigt. Die Proportionen der Skulptur, die ein Zwitterwesen darstellen soll, weichen vom hellenischen Idealmaß einer Frau ab. In seiner Videodokumentation ”Vero” dokumentiert Roger Bernat (Spanien) eine transsexuelle Frau, ebenfalls im Moment des Erwachens. Der Betrachter findet sich gefangen zwischen Faszination und Befremdung.

Eva Teppe (Deutschland) schließt mit ihrer Videoinstallation ”Omertá” den Kreis der Ausstellung. Omertá bezeichnet das Schweigegebot der Mitglieder der sizilianischen Mafia, das gleichzeitig aber auch für die Bevölkerung Siziliens Geltung besitzt. Auf fünf Monitoren ist jeweils ein Gesicht zu sehen, das sich, aus seinem ursprünglichen Kontext isoliert, dem Betrachter in einer langsamen Geste zu- und, nach einem kurzen Blick in die Kamera, wieder abwendet. Der Blickwechsel zwischen Kamera und Gefilmtem und der damit dokumentierte Eingriff in die Persönlichkeitssphäre des Gegenüber im Film lassen die Gesten in dieser Installation zu einer – auch für den Betrachter, den der Blick gleichsam verfolgt - bedrohlichen Handlung werden.

Tasja Langenbach ...mehr
PORTRAITS – a view behind the make-up
vom 28.10.2005 bis zum 01.11.2005
Teilnehmende Künstler:
Yves Netzhammer
Gerne möchten wir Sie über unsere diesjährige Beteiligung an der Kunstmesse ART COLOGNE, die vom 27.10.-01.11.2005 stattfinden wird, informieren.
Gerne würden wir Sie mit folgendem Programm an unserem Stand (Halle 10, Stand B-51) begrüßen:

Der Schweizer Videokünstler YVES NETZHAMMER wird analog zu der derzeitigen Präsentation seiner neuesten Arbeit ?Die Anordnung zweier Gegenteile bei der Erzeugung ihres Berührungsmaximums? in der Kunsthalle Bremen vier neue Kurzfilme präsentieren und diese in eine große Wandzeichnung einbetten. Seine Filme, die - als Reihe angelegt - in engem Bezug zueinander stehen, kreisen um Fragen nach der gegenseitigen Abhängigkeit von Erzählung, Körper und Ort, nach der Sinnhaftigkeit von Träumen sowie nach der Verflechtung unterschiedlicher Wirklichkeitsebenen in unserer Wahrnehmung.
Die Wandzeichnung wird als Edition erhältlich sein.

JULIA OSCHATZ plant für unseren Stand eine eigens für diese Messe konzipierte Installation, in die Videoarbeiten als wesentlicher Bestandteil integriert sein werden. Auch werden wir neue Bilder Malerei wie Radierungen der Künstlerin zeigen.
Julia Oschatz präsentiert ihre Arbeiten gerade sehr erfolgreich auf ihrer ersten Einzelausstellung in der New York und wurde dort bisher von Museen und Sammlern mit großem Interesse angenommen.
Vor dem Hintergrund der zukünftigen Präsenz von Julia Oschatz auf dem amerikanischen Markt, werden wir ihre Arbeiten auf der Kölner Messe noch einmal zu einem Spezialpreis anbieten.

Von der koreanischen Künstlerin NIKKI S. LEE, deren Arbeiten derzeit in ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland in unserer Galerie zu sehen sind (noch bis 10.Januar 2006) präsentieren wir Fotografien aus ihren Serien ?Parts? und ?Projects?. In beiden Serien nähert sich die Künstlerin mit unterschiedlichen thematischen wie formalen Setzungen der Frage nach der Konstitution von Identität und ihrer Verflechtung in unser soziales Umfeld an.
Während der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2005 und im Zusammenhang mit deren Schwerpunkt auf das diesjährige Gastland Korea, stellt Hatje Cantz sein neues Buch zu Nikki S. Lee vor, in dem auch ein Interview der Künstlerin mit Roselee Goldberg veröffentlicht wird.

Mit der Arbeit ?Scales of Injustice?, einer plastischen Auseinandersetzung mit der Symbolik und dem Wesen der Gerechtigkeit, wird die israelische Künstlerin SIGALIT LANDAU, die gerade noch auf der Sondershow ?Temporary Import? während des Art Forum Berlin zu sehen war, auf der Art Cologne vertreten sein.


