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Am 29.10.2016 Auktion 45

© Auktionshaus Lehr

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Blonde Schönheit, 1936 / Conrad Felixmüller

Blonde Schönheit, 1936 / Conrad Felixmüller
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AktuellAktuell:Auktionen

Gute Preise für die großen Namen: Rückblick auf die zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Mit Ehren überhäuft


Dass die wirklich guten Künstler zu ihren Lebzeiten verkannte Genies waren, ist ein Klischee, das allenfalls für ein paar jung verstorbene Außenseiter wie Vincent van Gogh gelten mag. Wer ein gewisses Alter erreicht und sich vielleicht nicht gar zu ungeschickt anstellt, wird es auch zu Lebzeiten schon zu einigem Ruhm bringen. Die Gefahr ist vielmehr, dass sich wie etwa die französischen Salonmaler der 19ten Jahrhunderts die Begeisterung für ihr Werk rasch legt und sie allmählich in Vergessenheit geraten. So entsteht bisweilen ein lustiges Wechselspiel von Ruhm und Bann in der Rezeption der Nachgeborenen. Wie es bei dem im vergangenen Juni verstorbenen Sigmar Polke sein wird, muss sich noch erweisen. Zu Lebzeiten hatte er die breite Anerkennung, die seiner geistvollen, witzigen und doch nicht leichtgewichtigen Kunst gebührt. Auf internationalen Auktionen erzielen seine Werke Millionenpreise, im Gegensatz zu Deutschland: Dort werden die ganz großen Stücke, zumindest auf dem Auktionsmarkt, gar nicht erst gehandelt. Da ist man schon froh, wenn ein mittelgroßes Dekomuster mit Rasterbild und Interferenzfarbengewaber aus den späteren Jahren des Meisters seinen Weg findet, wie jetzt zu Lempertz ein unbetiteltes aus dem Jahr 1993. Der Preis ging kräftig in die Höhe, gemessen an den 380.000 bis 400.000 Euro, auf die das Werk taxiert war: Bei 540.000 Euro endete der Wettkampf – und wieder bediente sich mit einem englischen Händler Kundschaft aus dem Ausland. ...mehr

Rückblick: Bei Sotheby’s in Amsterdam erreichen die „Alten Meister“ gute Ergebnisse

Feines aus den Niederlanden


Gerrit Dou, Alter bärtiger Mann

Nicht gerade groß ist die Tafel, die Gerrit Dou vermutlich in den 1660er Jahren am Ende seines Schaffens bemalte. Mit feinem Pinselstrich brachte der niederländische Barockmaler aus Leiden das Dreiviertelportrait eines alten Mannes auf das Holz. Nichts lenkt von dem energisch fragenden Blick des Dargestellten ab, doch nimmt dieser keinerlei Kontakt zum Betrachter auf. In sich gekehrt schaut er aus der rechten Bildseite heraus. Dunkle und warme Brauntöne erinnern an Rembrandts Werke. Anfang 2006 hatte in der New Yorker Dependance des Hauses ein vergleichbares Werk des Künstlers für rund 1,2 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Angesichts dessen hatten die Experten nun das kleine, erst vor kurzem wiederentdeckte Gemälde mit 150.000 bis 200.000 Euro eher vorsichtig eingeschätzt. Wie das Bietgefecht am 30. November in Amsterdam zeigte, war eine solche Bescheidenheit gar nicht nötig. Mit 430.000 Euro konnte das Bild fast das Dreifache der unteren Taxe einspielen und machte knapp ein Drittel des Nettoumsatzes der Auktion aus. Dieser lag bei einer Zuschlagsquote von rund 57 Prozent bei gut 1,4 Millionen Euro. ...mehr

Bei Van Ham gab es schöne Preissteigerungen und neue Auktionsrekorde. Doch das Kölner Auktionshaus hatte bei der modernen und zeitgenössischen Kunst auch mit Rückgängen zu kämpfen

Glücksritter Bauer


Mit Rudolf Bauer hat der Kölner Versteigerer Van Ham zum zweiten Mal einen großen Erfolg gefeiert. „Yellow Square“, ein annähernd quadratisches Ölbild aus den Jahren 1936/38, schloss sich seinem Bruder, dem „Pink Circle“, den Van Ham vor sechs Monaten für 440.000 Euro versteigert hatte, an und erzielte nun die immer noch höchst beachtliche Summe von 245.000 Euro. Schon dieser etwas krumme Betrag zeigt, dass hier seitens der Interessenten mit Vorsicht und Bedacht vorgegangen wurde. Dennoch wurde die Schätzung von 100.000 bis 120.000 Euro damit mehr als verdoppelt. Ein griechischer Sammler, vielleicht derselbe, der schon seit einiger Zeit die deutschen Auktionshäuser mit seiner Vorliebe für Malerei der Zwischenkriegszeit beglückt, behielt hier die Nase vorn. Eine weitere, in ihrer farbharmonischen Gestaltung fast noch überzeugendere, aber lediglich in Gouache und Tempera gemalte unbetitelte Komposition Bauers aus dem Jahr 1925 kletterte von 6.000 bis 8.000 Euro auf 50.000 Euro. Insgesamt blieb keine der sechs Bauer-Offerten unveräußert. ...mehr

