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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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© Galerie Neher - Essen


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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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AktuellAktuell:Auktionen

Grisebach traf mit den Ausgewählten Werken nicht immer den Geschmack des Publikums. Einige Highlights blieben liegen, vieles spielte sich am unteren Taxrand ab. Bei den Zeitgenossen sah die Sache anders aus

Die Energie der bunten Scheiben


„Wenn man sagt, dass der Künstler nur immer ein einziges Bild entwirft, in seinem Leben, so möchte ich für mich sagen, dass ich nach langen Vorbereitungen dieses eine Bild nun entwickelt habe“, notierte Ernst Wilhelm Nay gegen Ende des Jahres 1956 und meinte damit seine „Scheibenbilder“, die er ab der Mitte der 1950er Jahre komponierte. Die Fläche, in der er sich mit seiner Kunst bewegt, sei weiter nur „darstellbar durch ein Symbol ihrer flächigen potenziellen Energie, der Scheibe“. Einen Höhepunkt jener Schaffensphase erreichte er 1962 mit dem Gemälde „Rot in tiefem Klang“, wenige Jahre bevor er sich neuen Themen widmete. Seiner Arbeit ist deutlich die Kraft und Dynamik anzusehen, die Nay suchte, sei es im breiten gestischen Pinselstrich, durch die kontrastreichen Farben oder die Rundungen, die zusammen mit Vertikalen und Diagonalen im spannungsreichen Kontrast hervortreten. Bei der Frühjahrsauktion von Grisebach erkannten die Interessenten diese Qualitäten des bedeutenden Nachkriegsklassikers und stürzten sich regelrecht auf das Los. Bei den erhofften 120.000 bis 150.000 Euro war noch lange nicht Schluss, der Hammer fiel erst bei hohen 350.000 Euro. ...mehr

Moderne bis Zeitgenossen mit einem Sensationsfund bei Ketterer in München

Alles ohne Nichts


Wassily Kandinsky, Treppe zum Schloss (Murnau), 1909

Wieder einmal hat Ketterer die Struktur seiner Auktionen umgebaut und die Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert neu organisiert. Erstmals gibt es einen „Evening Sale“, in dem knapp 100 Highlights aus dem gesamten 775 Positionen straken Pool an Werken der Moderne, Nachkriegszeit und Gegenwart zusammengefasst sind. An vorderster Front steht Wassily Kandinskys „Treppe zum Schloss“ in Murnau und damit das einzige Kunstobjekt, das in der aktuellen deutschen Frühjahrsaison mit Vorstellungen im Millionenbereich versehen ist. Das frühe farbleuchtende Gemälde aus dem Jahr 1909 darf sich aber auch mit dem Titel „spektakuläre Wiederentdeckung“ schmücken. Denn seit seiner letzten Ausstellung in Herwarth Waldens berühmter Berliner Galerie „Der Sturm“ im September 1916 war es nicht mehr öffentlich zugänglich. Über den niederländischen Künstler und Kunsthändler Paul Citroen kam die expressive Arbeit 1919 in die Hände des Geigers und Lautdichters Arthur Pétronio, 1930 dann wieder über Citroen an den jüdischen Musiker und Musikjournalisten Paul F. Sanders, der die Nazi-Zeit in Amsterdam im Untergrund überlebte. 1946 nahm Sanders die „Treppe zum Schloss“ mit nach New York, wo sie noch heute im Besitz seiner Nachkommen ist. Die erwarten nun 1,5 bis 2,5 Millionen Euro für die Formauflösung im kraftvollen Farbenklang. ...mehr

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Neumeister in München

Die nächtliche Metallarmee


Die Idee von Soldaten aus Metall hat ihre strategischen Vor- und Nachteile. In Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ belebt die Magie der bösen Zauberin Xayíde Plattenrüstungen, die ihr als Kämpfer dienen. Diese leeren Wesen sind nicht nur unheimlich, sondern auch schwer zu beseitigen. Eine erfreulichere Interpretationen einer Metallarmee hat Daniel Spoerri mit seinen „Guerriers de la nuit“ 1982 geschaffen. Aus alltäglichen Vorbildern wie einem Fleischwolf, Nägeln, Sicheln, Elchgeweih und Puppenhänden setzte der Künstler mit goldfarbiger Bronze humorvoll surreale Soldaten in entsprechender Maschinen-Ästhetik zusammen. Die 13 Arbeiten besitzen noch keine Körper, sind vielmehr auf die Köpfe mit entsprechenden Helmen reduziert. Nun marschiert Spoerris fidele Nachtwache bei Neumeister auf und will in der Auktion „Klassische Moderne, Post War, Contemporary Art“ 100.000 bis 150.000 Euro sehen. ...mehr

