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Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
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AktuellAktuell:Auktionen

Lempertz hat seine „Berlin“-Auktion in „Preußen“ umbenannt und tritt mit einem umfangreichen Programm aus dem Land des Alten Fritz’ an

Die großen Augen des Königs


Charles Amédée Philippe van Loo, Bildnis König Friedrich II. von Preußen, 1766

Preußen im Allgemeinen, gerne auch Berlin und recht viel zu König Friedrich II. definieren die kommende Auktion bei Lempertz. Rund 360 Positionen bestücken den opulenten, mit kulturhistorischen Aufsätzen erweiterten Katalog, der einer chronologischen Anordnung folgt und mit barocken Objekten seinen Anfang nimmt, darunter dem Miniaturbildnis des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg wohl noch aus dem 18. Jahrhundert für 1.000 bis 1.500 Euro oder zwei charakteristischen Kugelfußbechern um 1680 der Berliner Silberschmiede Hans Georg Beltz mit dichtem Blüten- und Blattwerk und Gregorius Quippe mit Adlern zwischen Akanthusranken für jeweils etwa 2.500 bis 3.000 Euro. Als Highlight unter den Gemälden preist Lempertz ein Werk des Hofmalers Charles Amédée Philippe van Loo an. Ein für den privaten Gebrauch gedachtes Bildnis Friedrichs II. präsentiert ihn im mittleren Alter mit ergrautem Haar in schlichter dunkler Kleidung. Die unerwartet großen Augen, die auch vom Titel des Katalogs herausblicken, rahmen die schmale Nase und nehmen eine zentrale Rolle ein. Weniger Repräsentation als vielmehr das Individuum und die Gesichtszüge des Herrschers stehen im Fokus. Freundlich und ernst tritt der Alte Fritz im gemalten ovalen Goldrahmen auf. Auch ein literarisches Nachleben hat das Gemälde aus dem Jahr 1766. Denn Theodor Fontane erwähnte genau dieses mit 80.000 bis 100.000 Euro veranschlagte Portrait in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. ...mehr

Trotz hochkarätiger Objekte bleiben die Möbel bei Koller ein schwieriges Segment. Doch mit außergewöhnlichen Stücken waren die Bieter zu überzeugen und für einige Überraschungen gut

Der Frühling ist da!


Lackkabinett, wohl England, um 1700

Frühlingshaft ist das Lackkabinett „A Fleurs“ aus der Zeit um 1700 mit Blumen bemalt. Auf dem dunklen Grund des schlicht quaderförmigen Möbels stechen die bunten Verzierungen besonders hervor und leuchten auf. Frontal umringen Girlanden zwei Bouquets in Vasen, eines je Tür. Sind diese geöffnet, geben sie den Blick auf ungleich große Schubkästchen frei, die noch dichter mit floraler Ornamentik versehen sind. Das blühende Leben steht bei diesem Kabinett geradezu programmatisch im Kontrast zur Düsternis der vorangegangenen Jahreszeit. Zwei Tage nach dem kalendarischen Frühlingsanfang ließ sich ein Interessent bei Koller vielleicht davon leiten und bot 70.000 Franken für das Stück aus England, das nachträglich auf einem italienischem Sockel des 18. Jahrhunderts mit anthropomorphen Stützen gesetzt wurde. Der Zuschlag, der höchste jenes Verkaufstages, entsprach der Forderung des Auktionshauses. ...mehr

Der Jahresauftakt ist dem Kinsky in Wien mit einer Auktion der kleinen Preise geglückt

Ein Hauch von Nichts


Gustav Klimt, Sitzender Akt nach links, 1904

Gustav Klimt ist einer der beliebtesten Künstler, nicht zuletzt durch seine ornamentale Gestaltungsweise. In seinen Skizzen gewährt er mit einfachen Mitteln einen Einblick in seine Formfindung. Einen Hauch von Nichts hielt der Wiener 1904 in der schlichten Konturzeichnung „Sitzender Akt nach links“ fest. Die Frau winkelt ein Bein an und lässt ihren Kopf auf die Brust fallen. Sie ist tief in Gedanken versunken und mag wohl gerade deshalb im Wiener Auktionshaus Kinsky für Furore gesorgt haben. Mit einem Rufpreis von 15.000 Euro ging das Blatt an den Start und überquerte die Zielgerade mit beachtlichen 65.000 Euro. Damit ist es der teuerste Posten bei der Versteigerung von Jugendstil-Ware, Antiquitäten, Gemälden des 19. Jahrhunderts, der Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst. Bei 32.000 Euro folgte ein weiterer Wiener. Franz Grabmayr sah sein „Tanzbild“ wohl als Akt der Rebellion. Mit wilden Pinselzügen, Spritzern und Klecksen überzog er 1983 die weiße Oberfläche und schuf ein dynamisches Ensemble aus weißen, roten, gelben, grünen und blauen Strichen in mehreren Schichten. Angesetzt war es mit 15.000 Euro. ...mehr

Resultate: Impressionisten und Moderne Kunst bei Sotheby’s in Paris

Eine Vorfahrin des blauen Handschuhs?


