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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Galerien

Frauenpower in Berlin: Wiebke Siem und Ann Veronica Janssens in der Galerie Esther Schipper

In Nacht und Nebelräumen


in der Ausstellung „Wiebke Siem: Damenskulptur“

„Damenskulptur“, so lautet der Titel der aktuellen Ausstellung von Wiebke Siem, die am Samstag in der Berliner Galerie Esther Schipper eröffnete. Im nachtschwarz gestrichenen Ausstellungsraum hängen rätselhafte, schlanke Wesen von der Decke. Handgefertigt aus unifarbenen Stoffen, nehmen sie die Formensprache der Bauhaus-Ära auf. Die mehr als zwei Meter langen, marionettenartigen Figurinen bestehen aus roten Bommeln oder sorgfältig vernähten, gewalkten Stoffen, wie man sie von Lodenmänteln oder Wollkleidern kennt. Irritierende Elemente wie an Pflanzen erinnernde Wurzeln oder Zweige, eine kecke Pudelmütze oder vier Hände an einer Figur verleihen den Hängenden Individualität, Ambivalenz und einen ironischen Unterton. Ganz neue, korrespondierende Zeichnungen von Wiebke Siem legen eine Benutzbarkeit nahe. Warum sollte man diese surreal aufgeladenen Wesen nicht auch wie Schals umlegen können? Mit diesen aktuellen Arbeiten knüpft die 1954 in Kiel geborene Trägerin des Goslarer Kaiserrings von 2014 auch an ältere Textilarbeiten an. ...mehr

07.11.2017

Der Künstler als innovatives Stil-Chamäleon: Die Berliner Gnyp Gallery präsentiert jetzt mit dem polnisch-amerikanischen Maler Wojciech Fangor einen hierzulande zu Unrecht unbekannten Repräsentanten polnischer Nachkriegskunst

Virtuose der Unschärfe


Wojciech Fangor, NJ 18, 1965

In seinem Geburtsland Polen wird er ganz selbstverständlich zu den Klassikern der Nachkriegsmoderne gezählt: der polnisch-amerikanische Maler, Grafiker, Bildhauer, Plakat- und Installationskünstler Wojciech Fangor (1922-2015). Doch auch außerhalb seines Heimatlandes wurde Fangor, dessen Werk fast so wechselvoll und vielfältig ist wie die gesamte Kunstgeschichte der Nachkriegszeit, in den vergangenen sieben Jahrzehnten immer wieder mit wichtigen Ausstellungen geehrt: so etwa 1959 im Amsterdamer Stedelijk Museum und in den 1960er Jahren im New Yorker Museum of Modern Art und im Guggenheim Museum. In Deutschland jedoch ist dieser Künstler, abgesehen von einem kurzen Intermezzo Mitte der 1960er Jahre in Berlin, noch nahezu unbekannt. ...mehr

Zum 29. Mal findet am Wochenende die Open Art in München statt. Erneut macht die Galerienszene an der Isar klar, dass sie nicht viel von Spektakel hält. Doch die Namen der präsentierten Künstler sprechen für sich: David Lynch, Gregor Hildebrandt, Florian Süssmayr, Brigitte Kowanz beispielsweise

