Das war wohl doch keine so gute Idee, die der kleine Junge da umgesetzt hat: Mit der grauenhaften Maske eines grimmig-traurigen Clowns vor dem Kopf hat er seine jüngere Schwester offenbar schon durch das ganze Haus gejagt, bis diese sich endlich zur Mutter in die ...mehr
19.05.2013
Irene Lehr profitiert in Berlin von der Stärke moderner und zeitgenössischer Kunst
Mit einem umfangreichen Angebot von Kunst überwiegend deutscher Künstler des 20sten Jahrhunderts aus Ost und West tritt das Berliner Auktionshaus Irene Lehr immer wieder hervor. Hohe Zuschlagsquoten – gemessen allerdings stets an moderaten Schätzungen – belegen, dass die Unternehmerin damit auf ein breites Publikum stößt. Vielfach werden Seitenpfade der kunstgeschichtlichen Entwicklung betreten, diesmal aber waren es dann doch die großen Namen, die zogen. Karl Hofer stand an der Spitze mit einem Stillleben, auf dem der für seinen kantigen, holzschnittartigen Malstil bekannte Künstler in den 1920er Jahren einige Äpfel in und neben zwei Körben und einer Schale gruppiert hat. Das früher im Besitz deutscher Juden, die sich gerade noch vor dem Holocaust nach Amerika retten konnten, befindliche Gemälde war auf 60.000 Euro angesetzt, und bei 60.000 Euro schlug der Hammer auch aufs Pult. Von Lyonel Feininger konnte Lehr das Tuschfederaquarell „Fisherman“ aus den Jahren 1936/38 anbieten. Hier wurde die Schätzung von 30.000 Euro um 6.000 Euro übertroffen. ...mehr
17.05.2013
Eine halbe Milliarde an einem Abend: Die Zeitgenossen bei Christie’s in New York machen’s möglich
Der höchste Auktionsumsatz aller Zeiten – das ist die Botschaft, die die Versteigerung zeitgenössischer Kunst am Mittwochabend bei Christie’s in New York in die Kunstwelt hinaussandte. 495 Millionen Dollar setzte das Unternehmen mit den siebzig Werken international berühmter Künstler des vergangenen halben Jahrhunderts um. Neun Losnummern knackten die Zehnmillionenmarke, ein Dutzend neue Auktionsrekorde wurde aufgestellt, großteils für Künstler, die ohnehin längst auf den vordersten Plätzen rangieren und doch immer noch mehr einspielen als bisher. Gerade die Top Three können als schlicht sensationell gelten: Jackson Pollocks in der für ihn charakteristischen Dripping-Technik mit zahllosen einander überlagernden Farbschlieren gestaltete „Number 19, 1948“ war auf 25 bis 35 Millionen Dollar angesetzt, wurde aber für 52 Millionen Dollar zugeschlagen. Roy Lichtensteins „Woman with Flowered Hat“ von 1963, unverkennbar eine Pablo Picasso-Hommage, erzielte nicht 30 Millionen Dollar, sondern 50 Millionen Dollar, und Jean-Michel Basquiats grauenerregendes Doppelbild „Dustheads“ von 1982 ging für 43,5 Millionen Dollar an einen Europäer. ...mehr
16.05.2013
Klassische Moderne bei Lempertz in Köln mit viel französischer Zutat
„Den Kindern in der dritten Welt zu helfen“ – das war nach eigener Formulierung der große Wunsch von Gustav Rau, ja gleichsam sein Lebenszweck, der er Alles unterordnete: Zwar absolvierte er zunächst ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und schloss es sogar mit einer Promotion ab, um das große väterliche Unternehmen leiten zu können, doch parallel dazu studierte er bereits Medizin. 1970 verkaufte er die Firma, gründete in Schwarzafrika ein Krankenhaus, lebte und wirkte dort bin in die 1990er Jahre hinein, bevor sein schlechter Gesundheitszustand ihn zur Rückkehr nach Deutschland zwang. Und auch seine große Kunstsammlung, die Rau seit Ende der 1950er Jahre zusammentrug und die teils Weltrang genießt, war für ihn „nur ein Mittel zu einem Zweck: notleidenden und kranken Kindern in Afrika oder sonst wo in der Dritten Welt zu helfen“. 2002 ist Rau gestorben, und seine Sammlung ging – überschattet allerdings von jahrelangen Rechtsstreitigkeiten – in den Besitz von UNICEF Deutschland über. ...mehr