Der Beatles-Film „Yellow Submarine“ ist nicht nur aufgrund seiner Lieder legendär, sondern besticht auch mit seinem charakteristischen Zeichenstil. Das Werk von George Dunning aus dem Jahr 1968 hält den Musikern der Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band die musikverachtenden Blaumiesen entgegen. Einer dieser Gegenspieler ist „Glove“, ein blauer Handschuh. Amüsanter Weise erinnert das 20 Jahre vor dem Zeichentrickfilm geschaffene bunte Blatt „Maman fait le marché“ von Victor Brauner an besagten Handschuh. Brauner nutzt auch das Blau im Gesicht der einkaufenden Mutter, ihr Kinn endet sogar in einer magentafarbenen Faust. Sowohl den Film, wie auch Brauners Werk eint die Freude an der Farbe und die surreal-kindliche Verspieltheit. Es ist also nicht überraschend, dass das humorvoll abstrakte Blatt bei der Auktion „Art Impressionniste et Moderne“ bei Sotheby’s in Paris zu den Top Ten gehörte und über den Erwartungen von 80.000 bis 120.000 Euro stattliche 175.000 Euro einspielte. ...mehr

Die asiatische Kunst bei Van Ham in Köln mit Netsuke-Schnitzereien im Umsatzhoch

Holländer mit Kaninchen übertrifft fernöstliches Mischwesen


Netsuke: Sitzender Kirin, Japan, Edo-Zeit 18. Jahrhundert

Netsuke gehörten in Japan zum Alltag. Die kleinen geschnitzten Figuren dienten als Gegengewicht zur Befestigung eines Sagemono, eines hängenden Gefäßes, am Gürtel des taschenlosen Kimonos. Die vierscheidenartigen Netsuke, die zugleich Schmuckstücke am Gewand waren, wurden vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis in die 1880er Jahre hinein produziert; dann kam der Kimono aus der Mode. Üblicherweise bilden mythologische Figuren, Götterwesen, Tiere und Blumen sowie Szenerien und Gegenstände die Darstellungen dieser filigranen Holzschnitzereien. Heute sind die Netsuke beliebte Sammelstücke, für die schon einmal ein erkleckliches Sümmchen hingeblättert werden muss. Das demonstrierte eindrucksvoll das Angebot der letzten Asiatika-Auktion bei Van Ham. Dort ging es etwa um einen Holländer. Auch wenn man der Figur mit 13,8 Zentimeter Höhe aus Elfenbein schon tief in die Augen sehen musste, um zu erkennen, dass es sich um einen Europäer handeln soll, versammelte das Objekt aus dem 18. Jahrhundert in seiner Schlichtheit und seinem Detailreichtum die internationale Sammlerschaft hinter sich. Denn aus 26.000 bis 30.000 Euro wurden nach ergiebigem Bietgefecht schließlich 165.000 Euro. ...mehr

Koller verzeichnete gute Ergebnisse für die Gemälde, Abreiten auf Papier und Druckgrafiken Alter und Neuerer Meister. Auf einen Höhepunkt musste der Züricher Versteigerer aber verzichten

Unverhohlene Kritik an Invasor


Carstian Luyckx, Memento Mori-Stillleben mit Musikinstrumenten, Büchern, Noten, Skelett, Totenschädel und Rüstung

Weltgeschichte und persönliches Schicksal hat Carstian Luyckx um 1667/68 in einem Stillleben verarbeitet. Schon auf den ersten Blick stechen die vielen Vanitas-Motive hervor: Totenköpfe, ein Skelett, das eine Kerze löscht, Musikinstrumente, Spielkarten, Uhren, eine Bischofsmitra und eine Krone bevölkern das Bild. Sie symbolisieren die Vergänglichkeit allen irdischen Seins. Soweit ist an Luyckx’ Stillleben nichts besonders; davon haben der Antwerpener Meister und seine Künstlerkollegen Hunderte gemalt. Das Besondere an dem Werk ist sein Zeitbezug. Denn die Symbolik bezieht sich eindeutig auf die Invasion der Spanischen Niederlande durch die französischen Truppen unter Ludwig XIV. in den Jahren 1667/68. Der junge französische König nutzte die Gunst der Stunde und erhob nach dem Tod des spanischen Königs Philipp IV. Anspruch auf Ländereien, die ihm – wie er behauptete – durch seine Eheschließung mit Maria Teresa, Philipps Tochter, rechtmäßig zustanden. ...mehr

Verhaltene Kauflaune bei Designliebhabern in Wien: Hat das Dorotheum zu hoch gepokert?

