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Ausstellungen

Im Juni hätte Günter Behnisch das 100. Lebensjahr vollendet. Die Architektenkammer Baden-Württemberg ehrt den weltweit renommierten Baumeister mit einer großen Werkschau

Mit Olympia in den Architekturolymp


Behnisch & Partner, Olympiastadion München, 1972

Sowohl für Günter Behnisch als auch für Deutschland erfüllt kein zweites Bauwerk so prägnant die Funktion einer Visitenkarte wie das 1972 vollendete Münchner Olympiastadion. Später kam noch der transparente kreisrunde Parlamentssaal in Bonn hinzu. Behnischs Œuvre ist jedoch weitaus vielschichtiger und umfassender, als es diese ...mehr

23.09.2022

Das Essener Museum Folkwang widmet sich zu seinem hundertjährigen Bestehen einer künstlerischen Bewegung, mit der es eng verbunden ist: Dem Expressionismus

Eine Willkommenskultur des Aufbegehrens


Franz Marc, Liegender Stier, 1913

Vergangenes mit Aktuellem zu verschränken, erweist sich immer wieder als gute Strategie zum Verständnis einer Entwicklung. Der Hagener Sammler Karl Ernst Osthaus richtete seinen Blick nicht nur auf die Malerei des späten 19. Jahrhunderts, sondern wandte sich auch jungen Kunstströmungen zu, speziell dem Expressionismus. Und so setzt die chronologisch aufgebaute Jubiläumsschau im Essener Museum Folkwang mit postimpressionistischen Gemälden ein. Unter den Meisterwerken neigt Paul Signacs im Jahr 1900 getupfte Flusslandschaft „Saint-Cloud“ mit ihrer flirrenden Charakteristik allerdings schon zu Gesten verwirrenden Opponierens. Viele zunächst impressionistisch Malende schwenkten später zum expressiven Duktus über oder ließen sich zumindest davon inspirieren, wie es Gemälde von Erich Heckel oder Gabriele Münter deutlich offenlegen. ...mehr

14.09.2022

Das Wiener Museum für Angewandte Kunst nimmt die baukünstlerischen Projekte der Avantgardegruppe Missing Link unter die Lupe und stellt deren experimentelle architektonische Ideen aus den 1970er Jahren vor, die bis heute Gültigkeit besitzen

Im Feld des Nichtbauens


Missing Link, aus dem Film „16. November, Eine Utopie in 9 wirklichen Bildern“, 1972

„Weiter wohnen wie gewohnt? Auf keinen Fall!“, lautete die Antwort von „Missing Link.“ Mit Rettungsringen um den Hals demonstrierte die Wiener Architektengruppe, dass der alltägliche Umgang mit Architektur noch großer Veränderungen bedurfte. 1970 fanden sich Angela Hareiter, Otto Kapfinger und Adolf Krischanitz zu dem Avantgardetrio zusammen. Die Gruppe verstand sich als kritische Ideenwerkstatt, die losgelöst von konkreten Bauaufgaben mit grenzüberschreitenden und interdisziplinären Projekten nach fehlenden Gliedern zwischen Mensch, Architektur, Urbanität, Kunst und sozialem Gefüge suchte. ...mehr

04.09.2022

Das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen durchleuchtet die Ursprünge der Documenta und geht Kanonisierungsprozessen in der Kunstwelt nach

Vergessene Vergangenheit


in der Ausstellung „1929/1955 – Die erste Documenta und das Vergessen einer Künstler:innengeneration“