Zezschwitz beschließt das Jahr mit einer großen Auswahl an Muranoglas sowie italienischem Design

Ein Amerikaner auf Murano


Flavio Poli, Hängelampe „Million Flowers“, 1950

Fünf Stangen aus Stahl streben von einem Sockel in die Höhe und halten einen orangefarbenen tropfenförmigen Glaskörper. Er ist mit Opal- und Klarglas überfangen und schimmert in einer zwischenschichtigen Oxidverschmelzung in verschiedenen Blau- und Brauntönen. Dieses artifizielle Glasobjekt stammt von dem Amerikaner Steve Tobin, der sich schon früh von der Natur zu seinen Kunstwerken inspirieren ließ. Als erster Ausländer durfte Tobin auf die Einladung der Glasbläserwerkstatt Seguso Vetri d’arte auf der venezianischen Insel Murano eine eigene Werkstatt eröffnen. Jetzt kommen die beiden Objekte aus der Serie „Cocoon“ von 1989 für jeweils 10.000 Euro bei der Versteigerung im Münchner Auktionshaus Zezschwitz unter den Hammer. Sonst führt die Liste der Glaskünstler fast nur italienische Namen, wie Flavio Poli, der mit seiner Hängelampe „Million Flowers“ von 1950 bei einem vielleicht etwas zu hoch gegriffenen Schätzwert von 55.000 Euro das Spitzenstück der Auktion stellt. Dieses Unikat besteht aus einem Gitternetz auf dem kleine farblose, orange- und rosafarbene Glasblumen mit Goldeinschlüssen angebracht sind. Vier Birnen bringen die eiförmige Lampe zum Leuchten. ...mehr

Die Käufer bei Hauswedell & Nolte wollten nicht alle hohen Erwartungen der modernen und zeitgenössischen Kunst mittragen. Manchmal waren sie von den Arbeiten aber richtig begeistert

Mehr Mut zum Experiment!


Fritz von Uhde, Strickendes Mädchen, 1882/83

Auch der zweite Versuch, Wassily Kandinskys impressionistisches Ölgemälde „Park im Herbst“ auf einer deutschen Auktion an den Mann zu bringen, ist gescheitert: Nach Ketterer in München vor einen Jahr musste am 3. Dezember auch Hauswedell & Nolte in Hamburg bei 180.000 Euro für den 1903 datierten kleinen Karton passen. Dieser Rückgang war, neben Ernst Barlachs Bronzefigur „Der Rächer“ aus dem Jahr 1914 für geschätzte 160.000 Euro, die größte, wenn auch nicht ganz überraschende Enttäuschung der Abendauktion des Hamburger Unternehmens. Insgesamt wurden von den 95 Angeboten 49 übernommen, also gut die Hälfte, was freilich für eine Prestigeauktion ein eher mäßiges Ergebnis darstellt. Wie schon die vergangene Auktion im Juni vermisste man etwas die wirklichen Spitzenstücke sowie eine breite Basis an hervorragenden Werken auch weniger bekannter Künstler, die neugierig hätten machen können. ...mehr

Fotografie bei Van Ham in Köln

Sinnesreize


Den Abschluss des Jahres bildet beim Kölner Auktionshaus Van Ham die Fotografieversteigerung. Rund 280 Losnummern mit unterschiedlicher Provenienzen und circa 160 Aufnahmen aus einer amerikanischen Privatsammlung bestreiten das Gesamtprogramm. Mit allen Arten von Reizen beeindruckt das Hauptprogramm. Oft sind sie weiblicher Natur: Bert Sterns zehnteilige Serie „Marilyn Monroe – The Last Sitting“ aus dem Jahr 1962 in Abzügen von 1978 beispielsweise für 16.000 bis 18.000 Euro oder zum gleichen Preis Heinz Hajek-Halkes berühmter „Schwarz-Weißer Akt“ von 1930/36 ebenfalls freilich nur in einem späteren Abzug wären hier zu nennen. Im eigentlichen Sinne reizvoll sind aber auch die auf den ersten Blick nüchtern-sachlich erscheinenden Arbeiten Andreas Gurskys, weil das Auge doch stetig sucht nach einem festen Punkt oder einer Art Bildmitte in dem Häusermeer von „Cairo, General View“ aus dem Jahr 1992 – eines der fünf Exemplare wird für 35.000 bis 45.000 Euro angeboten – oder dem Fußballfeld von „Liège“ aus dem Jahr 1984 für 20.000 bis 25.000 Euro. ...mehr

