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Am 19.09.2016 Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts - 190916

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Mary / Franz von  Stuck

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Orientalische Tänzerin, 1912 / Walter Schnackenberg

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AktuellAktuell:Auktionen

Quittenbaum in München hat seine Auktionsserie „Höhepunkte der Design-Geschichte“ diesmal unter das Motto Tischkultur gestellt

Nicht nur Design


Koloman Moser, Paar Stühle, 1904

Zum Abschluss des Jahres gönnt sich das Münchner Auktionshaus Quittenbaum noch einmal eine ganz besondere Auktion. Eingegliedert in die Serie „Höhepunkte der Design-Geschichte“ als die siebte Ausgabe bietet sie eigentlich sogar ein bisschen mehr: Denn das teuerste Stück ist nicht ein Möbel oder eine Lampe, sondern ein Gemälde. Gabriele Münters Ölbild „See am Ostertag“ aus dem Jahr 1935, von der Künstlerin selbst in ihrem Arbeitsheft verzeichnet und von der Münter-Stiftung für das Werkverzeichnis vorgesehen, soll für 130.000 bis 160.000 Euro unter den Hammer kommen. Angesichts des Motivs, das in typischem suggestivem Münter-Blau einen Blick über ein Haus am See hinweg bis zu fernen Bergen bietet, und auch des für die Künstlerin fast stattlichen Formats von rund 65 Zentimetern Breite erscheint der Preis nicht unrealistisch. Die Malereiofferte beschränkt sich dann allerdings nur noch auf Max Peiffer Watenphuls „Landschaft bei Gaeta“ aus dem Jahr 1936 mit einer gleichwertigen Impression aus der Bucht bei Amalfi auf der Rückseite für 15.000 bis 22.000 Euro. ...mehr

Sotheby’s setzt zum Saisonende in Paris Glanzpunkte mit der modernen und zeitgenössischen Kunst

Allegorie der Unterdrückung


„Water-Worshipper“ ist ein Sinnbild für die Unterdrückung der Minderheiten in Nordamerika. Auf der linken Seite der ausladenden Holztafel von 1984 hat Jean-Michel Basquiat eine braunrote Figur mit anklagend ausgebreiteten Armen hingestellt, die an Kachinaholzpuppen der Indianer erinnert; die Figur auf der rechten Seite trägt noch die Fesseln der Gefangenschaft um den Hals, angereichert mit Hinweisen auf die Kolonialisierung. Basquiat wählte den Titel „Wasser-Anbeter“ für sein Kunstwerk, denn sowohl in seiner Heimat Haiti als auch in Afrika gab es die Wasserverehrer, links mit betenden Armen zur Sonne, rechts mit einer Schlange im Arm. Schon mit 24 Jahren schuf er in seiner schroffen, an Kindermalereien erinnernden charakteristischen Art dieses Meisterwerk, diese zum Bild gewordene kulturelle Erinnerung. 2,3 bis 3 Millionen Euro wollen Sotheby’s und der Einlieferer bei der Abendauktion „Art Contemporain“ in Paris dafür sehen. ...mehr

Die Moderne Kunst im Wiener Dorotheum endete mit einer hohen Zuschlagsquote. Doch bei den Spitzenpreisen gab es manche Ausfälle

Kein Bedarf nach Venedig


Weitgehend unaufgeregt verlief die Versteigerung moderner Kunst am 24. November im Wiener Dorotheum. Mit 59 verkauften von 84 angebotenen Werken war die 70prozentige Zuschlagsquote bei einem Bruttoumsatz von knapp 2 Millionen Euro erfreulich hoch, doch den Preisvorstellungen des Hauses wollten die Kunden im Detail nicht immer uneingeschränkt folgen. So blieben einige der Hauptlose wie Giorgio de Chiricos „Venezia – Isola di San Giorgio“ aus einer Serie von Venedigbildern um 1965 bei 180.000 bis 250.000 Euro oder Fritz Wotrubas weiblicher, fast gesichtsloser Torso in Beton aus den 1950er Jahren nach einem Original von 1946 bei 70.000 bis 110.000 Euro unveräußert. Einige andere Arbeiten mussten unterhalb der Schätzungen vergeben werden, bei den Italienern beispielsweise Giacomo Manzùs „Cardinale in Piedi“ von 1975 für 70.000 Euro. Erwartet waren mindestens 80.000 Euro. ...mehr

