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AktuellAktuell:Auktionen

Alte und Neuere Meister bei Ketterer in München

Blumen statt Mönche


Flandrischer Künstler, Landschaft mit Flusslauf, 2. Viertel 17. Jahrhundert

Eine Woche nach den Modernen und Zeitgenossen liefert Robert Ketterer in München die Alten und Neueren Meister nach. Hier wird es, anders als bei den Künstlern des 20sten Jahrhunderts, keine große Versteigerung Anfang Dezember geben. Die rund 250 Positionen der Auktion am 29. Oktober sind also die Frucht der Akquise des vergangenen halben Jahres. Vor allem bei den Alten Meistern dürften die Erwartungen auch diesmal nicht allzu hoch geschraubt sein: Viele Ölgemälde sind Werke namentlich nicht bekannter Meister, dabei aber durchaus von ansprechender Qualität wie eine flandrischer Landschaft des 17ten Jahrhunderts im Stil Jan Breughels d.J. für 18.000 bis 24.000 Euro oder die drei Freskenfragmente mit Engeln lombardischer Herkunft auf dem frühen 16ten Jahrhundert für bis zu 10.000 Euro. ...mehr

Kunst des 20sten Jahrhunderts bei Irene Lehr in Berlin

Die Macht des Gegenstandes


Nach der erfolgreichen Versteigerung des zweiten Teils aus den Beständen der Stuttgarter Galerie Valentien im vergangenen September geht es bei Irene Lehr am 30. Oktober wieder regulär in Berlin weiter. Die 33ste Auktion versammelt mit über 560 Losnummern ein typisches Lehr-Programm: fast ausschließlich Kunst des 20sten Jahrhunderts mit vielen Künstlern der Zwischen- und Nachkriegszeit sowie einer Reihe zeitgenössischer Kunstwerke – hier konnte die Auktionatorin ihre Stellung erheblich ausbauen. Ein großes Hauptwerk ist diesmal nicht dabei. Die Schätzpreise bewegen sich überwiegend im drei- und vier-, gelegentlich auch im niedrigen fünfstelligen Bereich und lassen Höheres kaum erwarten. Zu wenig umfassend bekannt und geschätzt sind die Künstler der herausragenden Werke wie etwa Franz Heckendorfs nachimpressionistisch quirliges „Ausflugslokal am Großen Wannsee“ aus dem Jahr 1924 oder die „Ruhenden Masken II (Karneval)“ des diesmal zahlreich vertretenen Albert Eberts von 1959 für jeweils 15.000 Euro. Ein Weltstar ist natürlich Joseph Beuys, doch von seinem Multiple „Capri-Batterie“ aus dem Jahr 1985, einer gelben Glühlampe mit zu erneuernder Zitrone in einer unter anderem mit der Anweisung „nach 1000 Stunden Batterie auswechseln“ bedruckten Holzkiste, gibt es zweihundert Ausführungen, deren Nummer 120 bei Lehr 10.000 Euro kosten soll. ...mehr

Karl & Faber in München versteigert beeindruckende Arbeiten deutscher Künstler der Zwischenkriegszeit aus der Sammlung Fishman

Zimmer frei


Krieg, Tod und Gewalt, Vergewaltigungen, Misshandlungen und Lustmorde, Irre und Bettler, Straßenkämpfe und Selbstmorde – leichte Kost ist das nicht, was das amerikanische Sammlerehepaar Marvin und Janet Fishman in den rund vierzig Jahren zwischen etwa 1960 und 2000 an künstlerischen Werken deutscher Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer der 1910er bis 1930er Jahre zusammengetragen hat. Es sind Bilder darunter, die in all ihrer schonungslosen Drastik synonym für jene Epoche stehen: Mondäne Großzügigkeit und tiefstes Elend, Ekstase und tiefste Versenkung in sich selbst, Aufbruch und Resignation. Gier, Lust und Schmerz, Lebenswille und Lebensüberdruss lagen so dicht gedrängt und eng nebeneinander wie vielleicht in keiner anderen Epoche der deutschen Geschichte. Wo die Nachwirkungen des einen Krieges und die Vorboten des anderen Krieges, die beide als Weltkriege in die Geschichte eingingen, eine Zeitspanne von rund zwanzig Jahren prägten, wird man kaum Anderes erwarten können als Extreme, die sich einer hypersensibilisierten Künstlerschaft noch doppelt schwer auf innere Seele und äußeren Ausdruck legten. ...mehr

