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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Nature morte au crane / Pablo Picasso

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Mit einer Einzelschau des Metallbildhauers Meuser und einem umfassenden Dialog der Sammlungen Grässlin und Wiesenauer bestreitet die Sammlung Grässlin ihre mittlerweile neunte Präsentation in St. Georgen

Ganz zerknautscht im Hier und Jetzt


Georg Herold, Mutteria

St. Georgen ist ein beschaulicher, knapp 13.000 Einwohner großer Ort im südlichen Schwarzwald. Geprägt durch etliche Unternehmen für industrielle Feinmechanik, erlebte die auf rund 850 Meter Höhe gelegene Kleinstadt seit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert über die Zeiten des Wirtschaftswunders bis hinein in die 1970er Jahre ihre Blütezeit. Damals wurde allerdings auch der historische Ortskern im Überschwang des Erneuerungswillens brutal zerstört. Das Rathaus, diverse Banken, die Post, ein Kreisverkehr und der wuchtige Bau des Deutschen Phonomuseums bilden heute das letztlich austauschbare Ensemble des Stadtkerns. Eine Kleinstadt wie viele andere in den westlichen Bundesländern – wäre da nicht die kunstsinnige Familie Grässlin. ...mehr

21.09.2018

Im Museum im Kulturspeicher Würzburg überwindet der deutsch-japanische Künstler Hiroyuki Masuyama die Grenzen von Zeit und Raum und gewährt einen neuen Blick auf die Welt

Mittags leuchten die Sterne am hellsten


Hiroyuki Masuyama, 0, 2016

Es ist dunkel, es herrscht völlige Stille, und nur die Sterne spenden am wolkenlosen Himmel ihr zartes Licht. Kein Geräusch ist zu hören; aber sobald man auch nur den kleinsten Atemzug tut, scheint er in der endlosen Weite hundertfach widerzuhallen. Direkt in der Mitte strahlt oben der Polarstern, um ihn herum leuchten der Große Wagen und Kassiopeia. In pulsierendem Flimmern breitet sich die Milchstraße quer über der dunklen Fläche aus. Folgt man ihrem Lauf begegnet der Blick dem Orion, bevor er langsam über die Magellanschen Wolken gleitet und schließlich an Alpha Centauri hängen bleibt. Unmöglich! Für die Menschen auf der Erde sind die Sternbilder niemals alle gleichzeitig sichtbar. Höchstens vielleicht in einem Planetarium oder in einer Dokumentation der NASA. Oder man befindet sich im Kulturspeicher in Würzburg, genauer in der großen hölzernen Kugel mit dem Titel „0 (Star Sphere)“, einem Werk von Hiroyuki Masuyama. ...mehr

11.09.2018

Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal stellt das Individuelle und Progressive im Schaffen von Paula Modersohn-Becker vor und setzt es in Bezug zu ihrem künstlerischen Umfeld

Auf der Suche nach dem Ich


Paula Modersohn-Becker, Mutter mit Kind an der Brust (Halbakt), 1906

Die Geschichte der Kunst ist nicht gerade arm an Einzelgängern, die sich schwer mit den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen taten. Ihr individuelles Kunstschaffen abseits des Mainstreams erwies sich später aber als richtungweisend. Auch Paula Modersohn-Becker gehört zu dieser Gruppe. Zwar konnte die 1876 in Dresden geborene und in Bremen aufgewachsene Künstlerin während eines mehrmonatigen London-Aufenthaltes Zeichenkurse an der St. John’s Wood Art School besuchen und dann in Bremen privaten Zeichenunterricht nehmen. Doch auf Wunsch ihrer Eltern absolvierte sie zwischen 1893 bis 1895 ein Lehrerseminar. Zeitlebens musste sie sich bei den Eltern für ihren Malstil rechtfertigen, obgleich sie 1898 erfolgreich ihr Studium an der Zeichen- und Malschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen abschloss. ...mehr

10.09.2018

Form, Proportion und Farbe: Die Villa Hügel in Essen widmet Josef Albers, einem der faszinierendsten und einflussreichsten Künstler und Kunstpädagogen des 20. Jahrhunderts, eine umfangreiche Retrospektive. Sein Weg führte ihn von Bottrop über das Bauhaus bis an die Yale University