Wolfdietrich Hassfurther hat in seiner Wiener Auktion Kunst vom 19ten Jahrhundert bis zur Gegenwart versammelt und kann mit einigen bedeutenden Werken der österreichischen Moderne aufwarten

Nachtwandler im Mondschein


Rudolf von Alt, Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse, 1898

Es ist nicht übertrieben, von zentralen Werken der modernen österreichischen Kunstgeschichte zu sprechen, um einige der Angebote des Wiener Auktionshauses Hassfurther zu charakterisieren. Zumindest für ein Werk gilt dies uneingeschränkt: Rudolf von Alts Aquarell „Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse“ aus dem Jahr 1898. Die Wiener Secession, die den bereits 85jährigen Maler in ihrem Gründungsjahr 1897 zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannte, krönte die ungemein dichte, der damals gerade aktuellen Strömung des Impressionismus nahestehende Momentaufnahme industrieller Alltäglichkeit noch im Jahr seiner Entstehung 1898 mit einem goldenen Lorbeerkranz. Unzählige Male war das Blatt seither ausgestellt, unter anderem auch vor fünf Jahren auf der großen Alt-Ausstellung in der Wiener Albertina. Für den Rang, den es folglich einnimmt, erscheinen die 130.000 bis 170.000 Euro, die Hassfurther angesetzt hat, relativ moderat, doch bekanntlich folgt der Markt nicht immer den Gesetzen, die die Kunstgeschichtsschreibung aufzustellen versucht. ...mehr

In der Abendauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Grisebach spielten sich die großen Überraschungen bei den kleinen Preisen ab

Wie die Großen in New York


Hohe Zuschlagsraten, aber ein an den Spitzen mitunter zäher Verkauf – diese Bilanz hat die großen New Yorker Auktionen von Christie’s und Sotheby’s vor drei Wochen gekennzeichnet. Es spricht zunächst einmal für den hohen Standard der Villa Grisebach in Berlin, dass das Ergebnis der Abendauktion moderner und zeitgenössischer Kunst am 26. November ein ähnliches war: eine Zuschlagsquote von gut 84 Prozent, ein Bruttoumsatz von gut 8,5 Millionen Euro, auch zum Teil sehr beachtliche Steigerungen im Mittelfeld, aber die Hoffnungen auf einen Millionenpreis wurden enttäuscht. Zumindest einer war eigentlich fest eingeplant: Mit 1 bis 1,3 Millionen Euro hatten die Experten Emil Noldes Ölgemälde „Landschaft (mit ruhenden Kühen)“ aus dem Jahr 1925 bewertet, doch die Gebote endeten schon bei 850.000 Euro. Es wurde trotzdem zugeschlagen. 800.000 bis 1,2 Millionen Euro sollte Max Beckmanns „Kleines Varieté (in Mauve und Blau)“ aus dem Jahr 1933 bringen, doch auch hier blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück: 750.000 Euro erhält der österreichische Privatsammler für seine Einlieferung. Mit 340.000 Euro immerhin im oberen Bereich der Schätzung landete Max Beckmanns Deckfarbenaquarell „Dream (Traum)“ von 1944. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Verlässliche Grafik


Das teuerste Los der Abendauktion moderner und zeitgenössischer Kunst bei Hauswedell & Nolte am 3. Dezember ist ein Auktionswiedergänger: Wassily Kandinskys 1903 entstandenes Ölgemälde „Park im Herbst“ das sichtlich noch im Bann des französischen Neoimpressionismus steht, war vor ziemlich genau einem Jahr bei Ketterer in München an 190.000 bis 220.000 Euro gescheitert. Der Hamburger Versteigerer bietet den ehemals im Besitz von Kandinskys zeitweiliger Lebensgefährtin Gabriele Münter befindlichen Karton nun für 180.00 Euro an. Auf Platz zwei der zweidimensionalen Arbeiten drängeln sich zwei Werke der fortgeschrittenen Moderne für jeweils 120.000 Euro: Roy Lichtensteins „Hot Dog“, eine auf Email gedruckte Serigrafie von 1964, und Willi Baumeisters starkfarbige Komposition „Mo“, entstanden im Todesjahr des Künstlers 1955 und charakteristisch durch eine große Fläche tiefsten Schwarz im Zentrum des Bildes. ...mehr

Neben den Toplosen der zeitgenössischen Kunst hat Lempertz erstmals auch 37 Werke der klassischen Moderne in eine separate Abendauktion aufgenommen

