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AktuellAktuell:Journal

Antisemitismus versus Kunstfreiheit: Das zweitägige Symposium „Kontroverse Documenta fifteen“ in der Hochschule für bildende Künste Hamburg versuchte, aus dem Documenta-Schlamassel zu lernen, scheiterte jedoch an der Unversöhnlichkeit der unterschiedlichen Positionen

Einig in der Uneinigkeit


Aufsteller von Taring Padi vor dem Hallenbad Ost

Den Auftakt machte eine Politikerin. Die Hamburger Wissenschaftssenatorin und 2. Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) eröffnete das zweitägige Symposium zum Antisemitismus-Skandal auf der Documenta fifteen mit einer Impuls-Rede: „Antisemitismusdarstellungen haben im Rahmen der Documenta fifteen den Weg in unsere Gesellschaft gefunden... Ich verurteile das aufs Schärfste.“ Die Documenta habe es nicht geschafft, sich diesen Fragen zu stellen. Das gerade veröffentlichte, von Kulturstaatsministerin Claudia Roth in Auftrag gegebene juristische Gutachten zeige, dass es rechtlich zwar wenig Möglichkeiten der Einschränkungen gebe. Doch die Freiheit der Kunst höre da auf, wo die Gefühle anderer verletzt werden. „Nur weil etwas erlaubt ist, ist es nicht automatisch gesellschaftlich hinnehmbar“, so Fegebank. ...mehr

03.02.2023

Mit dem Kulturmanager Andreas Hoffmann kommt ein ebenso professioneller wie unaufgeregter Museumsmann nach Kassel

Ein Hamburger Steuermann für die Documenta


Andreas Hoffmann

Von Hamburg nach Kassel: Prof. Dr. Andreas Hoffmann, seit 2007 Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums, wird am 1. Mai 2023 seine neue Stelle als Geschäftsführer der Documenta und Museum Fridericianum gGmbH antreten. Ein neuer Job in herausfordernden Zeiten. Es ist zu wünschen, dass der erfahrene Kulturmanager und klassische Archäologe die wegen Antisemitismus-Skandalen umstrittene Documenta wieder in ruhigeres Fahrwasser lenken kann. Nach dem Rücktritt der mit der Krisenbewältigung heillos überforderten Generaldirektorin Sabine Schormann wenige Wochen nach der Eröffnung der letztjährigen Kasseler Weltkunstschau waren mit Alexander Farenholtz und Ferdinand von Saint André zwei Interimsgeschäftsführer bestellt worden. Eine Dauerlösung in Gestalt einer Stabilität ausstrahlenden Führungspersönlichkeit hat der ins Trudeln geratene Documenta-Dampfer jetzt dringend nötig. ...mehr

13.01.2023

Zieht man die bauliche Substanz in Betracht, liegt Deutschlands ältester Sektkeller in Trier. In römischer Zeit als Lagerhaus errichtet, stehen heute die überformten Gebäude der Vereinigten Hospitien eindrucksvoll für die Prozesshaftigkeit von Architektur

Im Wandel von 2000 Jahren


Stift St. Irminen Trier

Um das Jahr 400 nach Christus endete sukzessiv die römische Herrschaft nördlich der Alpen. Rasch schmolzen damit auch deren steinerne Hinterlassenschaften. Kriegszerstörungen, Naturereignisse, erneute Verwertung der Baummaterialien ließen nur wenige Reste über dem Bodenniveau übrig. Vor allem in Trier finden sich Ausnahmen von dieser Richtschnur. Von 293 bis 390 nach Christus residierten hier römische Kaiser. Etliche imperiale Bauten wie Thermen, Paläste, Kirchen oder Stadttore boten sich für neue Nutzungen an: Die Porta Nigra wurde zum Kirchenraum, die monumentale Bischofskirche behielt ihre Funktion bis heute bei. Ein umfassender Ausstellungszyklus hat im abgelaufenen Jahr den Untergang des Römerreiches und die Folgen aufgearbeitet. Als im 18. Jahrhundert das Interesse an der Antike erwachte, wurden römische Überreste wieder freigelegt und für neue Zwecke reaktiviert. Dabei ging es nicht nur um spektakuläre Großbauten. Auch die Funktions- oder Wirtschaftsarchitektur rückte in den Fokus und bot sich neuen Nutzungen an. ...mehr

