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Ausstellungen

Das Belvedere in Wien stellt mit Wolfgang Paalen einer der wenigen österreichischen Surrealisten vor

Visionen in Rauchschwaden


Wolfgang Paalen, L’heure exacte II (Relojes videntes), 1940

Es gibt Künstler, die aus ihren Beobachtungen der Welt malerische Vorstellungen formulieren. Und es gibt Künstler, die ganz aus ihren inneren Visionen die Welt aus diesem Selbst heraus befragen. Der österreichische Maler Wolfgang Paalen verband beides auf besondere Art und Weise: Als Kosmopolit und Weltbürger ...mehr

05.12.2019

Das Von der Heydt-Museum nimmt Oskar Schlemmers späte Schaffensphase am Wuppertaler Maltechnikum in den Blick

Altes Thema, neuer Stil


Oskar Schlemmer, Innenraum mit fünf Figuren, 1928

Oskar Schlemmer verkörperte beredt den kulturpolitischen Impetus des Bauhauses. Aufgewachsen in Baden-Württemberg, wo schon immer die enge Verknüpfung von technischen Raffinessen und ästhetischen Vorstellungen maßgeblich das Handwerk bestimmte, folgte der Schüler von Adolf Hölzel im Jahr 1920 dem Ruf von Walter Gropius an das Weimarer Bauhaus. Hier repräsentierte der 1888 in Stuttgart geborene Schlemmer die Bauhaus-Idee pointiert. Bestes Beispiel dafür ist das von ihm entworfene Bauhaus-Logo mit einer Kopfform in knapp-konstruktiv entwickeltem Duktus. Mit seinem berühmten Gemälde der „Bauhaustreppe“, das heute im Museum of Modern Art in New York hängt, schuf er 1932 quasi das Programmbild der Designschmiede, und dies just zu einem Zeitpunkt, als sie im September dieses Jahres schließen musste. ...mehr

03.12.2019

Neue Blicke auf einen alten Bekannten: Das Bank Austria Kunstforum in Wien versammelt in der Ausstellung „Pierre Bonnard. Die Farbe der Erinnerung“ zahlreiche Werke aus dem späten Schaffen des französischen Postimpressionisten

Der Maler der Erinnerung


Pierre Bonnard, Die sonnige Terrasse, 1939/46

Pierre Bonnard galt lange als ein Zeit seines Lebens dem 19. Jahrhundert verhafteter Maler gutbürgerlicher Verhältnisse und Interieurs. Kaum einmal ist auf seinen Gemälden ein Motiv außerhalb des Schutzraums seiner eigenen vier Wände zu sehen. Die Fährnisse und Widrigkeiten des 20. Jahrhunderts kommen auf seinen Bildern praktisch nicht vor. Dabei hat der 1867 in Fontenay-aux-Roses bei Paris geborene Künstler zwei Weltkriege bewusst erlebt. Auch die maßgeblich von Pablo Picasso, später von den Surrealisten angestoßenen Umwälzungen der Kunst scheinen relativ spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Der spanische Avantgardist bezeichnete ihn gar recht despektierlich als „décadent … am Ende einer Entwicklung, nicht am Anfang einer neuen“. Andere sahen in ihm gar einen Maler, „der keine Probleme aufwarf“. ...mehr

27.11.2019

Das Museum Küppersmühle in Duisburg eröffnet aktuell Diskurse über das Wesen und die Möglichkeiten der Farbmalerei. Dies geschieht im Austausch zwischen Werken Gotthard Graubners und Katharina Grosses