Exotik an der Ostsee


Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen in Südwester, 1912/20

In gedämpftes Violett, leuchtendes Magentarot, kräftiges Türkis und strahlendes Grün malte Ernst Ludwig Kirchner seine Erna als exotische Schönheit vor einem Leuchtturm an der Ostsee. Nach einer fünfjährigen Pause war Kirchner 1912 das erste Mal wieder auf der Insel Fehmarn, wo das Bild „Mädchen in Südwester“ entstand. Hier verschmilzt durch die Farbgebung die authentische Ursprünglichkeit der Südseeeindrücke eines Paul Gauguin oder Hermann Max Pechstein mit der rauen Ostseekulisse. Beinahe primitiv wirkt Kirchners Gefährtin, Muse und Modell mit ihrem gesenkten Blick und den kantigen Gesichtszügen. Zum Nachdenken regt diese eigenartige aber doch ausdrucksstarke Kombination von Mädchen aus der Großstadt und Hut der Seefahrer an. Nicht unbegründet also schätzt der Versteigerer Lempertz das Ölgemälde auf 1,5 bis 1,8 Millionen Euro und schickt damit das höchst taxierte Werk der klassischen Moderne dieser Herbstsaison in eine deutsche Auktion. ...mehr

Lempertz veranstaltet in Köln erstmals eine Abendauktion mit gehoberer Ware und hat dafür 29 Werke zeitgenössischer Kunst ausgewählt

Trockel an Riley


Jetzt hat auch Lempertz seine Abendauktion. 66 Losnummern hat das Kölner Auktionshaus für ein eigenes abendliches Schaulaufen am kommenden Freitag zusammengestellt. Etwas mehr als die Hälfte gehört den modernen, der Rest den zeitgenössischen Künstlern. Von Letzteren erhofft sich das Haus einen Umsatz von circa 2,1 bis 2,5 Millionen Euro ohne Aufgelder. Millionenpreise wie bei den Modernen werden nicht angestrebt und sind wohl auch nicht zu erwarten, doch einen Favoriten gibt es: ein unbetiteltes Gemälde Sigmar Polkes aus dem Jahr 1993, das alle wesentlichen Merkmale des kürzlich verstorbenen Künstlers enthält. Als Basis dient ein bieder gemusterter Dekorationsstoff, auf dem eine schlierige Interferenzfarbe sich ausbreitet, über der wiederum in Gestalt eines monochrom blauen Punkterasters eine Art Stillleben mit Flasche und drei Gläsern zu sehen ist. 380.000 bis 400.000 Euro soll dieses unverwechselbare Polke-Bild mit hintergründigem Humor kosten. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Ketterer in München

Dickblattgewächs gut getroffen


Es ist schlichtweg ein seltsames Bild: Fast nur Personen sind zu sehen, nur im oberen Bereich kommt ein bisschen Hintergrund zum Vorschein, dem zu entnehmen ist, dass wir uns am hellichten Tag in einer Art Park, jedenfalls im öffentlichen Raum befinden. Das hindert drei der vier Personen, die groß im Bildzentrum stehen, jedoch nicht daran, als Halbakte aufzutreten: ein kräftiger junger Mann links, der mit undurchdringlichem Blick den Betrachter fixiert, rechts hinter ihm ein weiterer Mann mit nachdenklichem, ein wenig resigniertem Blick, sowie als zweite von rechts eine junge Frau, wie als leblose Figur im Dreiviertelprofil mit leerem Blick gezeigt, und nur der Geistliche, der von hinten auf sie einredet, trägt sein obligatorisches Ornat. Was Richard Ziegler, der Schöpfer dieser mit einem Meter Breite durchaus nicht kleinen Leinwand aus dem Jahr 1929, damit aussagen wollte, bleibt offen. Er selbst ist der Zweite von links, und dass diese allseits von Gaffern und Passanten umgebene Gruppe nicht ganz im luftleeren Raum agiert, beweist der Polizist, der dem Maler von hinten auf die Schulter greift, als wolle er ihn festnehmen. So heißt das Bild auch „Die Polizei“. Der Mann links wird als Zieglers Cousin Erwin Weber identifiziert, und vielleicht ist es eine Dreiecksgeschichte, die hier kurz vor ihrem dramatischen Ende steht. Wir wissen es nicht. ...mehr

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