Seit Juni läuft sie wieder, die Documenta, und hat für einigen Wirbel gesorgt. Mit der Biennale in Venedig gehört sie zur Königsklasse der großen Ausstellungen. Die weltweit bedeutende Schau für zeitgenössische Kunst verhilft Teilnehmern dazu, einen Platz in der Kunstgeschichte zu ergattern, die Biografie um einen wichtigen Part zu erweitern. Wer zu der 100-Tage-Ausstellung nach Kassel eingeladen ist, hat eine große Chance, auch in Zukunft wahrgenommen zu werden. Schon im Vorfeld der Eröffnung hat die diesjährige Documenta fifteen von sich reden gemacht, schon im Vorfeld gab es wegen des Antisemitismus-Vorwurfs Einwände gegen die Veranstaltung. Als dann die Documenta-Verantwortlichen die für Mai geplanten drei Gesprächsrunden unter dem Titel „We need to talk! Art – Freedom – Solidarity“ über das „Grundrecht der Kunstfreiheit angesichts von steigendem Rassismus und Antisemitismus und zunehmender Islamophobie“ abgesagt hatten, wandte sich der Zentralrat der Juden direkt an Kulturstaatsministerin Claudia Roth und protestierte gegen die Protagonisten der Weltkunstschau. ...mehr

31.08.2022

Ai Weiweis Schaffen ist dem Menschen und seiner Würde verpflichtet. Die Albertina Modern in Wien stellt nun sein Werk ausführlich vor. Allerdings geht in der musealen Präsentation einiges von seiner Brisanz und Schlagkraft verloren

Aus Widerstand wird Kunst


Ai Weiwei, Study of Perspective – Eiffel Tower, 1999

„Für mich entspringt Inspiration dem Widerstand – ohne ihn wären meine Bemühungen vergeblich. Einschränkungen entstehen nur aus einer Angst im Herzen heraus, und Kunst ist ein Gegenmittel gegen Angst“. In seiner 2021 erschienenen Autobiografie benennt der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei die Triebfedern seines künstlerischen und politischen Engagements. Dem konfrontativen Menschenrechtsaktivisten, der die Kunst nicht als ein fertiges, abgeschlossenes Produkt, sondern als lebendigen „Prozess“, als „Kommunikation“, als „Teil des Lebens“ begreift, widmet die Albertina Modern in Wien eine opulent bestückte Retrospektive, die das Perpetuum mobile von Kritik und Impuls, Bedrohung und Offensive über vier Jahrzehnte rückverfolgt und Einblick in wichtige Schaffensphasen gibt. ...mehr

Das Festival Düsseldorf Photo+ widmet sich mit über 50 Ausstellungen dem Medium Fotografie. Damit und mit anderen Neuerungen positioniert sich Düsseldorf als selbstbewusste Bewerberin für den inoffiziellen Titel deutsche Fotohauptstadt

Düsseldorf im Fotofieber – Teil III


Weiter zur alten Garde der Düsseldorfer Galerienszene, der Konrad Fischer Galerie in der Platanenstraße. Deren Direktor Thomas W. Rieger komplettiert das vierköpfige Leitungsteam des Festivals Photo+, das noch durch die Projektleiterin Ljiljana Radlovic, den Galeristen Rupert Pfab und die Künstlerin Pola Sieverding ergänzt wird. In ...mehr

Das Festival Düsseldorf Photo+ widmet sich mit über 50 Ausstellungen dem Medium Fotografie. Damit und mit anderen Neuerungen positioniert sich Düsseldorf als selbstbewusste Bewerberin für den inoffiziellen Titel deutsche Fotohauptstadt

Düsseldorf im Fotofieber – Teil II


Auch zahlreiche Galerien beteiligen sich an der Düsseldorfer Biennale Photo+, etwa die im Stadtteil Flingern gelegene Galerie Rupert Pfab, die mit zwei Ausstellungen aufwartet. So sind im Erdgeschoss in der Schau „Viking Venus“ Fotoarbeiten und Skulpturen von Astrid Busch, Jahrgang 1968, zu sehen. Aufnahmen, die sie während eines Stipendiums im Istanbuler Stadtraum von moderner und traditioneller Architektur sowie von Fundstücken gemacht hat, unterzieht Astrid Busch einem komplexen Transformationsprozess, der reale und künstlich erzeugte Bildebenen miteinander amalgamiert und die Endergebnisse nahezu wie Malerei erscheinen lässt oder diese sogar in dreidimensionale Formen (rück-)übersetzt. Als Bildträger dienen teils ungewöhnliche Materialien wie papierdünn ausgewalzte Weißgoldbleche oder Jacquardgewebe. ...mehr

