Ohne Alfons Walde geht nichts im Wiener Auktionshaus von Wolfdietrich Hassfurther. Auch bei der Versteigerung am 25. März bestreiten drei ausgezeichnete Landschaften in Öl sowie mehrere Menschenbilder wieder den Anfang eines ausgesuchten Querschnitts durch die Malerei der österreichischen Moderne. Von 1935 datiert ein kleiner „Bergweiler“, ...mehr
15.03.2010
Ältere Malerei, Grafik und Zeichnung bei Koller in Zürich
Die ganz dicken Fische sind Koller diesmal nicht ins Netz gegangen: Die Frühjahrssaison lässt das Zürcher Auktionshaus mit Gemälden Alter und Neuerer Meister sowie russischer Kunst am 26. März eher ruhig angehen. 400.000 bis 600.000 Franken lautet der höchste Schätzpreis, den die Experten diesmal vergaben. Der Ausgezeichnete ist ein Duo von Capricci des venezianischen Meisters Michele Marieschi. Zu sehen sind improvisierte Architekturelemente, im einen Fall ein römischer Triumphbogen mit einem Kloster im Hintergrund, im anderen Fall eine Reihe verschiedener Bauten an einem Kanal entlang, darunter ein leicht ruinöser Baldachin mit gotischen Spitzbögen. Virtuos sind diese Fantasien mit Pinsel und Finger auf die Leinwände gezaubert. Der venezianischen Rokokomalerei gehörte auch Francesco Guardi an: Wie gewohnt impressionistisch hingetupft ist ein Blick über den Canal Grande auf den Fondaco dei Turchi mit zahlreichen Personen im Vordergrund. Er ist günstig mit 150.000 bis 200.000 Franken veranschlagt. ...mehr
11.03.2010
Das Publikum honorierte die „Meisterwerke“ zum Jahresauftakt im Wiener Kinsky
Mit einem streng an der Qualität der Objekte orientierten Angebot startete das Wiener Auktionshaus Kinsky am Dienstag ins neue Jahr – und das hat den Käufern gefallen. Wie Perlen an einer Kette reihten sich die „Meisterwerke“, so der Titel der Versteigerung, aneinander und boten dem Publikum kaum eine Verschnaufpause. Es honorierte die rigide Auswahl, zeigte sich vor allem bei der Klassischen Moderne, dem Jugendstil und der Zeitgenössischen Kunst spendabel und hob so manchen Künstler auf das Siegtreppchen des Auktionsrekords. Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 71 Prozent gab sich das Kinsky genauso hocherfreut wie mit dem Umsatz von brutto 5,9 Millionen Euro. Nun will man jährlich eine zusätzliche Auktion veranstalten, bei der wir nur das Beste aus allen Sparten, das der Markt aktuell zu bieten vermag, zum Aufruf kommt. ...mehr
05.03.2010
Mit Max Liebermann und Silberwaren tut sich diesmal der Münchner Versteigerer Art & Auktionen hervor
Seit 1916 bewohnt Max Liebermann eine Villa in der Colomierstraße 3 am Wannsee in Berlin und verewigt das ruhige Dasein in der noblen Wohngegend in zahlreichen Bildern von Haus, Garten und See. Zwischen 1924 und 1933 tut er einen Blick in die baumbestandene Allee vor seinem Anwesen und reichert sie mit einem Auto und einigen Gemüsehändlerinnen an. Das umtriebige gesellschaftliche Leben in einem der zahlreichen Gartenlokale an der Havel nimmt er für ein zweites Werk in Anspruch. Aufgrund einer Fotografie Herbert Sonnenfelds, die das Gemälde auf der Staffelei im Atelier des Impressionisten zeigt, kann der Liebermann-Experte Matthias Eberle es exakt ins Jahr 1933 datieren. Schon allein aufgrund ihres Schätzpreises stehen die beiden flotten Gemäldeskizzen Liebermanns über dem Rest des Programms, das der Münchner Versteigerer Art & Auktionen für den 19. März zusammengestellt hat: Mit 70.000 Euro ist die „Colomierstraße in Wannsee mit Gemüsehändlern“ und gar mit 100.000 Euro das „Gartenlokal an der Havel unter Bäumen“ ausgezeichnet. ...mehr
05.03.2010
„Meisterwerke“, die ihren Namen zu Recht tragen, versteigert das Wiener Kinsky Anfang März
Mit einer erlesenen Sammlung „Meisterwerke“, so der verheißungsvolle und auch berechtigte Auktionstitel, startet das Wiener Kinsky am 2. März in sein neues Auktionsjahr. Unter die knapp 150 Lose hat sich fast Alles gemischt, was künstlerischen Rang und Namen im Österreich des 19ten und 20ten Jahrhunderts hat oder zumindest hatte. Da steht natürlich ein Ferdinand Georg Waldmüller an der Spitze, und zwar mit einem seiner ebenso sachlichen wie subtil psychologisierenden Portraits, das im Jahr 1826 den Freiherrn von Odkolek mit seiner etwas überproportionierten Gattin und den beiden Söhnen in lockerer häuslicher Atmosphäre präsentiert. Als Vorreiter des Realismus macht sich der Wiener Meister hier wieder alle Ehre. 150.000 bis 300.000 Euro soll die mittelgroße Holztafel kosten. Ganz oben rangiert auch Rudolf von Alt, der in solchem Umfeld nie fehlen darf. Er ist mit einer Innenansicht des Marcusdomes in Venedig um 1874 für 35.000 bis 70.000 Euro und dann vor allem mit einer sonnigen Impression des Strandes von Santa Lucia vor Neapel aus den mittleren 1830er Jahren für 70.000 bis 140.000 Euro zugegen. ...mehr