Das Dorotheum gibt sich bei der Nachkriegskunst und den Zeitgenossen mit Kreativen von Afrika bis Amerika international. Viel Platz räumt der Wiener Versteigerer den italienischen Positionen und der Skulptur ein

Kunst gegen die Norm


Der 1901 geborene Jean Dubuffet hatte nicht nur mit seinem praktischen Arbeiten einigen Einfluss auf die Kunst des 20. Jahrhunderts. Er verstand sich genauso als Theoretiker, wobei er sich gegen den gängigen Akademismus wandte. Dubuffet prägte insbesondere den Begriff der „Art Brut“ und landete mit seinen oft als „primitiv“ betitelten Materialbildern einen Skandal in der Kunstwelt der frühen Nachkriegszeit. Trotz des anfänglichen Unverständnisses gegenüber seinen Werken öffnete er damit den Kunstbegriff und ebnete einer neuen Strömung den Weg. „Primitiv“ ist Dubuffets „Bon Espoir (Paysage avec personnages)“ von 1955 keineswegs. Mit wilden gestischen Strichen fügt er stilisierte Menschen in eine abstrakte Landschaft. Das nur auf den ersten Blick wirr erscheinende Gemälde lädt zum genauen Hinsehen und Entdecken all seiner Einzelelemente ein. Das Dorotheum schätzt das vielschichtige Ölbild Dubuffets heute auf 300.000 bis 400.000 Euro und weist schon mit dieser Preisvorstellung auf, dass der radikale Widergänger im Kunstbetrieb des 20. Jahrhunderts heute seine entsprechende Würdigung erfährt. ...mehr

Moderne Kunst im Dorotheum mit starkem französischem Schwerpunkt

Selbst-Grimasse


Wie soll man sich selbst darstellen? Vor dieser Fragen standen und stehen etliche Künstler, so auch 1900 Giacomo Balla. Er ist das Jahr der Weltausstellung in Paris. Der junge Balla weilt seit September als Gast des Künstlers Serafino Macchiati in der französischen Metropole. Er besucht den Louvre, wo er bei den Werken Alter Meister auf ein Selbstporträt des Niederländers Adriaen Brouwer trifft. Bei der Weltausstellung sieht er das symbolistische Gemälde „Hass und Wahnsinn“ des Serben Pasko Vucetic. Er bewundert die Werke und schreibt an seine Frau Elisa: „Nach dem Frühstück malte ich weiter Köpfe, die schrägsten Grimassen ziehend, ich werde ein paar davon malen und dann versuchen sie zu verkaufen.“ Im noch aufbrausenden Alter von 29 Jahren wählt Balla keine klassisch abgeklärte Position, sondern einen überzogenen extravaganten Auftritt. Mit langem, rotzotteligem Schopf und Spitzbart psychologisiert er sich als erstaunter, gar erschrockener Bohemien und tut es damit den „Charakterköpfen“ Franz Xaver Messerschmidts gleich. Mit der „Autosmorfia“, dieser „Selbst-Grimasse“, ergründet er extreme Ausdrucksformen menschlicher Gefühlswelten. Ballas fast fratzenhafte Gestalt ist nun im Dorotheum für 80.000 bis 120.000 Euro zu haben. ...mehr

Bassenge würdigt neben den Klassikern einige weniger bekannte, aber nicht uninteressantere Vertreter der Moderne in einer gesonderten Auswahl. Auch eine Grafiksammlung hält der Berliner Versteigerer bereit und ergänzt damit sein breit angelegtes Angebot

