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Feininger, Lyonel

geboren am 17. Juli 1871 in New York, gestorben am 13. Januar 1956 in New York
Amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist, Vertreter des Bauhaus

Lyonel Feininger verließ 1887 die USA, um Musik zu studieren. Dann entschloss er sich zum Kunststudium und besuchte von 1887 bis 1891 die Kunstgewerbeschule in Hamburg, danach die Kunstakademie in Berlin, wo er bei Handcke und Waldemar Friedrich studierte. 1892 studierte er ein halbes Jahr in Paris an der Académie Colarossi. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt mit Karikaturen und Comics. Die anarchischen "Katzenjammer-Kids" gehören zu den ersten Comics, die in den Sonntagsbeilagen der amerikanischen Tageszeitungen erschienen. Erst 1907 in Paris wandte er sich völlig der Malerei zu. Hier wurde er vom Kubismus, vor allem aber von Delaunays Orphismus beeinflusst. Er entwickelte einen eigenen, sehr charakteristischen Stil. Er malte anfangs impressionistisch, begann aber seine Formen immer mehr zu abstrahieren. 1908 kehrte er wieder nach Berlin zurück. 1913 entstand sein erstes abstraktes Bild und die menschliche Figur verschwand fast völlig aus seinen Bildern. In seinen Architekturbildern - meist alter gotischen Städte und Kirchen - gliedert er die Gegenstände in geometrische Formen als Prismen des Lichts und durchdrang so den Raum. So brachte er Licht- und Raumeffekte zur Geltung.

1913 wurde er von Franz Marc aufgefordert, mit der Gruppe „Der blaue Reiter“ auszustellen. Dies stellte seinen künstlerischen Durchbruch dar. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er von Walter Gropius als Lehrer ans Bauhaus berufen. Er erteilte Unterricht in Grafik und Malerei und gab die Bauhaus-Bücher heraus. Während dieser Zeit malte er, gründete mit Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky und Paul Klee „Die blauen Vier“ und komponierte Orgelfugen. 1929 wurde er beauftragt, ein Bild zu malen, das ein Geschenk der Stadt Halle an Magdeburg sein sollte. 1931 war er so berühmt, dass die Berliner Nationalgalerie eine Retrospektive seiner Werke veranstaltete. Ab 1933 wurden seine Bilder von den Nazis als entartet verdammt, und Feininger kehrte 1937 in die USA zurück. Hier gab er Unterricht und verfasste theoretische Schriften. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erhielt er einige bedeutende Aufträge. 1939 schuf er für die Weltausstellung in New York die Dekorationen im Pavillon „masterpieces of art“. Mit seinem Werk und seiner Lehrtätigkeit hatte er einen großen Einfluss auf die Kunstentwicklung in den USA.


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