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Marktberichte

Die zweite Auktion aus dem Lager der Stuttgarter Galerie Valentien mit Irene Lehr

Erneut zu Gast bei den Schwaben

Wilhelm Imkamp, Kontraste, 1968

Unter den Anbietern moderner und zeitgenössischer Kunst im deutschen Südwesten ist die Stuttgarter Galerie Valentien eine der ambitioniertesten und interessantesten. Größere Aufmerksamkeit zog das Haus von Freerk C. Valentien im vergangenen Herbst auf sich, als ein reicher Lagerbestand wegen des vorgesehenen Umzugs in die neuen, ...mehr

01.09.2010

Auch die Fotografie trägt zur guten Bilanz des Berliner Versteigerers Bassenge bei

Klassisch und modern

Leopold Ahrendts, Blick auf Gendarmenmarkt, 1863

Bassenge schnitt in diesem Frühjahr in allen Bereichen gut ab. Nicht nur die Alten Meister und die immer weiter in die erste Liga sich vorarbeitenden Modernen erzielten zum Teil ausgezeichnete Ergebnisse, auch die Fotografie machte am 9. Juni mit einigen Spitzenpreisen auf sich aufmerksam. Dabei waren es vor allem die frühen Stücke des verhältnismäßig jungen Mediums, die zu teils heftigen Bietgefechten animierten. Rares aus dem 19ten Jahrhundert war eben außerordentlich gefragt, etwa das fast gemäldehafte, dabei schon im Format miniaturhafte Kinderbildnis „Virginia“ aus der Zeit um 1864 von Julia Margaret Cameron, einer der ersten bekannten Fotografinnen, für 7.000 Euro statt geschätzter 1.500 Euro oder eine Serie exakter Ansichten Berliner Bauten überwiegend des Klassizismus aus den 1850er und 1860er Jahren, die von nicht mehr als 2.200 Euro auf bis zu 9.000 Euro emporkletterten. Für die Veduten vom Gendarmenmarkt, des alten Berliner Doms, der Kurfürstenbrücke mit dem Stadtschloss oder der Königlichen Hof Apotheke ist Leopold Ahrendts verantwortlich. Die jetzt erzielten Preise gehören zu den höchsten auf Auktionen. ...mehr

19.08.2010

Trotz einiger guter Zuschläge lief das Meißner Porzellan in der Auktion mit Alter Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister nicht so recht

Tagessiegerin Carola

Schneeballdeckelvase mit dem Bildnis Königin Carola von Sachsen, Meißen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

So richtig wollte der Funke in der Jubiläumsauktion zum 300sten Geburtstag der Meißner Porzellanmanufaktur nicht überspringen. Zwar hatte der Münchner Versteigerer Neumeister eine sehenswertes Offerte mit etwas über 150 Losnummern zusammengestellt, verkauft wurden davon jedoch nicht einmal ganz 30 Prozent, und nur um ein Stück wurde heftig gekämpft. Das Interesse vor allem an den Telefonen weckte die fast einen Meter hohe Schneeballdeckelvase mit einem Bildnis der Königin Carola von Sachsen. Das gemmenartige Medaillon der Gemahlin des seit 1873 regierenden Königs Albert zierte neben dem sächsisch-schwedischen Allianzwappen die über und über mit Schneeballblüten bedeckte Vase, bekrönt von einer Kartusche mit ihrem Monogramm. Virtuos imitierte das Schmuckstück aus der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts die Formsprache des Rokoko bis hin zu einem fast freifliegenden Engel, der als Griff dient. Trotz der etwas zu übertriebenen Gestaltung ließ ein hessischer Kunsthändler nicht locker, bis er bei 68.000 Euro die Vase sein eigen nennen konnte. Auf dem Etikett waren nur 39.000 Euro gestanden. ...mehr

18.08.2010

Mit Zeichnungen, Aquarellen und einigen Gemälde Alter und Neuerer Meister hat Bassenge in Berlin gute Ergebnisse eingefahren