Schule des Sehens


in der Ausstellung „Josef Albers. Interaction“

Er war Künstler, Pädagoge und Kunsttheoretiker. Und die Behauptung ist wohl nicht übertrieben, dass er, der eher Stille, der einflussreichste Kunsthochschulprofessor überhaupt war, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA gewirkt hat. Der in Bottrop geborene und 1933 in die USA ausgewanderte Sohn eines Dekorationsmalers hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich Kunstrichtungen wie die Minimal Art und die Konzeptkunst überhaupt erst entwickeln konnten. Zu seinen Schülern, die er von 1933 bis 1949 am berühmten Black Mountain College in North Carolina und ab 1950 an der Yale University unterrichtete, zählen später weltberühmt gewordene Künstler wie Donald Judd, Robert Rauschenberg, Eva Hesse und Richard Serra. Sein eigenes Werk wird jedoch meist auf eine bestimmte Serie reduziert. Höchste Zeit also, es einmal in seiner gesamten Bandbreite vorzustellen. ...mehr

07.09.2018

Auslösen und bis zehn zählen: Die Ausstellung „Wim Wenders Sofort Bilder“ bei C/O Berlin im Berliner Amerika Haus versammelt jetzt 240 sehenswerte Polaroid-Aufnahmen aus den Archiven der Wim Wenders Foundation

Die Materialisierung des Augenblicks


Wim Wenders, In Sydney, frühe 1980er Jahre

Mit preisgekrönten Spielfilmen wie „Der amerikanische Freund“ von 1977, „Paris Texas“ von 1984, „Der Himmel über Berlin“ von 1987 oder „The Million Dollar Hotel“ aus dem Jahr 2000 ist Wim Wenders international berühmt geworden. Danach hat er sich lange Zeit auf die Produktion von Dokumentarfilmen verlegt. Noch im Mai feierte sein Film „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ auf den Filmfestspielen in Cannes Premiere. Dass der 1945 in Düsseldorf geborene und heute in Berlin lebende Regisseur, Produzent, Fotograf und Autor jedoch neben der Filmkamera auch jahrzehntelang eine Polaroid-Sofortbildkamera als tägliches Werkzeug zur skizzenhaften Aneignung der Welt benutzte, zeigt jetzt die Ausstellung „Wim Wenders. Sofort Bilder“ in der C/O Berlin Foundation im Amerika Haus. ...mehr

31.08.2018

Berlin feiert den italienischen Aktions- und Objektkünstler Michelangelo Pistoletto jetzt anlässlich seines 85. Geburtstags mit einer Ausstellung in den Räumen der Italienischen Botschaft. Mit seiner Stiftung „Cittadellarte“ entwickelt der Grandseigneur der Arte Povera Ideen für eine bessere Gesellschaft

Der Maestro, der die Welt retten möchte


Michelangelo Pistoletto, Terzo Paradiso, 2018

Rund 1100 Kilometer liegen zwischen Berlin und Biella, einem 45.000-Einwohnerstädtchen im italienischen Piemont am Fuße der Alpen. Hier wurde im Jahr 1933 der italienische Aktions- und Objektkünstler sowie Kunsttheoretiker Michelangelo Pistoletto geboren. Bis heute lebt der Mitbegründer der Arte Povera-Bewegung im idyllischen Biella, wo er mit seiner Stiftung „Cittadellarte“ in einer ehemaligen Wollspinnerei aus dem frühen 20. Jahrhundert auf 20.000 Quadratmetern eine Kulturfabrik betreibt, in der Künstler, Schüler, Studenten und Besucher in kreativen Prozessen nachhaltige und soziale Themen erforschen. ...mehr

29.08.2018

Zeitgenössische Kunst in der Albertina: Das Wiener Museum gibt in seiner Contemporary Art-Reihe den neuen Abriss aus seinem reichen Fundus