Gerhard Richter ist und bleibt der teuerste lebende Künstler der Welt. Dies bestätigte am 14. Mai die Versteigerung zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in New York. Der mittlerweile 81 Jahre alte Deutsche wird nach wie vor als ein Markstein der Kunst des letzten halben Jahrhunderts gesehen, und honoriert wird dabei nicht zuletzt seine enorme Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit. Denn während in der jüngsten Zeit vornehmlich Abstrakte Bilder des Meisters Spitzenergebnisse erzielten, war es am Dienstagabend eines seiner fotorealistischen Werke aus der vorangegangenen Schaffensphase, das die Interessenten zur Höchstform auflaufen ließ. „Domplatz, Mailand“ aus dem Jahr 1968, eine schwarz-weiße, leicht flimmernde und unscharfe Aufnahme des Zentrums der norditalienischen Metropole mit der angeschnittenen Fassade des Domes, war auf 30 bis 40 Millionen Dollar bereits rekordverdächtig taxiert worden. Diese Erwartung bestätigte die fast drei Meter breite Leinwand souverän: 33 Millionen Dollar bewilligte der New Yorker Geschäftsmann Donald L. Bryant für das von der Hyatt Hotels Corporation eingelieferte Ölgemälde, zuzüglich Aufgeld kostete es sogar mehr als 37 Millionen Dollar. ...mehr
Dieser Satz prangte in großen Lettern inmitten der Koje der Galerie Aeroplastics aus Brüssel neben zwei überdimensionierten Bienen, die signalisieren sollen, dass selbst die Natur über uns hinauswachsen kann. Die wichtigste Frage zu Beginn der Messe war wohl: Wie sieht es mit der neuen Leitung ...mehr
24.04.2013
Internationalität findet anderswo statt. Die 47. Art Cologne lockt vor allem deutsche Käufer und schließt mit einem leichten Besucherrückgang gegenüber 2012
„Die Qualität ist sehr gut, aber mir fehlt das internationale Publikum hier“, konstatiert Monika Branicka, die mit ihrer auf polnische und osteuropäische Konzeptkunst spezialisierten Berliner Galerie Zak Branicka auf der 47. Art Cologne zugegen war. „Ich habe das Gefühl, hier kaufen nur deutsche Sammler bei deutschen Galerien.“ Messedirektor Daniel Hug zieht dagegen nach fünf Messetagen eine überaus positive Bilanz: „Für Deutschland sind wir die wichtigste Kunstmesse, keine Frage.“ Nanu, für Deutschland? Da waren doch noch ganz andere Töne zu hören, als Hug 2008 antrat, die Art Cologne kräftig aufzumöbeln. Die einzige wirkliche Konkurrenz in Deutschland, das Art Forum Berlin, war im Niedergang begriffen. 2011 erfolgte dann das endgültige Aus. Die Art Karlsruhe dagegen bleibt eher dem Regionalen verhaftet. Freie Bahn also für Köln: Man wollte sich mit dem Marktführer Art Basel messen, mit New York und London sowieso. ...mehr
23.04.2013
Die Art Brussels soll unter ihrer neuen Chefin Katerina Gregos stärker programmatisch aufgestellt werden. Davon ist heuer noch wenig zu spüren
