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Am 04.05.2016 518 Super Sale: Gemälde, Zeichnungen & Aquarelle

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AktuellAktuell:Auktionen

Gemälde des 19ten Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Pfuschergefahr


Leopold Carl Müller, Ägyptische Wasserträger, 1880

„Sie kennen sie ja, diese graziösen Weiber mit den riesigen Wasserkrügen, die sie so leicht tragen, den einen schlanken immer schön geformten Arm senkrecht gestreckt bis zum Henkel des Kruges, den anderen in die Hüfte gestemmt. Wie herrlich ihnen die Gewänder immer fallen. Wir Maler mit unseren Absichtlichkeiten sind Pfuscher neben diesen Weibern mit dem eminenten Sinn für die Anordnung eines Gewandes.“ So schrieb es der Maler Leopold Carl Müller im Januar 1877 an seinen Freund, den Ägyptologen und Schriftsteller Georg Ebers, während einer seiner insgesamt neun Ägyptenreisen, die er zwischen 1874 und 1886 unternahm. Vielfach wurde der 1834 in Dresden geborene Künstler zu bildlichen Umsetzungen dieses und anderer Motive aus der fernen, orientalischen Welt angeregt, auch wenn er sich dabei der Gefahr aussetzte, eben zum „Pfuscher“ zu werden. Das Urteil der Nachwelt ist mit ihm jedoch insgesamt milde verfahren: Müller gehört heute zu den angesehenen und bestbezahlten Orientmalern des 19ten Jahrhunderts. 350.000 bis 450.000 Euro soll auch die ägyptische Wasserträgerin vor einer reich belebten Stadtkulisse erzielen, die Müller 1880 auf eine querformatige Leinwand bannte: Am 12. Oktober in der Versteigerung von Gemäldes des 19ten Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus Dorotheum. ...mehr

Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

Fundgrube


Gregorius Békessy II., Münzbecher mit dem Wappen des András Semsey, Kaschau 1687

Bunter kann die Mischung kaum sein, die das Stuttgarter Auktionshaus Nagel am 6. und 7. Oktober seinen Kunden präsentiert, und bunter kann sie auch kaum zusammengestellt werden. Da finden sich fein ziselierte Jagdpistolen und Büchsflinten des 18ten und 19ten Jahrhunderts für bis zu 11.800 Euro neben zentralpersischen Teppichen jüngerer Zeit für bis zu 8.000 Euro, gleich darauf tritt im Schätzwert von 20.000 Euro eine dreiteilige Folge hochrechteckiger Altartafeln auf, die von dem spanischen Künstler Vicente Juan Masip 1578/79 begonnen und nach seinem Tod von seinem Sohn Vicente Joanes Masip vollendet wurden, stilistisch allerdings den Eindruck machen, als seien sie von einem Italiener des mittleren 15ten Jahrhunderts gemalt worden. Und so geht das fort über eine Mondsichelmadonna aus der Werkstatt des Lux Maurus um 1510/20 für 5.000 Euro, über Gemälde, Zeichnungen, Bücher und zum Schluss des zentimeterdicken Katalogs findet sich sogar noch eine Vorschau auf die Auktion europäischen Silbers, die Nagel am 5. November versteigern, zuvor aber noch in Peking ausstellen wird. ...mehr

Qualitätvolle Kunst und die gute Provenienz aus der Sammlung Neuberger Berman and Lehman Brothers bescherten Sotheby’s und den Gläubigern der Pleitebank satte Einnahmen

Eisiger Heimweg


Den kalten Wind und die klirrende Kälte scheint man förmlich in dem Ölgemälde von Liu Ye zu spüren. Die metallischen Farben, die vereinfachten Umrisse und die stilisierten Formen der Figuren bringen eine eisige Atmosphäre mit sich. Eine Mutter und ihr Kind gehen mit ihrem Hund „The Long Way Home“ durch den Schnee. Nun tritt das Bild erneut seine Reise für 800.000 Dollar entgegen der Erwartung von 500.000 bis 700.000 Dollar in eine Privatsammlung an. Ebenso wie Julie Mehretus Werk „Untitled 1“ gehört es zu den Topsellern in der New Yorker Auktion von Sotheby’s, wo am vergangenen Samstag die Liquidierung der „Selected Works from the Neuberger Berman and Lehman Brothers Corporate Art Collection“ auf dem Programm stand. Ein Privatsammler blätterte bei der Versteigerung 850.000 Dollar für die dynamische Komposition aus einer von bunten Halbkreisen und Ellipsen überspannten Stadtsilhouette hin und bewilligte ebenfalls mehr als die geschätzten 600.000 bis 800.000 Dollar. Noch nie zuvor hat ein Werk der äthiopisch-amerikanischen Künstlerin einen so hohen Wert bei einer Auktion erzielt. Dieser Kauf ist symptomatisch für die Ergebnisse der Auktion insgesamt. Denn Sotheby’s kann weitere 16 Künstlerrekorde verzeichnen, darunter auch für Glenn Ligons „Invisble Man (Two Viewers)“. Die beiden Leinwände tragen zwei Texttafeln mit der sich auflösenden Selbstbeschreibung eines Mannes. Von 100.000 Dollar schwangen sie sich zu 360.000 Dollar auf. ...mehr