SONJA ALHÄUSER hat in den letzten Jahren mit einem Werk überzeugt, das sich mit der Vergänglichkeit von Werten in vielerlei Hinsicht auseinandersetzt. Für unseren Stand in Köln wird die Künstlerin eine - für ihre künstlerische Arbeitsweise symptomatische Wandzeichnung entwerfen, die das sinnliche Erleben als in Einzelbilder aufgelösten Prozess einfängt und darstellt.

Darüber hinaus werden neue Arbeiten von NATHALIE GRENZHAEUSER, BEA EMSBACH sowie MIRON SCHMÜCKLE ausgestellt.

Im Rahmen einer Sonderpräsentation werden wir zusätzlich Arbeiten verschiedener Videokünstler (Bj?rn Melhus, Yves Netzhammer, Christine de la Garenne, Aurelia Mihai, Patrycja German, Sharam Entekhabi) präsentieren.

Die Galerie Anita Beckers wird in diesem Jahr weiterhin auf der Videokunstmesse LOOP Barcelona (10.11.-13.22.2005) sowie auf der Aqua Art Miami (01.12. 04.12.2005) vertreten sein. Während LOOP Barcelona wird auf Anregung und unter Beteiligung von Anita Beckers ein Symposium über grundsätzlichen Fragen zum Handel mit Videokunst stattfinden. Den vielen Facetten der Videokunst widmet sich, neben der Messepräsentation, das von LOOP organisierte Festival ?Off-Loop?, das an unterschiedlichsten Orten in der Stadt Räume für Videokunst erschließt und zugänglich macht.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand!
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vom 29.09.2005 bis zum 03.10.2005

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! ...mehr
Art Forum Berlin 2005
vom 12.11.2004 bis zum 22.01.2004

My First Children

In Winter 1996, my financial situation was so disastrous that I had to let my two-room flat staying for the night in the studios of various friends. I had no idea that my flat was not far from an orphanage hidden in the private housing sector across the street. My first tenants were Americans who came to Kharkiv to find children to adopt into their families. The adoption procedure took two weeks. The future parents and children were expected to become acquainted at the orphanage. So the foreigners stuffed their bags with food and clothes they had bought beforehand in USA for the children and went to the orphanage every morning. When they returned at the end of the day, they promptly locked the iron- rimmed door of my flat and did not go out until the next morning. Two weeks later, the temperature dropped below minus 15 degree Celsius. I needed to go back to my apartment for my fur cap. I called my flat. At that time, my tenant Clare had already chosen a child for herself, a fair-haired boy with traces of Mongolian heritage apparent in his face. Clare was worried: did the boy resemble her husband? I offered to take a photo of the boy and send it back home to enable John to prepare himself morally for the encounter with his new family. Clare was overjoyed and agreed that I photograph the boy.

The following day, I went to take the photographs. They switched off electricity in our town for reasons of economy that winter. Everything sank into darkness. In the moonlight, the house of the orphanage looked like a grim barracks. It was dark inside the house, too. A few candles were burning on windowsills along the corridor. Two women were washing children in the bathroom. Candles in empty cans were tied to water taps with bandage gauze. The child I was looking for was in the second - floor dormitory. I stepped into the room with a candle in my hand. I could make out the outlines of about two dozen beds in the moonlight pouring through the windows. Suddenly hundreds of ghosts attacked me. They were children with bed sheets over their heads, and all of them were shouting, "DADDY!!!" These were my first children, and the beginning of my long photographic children's story.

Sergey Bratkov
May 2004 ...mehr
SERGEY BRATKOV: BIRDS
vom 18.09.2004 bis zum 22.09.2004
vom 24.06.2004 bis zum 31.07.2004

PETER ANGERMANN - Landschaft ohne Ende
JULIA OSCHATZ - Paralysed Paradise

Wie in vorausgehenden Galerieinformationen schon mehrmals erwähnt, haben wir uns in diesem Jahr neben den fortlaufenden Videoausstellungen verstärkt mit Malerei auseinandergesetzt.
Den vorläufigen Abschluß dieser Malereireihe bildet eine Ausstellung mit Peter Angermann, der mehrere Jahre an der Städelschule in Frankfurt als Professor tätig war.