„Die Kunst siegt immer“ heißt es auf einem atelierfrischen Gemälde von Jonathan Meese. Zu sehen ist dieses Bild mit dem optimistischen, vielleicht sogar programmatischen Spruch am Stand der Pariser Galerie Daniel Templon auf der diesjährigen Art Brussels. Viel Optimismus verbreitet auch die neue Messeleiterin, die in Brüssel lebende griechische Kuratorin Katerina Gregos. Sie ist als künstlerische Direktorin verantwortlich für die Neuausrichtung und Verjüngung der Messe, die sie zu den fünf wichtigsten internationalen Kunstmessen weltweit zählt. Ihre Vorgängerin, die langjährige Messedirektorin Karen Renders, die die Art Brussels in ihrer fünfzehnjährigen Direktorenschaft fest im internationalen Messekontext verankert hat, starb im vergangenen Jahr nach schwerer Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. „Es ist schwer, in ihre Fußstapfen zu treten“, räumt Katerina Gregos ein. Sie bezeichnet Brüssel als Europas aufstrebendste Kunststadt mit vielen Galerien, Museen, Off Spaces, Privatsammlungen und zahlreichen vor Ort arbeitenden Künstlern. „Eine Kunstmesse ist wie das Rad“, sagt sie. „Man kann es nicht neu erfinden, man kann es nur immer wieder verbessern.“ ...mehr
21.04.2013
Die 47ste Ausgabe der Art Cologne hat eröffnet. Die Kölner Kunstmesse ist weiter auf dem Vormarsch
Zwei monumentale Styroporschollen liegen übereinander geschichtet vor dem Haupteingang zur Art Cologne. Grelle, mit der Spritzpistole aufgetragene Farben rücken sie unübersehbar in den Fokus der Messebesucher. Die Kölner verpflichteten diesmal die Berliner Künstlerin Katharina Grosse mit der Gestaltung des Entrees. Doch sobald man sich im Inneren befindet, weicht die von der Plastik vermittelte aufbrausende Spritzigkeit, Dynamik und Präsenz gewohnt geschäftiger Routine. Seit Daniel Hug ab 2008 die Messe agil leitet, hat er die traditionsreiche rheinische Plattform moderner und zeitgenössischer Kunst wieder auf den alten Level gehoben, sie zur einer weit ausstrahlenden Veranstaltung gemacht und ist stetig darauf bedacht, den Abstand zu anderen Spitzenmessen der Branche nicht zu weit auseinanderdriften zu lasen. Heuer geben sich nahezu 200 Aussteller die Ehre. Sogar einige bedeutende Neuzugänge sind zu verzeichnen. So entschlossen sich die Wienerinnen Christine König und Ursula Krinzinger oder Helga de Alvear aus Madrid nach Jahren der Abwesenheit wieder zu einer Teilnahme ebenso wie die renommierte Londoner Galerie Marlborough Contemporary, Moeller Fine Art oder David Nolan.
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21.04.2013
Die 32ste Eurantica in Brüssel läuft wieder parallel zur TEFAF in Maastricht und hofft, von ihrer großen Schwester zu profitieren
Auf den ersten Blick hat sich in Halle 1 der Brüsseler Expo nichts geändert. Der Veranstaltungsort ist geblieben, die Blumendekoration ist vielleicht nicht ganz so aufwendig wie in den vorherigen Jahren, doch sehenswert. Der Autosponsor scheint allerdings abgesprungen zu sein, dafür steht passend zum Thema „Altes mit Niveau“ ein grüner Oldtimer im zentralen Mittelgang der Eurantica. Er ist immer wieder Orientierungspunkt, der einzige, in einem Standlabyrinth, das – glaubt man den Veranstaltern – doch eigentlich ein wohlgeordneter Parcours sein soll, der als zentralen Mittelpunkt einen Marktplatz hat, um den sich die Stände als kleine Inseln gruppieren. Damit soll die Zusammenarbeit der einzelnen Antiquitätenhändler gefördert werden. Vor allen Dingen sollen diejenigen, die sich spezialisiert haben, zum Beispiel Händler mit ausgefallenen Keramiken, von den geschaffenen Synergieeffekten profitieren. Das mag sein. Der Besucher jedoch läuft permanent in irgendwelche Sackgassen, wenn er den Hauptgang mit dem grünen Oldtimer verlässt und nur mal kurz um die Ecke biegt. Schwierig für den willigen Käufer, der verzweifelt den Weg zurück zum begehrten Objekt sucht, nachdem er sich ausführlich auf der Messe umgesehen und verglichen hat. Das ist eine Standplanung, die im Nachgang der Eurantica ernsthaft überdacht werden sollte. ...mehr