Das Münchner Auktionshaus Quittenbaum stellt am 26. Oktober ein anspruchsvolles Programm aus Jugendstil und Art Déco zur Verfügung

Tierisch


Gengoult Prouvé, Monsieur el Comte und Monsieur le Baron, um 1874

Begonnen hatte es eigentlich einmal mit Fayencen und Kristall. Weltberühmt geworden ist Emile Gallé zwar mit seinen unvergleichlich variantenreichen, technisch perfekten Glasvasen, doch als der junge Mann 1874 den väterlichen Betrieb in Nancy übernahm, führte er zunächst die Produktion vor allem von plastischen Arbeiten aus Fayence fort. Gleichsam zum lebenden Inventar des Betriebs gehörte auch der Entwerfer Gengoult Prouvé, der selbst einer Künstlerfamilie entstammte. Sein Sohn war der später erfolgreiche Maler und Bildhauer Victor Prouvé, dessen Sohn wiederum der berühmte Architekt und Designer Jean Prouvé. Gengoult Prouvé arbeitete über einige Jahre hinweg auch noch für Emile Gallé, und die Früchte dieses Zusammenwirkens von Ideengeber und Ausführenden bietet das Münchner Auktionshaus Quittenbaum in seiner kommenden Jugendstil- und Art Déco-Auktion am 26. Oktober an: Tierskulpturen. ...mehr

Die Londoner Auktionen mit Gegenwartskunst sind wieder auf dem Vormarsch

Rekordablösung


Die Programme der Auktionen von Gegenwartskunst bei Sotheby’s und Christie’s in London Ende vergangener Woche parallel zur Frieze Art Fair waren sich wieder einmal zum Verwechseln ähnlich – und entsprechend auch die Ergebnisse: In beiden Häusern ließen sich eine Erholung und auf fast angenehme Art auch eine – wohl nicht lange andauernde – Normalisierung des Marktes registrieren. Ihre unprätentiösen, aber qualitätvollen Offerten von Werken meist im fünf- oder sechsstelligen Bereich wurden wohlwollend aufgenommen. Insgesamt rund 30,4 Millionen Pfund erzielte Sotheby’s in seiner Abendveranstaltung am 15. Oktober. Davon entfielen rund 13,2 Millionen Pfund auf die Hauptauktion mit Zeitgenossen, während den übrigen Umsatz die 35 Losnummern des „20th Century Italian Sale“ einspielen. Das war das bisher höchste Ergebnis in dieser Kategorie in der Geschichte des Hauses. In beiden Teilen blieben jeweils nur vier Losnummern unveräußert. Rechnet man noch die knapp 9,7 Millionen Pfund von der Tagesauktion am nachfolgenden Samstag, so konnte Sotheby’s gut 40 Millionen Pfund verbuchen. ...mehr

Neuere Meister im Wiener Dorotheum

Schöne Niederländer haben ihren Preis


Frederik Marinus Kruseman, Winterlandschaft mit Eisläufern vor einem Schloss, 1871

Fast könnte man sie verwechseln, die Auktionsergebnisse der Alten Meister Teil I im Wiener Dorotheum am 13. Oktober und der Neueren Meister am Abend zuvor. Bei 55 Prozent lag die Zuschlagsquote, nach der Anzahl der Lose gerechnet, bei Letzteren, und das Gesamtnettoergebnis von fast 2,4 Millionen Euro fiel nur wenig niedriger aus als bei den Altmeistern. Dort waren es fünf Zuschläge jenseits der 100.000 Euro, hier drei – darunter aber auch der Höchstpreis der beiden Veranstaltungen: Ferdinand Georg Waldmüllers geschmackvoll arrangiertes und lichtdurchflutetes Gemälde „Die Kranzjungfer“ aus dem Jahr 1843 traf mit 360.000 Euro ungefähr die Mitte der ambitionierten, aber durch die vortreffliche Qualität des Gemäldes gerechtfertigen Schätzung. Überdies hatte es erst vor zwei Jahren bei Sotheby’s in London umgerechnet rund 290.000 Euro erzielt. Im Ergebnis erwiesen sich die Gemälde des 19. Jahrhunderts somit als ebenso solide wie die Künstler der frühen Neuzeit. Vor allem das Mittelfeld überzeugte, liegen blieben mehrheitlich Werke im unteren Preissegment sowie einige zu hoch taxierte Spitzenstücke. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Ketterer in München