Peter Angermanns (*1945) künstlerische Karriere begann in den achtziger Jahren in Zusammenarbeit mit der “Gruppe Normal”, an der auch Jan Knap und Milan Kunc beteiligt waren. Seine in der damaligen Zeit entstandenen provokativen Malereien setzt er heute - völlig losgelöst von allen modischen Trends durch eine ausschließlich vor der Natur entstehenden Landschaftsmalerei fort.
Mit der Gegenüberstellung einer Installation, bestehend aus Malerei, Zeichnung und Video von Julia Oschatz (*1970), möchten wir den Spannungsbogen zwischen zwei Generationen herstellen.
Einerseits geht es um die reine Kunst der Malerei und andererseits um eine Kunst, die in ihrer Umsetzung selbstverständlich alle verfügbaren Medien einsetzt.
Julia Oschatz erschafft Wesen, die an den unterschiedlichsten Schauplätzen anzutreffen sind. Diese Wesen sind keine Substitute für Mensch oder Tier, sondern Staffagen, die in die mißliche Lage geraten sind, sich innerhalb eines Kunstobjektes wiederzufinden.

Bei Rückfragen und für Fotomaterial wenden Sie sich bitte an Anita Beckers oder Corinna Thiele.
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PETER ANGERMANN - Landschaft ohne Ende / JULIA OSCHATZ - Paralysed Paradise
vom 05.12.2003 bis zum 14.02.2004

Die Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung von Sophia Schama und Tamara K.E. findet am 05.Dezember 2003, um 19:30 Uhr in den Räumen der Galerie statt.


Ausstellungsdauer: 05.Dezember 2003 - 14.Februar 2004


Sophia Schama
In seriellen Versuchsanordnungen lässt Sophia Schama Köpfe entstehen, verflüssigte Physiognomien, die sich in der Balance zwischen Entstehung und Auflösung halten. Bei diesen Aquarellen handelt sich um neue Arbeiten der Künstlerin, die wir zusammen mit ihrer Malerei in der Gemeinschaftsausstellung mit Tamara K. E. zeigen.
Sophia Schama, 1966 in Sofia / Bulgarien geboren, studierte Malerei an der HfBK in Dresden. Wir stellen zum ersten Mal ihre Arbeit in unserer Galerie vor.


Tamara K.E.
Von Tamara K. E. (geb. 1971) zeigten wir bereits 2001 Malerei in der Galerie. Sie ist eine konzeptuell, mit unter-schiedlichsten Medien arbeitende Künstlerin. Wir zeigen in der Ausstellung aktuelle Bilder, die sich mit unserer medialen Wirklichkeit auseinandersetzen. Tamara K. E. hat auf der diesjährigen Biennale in Venedig mit Thea Gvetadze den Beitrag für den Georgischen Pavillon gestaltet.


Beide Künstlerinnen arbeiten konsequent an einem Werk außerhalb modischer Erscheinungen und wir freuen uns, Ihnen diese interessanten jungen Positionen vorstellen zu können.

Bei Rückfragen und für Fotomaterial wenden Sie sich bitte an Anita Beckers oder Corinna Thiele.


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SOPHIA SCHAMA & TAMARA K.E.  -Malerei-
vom 04.09.2003 bis zum 30.10.2003

Der Titel der Einzelausstellung von Bjørn Melhus STILL MEN OUT THERE (NOCH MÄNNER DA DRAUSSEN) ist einer neuen Videoinstallation entnommen.
Basierend auf 18 Fernsehapparaten und einer Toncollage aus Klangfetzen amerikanischer Kriegsfilme erzeugt die Installation ein abstraktes Gesamtbild aus Licht. Die verwendeten Klänge aus Produktionen verschiedener Jahrzehnte, greifen neben Momenten des Pathos und Kitsches vor allem Aspekte der Unterhaltung und des Spektakels auf. In Dialogfetzen werden zum einen zentrale Themen wie Männlichkeit, Kameradschaft, Liebe und Tod angesprochen, zum anderen geht es um affirmative Stimmungs- und Unterhaltungsmomente, die vor allem im Zuge des Special - Effect Kinos der 90er Jahre als Strategie des Militainments zunehmend perfektioniert wurden.
Die Gesamtdramaturgie ist dabei zerbrochen und entspricht eher einer fernsehhaften Fragmentierung in jingleartigen Teilausschnitten.
Auffallend ist die vollständige Abwesenheit von Bjørn Melhus selbst, die sich auch im Titel widerspiegelt: STILL MEN OUT THERE bedeutet auch, dass diesmal die Männer draussen sind. Somit fehlen auch die bisher gewohnten Melhus - Männer, wobei das Wörtchen STILL darauf hinweist, dass sie vielleicht irgendwann zurückkommen werden- tot oder lebendig.
STILL MEN OUT THERE verweigert sich darüber hinaus dem einzelnen Bild. Die Installation versucht vielmehr, ein Gesamtbild aus Lichtfeldern zu erzeugen. Das Ergebnis erinnert an mikroskopisch vergrößerte und im Raum neuformatierte Lichtpixel.
Antagonistisch dazu steht die Gegenüberstellung der ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Filme AUTO CENTER DRIVE (2003) und WEIT WEIT WEG (1995).
Die beiden Filme bilden eine Klammer aus Schöpfung, Mutation, Aussendung, Wiedereinholen und Zerstörung des eigenen Abbildes als mediale Projektion.
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Bjørn Melhus STILL MEN OUT THERE
vom 04.07.2003 bis zum 09.08.2003