Färbermeisters Fantasien

Aloys Zötl, Insekten und Elefanten mit Termitenhügel, 1859

Der Eferdinger Färbermeister Aloys Zötl war schon häufiger der Star so mancher Auktion. Dabei hatte der Eigenbrötler zu Lebzeiten kein einziges seiner Aquarelle aus dem legendenumwobenen Bestiarium verkauft. Seine Zeit war noch nicht gekommen. Erst mit dem Surrealismus verstand und schätzte man im 20sten Jahrhundert die skurrile Kunst des 1803 im oberösterreichischen Freistadt geborenen Zötls. Kein Wunder, dass ihn André Breton in seine Liste der „Surrealists avant la lettre“ aufnahm und sein Werk als das prächtigste Tierbuch, was die Welt je gesehen hätte, pries. Doch irgendwie passen seine fantastischen Tierdarstellungen auch in die Epoche der Entdeckungen und Enzyklopädien des 19ten Jahrhunderts; sie waren nur zu frei und bizarr gedacht. So legte Zötl am 14. Dezember 1859 auch ein Blatt mit Insekten, Elefanten und Termitenhügeln scheinbar als wissenschaftliches Anschauungsmaterial an. Doch schon allein die Gestaltung mit trompe l’oeil-Effekten weist sein künstlerisches Interesse aus, und der Elefant nimmt gar menschliche Züge an, da er, scheinbar von den Termiten angefallen, mit gequältem Ausdruck davon trottet. ...mehr

13.08.2010

In der Fotografieauktion bei Lempertz in Köln waren vor allem die Klassiker und bekannte Namen gefragt

Das Kunstwerk der Casati

Sie war eine der schillerndsten und extravagantesten Damen der europäischen High Society zu Beginn des 20sten Jahrhundert: Luisa Casati Stampa di Soncino, Marchesa di Roma. Sie war schön, gebildet und intelligent, modebewusst, exzentrisch, skandalumwittert und verschwenderisch und muss auf die Männerwelt einen unbeschreiblichen Reiz ausgeübt haben. Nach dem frühen Tod ihres Vaters, des wohlhabenden Textilfabrikanten Alberto Amman, galt sie als eine der reichsten Frauen Italiens. Mit 19 Jahren heiratete sie 1900 den Marchese Camillo Casati, was sie nicht abhielt, schon 1903 eine langjährige Affäre mit Gabriele D’Annunzio einzugehen. Als Muse, Kunstmäzenin und Modeikone reiste sie durch Europa, fand schnell Anschluss an die Aristokratie und den Geldadel in London, Paris, Venedig, Rom und München und nannte viele Künstler ihre Freunde. Ihre Bankette, Bälle, Gartenparties, Fuchsjagden und Kostümfeste waren berühmt, füllten die Klatschsspalten der Gazetten und leerten ihre Kassen. Gemäß ihrem Wahlspruch „Ich möchte ein lebendes Kunstwerk sein“ hielt Man Ray im Juli 1935 Luisa Casati bei einem Kostümball des Grafen Etienne de Beaumont fest. Sein Foto zeigt sie als mondäne Gestalt mit langer Robe vor zwei aus Pappe ausgeschnittenen, lebensgroßen Pferden in einer Art Manege. Hier inszenierte sich die Casati als die von ihr bewunderte Kaiserin Elisabeth von Österreich mit deren Pferden Flick und Flock. ...mehr

09.08.2010

Mit der „Munich Contempo“ etabliert sich im Herbst erstmals in München eine Messe für zeitgenössische Kunst. Um den Standort bemühen sich aber auch andere Veranstalter

Das Ende vom Brachland an der Isar

Klaus vom Bruch, Sex toy, 2009

Wenn am letzten Freitag im September die „Munich Contempo“ im Postpalast ihre Tore öffnet, wird München mit seinen schon jetzt existierenden drei Kunst- und Antiquitätenmessen um noch eine Messe reicher sein. Die Expo Management GmbH, die im vergangenen Jahr mit der neu ausgerichteten „Kunstmesse München“ ...mehr

09.08.2010

Zum 15ten Mal laden Bambergs Kunsthändler zum sommerlichen Stelldichein am Fuße des Dombergs ins UNESCO-Welterbe

Ein Spaziergang auf der Karolinenstraße

Zylinderbureau, Berlin, um 1798/99

Gemeinsam ist man stark – das ist die Erfolgsformel der fünfzehn Bamberger Kunst- und Antiquitätenhändler, die sich Jahr für Jahr zusammenschließen, um die „Kunst- und Antiquitätenwochen“ am Rand des Dombergs im Weltkulturerbe zu veranstalten. Parallel zu den Bayreuther Festspielen erhoffen sie sich auch dieses Jahr zum fünfzehnjährigen Jubiläum hochkarätiges Publikum aus aller Welt. Wieder einmal scheint die Rechnung des „Bamberger Modells“, wie es im internationalen Kunsthandel betitelt wird, aufzugehen. Gut gelaunte Händler treten dem Besucher mit einem entspannten Lächeln aus ihren denkmalgeschützten Häusern entgegen, und die quirlige Elisabeth Skantze, seit fünf Jahren für die Eventplanung zuständig, erklärt stolz: „Wir sind das Eldorado des deutschen Kunsthandels.“ ...mehr