Champagnerlaune und lange Gesichter: Die Art Rotterdam ging am Wochenende mit gemischten Gefühlen zu Ende. Die auf Design spezialisierte Schwestermesse Object Rotterdam sucht noch nach einem klareren Profil
Dichter Nebel hing in den vergangenen Tagen über Rotterdam und ließ zeitweise die Erasmusbrücke, die über die Nieuwe Maas führt und das Zentrum der Stadt mit dem städtebaulichen Entwicklungsgebiet Kop van Zuid verbindet, im Nichts verschwinden. 12.000 Besucher, das sind rund 500 weniger als 2009, ...mehr
Die Arte Fiera Bologna schloss am vergangenen Sonntag mit soliden Umsätzen ab
Davide Gallo lebt in Berlin. Davide Gallo kommt eigentlich aus Mailand und spricht kein Wort Deutsch. Selbst nicht nach drei Jahren Berlin. Davide Gallo ist Galerist. Sein Ladenlokal liegt in der Linienstraße. Sehr angesagt. Trotz der tollen Lage ist die Raummiete gering. Einer von vielen Gründen, warum Davide Gallo nach Berlin kam. Davide Gallo ist ein radikaler Verfechter von Kunstverkäufen via Internet. Sein letztes großes Geschäft, so erzählt er, lief sogar via SMS mit einem Kunden aus Russland, der das Kunstwerk nur im Internet sah und dann alle weiteren Verhandlungen per SMS führte. Bis hin zur Überweisung des Kaufpreises über eine Bank in Shanghai. So sieht für ihn die Zukunft im Kunstgeschäft aus. Trotzdem nahm er nun schon zum dritten Mal an der Arte Fiera in Bologna teil und das mit durchwachsenem Erfolg. Aber Italien ist nun mal seine Heimat, und Massimiliano Nazzi ist italienischer Künstler mit der Vorliebe zum Alttagsschrott, den er zu witzigen Installationen verbaut. ...mehr
„Antique & Kunstmesse Düsseldorf“ läutet den Messereigen 2010 in Deutschland ein
Messen sind Verkaufsschauen. Es geht hier ums Geschäft. Auch am sogenannten Schreibtisch des Ruhrgebietes, in der Landeshaupt- und Akademiestadt Düsseldorf, wird viel Geld für Kunst ausgegeben. Neben großen Firmensammlungen wie bei Henkel oder E.ON stellen auch zahlreiche vermögende Industrielle ein großes Klientel von Käufern. Da scheint die Ausrichtung einer Kunstmesse im Grunde logisch. Nach vielen Vorläufern hat sich die „Antique & Kunstmesse Düsseldorf“ nun trotz Wirtschaftskrise erfolgreich etabliert. Heuer vereint die mittlerweile vierte Ausgabe 92 Aussteller. Nicht nur ökonomisch, sondern vor allem altersbedingt ist das Ausscheiden von 26 Vorjahresteilnehmern zu werten, denen 18 Neuzusagen gegenüberstehen. Neun Händler aus dem benachbarten Ausland, den Beneluxländern und Frankreich, bereichern die schwerpunktmäßig um Niederrhein beheimatete Ausstellerszene. ...mehr
Die Art Rotterdam und die Object Rotterdam gehen an den Start
Wenige Tage nach den Italienern, die mit der Arte Fiera Bologna Ende Januar den europäischen Messereigen für zeitgenössische Kunst eröffnen, starten auch die Niederländer ins neue Messejahr 2010: Vom 4. bis 7. Februar finden die beiden Messen Art Rotterdam und Object Rotterdam statt. Veranstaltungsort der Art Rotterdam ist wie in den vergangenen Jahren das historische Kreuzfahrtterminal der Holland-Amerika-Linie nahe der markanten Erasmusbrücke. In diesem Jahr ist Co-Direktor Fons Hof, der seit 2000 gemeinsam mit Michael Huyser die Art Rotterdam organisiert hatte, alleinverantwortlich für die Kunstmesse und die parallel stattfindende Designmesse Object Rotterdam, die im letzten Jahr Premiere feierte. Sein bisheriger Partner Huyser wechselte im vergangenen April als neuer Direktor an das Zuiderzee Museum in Enkhuizen in der nordholländischen Region West-Friesland. ...mehr
Nachdem der Thalys nachgerüstet hat und dem Bahnfahrenden sowohl mehr Beinfreiheit in allen Klassen als auch eine verkürzte Reisezeit bietet, gibt es keine Ausflüchte mehr, um nicht zur BRAFA nach Brüssel zu reisen. Hat sich diese Messe, die sich im vergangenen Jahr vom Französischen „Foire des Antiquaires de Belgique“ zum Internationaleren „Brussels Antiques & Fine Arts Fair“ umbenannt hat, doch aus einer eher nationalen Antiquitätenschau zu einer internationalen Kunst- und Antiquitätenmesse entwickelt, die ihrem großen Vorbild TEFAF ein wenig auf die Pelle rückt. Nachdem nun auch die Umbau- und Sanierungsarbeiten im ehemaligen Postgebäude derer von Thurn und Taxis abgeschlossen sind, wird man in diesem Jahr in frischem Grün empfangen. Sowohl an den Wänden als auch in den großen Blumenkübeln erinnert alles an Natur und den hoffentlich bald aufkeimenden Frühling. ...mehr