Im Reich der Farbe


in der Ausstellung „Farbe absolut. Katharina Grosse x Gotthard Graubner“

Rasch gerät der Besucher zwischen die Fronten. Auf der einen Seite geben sich stille, tiefe Farbmeere von meditativer Ruhe zu erkennen. Statt scharfer Konturen fließen weiche, geschmeidige Schattierungen. Auf der anderen Seite gerät er in tosende unruhige Farbgewitter. Explosive und flüssige Strukturen wechseln mit geradlinigen Ausschnitten in gesättigten Farben. Große Formate betonen grenzenlose Freiheiten. Eine beispiellose emotionale Wucht der Farbe fesselt derzeit den Besucher des Duisburger Museums Küppersmühle von Raum zu Raum in unterschiedlicher Intensität. Das malerische Zwiegespräch aus 55 Gemälden von Gotthard Graubner und seiner Schülerin Katharina Grosse intendiert mitnichten die oft gebrauchte Lehrer-Schüler-Beziehung, sondern möchte abseits dieses Verhältnisses Kraft, Einsatz und Wirkung von Farben zum Sprechen bringen. ...mehr

Zum 150. Geburtstag rückt eine Ausstellung in Wuppertal das Netzwerk und das bildkünstlerische Schaffen der in Elberfeld geborenen und als Dichterin bekannten Else Lasker-Schüler in den Mittelpunkt

An der Schnittstelle zu bildender Kunst, Lyrik und Theater


Else Lasker-Schüler, Jussuf, 1927

Viele Akteure wirkten in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in der ungemein lebendigen Szene der Avantgarde. In diesem Kontext ist Else Lasker-Schüler vor allem als Lyrikerin eingeführt. Ihre Rolle als Zeichnerin, ihre Schauspieldramen sowie ihre Umtriebigkeit in einem vielschichtigen Netzwerk der zeitgenössischen Kunstszene aus Verlegern, Galeristen und Malern scheint dagegen weniger präsent. Neben über 70 Illustrationen, Briefen oder Büchern der extravaganten Außenseiterin mit jüdischen Wurzeln entfaltet das Wuppertaler Von der Heydt-Museum mit insgesamt über 200 Exponaten von 43 Künstlern ein weit gespanntes Panorama künstlerischer Milieus der damaligen Zeit. ...mehr

Wen die Keramik der Moderne interessiert, der muss noch schnell nach Wien. Nicht ganz 150 Exponate von Künstlern der Wiener Werkstätte aus der Zeit von 1900 bis 1930 präsentiert die Galerie bei der Albertina – Zetter in ihrer derzeitigen Verkaufsausstellung. Ein Top-Stück folgt dem anderen

Best Off der Wiener Keramik


Gudrun Baudisch, Doppelkopf, 1929

Die Rolle der Wiener Werkstätte in der Aufbruchszeit des frühen 20. Jahrhunderts ist unumstößlich: Sie war der Motor eines neuen, modernen Stils mit unverwechselbarem k.u.k. Einschlag. In Museen und auf dem Kunstmarkt werden nicht nur Arbeiten von Protagonisten wie Josef Hoffmann oder Koloman Moser gefeiert ...mehr

17.11.2019

Kräfte bündeln: In München haben sich führende Galerien, Museen und Privatsammlungen zu dem innovativen Format „Various Others“ zusammengeschlossen. Der Ausstellungsreigen im Herbst will auch viele auswärtige und internationale Kunstinteressierte in die bayerische Metropole locken

Wachstum durch Zusammenarbeit


Senga Nengudi, Inside/Outside, 1977

Die Premiere des neuen Münchner Ausstellungs- und Veranstaltungsformats „Various Others“ im Herbst 2018 war offenbar ein voller Erfolg. Nicht anders ist zu erklären, dass die Veranstalter, ein Zusammenschluss von rund 20 Galerien, Off-Räumen, Privatsammlern, aber auch den großen Münchner Institutionen wie dem Haus der Kunst, dem Lenbachhaus, dem Museum Brandhorst, der Pinakothek der Moderne oder dem Museum Villa Stuck, sich in diesem Jahr noch mehr ins Zeug gelegt haben, um „Various Others“ dauerhaft als attraktives Auftaktformat zum Münchner Kunstherbst zu etablieren. Durchaus auch im Wettbewerb mit Berlin, denn die Berlin Art Week und die Messe Art Berlin fanden parallel zum Münchner Eröffnungswochenende statt. „Wir wollen die Stärke Münchens nach außen tragen. Wir wollen zeigen, dass München ein internationaler Standort mit internationaler Strahlkraft ist“, sagt die Mitinitiatorin Sarah Haugeneder, Vorstandsmitglied von „Various Others“. „Nur durch Kollaborationen können wir wachsen.“ ...mehr

