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Barfuß über der Stadt: Der britische Star-Künstler Antony Gormley inszeniert in den Deichtorhallen sein spektakuläres „Horizon Field Hamburg“

Monument für die Massen



Dieser Ausstellung eilen lauter Superlative voraus: Die spektakuläre Installation „Horizon Field Hamburg“ in der größeren der beiden Hamburger Deichtorhallen ist seit Christo und Jeanne-Claudes Reichstagsverhüllung 1995 das größte realisierte Kunstprojekt in Deutschland. Erdacht hat es der für spektakuläre Großprojekte etwa im New Yorker Madison Square Park und auf dem Londoner Trafalgar Square bekannte britische Starkünstler Antony Gormley, Jahrgang 1950. Zwei Jahre lang arbeitete Gormleys Londoner Studio zusammen mit deutschen Ingenieuren, dem Architekten Roger Bundschuh und der Technischen Universität Hamburg-Harburg, um dieses Mammutprojekt zu realisieren. Im Documenta-Jahr haben nun Besucher bei freiem Eintritt Gelegenheit, Gormleys größte bisher realisierte Innenraumskulptur zu betreten. Das „Horizon Field Hamburg“ ist ein nach allen Regeln der Ingenieurskunst gefertigter „Fliegender Teppich“, der auf siebeneinhalb Metern Höhe über dem Boden der kathedralenartigen Deichtorhalle schwebt. Die Halle für aktuelle Kunst ist von allen Stellwänden befreit. Auch die oben im Dachbereich der zwischen 1911 und 1915 im Jugendstil errichteten, ehemaligen Markthalle befindlichen Fenster hat Gormley freigelegt.


Bis zu 100 Personen gleichzeitig dürfen das „Horizon Field Hamburg“ betreten – barfuß oder auf Socken. Das Publikum versetzt die Plattform durch seine Bewegungen in Schwingungen. Durch spielerisches Interagieren soll die minimalistische Großskulptur so die Aura des Weihevoll-Unantastbaren verlieren. Besucher dürfen sich auf die schwarz polierte, spiegelnde Plattform legen, auf ihr herumhüpfen, umherlaufen oder gerne auch ein Rad schlagen. Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow beschreibt den interaktiven Aspekt der sozialen Plastik so: „Es geht nicht um das Objekt, in das wir uns hineindenken, sondern es geht darum, dass der Betrachter sich selbst im Raum erfährt.“

Antony Gormley ging bei der Entwicklung des „Horizon Field Hamburg“ stark von der Architektur und der historischen Bedeutung der Deichtorhallen als ehemalige Markthallen und Ort der Begegnung und Kommunikation aus. „Das »Horizon Field Hamburg« könnte nicht woanders existieren“, sagt er. „Dies ist meine Antwort auf dieses außerordentliche Gebäude.“ Der Turner Prize-Träger von 1994 betont auch den sozialen Aspekt seiner Großinstallation. Jenseits aller Altersgrenzen und sozialer Herkunft können die Besucher, Erwachsene wie Kinder, das Kunstwerk für sich entdecken. Damit sieht er sich auch in der antiken Tradition der Agora, des Gymnasiums oder des Forums, wo das Volk zusammenkommt und diskutiert. Dirk Luckow wagt sogar den etwas abenteuerlichen Vergleich des Großkunstwerks mit der Monumentalität des Pariser Eiffelturms und der Golden Gate Bridge in San Francisco. Der intensive ästhetische Eindruck der aus minimalistisch behafteten Materialien wie Stahl, Drahtseilen und Kunstharzbeschichtung konstruierten Installation wird für Luckow durch drei essentielle Faktoren unterstrichen, die ein gutes Kunstwerk haben müsse: Dimension, Perfektion und Überwindung.

Man darf vermuten, dass sich in den nächsten Monaten an den Deichtorhallen lange Besucherschlangen bilden werden. Man muss sich jedoch fragen, ob bei Projekten dieser Art nicht die Gefahr besteht, ins Fahrwasser der reinen Publikumsbespaßung zu geraten. Das „Horizon Field Hamburg“ ist als massenkompatibler, kollektiver Erfahrungsraum angelegt. Ein Trend zur Inszenierung von Erlebnisräumen ist im internationalen Ausstellungsbetrieb derzeit an vielen Orten zu beobachten. Beispielsweise generiert die „Monumenta“ im Pariser Grand Palais seit 2007 immer wieder neue Besucherrekorde. Auch in Berlin setzt Udo Kittelmann, der Direktor der Nationalgalerie, mit Großinstallationen etwa von Carsten Höller im Hamburger Bahnhof verstärkt auf Präsentationen, die ein breites, allerdings weniger kunstaffines Publikum ins Haus locken. Ob man so dauerhaft neue Besucher gewinnt oder ob der Diskurs und die inhaltliche Auseinandersetzung da nicht auf der Strecke bleiben, muss diskutiert werden. Auf jeden Fall beschert Gormleys Projekt den Deichtorhallen große Aufmerksamkeit. Massentaugliches Erlebnis oder ausgeklügelte Neudefinition der sozialen Plastik? Auf solche Fragen lässt sich der Londoner Starkünstler erst gar nicht ein: „Es gibt nichts zu erklären, aber alles zu erleben.“

Die Ausstellung „Antony Gormley: Horizon Field Hamburg“ läuft vom 27. April bis zum 9. September. Die Deichtorhallen haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Der Katalog erscheint am 25. Mai im Kölner Snoeck Verlag.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



26.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


27.04.2012, Anthony Gormley - Horizon Field Hamburg

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Künstler:

Antony Gormley










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