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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Mainz beleuchtet in einer Ausstellung die Position der Region als Machtzentrum im früh- und hochmittelalterlichen Westeuropa und hat dazu eine Fülle prachtvoller Exponate zusammengetragen

Glanzvolle Kaiserherrschaft im Konsens


Cappenberger Kopf, Niedersachsen. Hildesheim, 1150-1171

Wer wurde da vom Thron gestoßen? Sogleich rückt das vornehmste aller Möbel ins Blickfeld. In die Jahre um 1070 datieren die in Bronze gegossenen Thronlehnen aus Goslar. Zu Gesicht bekam die durchbrochenen Ranken, Blatt- oder Blütenmotive wohl selten jemand, denn bei Gebrauch verdeckten kostbare Stoffe die Lehnen. Experten zählen das Objekt zu den kunsthistorisch eindrucksvollsten Schmiedearbeiten des Mittelalters. Zuletzt wurde es 1871 bei der Eröffnung des Reichstages in Berlin von Wilhelm I. verwendet, der damit augenfällig an das römische Kaiserreich anknüpfen wollte. ...mehr

11.09.2020

Das Belvedere in Wien widmet sich mit Zbynek Sekal einem großen Unbekannten der Kunst nach 1945 und stellt dessen Werk erstmals in einer umfangreichen Präsentation vor

Kunst ohne Eigenschaften


in der Ausstellung „Zbynek Sekal“

Mit der Ausstellung „Zbynek Sekal“ beweist das Belvedere 21 in Wien erneut, dass es neben den großen Namen auch wenig bekannte Avantgardekünstler pflegt. In der lichtdurchfluteten Ausstellungshalle im Erdgeschoss werden über siebzig Objekte des hierzulande kaum bekannten Künstlers inszeniert. Kuratiert wurde die Schau von Harald Krejci, der seit 2009 im Belvedere für die Kunst der Zwischen- und Nachkriegszeit bis 1960 sowie die österreichische Exilkunst des 20. Jahrhundert zuständig ist. ...mehr

06.09.2020

Das Konstanzer Rosgartenmuseum feiert mit einer Jubiläumsschau seinen 150. Geburtstag. Dabei steht auch der fortwährende Wandel des Hauses im Fokus

Zunfthaus, Wunderkammer, Vergnügungsplatz


Marmorbüste von Ludwig Leiner, Gründer des Rosgartenmuseums in Konstanz

Ohne Stiftungen oder die Initiativen engagierter Idealisten wäre heute die Museumslandschaft deutlich ärmer. Dies gilt auch für Konstanz. Ludwig Leiner, Spross einer alten Patrizierfamilie, Inhaber einer florierenden Apotheke und dadurch finanziell unabhängig, war ein Botaniker und manischer Sammler. Schon bald begann der Allrounder, neben Herbarien und naturkundlichen Objekten gotische Skulpturen, Bilder, Mobiliar oder Chroniken vor der Zerstörung zu retten. Als die Bodenseestadt 1863 an das Eisenbahnnetz angebunden wurde, verstärkte sich das wirtschaftlich-industrielle Wachstum. Historische Quartiere mussten neuen Wohn- und Gewerbekomplexen weichen. Das grassierende „Pfahlbaufieber“ führte daneben zu einer Anhäufung ausgegrabener Relikte. Der Platz in Leiners Stadthaus war bald erschöpft, so dass ihm die Stadtväter im Jahr 1869 das ehemalige Zunfthaus der Metzger als Ausstellungshaus seiner Objekte zur Verfügung stellten. In dem 1454 errichteten „Haus zum Rosgarten“ eröffnete Leiner 1870 seine „Alterthumshalle“. ...mehr

26.08.2020

Das Leopold Museum in Wien stellt die Werke Hundertwassers und Schieles gegenüber und entdeckt in ihnen viel Aktualität

Wahrzeichen der Versöhnung zwischen Menschen und Natur


Friedensreich Hundertwasser, Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon Schieles, 1965

Viele glauben, das Werk von Friedensreich Hundertwasser zu kennen. Er gehört zu der Kategorie belächelter Künstler, dessen Arbeiten man sofort wieder erkennt und zuordnet, nur weil man schon so oft im Souvenirladen an all den Postkarten, Kalendern, Regenschirmen und Tassen mit seinen fröhlich bunten Motiven vorbeigelaufen ist. Der 1928 als Friedrich Stowasser geborene Autodidakt prägte jedoch nicht nur als Maler die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreich hinaus. Als Vorkämpfer der Ökologiebewegung war er ebenso visionär, wie als Gestalter von Lebensräumen und als Erfinder einer grünen Architektur. ...mehr

Der Westfälische Kunstverein zeigt in Münster die erste institutionelle Einzelausstellung der Französin Ève Chabanon in Deutschland

Der Mehrwert, möglicherweise


in der Ausstellung „Ève Chabanon – Chapter 3“

Ein repräsentativer Tisch steht mitten im Ausstellungsraum. Seine Oberfläche setzt sich scheinbar aus unterschiedlich gemusterten Marmorarten zusammen. Doch weit gefehlt. Was aussieht wie ein edler Werkstoff, ist in Wirklichkeit nur bemalter Gips. Ève Chabanon, deren künstlerische Praxis auf vielfältigen Kollaborationen mit anderen Kulturschaffenden beruht, hat ihn von einem jungen tschetschenischen Migranten gestalten lassen, der diese aufwändige Technik in seiner früheren Heimat erlernt hat. Wie viele andere auch befindet er sich in der prekären Lage, über kulturelle Fähigkeiten zu verfügen, für die es in seiner neuen Heimat, den Pariser Banlieues, leider keinen Bedarf gibt. Mit ihren neue Gemeinschaft stiftenden Workshops, Langzeitprojekten und Ausstellungen verleiht Ève Chabanon transkulturellen Produzentinnen und Produzenten, deren Talente in ihrem Exilland nicht wirklich nachgefragt werden, seit vielen Jahren eine neue Sichtbarkeit. ...mehr