In diesem Jahr zeigen wir eine aussergewöhnliche Sommerausstellung.
Im Rahmen der thematischen Auseinandersetzung mit der Rolle des Doppelgängerdaseins und der damit einhergehenden Hinterfragung der eigenen Identität - was bereits Thema der Ausstellungen von Anton Corbijn und Björn Melhus war - möchten wir mit "ELVISWHO" an diesen Zyklus anknüpfen.

Peter Badge und Johann Zambryski haben sich unter den Stichworten "Themself" und "Himself" am Phänomen Elvis Presley mit diesem Symptom auseinandergesetzt.

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Peter Badge, Johann Zambryski<br>ELVISWHO Bilder als Mittel der Ikonographie
vom 15.05.2003 bis zum 28.06.2003
Teilnehmende Künstler:
Sonja Braas
Presseinformation

Ausstellung: FORCES
Dauer der Ausstellung: 15.05. bis 28.06.2003
Öffnungszeiten: Di - Fr 11.00 - 18.00 Uhr, Sa 11.00 - 14.00 Uhr u.n.V.

Anfang 2001 zeigten wir zum ersten Mal Fotografien von Sonja Braas. In ihrem Werkkomplex YOU ARE HERE setzte sie sich mit der Wahrnehmung von Natur und Landschaft und den Aspekten der Kopie, Wiederholung und Nachbildung durch den Menschen auseinander. Mit diesen überzeugenden Arbeiten konnte sie in kurzer Zeit international auf ihr Werk aufmerksam machen.

In ihrer neuen fotografischen Werkreihe FORCES hinterfragt sie die Darstellbarkeit des Erlebnisses von Natur, sucht nach dem Unermeßlichen oder dem Überwältigenden und somit dem Erhabenen.

In der Arbeit stehen existente Landschaften neben Modellen künstlicher, konstruierter Naturszenarien. Dargestellt wird dabei dramatische, wilde, unwirtliche und undurchdringliche Natur, die vom Menschen unberührt oder zum erstenmal vom Menschen gesehen scheint. Das Bedrohliche - der Schrecken, laut Edmund Burke Voraussetzung für das Erfahren des Erhabenen, stellt sich in den Naturgewalten unüberwindbarer Berge, Meer und Eis dar. Diese dramatischen Szenerien suggerieren menschliche Abwesenheit und Machtlosigkeit. Die romantische Utopie der "reinen", also der vom Menschen unveränderten und ungenutzten Natur, scheint zunächst bestätigt, Caspar David Friedrichs Forderung, "sich die Natur rein und in ihrer ursprünglichen oder Urgestalt zurückzudenken", erfüllt. Die Rolle des Menschen scheint die eines ehrfürchtigen Wanderers, Entdeckers oder Erforschers, Teil einer Expedition auf der Suche nach dem Unbekannten und "Unverdorbenen".

Gebrochen wird diese Wahrnehmung durch die Erkenntnis, daß die dargestellte Natur keineswegs unberührt und unabhängig von der Existenz des Menschen ist, sondern immer manipuliert und zum Teil nicht einmal in dieser Form existent sondern vollständig inszeniert und damit kontrolliert ist.



Yves Netzhammer
Die überraschende Verschiebung der Sollbruchstelle eines in optimalen Verhältnissen aufgewachsenen Astes

Aufgrund des großen Interesses an der Ausstellung verlängern wir den einen Teil im Videoraum der Galerie bis 28.06.2003. Dort besteht sowohl die Möglichkeit zum konzentrierten "Filmschauen" als auch zur persönlichen "Filmauswahl".