Für Geschichte und Gegenwart


Gottfried Helnwein, Pink Mouse, 2016

Mit einer Auswahl von 70 Werken bietet die Albertina derzeit einen Einblick in ihren umfangreichen, 20.000 Werke zählenden Bestand zeitgenössischer Kunst. Den Auftakt der von Antonia Hoerschelmann kuratierten Ausstellung bilden drei großformatige Gemälde des Österreichisches Gottfried Helnwein. Sein Gruppenbild „Epiphanie III (Darstellung des Herren im Tempel)“ von 2015/16 sowie „Das Gemurmel der Unschuldigen“ von 2012 und „Rosa Maus“ von 2016, die bereits in der Contemporary-Reihe vor einem Jahr am selben Ort zu sehen waren, übernehmen gleich zu Beginn die Aufgabe, die Besucherinnen und Besucher vom grausamen Realismus des Dargestellten zu fesseln. Schmerz, Verletzung und Gewalt sind wiederkehrende Motive in Helnweins beunruhigenden Arbeiten. Die verstümmelten Figuren verlangen nach einer Erklärung, die die Bilder verschweigen. Momente nationalsozialistischer Ikonografie irritieren gleichermaßen wie solche aus Manga- und Anime-Welten und fügen sich zu einer Ästhetik des Schreckens, die Helnwein auf hohem Niveau kultiviert. ...mehr

Vier beteiligte Institutionen in drei Ländern, dazu Kooperationen mit Künstlern, Musikern, Wissenschaftlern, Architekten und sogar einer Pfarrerin aus dem Basler Münster. Das Projekt „Black Madonna“, mit dem Theaster Gates bis in den Winter 2019 im Kunstmuseum Basel, dem Sprengel Museum Hannover, der Fondazione Prada in Mailand und dem Münchner Haus der Kunst zu Gast ist, gliedert sich in vier autonome Ausstellungen, die sich jedoch inhaltlich und formal zu einem großen Ganzen zusammenfügen

Kunst, politisches Engagement, soziale Praxis und Religion


Theaster Gates, From the archives of the Johnson Publishing Company

Im Fokus von Theaster Gates’ im Englischen gelegentlich als „Social Practice Installation Art“ bezeichneter Kunstpraxis stehen sowohl Recherche und Erforschung materieller, politisch-gesellschaftlicher, religiös-spiritueller oder ästhetischer Phänomene, als auch ein von aktivierenden, mitunter auch aktivistischen Elementen getragener Transformationsgedanke, der sich in enger Kooperation mit unterschiedlichen Communities manifestiert. Kunst, politisches Engagement und soziale Praxis stellen für ihn keine Gegensätze dar. Zentral ist immer der Dialog mit dem Publikum, der häufig durch partizipatorische oder performative Elemente hergestellt wird. In Deutschland bekannt geworden ist Theaster Gates insbesondere durch seine Teilnahme an der Documenta 13 im Jahr 2012. Unter seiner Anleitung transformierten Arbeitslose aus Kassel und Chicago das 1826 erbaute und zuletzt leerstehende „Hugenottenhaus“ in ein bewohnbares und funktionierendes Labor, das während der Laufzeit der Documenta nicht nur als Ausstellungsort sondern auch als Bühne, Speisesaal und Diskussionsplattform diente. ...mehr

In Merseburg gewähren die Vereinigten Domstifter Einblicke in Kunst und Alltag des Mittelalters. Ausgangspunkt ist die berühmte Chronik des Bischofs Thietmar

Punktlichter mittelalterlicher Lebenswelten


T-Initiale mit eigenhändig eingetragenem Gebetswunsch Thietmars

Im hohen und späten Mittelalter erlebte das Verfassen von Chroniken eine Blüte. Abgeleitet vom griechischen Wort Chronos für Zeit, gewähren die in Prosa verfassten Erinnerungsschriften viele aufschlussreiche Details über damalige Kultur und Lebensumstände. Zwischen 1012 und 1018 verfasste der Merseburger Bischof Thietmar ein nach ihm benanntes Traktat. Motivation war die Sorge um ein angemessenes Gebetsgedächtnis. Diese Verpflichtung zum Gedenken haben die Vereinigten Domstifter nun im Rahmen einer Ausstellung aufgegriffen, um den vor 1.000 Jahren am 1. Dezember 1018 vermutlich in Merseburg verstorbenen Kirchenfürsten stärker in Erinnerung zu rufen. ...mehr

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