Auch in Wien mussten Museen und Kunstvereine auf Grund der Corona-Pandemie zum zweiten Mal ihre Pforten schließen. Die Galerien allerdings sind weiterhin geöffnet und trotzen der schwierigen Situation mit einem anspruchsvollen und ambitionierten Programm. Ein Rundgang durch aktuelle Ausstellungen

Von der Geschichte über Erinnerung und Mythologien bis zur Natur


Ungeachtet des immer größeren finanziellen Drucks, abgesagter Messen und fehlender Besucher gibt es sogar Zuwachs in der österreichischen Galerieszene. Victoria Dejaco und Michael Wonnerth-Magnusson eröffneten den jüngsten Neuzugang mit einer Schau des Künstlers Georg Petermichl im vergangenen September. Nachdem die beiden Kunsthistoriker jahrelang für Galerien, Kunstvereine und Sammlungen tätig waren oder selbst kuratierten, gingen sie den Weg in die Selbstständigkeit und mieteten Räumlichkeiten im Innenhof eines barocken Gebäudes in der Ballgasse im ersten Wiener Gemeindebezirk. Nomadische Plattformen und heimische Project-Spaces sind die produktiven Brutstätten, an denen sich die beiden Neu-Galeristen orientieren. Junge, noch unbekannte Künstler haben hier ihre ersten Auftritte. ...mehr

Die Münchner Galerien starten nach einem schwierigen Pandemie-Halbjahr an diesem Wochenende ihre Herbstsaison. Die altbewährte „Open Art“ und das frische Format „Various Others“ ziehen dabei an einem Strang und wollen München als Galerienstadt zu mehr Ausstrahlung verhelfen

Besuch aus Berlin


Nach Düsseldorf, Köln und Frankfurt öffnen am Wochenende auch Münchens Galerien ihr Tore ganz weit, um die neue Saison einzuläuten. Vor zwei Jahren hat „Various Others“ erstmals frischen Wind in das populäre, aber auch zur Erstarrung neigende Galerienwochenende gebracht. Und nicht nur das. Das junge und offene Format gab der Kunstszene der Stadt neue Energie und neuen Input. Dabei forcierten die „Various Others“-Macher um den Galeristen Johannes Sperling, den Jahn und Jahn-Mitarbeiter Tim Geißler und Sarah Haugeneder vom Espace Louis Vuitton nur eine kunsthändlerische Idee, die in den 1920er Jahren schon genauso üblich war, wie in den 1970ern: den kooperativen Austausch unter den Galeristen. ...mehr

Anselm Kiefer präsentiert seinen neuen Werkzyklus über Walther von der Vogelweide derzeit in der Salzburger Galerie Thaddaeus Ropac

Gedrückte Halme und flirrende Luft


in der Ausstellung „Anselm Kiefer – Für Walther von der Vogelweide“

Während die Veranstalter der Salzburger Festspiele in diesem Jahr durch die globale Corona-Pandemie gezwungen waren, sowohl ihr Angebot, als auch die Anzahl der Tickets zu reduzieren, kommen Kunstliebhaber in der Stadt an der Salzach immer noch auf ihre Kosten. Beeindruckend ist die Soloschau mit neuen Arbeiten von Anselm Kiefer, die in der Villa Kast, der Galerie von Thaddaeus Ropac, zu sehen ist. Die Ausstellung umfasst achtzehn großformatige Arbeiten, mehrere Gemälde und eine Installation von 2019/20, die im südfranzösischen Barjac entstanden sind, einem Ort, der bereits Anfang der 1990er Jahre zu einem der Lebens- und Arbeitsmittelpunkte des 1945 in Donaueschingen geborenen Künstlers wurde. ...mehr







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