Vor allem mit den Asiatica konnte Koller punkten. Die europäischen Möbel und Einrichtungsgegenstände wollten in Zürich nicht so recht an den Käufer

Teure Papageien


Potpourri, China und Paris, 18. Jahrhundert

Entwarnung kann man an der Möbelfront nicht geben, doch wenigstens blieb auch der ganz große Crash, der die vergangene Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen des Zürcher Auktionshauses Koller im Juni so verheert hatte, diesmal aus. Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 48 Prozent war die Abnahme am 16. September stabil, und die Anzahl der Preise jenseits der 100.000 Franken-Marke stieg wieder an. Doch für die edelsten Filetstücke zeigt der Markt noch immer keinen Bedarf. So blieben auch diesmal die Toplose im Lager stehen: Filippo Buonocores und Bartolomeo Granuccis prunkvolles Spiegelpaar um 1720/30 mit Neapolitaner Palazzoprovenienz, das Lackdamenbureau einer unbekannten Pariser Meisterwerkstatt um 1760 mit täuschend echten Imitationen fernöstlicher Pagodenlandschaften und Pierre Harry Mewesens blumengeschmückte Kommode, allesamt zwischen 140.000 bis 360.000 Franken angesetzt. Für die beiden Stücke der Familie Hache aus Grenoble, ein Bureau Mazarin um 1715/20 von Thomas Hache für 100.000 bis 150.000 Franken und eine rund eine Generation jüngere Konsole von Pierre Hache für 90.000 bis 140.000 Franken, schien augenblicklich niemand den nötigen Platz zu haben. Und auch für Heinrich Ludwig Rohdes prächtigen Mainzer Aufsatzsekretär konnte sich keiner bei 100.000 bis 150.000 Franken erwärmen. ...mehr

Das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein versteigert am kommenden Wochenende über 2.000 Grafiken und Bücher aus mehreren Jahrhunderten

Großes Glück am Rhein


Albrecht Dürer, Das große Glück – Die Nemesis, um 1501/02

Stolz und zuversichtlich schwebt Nemesis über der Panoramaansicht von Klausen im Eisacktal. Von Flügeln getragen, etwas unsicher auf einer Kugel stehend, hält sie sowohl den Kelch zum Lohn für gute Taten als auch die Zügel bereit, um sie dem Unmäßigen anzulegen. Die Unbeständigkeit des Glücks findet ihren symbolischen Ausdruck in der Leichtigkeit des Schwebens und dem unsicheren Standmotiv auf der Kugel. Der Kupferstich „Das große Glück“ oder „Die Nemesis“ von Albrecht Dürer, der um 1501/02 entstanden ist, findet seine literarische Vorlage bei Angelo Poliziano. Der Florentiner Humanist vereint die römische Glücksgöttin Fortuna mit Nemesis, der griechischen Göttin der Vergeltung, in einem lateinischen Gedicht in ein und derselben Gestalt. Erstmals im Kupferstich wendet Dürer hier den Goldenen Schnitt nach dem Proportionsschema des Vitruv bei einer menschlichen Figur an. Einen gegensatzreichen und präzisen Abzug eines frühen Druckzustandes, der aus der Kunstsammlung Basel stammt, kann nun bei Venator & Hanstein zu einem günstigen Schätzpreis von 12.000 Euro beboten werden. Der Nürnberg Künstler ist in der Kölner Auktion außerdem noch mit acht weiteren Arbeiten vertreten, darunter Blätter aus dem Marienleben und der kleinen Holzschnittpassion bis zu 1.500 Euro. ...mehr

Mit niedrigen Bewertungen kam Koller in Zürich bei den Alten und Neueren Meister auf einige gute Ergebnisse