Die 41. Art Basel setzt verstärkt auf Kunstvermittlung und Inhaltlichkeit: Mit Künstlergesprächen, Diskussionen und der neuen Sektion Art Parcours im Stadtzentrum definiert sich die größte Kunstmesse der Welt als spannende Plattform der Gegenwartskunst

Den Kopf voller Bilder

„Eile mit Weile“ steht in roten Lettern auf einem großen weißen Transparent, das direkt gegenüber dem Eingang der Art Basel angebracht ist. Von keinem Geringeren als dem Altmeister der Konzeptkunst Lawrence Weiner stammt dieser Appell zur Gemächlichkeit. Weiner hat alle erdenklichen Moden, Trends und Krisen des Kunstmarkts schon erlebt, aber nie mitgemacht. Zum Messeauftakt in Basel drängten gestern pünktlich um 11 Uhr die First Choice-Kartenbesitzer in die Hallen, unter ihnen Top-Sammler wie die Familie Rubell aus Miami, Bianca Jagger oder der russische Rohstoffmilliardär Roman Abramovich. Vermehrt sind in diesem Jahr auch Sammler aus Indien, Fernost und China angereist. Die entscheidenden Deals werden in den ersten zwei Stunden der Messe gemacht. Viele der professionellen Art Consultants und Weiterverkäufer verlassen danach die Art Basel und gehen zufrieden zum Lunch, oft triumphierend wie nach einem gelungenen Börsendeal. Impulsgeber für die gute Kauflaune sind die hervorragenden Ergebnisse der großen Frühjahrsauktionen und der zur Zeit niedrige US-Dollar. ...mehr

Tease Art Fair zum Vierten in Köln

Es ist so schön bunt hier…

Im Schlepptau der Art Cologne haben der Kölner Bildhauer und Kurator Eiko Sabela sowie der Berliner Künstler und Kurator Edmund Piper vor vier Jahren die „Tease Art Fair“ ins Leben gerufen, die sich als programmatische bis experimentelle Plattform für junge zeitgenössische Künstler und Galeristen versteht. Als „kuratierte Entdeckermesse“ will sie sich nicht nur an das privat kunst- und kaufinteressierte Publikum, sondern vor allem an Kuratoren und Ausstellungsmacher wenden. Seither steht ihr das neoklassizistische Gebäude der ehemaligen Eisenbahndirektion am Rheinufer in Köln zur Verfügung. Ein Glück für alle Beteiligten, dass das Gebäude noch keinen anderen Verwendungszweck gefunden hat. In 80 Räumen unterschiedlicher Größe, sowie im Konferenzraum als auch im Außenraum, gab es am vergangenen Wochenende zeitgenössische Kunst, wohin das Auge sah. ...mehr

Eine Kunstmesse als exquisit zusammengestellte Pralinenschachtel: Connaisseure zeitgenössischer Kunst werden auf der international ausgerichteten 28. Art Brussels mit so manchem Leckerbissen verwöhnt

Die Mischung macht’s

Christoph Ruckhäberle am Stand von Sutton Lane, London, Paris und Brüssel

Dauerstau in der europäischen Kapitale. Ausgerechnet am Vernissageabend der Art Brussels hat sich die Brüsseler Stadtverwaltung mal wieder entschlossen, an wichtigen Tunneln Bauarbeiten durchzuführen. In einer Stadt, in der es so viele Tunnel gibt wie Löcher in einem Schweizer Käse, fällt so etwas ins Gewicht. Rund 40 Minuten benötigten Messebesucher, die mit dem Auto angereist waren, vom Stadtzentrum bis zum Expo-Gelände im Schatten des Atomiums. Doch was im Straßenverkehr lästig ist, kann auf einer Kunstmesse nur als positives Signal gewertet werden. Dauerstau herrschte nämlich auch auf den Gängen der am Vernissageabend außerordentlich gut besuchten 28. Art Brussels. Die Spätfolgen der Vulkanwolke fielen denn auch harmloser aus als zunächst befürchtet. Dennoch hatten es sieben Galerien bis zur Eröffnung nicht geschafft, pünktlich nach Brüssel anzureisen. Und auch eine Gruppe wichtiger amerikanischer Sammler war gezwungen, der Messe in diesem Jahr fern zu bleiben. ...mehr







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