Farbe, Licht und Reflexionen: Der französische Künstler Daniel Buren hat dem Bahnhof Guillemins im belgischen Liège ein neues Kleid verpasst. Die auf genau ein Jahr begrenzte Intervention im Zusammenspiel mit der Architektur von Santiago Calatrava schafft einen ebenso poetischen wie magischen Ort

Walking on Sunshine


Daniel Buren, Comme tombées du ciel, les couleurs in situ et en mouvement, 2022-2023

Bahnhöfe gelten als Kathedralen der Moderne, der Mobilität und des Fortschritts. Gleichzeitig sind sie Orte des Abfahrens und des Ankommens, der Trennung und des Wiedersehens. Kurz gesagt, sind sie Schicksals- und Sehnsuchtsorte par excellence. Viele verfügen tatsächlich über markante Elemente kirchlicher Bauten. Dabei ist ihr Inneres erfüllt mit Lautsprecherdurchsagen, den Gesprächen und Rufen der Reisenden, den Pfiffen der Schaffner, dem Lärm der ein-, aus- und durchfahrenden Züge, den Rollgeräuschen der Koffer und dem lautstarken Schließen der Zugtüren. Ein großstädtischer Bahnhof lässt sich daher als komplexes Gefüge allzeit beweglicher Elemente verstehen, das Performative ist seiner DNA von vornherein eingeschrieben. Der österreichische Schriftsteller Joseph Roth beschrieb sein Verhältnis zu diesen Orten des Übergangs einmal so: „Ich könnte jahrelang zu Hause sitzen und zufrieden sein. Wenn nur nicht die Bahnhöfe wären.“ Der französische Anthropologe Marc Augé hingegen rechnet sie, wie auch Flughäfen, Autobahnkreuze, Busterminals oder Kettenhotels, zu den „Nicht-Orten“, die ob ihrer Austauschbarkeit im Gedächtnis des Reisenden keine besondere Spur hinterlassen. ...mehr

Ida Ekblad, Nora Turato und Rinus van de Velde. Beim diesjährigen Art Weekend im Hotel Castell in Zuoz wurden drei spannende künstlerische Positionen vorgestellt, die sich auf unterschiedliche Art mit Bildern, Sprache und Zeichen beschäftigen

Drei, die es wissen wollen


Das Art Weekend im Hotel Castell im schweizerischen Zuoz ist für seine treuen Fans längst zu einer festen Institution am Beginn des Kunstherbstes geworden. Bereits seit 1993 lädt der Besitzer des Hotels, der Zürcher Künstler und Sammler Ruedi Bechtler, einmal im Jahr unter verschiedenen Mottos zur Begegnung mit Kunst, Künstler*innen, Kurator*innen, Theoretiker*innen und Sammler*innen ein. Während anfangs eher ereignishafte Formate, etwa spektakuläre Sprengaktionen des St. Gallener Konzeptkünstlers Roman Signer, im Fokus standen, hat sich in den letzten Jahren das Format des sogenannten Art Weekends etabliert. Eingeladen werden jeweils zwei bis drei Künstler*innen sowie mit deren Werk vertraute Museumsdirektor*innen oder Kunsthistoriker*innen. ...mehr

Die Stadt Luxemburg und Esch-sur-Alzette sind die beiden größten Orte des Großherzogtums Luxemburg. Das im Ausland noch weitgehend unbekannte Esch ist in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt und kann der Kapitale in mancherlei Hinsicht die Stirn bieten

Aufbruch im alten Stahlrevier – Teil III


Möllerei in Esch-sur-Alzette

Doch zurück nach Esch. Im Stadtteil Belval befindet sich unterhalb eines ehemaligen Stahlwerks die Möllerei, eine Ausstellungshalle, die bis heute den nach Kohle, Ruß und Maschinenöl riechenden Charme der Schwerindustrie verströmt. Im Rahmen der Kulturhauptstadt arbeitet man hier mit den Institutionen ZKM Karlsruhe, Haus der elektronischen Künste (HEK) Basel und dem Festival Ars Electronica in Linz zusammen. Bis vor kurzem war hier die vom HEK entwickelte Schau „Earthbound – Im Dialog mit der Natur“ mit innovativen Darstellungsweisen von Natur in den digitalen künstlerischen Medien zu sehen. Die von den Kurator*innen Sabine Himmelsbach und Boris Magrini zusammengestellte Schau versammelte 19 technisch herausfordernde internationale Positionen und fügte sich kongenial in das stark abgedunkelte Ambiente der Industriehalle ein. ...mehr