Das Berner Zentrum Paul Klee zeigt die erste Retrospektive der amerikanischen Künstlerin Lee Krasner in der Schweiz: Das Porträt einer Unbeirrbaren

„Ich habe vor Pollock, während Pollock, nach Pollock gemalt“


Aus dem übermächtigen Schatten ihres prominenten Ehemanns Jackson Pollock hervorzutreten, mit dem sie von 1945 bis zu dessen tragischem Tod 1956 verheiratet war, fiel Lee Krasner nie leicht. Ihr trotziger Ausspruch weist auf eines schnell hin: Sie wollte als eigenständige Künstlerpersönlichkeit gesehen werden und ist dies in jedem Fall, wie nun eine umfassende Retrospektive im Zentrum Paul Klee in Bern klar vor Augen führt. Mit Werken der 1920er bis 1970er Jahre sortiert die Schau in chronologischen Schaffensphasen das Œuvre der 1908 in New York geborenen Malerin und führt dabei eindrucksvoll vor allem die Wandelbarkeit der sich stets neu erfindenden energetischen Kreativen vor. Ein „Signature Style“ ist vergeblich zu suchen, aber dafür ermöglicht die Präsentation ein spannendes Eintauchen in die verschiedenen, oft eng mit der Biografie verknüpften künstlerischen Phasen eines ereignisreichen Lebens. ...mehr

Das Lentos Kunstmuseum in Linz entdeckt Josef Bauer und präsentiert seine Kunst zwischen Konkreter Poesie, Malerei, Performance und Skulptur

Der Buchstabenläufer


in der Ausstellung „Josef Bauer – Demonstration“

Mit Werken von Josef Bauer zeigt das Lentos Kunstmuseum eine im internationalen Kunstgeschehen bisher kaum wahrgenommene Position. Bauer, der 1934 in Wels geboren wurde, gehört zu den wesentlichen Protagonisten der konzeptuellen Kunst in Österreich seit den 1960er Jahren. Im Umkreis der Wiener Gruppe mit den Poeten Gerhard Rühm, Friedrich Achleitner und Oswald Wiener entwickelte er eine – im wahrsten Sinne des Wortes – skulpturale Sprache, die Körper und Objekte zueinander in Beziehung setzt. ...mehr

Das Clemens-Sels-Museum in Neuss hat sich der Hinterglasmalerei verschrieben und stellt moderne sowie zeitgenössische Positionen gegenüber

Leuchtende Präsenz auf fragilem Grund


Michael Jäger, Lester 4, 2019

Ob Steinmalerei oder Geweihmöbel, ob Eat Art oder Sepulkralskulptur – die Zahl vermeintlicher Randgebiete in der Kunstgeschichte ist breit gefächert. Dazu zählt auch die Hinterglasmalerei. Die im Grenzbereich zwischen Kunstgewerbe und Kunst angesiedelte Technik rückwärtiger Bemalungen von Glastafeln gründet zwar in der Volkskunst und wird daher eher mit Andachtsbildern oder Votivtafeln in Verbindung gebracht, doch stieg sie im beginnenden 20. Jahrhunderts zu einer maßgeblichen Gattung der klassischen Moderne auf. Gabriele Münter griff sie um 1908/09 auf und führte sie in der Gruppe des „Blauen Reiters“ ein. Bereits 1911 wurden Hinterglasbilder von Wassily Kandinsky, Franz Marc oder Heinrich Campendonk in München ausgestellt. Der 1912 erschienene Almanach „Der Blaue Reiter“ publizierte nahezu ein Dutzend Hinterglasbilder. Die erste Einzelausstellung von Campendonk 1923 im Krefelder Kaiser Wilhelm Museum enthielt ausschließlich Glasbilder. Darauf aufbauend, führte sie August Macke bei den Rheinischen Expressionisten ein. Die Berliner Avantgardegalerie „Der Sturm“ stellte sie ebenso aus, und selbst am Bauhaus entstanden Hinterglasbilder. ...mehr

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nimmt in Düsseldorf Pablo Picassos Schaffen während des Zweiten Weltkriegs in den Blick

Gegenseitige Befreiung


Pablo Picasso, Nature morte au crâne de bœuf, 5.4.1942

„Ich habe den Krieg nicht gemalt“, erklärt Pablo Picasso kurz nach der Befreiung von Paris einem US-amerikanischen Journalisten des „San Francisco Chronicle“, der in den Bildern, die der Künstler zwischen 1939 und 1945 erstellt hat, nach einer verborgenen politischen Botschaft sucht. „Aber ich bin sicher“, präzisiert Picasso weiter, „dass der Krieg Eingang genommen hat in die Bilder, die ich geschaffen habe.“ Eine Ausstellung in der Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet sich dieser feinen Differenz, mit der Picasso die eigene Position und Haltung während der prekären Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich beschreibt. Die Schau, die in Kooperation mit dem Musée de Grenoble und dem Musée national Picasso-Paris entstand und coronabedingt noch bis Ende Juli zu sehen ist, fokussiert auf das Schaffen des spanischen Künstlers während des Zweiten Weltkriegs. Sie folgt ihm an die Orte, an denen sich Picasso in den Kriegsjahren aufhält, spürt nach, unter welchen Umständen er diese Zeit erlebt, mit wem er in Kontakt steht und ob der Künstler in seinen Werken auf die Kriegsgräuel reagiert. ...mehr

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