Tod mal zwei


Carl Spitzweg, Lueg ins Land, um 1870

Der Markt mit Gemälden bleibt beim Zürcher Auktionshaus Koller stabil: ohne größere Einbrüche, mit einigen Sensationen. 49 Prozent der Alten und etwas mehr als die Hälfte der 64 Neueren Meister brachte Koller während der gut zweistündigen Veranstaltung am 17. September unter die Leute. Recht vorsichtige Schätzungen für ein im Durchschnitt nicht außergewöhnliches, aber schönes Angebot ließen einzelne Stücke preislich in die Höhe schnellen. Knapp gab es sogar einen Millionenzuschlag: Genau 997.500 Franken inklusive Aufgeld musste ein Münchner Sammlerpaar für Carl Spitzwegs ganz und gar nicht martialischen Festungswachtmeister „Lueg ins Land“ bezahlen, ein um 1870 entstandenes Beispiel feinsinnigen Humors und biedermeierlicher Beschaulichkeit des Münchner Originals. Ohne Aufgeld waren das 850.000 Franken. Die Schätzung für das seit 1937 in Schweizer Privatbesitz befindliche, davor zeitweise in der Neuen Pinakothek in München beheimatete Gemälde hatte bei 300.000 bis 400.000 Franken gelegen. Und 986.000 Franken kostete bei den Alten Meistern Pieter Breughels d.J. und Josse de Mompers d.J. breitformatiges Landschaftspanorama mit einem volkreichen Kalvarienberg im Vordergrund. Die 1618 datierte Leinwand, netto also nur 10.000 Franken günstiger als der Spitzweg, war bei 350.000 bis 500.000 Franken ebenfalls einer der Favoriten gewesen und landete nun in einer russischen Privatsammlung. ...mehr

Kunst und Antiquitäten im Kinsky Wien

Frivole Figuralität


Alexander Coosemans, Stillleben mit Früchten, Spargel und einer Weinkaraffe

Seine 80ste Kunst- und Antiquitätenauktion beginnt das Wiener Kinsky am 28. September mit einem üppig bestückten Stillleben des Antwerpener Malers Alexander Coosemans. Obst und Gemüse wie Spargel, Wein, Pfirsiche, Kürbisse und Granatäpfel sind dort zu einem wie zufällig in die Landschaft hingeworfenen Arrangement komponiert, überragt von einer Rotweinkaraffe und im Hintergrund mit Blick auf ein Gebirge unterm Abendhimmel. Der 1627 geborene Coosemans hielt sich zwischen 1649 und 1651 in Italien auf, vor allem in Rom, wo er mit berühmten italienischen Stilllebenmalern seiner Zeit in Berührung kam. Das 80 mal 96 Zentimeter große Gemälde, das das Kinsky aus einer österreichischen Sammlung für 15.000 bis 30.000 Euro anbietet, lässt manche Ergebnisse aus diesen neuen künstlerischen Erfahrungen erkennen. Vom Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie in Den Haag wurde die Echtheit des Gemäldes bestätigt. ...mehr

Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Ach, wie sie schmerzvoll klagen


Johann Michael Hoppenhaupt II zugeschrieben, Armlehnstuhl, Berlin Mitte 18. Jahrhundert

Das Kunstauktionshaus Neumeister in München lässt die zweite Jahreshälfte wie viele Kollegen eher sanft losgehen. In der Auktion Alte Kunst am 29. September findet sich überwiegend Preiswertes im vier- und niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Antiquitäten stellen eines der Hauptlose in Form eines eleganten Rokokofauteuils, dessen feine Schnitzereien auf die Kunst Johann Michael Hoppenhaupt d.Ä. verweist. Noch in den 1930er Jahren befand sich ein ähnlicher Stuhl im Berliner Schlossmuseum und wurde in der Literatur mehrfach abgebildet. Auch die erhaltenen Entwürfe Hoppenhaupts im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für den Hof Friedrichs des Großen lassen ziemlich sicher auf die Autorschaft des gebürtigen Lausitzers schließen. 35.000 Euro soll das gute Stück kosten. Aus der gleichen Epoche stammt ein feiner Spiegelrahmen mit locker gruppierten Blattranken. Die verfeinerte Stilstufe lässt auf französischen Einfluss schließen, vielleicht entstand der 15.000 Euro teure Einrichtungsgegenstand im Rheinland. ...mehr

Die zweite Auktion aus dem Lager der Stuttgarter Galerie Valentien mit Irene Lehr

Volles Rohr


Auch auf der zweiten Versteigerung von Beständen der Stuttgarter Galerie Valentien durch die Berliner Auktionatorin Irene Lehr kam ein erfreuliches Gesamtergebnis zustande. Fast 590.000 Euro spielten die 266 verkauften Werke am vergangenen Samstag ein. Etwas über 310 Losnummern standen zur Disposition. Das entspricht einer Quote von gut 85 Prozent – gewohntes Lehr-Niveau also. Ein Wehmutstropfen nur, dass sich nicht auch das Hauptlos unter den Zuschlägen wiederfand. Doch 150.000 Euro für ein Blumenstillleben Gabriele Münters aus dem Jahr 1933 war den Sammlern einfach zu viel. Das in Öl gemalte Stück, das in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung neu herausgegebene Werkverzeichnis aufgenommen wird, steht noch für 140.000 Euro auf der Nachverkaufsliste. Zum Hauptlos der Auktion avancierte daher Lyonel Feiningers Tuschfederaquarell „Nieder-Grundstedt“ aus dem Jahr 1917. Auf 40.000 Euro angesetzt, ging das im Juli 1917 datierte Blatt erst bei 62.000 Euro in neue Hände über. ...mehr

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