Ein Blick auf die Kunst der Zukunft: Das „Forecast Forum Edition 7“ stellte jetzt im Radialsystem Berlin an drei abwechslungsreichen Abenden 18 Bewerber*innen für das internationale Mentorenprogramm und dann die Gewinner*innen vor

Mach, was du machen willst


Forecast Forum Edition 7

Was haben der malawische Comedian Daliso Chaponda, die libanesische Investigativjournalistin Alia Ibrahim, die österreichische Choreografin Florentina Holzinger, die kolumbianisch-französische Filmregisseurin Laura Huertas Millán, die serbisch-amerikanische Künstlerin Ana Prvacki und der indonesische Vokalist Rully Shabara gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, bei genauerem Hinschauen jedoch eine ganze Menge. Alle sechs nämlich fungieren in diesem Jahr als Mentor*innen bei Forecast, einem internationalen Mentorat, das weltweit seinesgleichen sucht. Forecast, gegründet 2015 von dem Regisseur Freo Majer, der bis heute auch als künstlerischer Direktor der Plattform fungiert, ist ein Programm des Vereins Skills e.V. für Wissenstransfer, das international und interdisziplinär angelegt ist. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Kulturproduzent*innen aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Design, Musik, Tanz, Videokunst, Kuration, Theorie und neuerdings auch Journalismus und Unterhaltung mit anerkannten und etablierten Künstler*innen in Kontakt zu bringen. ...mehr

Die Stadt Luxemburg und Esch-sur-Alzette sind die beiden größten Orte des Großherzogtums Luxemburg. Das im Ausland noch weitgehend unbekannte Esch ist in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt und kann der Kapitale in mancherlei Hinsicht die Stirn bieten

Aufbruch im alten Stahlrevier – Teil II


Guillaume Bijl, Le Magicien, 2015

Wer die Stadt Esch besser kennenlernen möchte, der kann das am besten auf dem Skulpturenparcours „Nothing Is Permanent“ tun, den der Luxemburger Galerist Alex Reding kuratiert hat. Schon der Titel, der einem Gemälde des vor 20 Jahren bei einem Flugzeugabsturz im Alter von 35 Jahren tödlich verunglückten Luxemburger Künstlers Michel Majerus entnommen ist, legt es nahe: Nichts hält für immer, der Zahn der Zeit schreitet unablässig voran und stellt so manche Gewissheit in Frage. Dennoch ist Alex Reding darum bemüht, dass einige der 23 Skulpturen, die teils auf Industriebrachen, teils vor wichtigen Gebäuden des Stadt Esch aufgestellt worden sind, angekauft werden und dann womöglich dauerhaft in der Stadt bleiben. Insofern ist der Titel der Schau auch durchaus etwas kokett gewählt. ...mehr

Kurz vor der Art Basel stand Zürich wieder im Zeichen des Zurich Art Weekend. Vom Off-Space bis zur Blue Chip-Galerie waren beim perfekten Sommerwetter alle dabei. Wer zu wenig Zeit für die vielen Ausstellungen hatte, kann sie noch bis in den Hochsommer hinein aufsuchen

Ein Wochenende für die Kunst – Teil II


in der Ausstellung „Théo Mercier: Outremonde – Dream Hunters“

An den drei Tagen des Zurich Art Weekends fand in den Räumen von Luma Westbau die Performance „Dream Hunters“ des französischen Künstlers Théo Mercier statt. In einem Setting aus Sandskulpturen, für das Mercier überwiegend Matratzen und scheinbar schlafende Jagdhunde nachbildete, konnten die Gäste eine Live-Performance erleben, in der fünf Darsteller*innen vom zehnjährigen Jungen bis zum mittelalten Mann in stark verlangsamten, traumartigen Bewegungen miteinander und mit dem Material interagierten. Im Vordergrund standen Motive des Schlafens, der Wachsamkeit, der inneren Einkehr und der Jagd. Die daraus resultierende, sich verändernde Installation „Outremonde – Dream Hunters“ bliebt noch bis zum 4. September bestehen. Weitere Performances gehen Ende August im Rahmen des Zürcher Theater Spektakels über die Bühne. ...mehr

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*Bitte beachten Sie: Die Monatsseiten gehen fliessend ineinander über.







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