Klassiker und Newcomer der Szene


David Lynch, All I Want For Christmas Is My Two Front Teeth, 2012

Dass sich am Vernissageabend der Open Art München am morgigen Freitag in der Galerie Karl Pfefferle eine Schlange der Neugierigen bildet, ist nicht ausgeschlossen. Pfefferle zeigt in seiner Ausstellung „Smiling Jack“ Zeichnungen, Gemälde und Fotografien des Kultregisseurs David Lynch. Das ist ein Ereignis. Denn in Europa ist Pfefferle der einzige Galerist, der das Werk des Amerikaners vertritt. Wie seine berühmten Filme von „Blue Velvet“ bis „Twin Peaks“ besitzen auch diese Arbeiten eine dunkle unergründliche Seite. Seine Zeichnungen wirken wie Skizzen zu noch nicht konzipierten Filmen. Sparsam in der Farbe, fast naiv im Stil und nicht selten mit integrierten Schriftzügen. Pfefferles Statement: „Lynch entwickelt seine Bildwelten aus der Dunkelheit heraus, sie scheinen mehr zu verbergen als preiszugeben und ihre Anziehungskraft ist oft in einer Mischung aus Bedrohlichem und Skurrilem begründet. Das Geheimnis liegt hinter und unter den Dingen und die Wahrheit in diesem Geheimnis.“ ...mehr

Die Gruppenausstellung „Look at Us!“ in der Berliner Gnyp Gallery zeigt zwei Dutzend Künstler auf der Suche nach den Grundkonstanten der menschlichen Existenz

Lolitas und Schmerzensmänner


Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Die intensive Beschäftigung mit den Themen Identität, Herkunft, Körper oder sexuelle Orientierung beeinflusst das Leben vieler Menschen – und speziell auch das Schaffen vieler Künstler. Gerade in Zeiten globaler Verunsicherung, massiver politischer Machtverschiebungen, aber auch von Selfie-Wahn und fluiden digitalen Identitäten wird die Beschäftigung mit dem menschlichen Sein zu einem wichtigen Thema. Eine umfassende Bestandsaufnahme menschlicher Physiognomien und Ausdrucksformen unternimmt jetzt die Gruppenschau „Look at Us!“ in den neuen Räumen der Berliner Gnyp Gallery. Zu den weiter bestehenden Räumlichkeiten auf einer Beletage in der Knesebeckstraße eröffnet die Charlottenburger Galerie mit dieser Präsentation ihren gleich um die Ecke in der Hardenbergstraße zu ebener Erde und vis-à-vis von der Universität der Künste gelegenen zusätzlichen Ausstellungsort. Galeristin Marta Gnyp will ihn in Zukunft mit großen Wechselausstellungen bespielen, während die angestammten Galerieräume weiterhin für kleinere Studiopräsentationen und als Showroom zur Verfügung stehen. ...mehr

Es muss nicht immer nur New York sein: Der junge amerikanische Maler Zachary Armstrong feiert internationale Erfolge. In der Berliner Gnyp Gallery zeigt der Mann aus Dayton, Ohio, jetzt seine neuesten Gemälde

Freundliche Dämonen


Die eigenen Kinderzeichnungen und die der besten Freunde gleich dazu als Referenz- und Quellenmaterial für großformatige Gemälde zu benutzen, das klingt erst einmal ungewöhnlich. Doch der 1984 geborene amerikanische Maler Zachary Armstrong befindet sich in bester Gesellschaft, wenn es um die Wertschätzung von Kinderzeichnungen durch arrivierte Künstler geht. Ob Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, Paul Klee, Pablo Picasso, Joan Miró, Jean Dubuffet oder die Mitglieder der international zusammengesetzten Künstlergruppe CoBrA: Sie alle haben im Laufe ihrer Karriere Sammlungen von Kinderzeichnungen zusammengetragen und sich von der Unverkrampftheit kindlichen Bildschaffens inspirieren lassen. ...mehr

Rundgang durch die Galerien im Wiener Freihausviertel

Neuzugänge


In dem von Vintage-Läden und Modeateliers geprägten Freihausviertel – auf der gegenüberliegenden Seite des Naschmarkts und in der Nähe vom Wiener Karlsplatz – hat sich rund um die Schleifmühlgasse ein spannendes Zentrum für internationale Gegenwartskunst etabliert. In enger Nachbarschaft befinden sich hier mehrere wichtige Galerien. Der Oberlichtsaal einer ehemaligen Druckerei auf Nummer 5, nunmehr Adresse der Galerie Georg Kargl Fine Arts, bildet einen imposanten Rahmen für die Ausstellungen, die der Galerist Künstlern wie Markus Schinwald, dem Duo Markus Muntean und Adi Rosenblum oder Gerwald Rockenschaub seit 1998 ausrichtet. Mittlerweile hat Kargl sich auf 350 Quadratmeter vergrößert, nicht nur mit spannenden Räumlichkeiten im Untergeschoß, sondern auch mit der 2005 eröffneten „Box“, bei der Richard Artschwager die Fassade gestaltete. ...mehr