Zaha Hadid bringt Schwung ins Leben


Zaha Hadid, Tisch, 2007

Zaha Hadid ist bekannt für ihre flotten, schlichten und sich oft organisch zusammenfügenden Entwürfe. Die Architektin und Designerin trifft damit den Puls der Zeit. Das beweisen die Beliebtheit, aber auch das Preisniveau der von ihr gestalteten Objekte. Für WMF schuf sie 2007 sechs Tische, auf denen der Traditionshersteller für Haushaltswaren ein Service Hadids bei der Messe „Ambiente“ in Frankfurt präsentierte. Einer dieser Tische fand über einen Privatmann nun Eingang in den Kunstmarkt. Das ursprüngliche Präsentationsmöbel weist deutlich die Handschrift der Gestalterin auf. Die drei Meter breite Platte verjüngt sich nach unten zu einer in Relation kleinen seitlichen Standfläche. Eine geschwungene Formgebung verbindet beide Elemente und bildet den geschlossenen Korpus. Trotz dieser einheitlichen Masse wirkt der Tisch nicht schwer. Seine organisch runden Konturen sorgen für die Leichtigkeit, die Entwürfe Hadids kennzeichnen. Für das große Zweckmöbel aus Polyester rief das Dorotheum 15.000 bis 20.000 Euro auf. Ein großes Hadid-Werk aus einer Serie von nur sechs Stück sahen wohl einige Interessenten als Schnäppchen an. Damit stiegen die Gebote bis auf 62.000 Euro, eine einzigartige Steigerung in dieser Auktion. ...mehr

Gute Abnahmequote für das Glas bei Fischer in Heilbronn

Hab mich lieb – oder lass es sein!


Krautstrunk, Deutschland, 15. Jahrhundert

Der „Müll“, den die Anrainer bayerischer Gewässer wie des Chiemsees, des Walchensees oder des Tegernsees in vergangenen Jahrhunderten den Gang in die Tiefe haben gehen lassen, ist heute mitunter außerordentlich kostbar. Das stellte das Heilbronner Auktionshaus Fischer eindrucksvoll unter Beweis. Ein nach seinen besonderen Nuppenauflagen „Krautstrunk“ genanntes Glasgefäß des 15. Jahrhunderts, vor einiger Zeit in einem der genannten Seen als Tauchfund wieder ans Licht gezogen, war mit 8.000 bis 12.000 Euro bereits recht anspruchsvoll bewertet. Doch die gläserne Sammlerszene biss sich an dem guten Stück im perfekten Erhaltungszustand regelrecht fest, zuletzt rangen drei Telefonbieter um den Krautstrunk und trieben den Preis auf 21.000 Euro hoch. Das war zugleich der höchste Zuschlag der ganzen Versteigerung. Ein weiteres, nicht ganz so ansprechendes Exemplar derselben Art brachte es immerhin auf 4.500 Euro und damit etwa das Doppelte der Schätzung. ...mehr

Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafik im Wiener Dorotheum. Ein Blick in den Katalog

Erleichterte Eltern und ein besorgter Junge


Rembrandt, Jesus mit seinen Eltern aus dem Tempel heimkehrend, 1654

Eine kleine Familie besucht einen fremden Ort, und bei der Heimkehr fehlt das Einzelkind! Die Nachforschungen beginnen sofort. Trotzdem bleibt der Sprössling zwei Tage lang wie vom Erdboden verschluckt. Am dritten Tag finden die Eltern schließlich ihren Sohn, der sich in einer Diskussion verloren hat. Dem Kind war nicht klar, dass Mutter und Vater außer sich vor Sorge waren. Dies ist in etwa die Situation, die Maria und Josef erlebten, nachdem sie Jesus im Tempel verloren hatten. Dort fanden sie ihn und kehrten mit ihm nach Nazareth zurück. Einfühlsam schildert Rembrandt Harmensz van Rijn den Rückweg der Drei, wobei der Knabe besorgt zu seiner melancholisch dreinblickenden Mutter aufschaut. Sie zeigt noch die Nachwirkungen des Schreckens. In der Kaltnadelradierung „Jesus mit seinen Eltern aus dem Tempel heimkehrend“ von 1654, die den Abschluss der Serie zu Jesu Leben und Kindheit bildet, bettet Rembrandt die Familie in eine ruhige Felslandschaft. Seine berührende Szene mit tiefem Grat und feinem Plattenton ist ein früher Abzug, der bei der Auktion „Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen“ im Wiener Dorotheum nun für 40.000 bis 60.000 Euro vorliegt. ...mehr

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