Die österreichische Hauptstadt im Herbst: Albrecht Dürer in der Albertina, die Kunstmesse Viennacontemporary und das Galerienfestival „curated by“ – Wien bietet in diesen Wochen ein vielfältiges Programm, das auch zahlreiche internationale Kunstinteressierte in die Donaumetropole lockt

Wien dreht auf


Die Wiener Ringstraßenbahn rattert wie immer zuverlässig und in dichtem Takt durch die innere Stadt. Vorbei an Wahlplakaten und Würstelständen, nächster Halt: Staatsoper. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zur Albertina, wo in diesen Tagen eine Jahrhundertschau zu sehen ist. Meisterwerke Albrecht Dürers, vom legendären Aquarell „Feldhase“ über „Das große Rasenstück“ bis hin zu selten in dieser Fülle gezeigten Ikonen der frühen Druckgrafik, sind hier versammelt. Seit 1959 soll es die erste große Dürer-Schau weltweit sein, so die Ankündigung des Museums. Viele Besucher reisen von weither an, um die häufig reproduzierten Motive des Nürnberger Meisters einmal im Original betrachten zu können. ...mehr

Vom Fotojournalisten zum Bilderjäger im Großstadtdschungel: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen zum ersten Mal in Deutschland eine große Werkschau des in Hongkong lebenden deutschen Fotografen Michael Wolf

Chronist der Megastädte


Laut einer Studie der UNO werden im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Millionenstädten leben. Einer, der dieses Phänomen seit Jahrzehnten mit der Kamera untersucht, ist der 1954 in München geborene Fotograf Michael Wolf. Seit dem Jahr 1994 lebt der ausgebildete Bildjournalist und Dokumentarfotograf in der Metropole Hongkong. Bis 2003 schoss er seine Fotos und Bildgeschichten noch vor allem im Auftrag des Magazins „Stern“. 2004 erfolgte dann nach einigen Unstimmigkeiten mit seinem Arbeitgeber eine radikale Neuorientierung: Michael Wolf entschied sich im Alter von 50 Jahren, sein Glück als freischaffender, autonomer Fotokünstler zu versuchen und statt wie bisher mit Verlagen nur noch mit Galerien zusammenzuarbeiten. ...mehr

Die Galerie Schüller in München bringt zwei Meisterwerke Karl Schmidt-Rottluffs erstmals auf den Kunstmarkt, und das Buchheim Museum widmet dem Expressionisten eine umfangreiche Retrospektive. Doch der Markt für den Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ ist differenziert

Die knappen Momente der Avantgarde


Es liegt nicht an fehlendem Interesse, sondern an den fehlenden Spitzenwerken, dass es um die expressionistischen Maler auf dem Kunstmarkt etwas ruhiger geworden ist. Das ist der Tenor vieler Galeristen und Auktionshäuser. Etwa 30 Millionen Euro zahlte Ronald S. Lauder vor gut zehn Jahren für Ernst Ludwig Kirchners unvergleichliche und damals etwas fahrlässig restituierte „Berliner Straßenszene“, die heute in der Neuen Galerie, Lauders Privatmuseum in New York, zu sehen ist. Das Auktionshaus Ketterer erzielte 2011 für Hermann Max Pechstein den Künstlerrekord von 3,5 Millionen Euro inklusive Aufgeld mit seinem Gemälde „Weib mit Inder auf Teppich“, und auch Karl Schmidt-Rottluffs Auktionsrekord von 3,5 Millionen Euro für seine „Akte im Freien“ bei Christie’s liegt schon ein Dezennium zurück. Die großen Momente der deutschen Avantgarde sind knapp geworden. ...mehr







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