geboren am 21. Juli 1858 in Tapiau, Ostpreußen, gestorben am 17. Juli 1925 in Zandvoort in Holland Maler des deutschen Impressionismus
Lovis Corinth wurde 1858 als Sohn eines Gerbermeisters im ostpreußischem Tapiau geboren. Nach dem Gymnasium in Königsberg besuchte er dort auch die Malerakademie. 1880 siedelte er nach München über, wo er für zwei Jahre in der Kunstakademie lernte. Von 1884 bis 1886 studierte er in Paris an der Académie Julian. In paris enthielt er entscheidende Eindrücke durch die flämischen Meister des 17. Jahrhunderts. Vorbilder waren bis zu seinem Spätwerk vor allem Rubens, Frans Hals und Rembrandt.
Nachdem er in München in der Sezessionsbewegung und darauf in der „Freien Vereinigung“ als Maler tätig war, zog er 1900 nach Berlin. Wiederum als Sezessionsmitglied schuf er dort mythologische und christliche Szenen, sowie Portraits („Rudolf Rittner als ‚Florian Geyer’“, 1906) und Genreszenen („Beim Friseur“, 1911). Zusammen mit Liebermann und Slevogt wurde er in Berlin einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus. 1903 heiratete Corinth die 22 Jahre jüngere Charlotte Berend, eine Schülerin seiner Malschule. Sein Leben als anerkannter Künstler und gefragter Portraitmaler erlitt 1911 durch einen Schlaganfall, der ihn linksseitig lähmte, einen tiefen Einschnitt.
Nach einigen Reisen, unter anderem nach Südtirol, an die Riviera und die Ostsee, ließ er sich mit seiner Frau und seinen Kindern in Urfeld am Walchensee nieder. Mit verschiedenen Ehrungen ausgezeichnet und einer Professur in Berlin starb Lovis Corinth 1925 in Zandvoort. Während dunkle Töne seine frühen Werke prägen („Die Schlachtstube“, 1893), sind die Gemälde der späten Schaffensjahre wesentlich heller und lichtintensiver. Durch die stark gestische Malweise wächst Corinth besonders mit seinen Walchensee-Bildern weit über den Impressionismus hinaus („Ostern am Walchensee“, 1922). Seine Bildgegenstände sind nur grob mit wenigen kräftigen Pinselstrichen dargestellt.
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