Preise wurden verliehen an:

Bjørn Melhus, Preis für den besten Beitrag Deutschland 2003 bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen.

Yves Netzhammer, Kunstpreis des Kantons Zürich 2003.
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Sonja Braas
vom 28.03.2003 bis zum 10.05.2003

Eröffnung: 28. März 2003 19.30 Uhr


Pressetext

Yves Netzhammer

"Die überraschende Verschiebung der Sollbruchstelle eines in optimalen
Verhältnissen aufgewachsenen Astes"

Über die Schweiz hinaus gilt Yves Netzhammer als eine der grössten
Zukunfts-hoffnungen im Bereich der multimedialen Kunst. Eine digitale, von der
Zeichnung abstammende Sprache nutzt er als attraktives, leichtflüchtiges und
zeitgemässes Medium, das mit Inhalten aufgeladen wird, die in einem traditionellen
Sinn ans
Lebendige gehen.  ...mehr
Yves Netzhammer - Die überraschende Verschiebung der Sollbruchstelle eines in optimalen Verhältnissen aufgewachsenen Astes
vom 30.01.2003 bis zum 15.03.2003a. somebody, strijen, holland
vom 11.10.2002 bis zum 11.01.2003Thomas Huber - Alibi
vom 30.08.2002 bis zum 09.11.2002

Ausstellungsdauer: 30. August 2002 - 5.Oktober 2002
Ausstellungsdauer Projektraum: 30. August 2002 - 9.November 2002
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Ingrid Mwangi - African Heritage
vom 25.05.2002 bis zum 06.07.2002

Für Ihre beeindruckende Videoarbeit “NEGER“ wurde die 1975 in Kenia geborene Ingrid Mwangi im Jahr
2000 mit dem Marler Videokunstpreis und dem Videopreis der saarländischen Medienanstalt ausgezeichnet.

“What can I do? What can you do? Can we do? Was fühlt das Individuum angesichts einer Situation, die ihm unerträglich erscheint, aber an der er glaubt, nichts ändern zu können? Er steht starr an einem Punkt und kann sich nicht wegdrehen oder weggehen. Er wiegt sich in dem Wissen. Er befindet sich mittendrin. In sich weiss er, dass es die Distanz nicht gibt, die ihn in eine befriedete Zone und die Gewalt vor eine Grenze plaziert. In dieser Welt sein, heißt in der Gewalt zu sein. Man kann sich ihr nicht entziehen. Ich habe einen Raum geschaffen, in dem Menschen Zeit nehmen können über die Gewalt in der Welt und ihren Gefühlen diesbezüglich, nachzudenken.“ Ingrid Mwangi

Die Ausstellung teilt sich in zwei Blöcke. Bis zum 15. Juni 2002 zeigen wir die neue Videoinstallation
“In der Welt sein“. In dieser Arbeit beschäftigt sich die Künstlerin mit den oben angeführten Fragen und reflektiert über Identität und Gewalt.

Ab dem 18. Juni 2002 ist die Videoarbeit “NEGER“ in der Galerie zu sehen, in der sich Ingrid Mwangi mit dem Aussehen als “Neger“ und den stereotypen europäischen Vorstellungen von Exotik auseinandersetzt. Auf der Folie des Wortes ironisiert sie Varianten afrikanischer - und dabei auch eigener - Herkunft und Identität. Rhythmisch raffiniert mit überraschenden Aussparungen, akustischen Verschiebungen und zeitlichen Sprüngen präsentiert sie sich einer statischen Kamera mit verblüffend einfachen Mitteln; so formt sie ihre Haare zu verschiedenen Masken, verwandelt ihre Person in Stereotypen exotischer und animalischer Existenz, um sie nur wenige Momente später buchstäblich aufzulösen. Es entsteht ein vitales, witziges und lustvolles Wechselspiel aus äußeren Formen und inneren Entwürfen, das den üblichen (auch wohlmeinenden) Klischees eine selbstbewußte Person entgegenstellt. Die entdeckte eigene individuelle Identität entlarvt die vielfältigen Ver- und Entfremdungen als bloße Projektionen.
Mit einer Performance wird die Ausstellung von Ingrid Mwangi im Sommer abgeschlossen werden. Datum wird noch rechtzeitig bekanntgegeben.
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Ingrid Mwangi - In der Welt sein

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