Das Gallery Weekend Berlin lockte wieder zahlreiche Sammler und Kunstfreunde in die deutsche Kapitale

Im Zickzackkurs durch Berlin


Bei der Eröffnung der neuen Galerieräume von Esther Schipper

Schon der Einstieg war vom Feinsten: Die Galerie Esther Schipper eröffnete bereits am Donnerstagabend – also schon vor dem offiziellen Auftakt des am Sonntag beendeten 13. Gallery Weekends Berlin – ihre neuen großzügigen Räume auf dem ehemaligen Verlagsgelände der Zeitung „Der Tagesspiegel“ in der Potsdamer Straße mit einem exklusiven Cocktail-Empfang. Champagner und überaus ästhetische Häppchen, eingebettet in essbare Miniaturlandschaften, die mit den Kunstwerken der beiden Hauskünstler Anri Sala und Angela Bulloch um Aufmerksamkeit konkurrierten – da fühlte sich die aus aller Welt angereiste Sammlerklientel sofort wohl. Ob die Rubells aus Miami, die Horts aus New York oder Patrizia Sandretto Re Rebaudengo aus Turin: Eben noch auf der Art Cologne unterwegs, reichten sich die Topsammler jetzt auf dem Gallery Weekend die Hand. Schnell sprach sich herum, welche Stationen auf der Zickzacktour durch die Hauptstadt zu der Pflichtkür zählten. ...mehr

Ich schminke mich, also bin ich: Die New Yorker Malerin Gina Beavers zeigt in der Berliner Gnyp Gallery neue Gemälde, die sich mit Make-up-Tutorials aus dem Internet beschäftigen

Dreidimensionale Lippenbekenntnisse


„make up tutorial“. Gibt man diese drei Wörter bei Google ein, so erhält man auf Anhieb 43.500.000 Fundstellen. Auch demjenigen, der sich zuvor mit dieser Materie nicht beschäftigt hat, ist auf Anhieb klar, dass es hier um ein Thema geht, das ganz offensichtlich für Millionen Menschen – überwiegend dürften es Frauen sein – von großer Bedeutung ist. Make-up-Tutorials, zu Deutsch etwa „Schminkanleitungen“, zeigen Schritt für Schritt, wie man mit Lidschatten, Eyelinern, Lippenstift, falschen Wimpern, Mascara und unzähligen anderen Kosmetikprodukten und Werkzeugen Mund und Augen in kleine Kunstwerke verwandelt – mit begrenzter Haltbarkeit jedoch, denn auch das perfekteste Make-up hält höchstens ein paar Stunden. ...mehr

Der Förderverein „Neue Kunst in Hamburg“ unterstützt junge Künstler mit einem Reisestipendium. Die Ergebnisse sind nun in Hamburger Galerien zu sehen

Reisemitbringsel in Hamburg


André Mulzer in der Produzentengalerie

Eine Reise in fremde Weltgegenden kann sehr inspirierend sein. Seit Jahrhunderten begeben sich Forschungsreisende, Schriftsteller und Künstler auf große Tour, um mit vielen Anregungen im Gepäck zu Hause zur Höchstform aufzulaufen. Ob Paul Gauguins Aufenthalte in der Südsee, Johann Wolfgang von Goethes Italienische Reise oder Alexander von Humboldts Expeditionen nach Südamerika – für derart aufwendige Reisen braucht es allerdings immer eine gewisse finanzielle Förderung, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen. ...mehr

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