Sotheby’s versteigert in London Alte Meister aus Europa mit einem Schwerpunkt auf britischen Meisterwerken

Statussymbol des Adels


George Stubbs, Brood Mares and Foals

Mit dem Titel „Zuchtstuten und Fohlen“ könnte man meinen, bei dem Bild handele es sich um ein wissenschaftliches Werk und es sei ausreichend beschrieben. Doch George Stubbs drückt in der Beziehung der Pferde zueinander, in den sanften Blätterkronen und dem wolkigen Himmel eine Harmonie und Ruhe aus, wie sie ihres gleichen sucht. Stubbs gilt als der unübertroffene Meister in der Darstellung der Pferdezucht, des beliebten Hobbys seiner meist adeligen Auftraggeber. Anmut und Vervollkommnung der Pferderassen stehen hinter dem profanen Motiv von Pferden auf der Weide zurück. Obwohl die Pferde in ihrer Ursprünglichkeit und natürlichen Schönheit gezeigt werden, deutet doch das Strohdach des Stalls im Hintergrund an, dass sie Teil eines finanziellen Investments ihres Besitzers sind. Das Bild, das nun bei Sotheby’s in London versteigert werden soll, ist auf 10 bis 15 Millionen Pfund angesetzt. Denn zu der technischen und motivischen Qualität des Gemäldes kommt noch die hervorragende Provenienz hinzu. Colonel George Lane Parker of Woodbury, der zweite Earl of Macclesfield, gab Stubbs den Auftrag zu diesem Werk. Seither befand sich im Besitz der Familie. So steht das Bild auch für eine große Tradition in der englischen Malerei des 18ten Jahrhunderts. ...mehr

Quittenbaum in München hat seine Auktionsserie „Höhepunkte der Design-Geschichte“ diesmal unter das Motto Tischkultur gestellt

Nicht nur Design


Koloman Moser, Paar Stühle, 1904

Zum Abschluss des Jahres gönnt sich das Münchner Auktionshaus Quittenbaum noch einmal eine ganz besondere Auktion. Eingegliedert in die Serie „Höhepunkte der Design-Geschichte“ als die siebte Ausgabe bietet sie eigentlich sogar ein bisschen mehr: Denn das teuerste Stück ist nicht ein Möbel oder eine Lampe, sondern ein Gemälde. Gabriele Münters Ölbild „See am Ostertag“ aus dem Jahr 1935, von der Künstlerin selbst in ihrem Arbeitsheft verzeichnet und von der Münter-Stiftung für das Werkverzeichnis vorgesehen, soll für 130.000 bis 160.000 Euro unter den Hammer kommen. Angesichts des Motivs, das in typischem suggestivem Münter-Blau einen Blick über ein Haus am See hinweg bis zu fernen Bergen bietet, und auch des für die Künstlerin fast stattlichen Formats von rund 65 Zentimetern Breite erscheint der Preis nicht unrealistisch. Die Malereiofferte beschränkt sich dann allerdings nur noch auf Max Peiffer Watenphuls „Landschaft bei Gaeta“ aus dem Jahr 1936 mit einer gleichwertigen Impression aus der Bucht bei Amalfi auf der Rückseite für 15.000 bis 22.000 Euro. ...mehr

Sotheby’s setzt zum Saisonende in Paris Glanzpunkte mit der modernen und zeitgenössischen Kunst

Allegorie der Unterdrückung


„Water-Worshipper“ ist ein Sinnbild für die Unterdrückung der Minderheiten in Nordamerika. Auf der linken Seite der ausladenden Holztafel von 1984 hat Jean-Michel Basquiat eine braunrote Figur mit anklagend ausgebreiteten Armen hingestellt, die an Kachinaholzpuppen der Indianer erinnert; die Figur auf der rechten Seite trägt noch die Fesseln der Gefangenschaft um den Hals, angereichert mit Hinweisen auf die Kolonialisierung. Basquiat wählte den Titel „Wasser-Anbeter“ für sein Kunstwerk, denn sowohl in seiner Heimat Haiti als auch in Afrika gab es die Wasserverehrer, links mit betenden Armen zur Sonne, rechts mit einer Schlange im Arm. Schon mit 24 Jahren schuf er in seiner schroffen, an Kindermalereien erinnernden charakteristischen Art dieses Meisterwerk, diese zum Bild gewordene kulturelle Erinnerung. 2,3 bis 3 Millionen Euro wollen Sotheby’s und der Einlieferer bei der Abendauktion „Art Contemporain“ in Paris dafür sehen. ...mehr

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