Der Hölle entronnen


Ketterers „kleine“ Auktion, die am 22. Oktober eineinhalb Monate vor der großen Herbsthauptauktion Werke für meist nicht mehr als 20.000 Euro anbietet, ist eine Fundgrube für Sammler und Liebhaber moderner Kunst, die sich auch abseits der ausgetretenen Pfade ein wenig umsehen wollen. „Seitenwege der deutschen Avantgarde“ ist die entsprechende Schöpfung des Münchner Auktionshauses, die der eigentlichen Versteigerung von Werken des frühen 20. Jahrhunderts jetzt schon zum siebten Mal als eigenständiger Block vorangestellt ist. Die dort auftretenden Namen braucht man freilich keineswegs zu verstecken. Lea Grundig beispielsweise. Vielleicht haben ihre Tätigkeit und die ihres Ehemannes Hans Grundig in der DDR eine weitere Verbreitung in ganz Deutschland bisher verhindert. Vor 1945 gehörten sie zu den Opfern der nationalsozialistischen Kulturbarbarei. Die Tochter jüdischer Kaufleute Lea Grundig entging der Deportation und Ermordung nur knapp durch Flucht. Ihre Tuschfederzeichnung „Holocaust - In den Abgrund“, entstanden 1943 während im palästinensischen Exil, zeugt in ihrer Schonungslosigkeit vom Bewusstsein um die irdische Hölle, vor deren Eingang Grundig stand. Für 15.000 bis 25.000 wird dieses erschütternde Dokument jetzt angeboten. ...mehr

Gegenwartskunst bei Christie’s in London

Jung und erfolgreich


Mehr als 38,2 Millionen Pfund setzte das Londoner Auktionshaus Christie’s bei seiner Abendversteigerung von Gegenwartskunst am 14. Oktober um. Rund 19,6 Millionen Pfund kamen bei den ersten fünfzig Losnummern zustande, die fast ausnahmslos weitervermittelt werden konnten. Wenn auch nicht die großen Sensationen anzupreisen waren, zeigte sich doch, dass das Hochglanzgeschäft mit zeitgenössischer Kunst nach dem Krisenjahr 2009 wieder Tritt gefasst hat. In das Programm hatten sich vor allem jüngere Künstler gemischt, die meist im guten sechsstelligen Bereich abschlossen. Die übrigen circa 18,6 Millionen Pfund spielten italienische Künstler ein: Diese hatte Christie’s mit gut fünfzig weiteren Losnummern in einer eigenen Abteilung zusammengestellt. Hier gab es auch ein eindeutiges Hauptlos und die große Überraschung des Tages: Marino Marinis „Cavaliere“, ein mit knapp 120 Zentimeter nicht einmal lebensgroßes Reiterstandbild, entworfen 1951, in Bronze gegossen vor 1955, und für 3,95 Millionen Pfund zugeschlagen – Auktionsweltrekord für Marini. 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund waren veranschlagt gewesen. ...mehr

Alte Meister im Wiener Dorotheum

Begehrte schöne Frauen


Carlo Maratta, Venus und Cupido

Als „eine der besten Auktionen in der Geschichte des Hauses“ konnte das Wiener Dorotheum seine jüngste Versteigerung Alter Meister am vergangenen Mittwoch bezeichnen. Nun, an die 6,1 Millionen Euro, die Frans Franckens II. große Holztafel „Der Mensch in der Entscheidung zwischen Tugenden und Lastern“ im vergangenen Frühjahr erzielt hatte, reichten selbst die knapp 4,4 Millionen Euro, die die Abendauktion am 13. Oktober einspielte, nicht heran. Ein Millionenpreis konnte diesmal nicht generiert werden. Was diese Veranstaltung aber zweifelsfrei belegte, war die Solidität des Marktes, wenn die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden und mit der Qualität der angebotenen Werke in vernünftigem Verhältnis stehen. So erwies sich vor allem das Mittelfeld bei den fünf- und niedrigeren sechsstelligen Preisen als ziemlich robust. Die Rückgangquote von rund 53 Prozent ist mehrheitlich auf das untere Segment sowie einige doch allzu forcierte Schätzpreise an der Spitze zurückzuführen. ...mehr

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News vom 25.05.2016

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Marion Ermer Preis vergeben

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