Düster und doch ansprechend


Albert Birkle, Schlächterwagen, 1923

Der Erste Weltkrieg bedeutete eine tiefe Zäsur in der Jugend des 1900 geborenen Albert Birkle, bevor er seine Lehre und das nachfolgende Studium in seiner Heimatstadt Berlin antrat. In den Kunstbetrieb der Hauptstadt gliederte er sich schnell erfolgreich ein, knüpfte wichtige Kontakte und fand etwa 1921 Aufnahme in der Berliner Secession. Gegenüber sozialen Problemen und politischen Missständen reagierte der bekennende Pazifist stets sensibel und prangerte diese in seiner Kunst ausdrucksstark an. 1923 dokumentierte er seine subjektiven Eindrücke eines schicksalsreichen Jahres der Weimarer Republik, als Deutschland in die dramatische Inflation mit verheerenden wirtschaftlichen Folgen rutschte. Ausgemergelte Gestalten und Pferde ziehen im „Schlächterwagen“ durch das dunkle Nichts. Ein von Not und Hunger gezeichneter Mann blickt schwach von unten links zum Betrachter, während in der Mitte eine elegante Dame in offener Droschke mit Kutscher fährt. Die gesamte Szene spielt sich dabei im schummrigen Zwielicht ab. Birkles Werk hat damit neben dem emotional aufrüttelnden Stil damit noch eine kritisch chronografische Wertigkeit. ...mehr

Mit einem hauptsächlich auf ungegenständliche Arbeiten ausgerichteten Programm bestreitet Lempertz seine Auktion „Zeitgenössische Kunst“

Der Läufer und ein Wurmloch


Die Wiedergabe von Dynamik kann in der Malerei auf unterschiedliche Weise geschehen. Eine Gruppierung, die sich insbesondere damit auseinandersetzte, waren die technikfreudigen Futuristen, die in einer stakkatoartigen Malweise die Geschwindigkeit einfingen. Ähnliche Methoden finden sich mit Geschwindigkeitslinien oder mehrfacher Wiederholung der Kontur auch in der Welt des Comics. All dies lässt Tony Cragg in seine Bronzeskulptur „Runner“ einfließen. Durch die Laufgeschwindigkeit verzerrt sich der Rennende in eine Art doppeltes Zick-Zack-Muster mit partiell ausstehenden Spitzen. Den Anfang solcher bewegten Gestalten machen in Craggs Schaffen die „Early Forms“ oder die „Rational Beings“. Cragg selbst erklärte 1996: „Was mich an diesen Skulpturen interessierte, war wie eine organische, irrationale Form sich mit dem starren geometrischen Element verband und daraus neue Formen entstanden, in denen ich eine Fülle erregender Bezüge und Eindrücke entdeckte.“ Diese Faszination an der Transformation spiegelt sich auch im 2014 gegossenen, temperamentvollen „Runner“, der als Unikat bei Lempertz in Köln nun für 300.000 bis 400.000 Euro zum Laufen ansetzt. ...mehr

Moderne Kunst mit hohem Anteil aus Frankreich und der Schweiz bei Lempertz in Köln

Hard Edge aus den 20ern


Kurt Schwitters, Das Gustav Finzlerbild, 1926/36

Unter „Hard Edge“ versteht die Kunstgeschichte eine schablonenhafte, flächige, geometrische Malerei mit harten Kanten und scharf gegeneinander abgegrenzten Farbaufträgen. Geprägt hat den Begriff 1958 der US-amerikanische Kunstkritiker Jules Langsner für eine von ihm organisierte Ausstellung im Los Angeles County Museum mit vier jungen Malern. Da war Kurt Schwitters schon zehn Jahre tot. Doch betrachtet man sein „Gustav Finzlerbild“ von 1926/36, meint man, auf eine Vorwegnahme der Hard Edge-Kunst zu treffen. So entschieden voneinander getrennt sind die Dreiecke, Trapeze und freie geometrische Entwicklungen auf dieser Collage-Malerei. Dass der amerikanische Hard Edge-Mitbegründer Leon Polk Smith von 1956 an über zwanzig Jahre lang Eigentümer des Werkes war, wundert daher nicht. Nun gelangt „Das Gustav Finzlerbild“ aus Berliner Privatbesitz wieder auf den Kunstmarkt und ist mit 400.000 bis 600.000 Euro eines der Highlights der Auktion „Moderne Kunst“ bei Lempertz in Köln. ...mehr

Grisebach offeriert eine vielgestaltige Auswahl aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen Malerei und Plastik stechen dabei insbesondere qualitätvolle Arbeiten auf Papier hervor

„Ja, ich bin ein fleißiger Kirchenbesucher“


Adolph von Menzel, Inneres der Stiftskirche zu Einsiedeln, 1881

Adolph von Menzel berichtete im Gespräch mit dem kaiserlichen Oberhofprediger Dryander von seinen häufigen Kirchenbesuchen und ergänzte direkt: „Aber vielleicht nicht in dem von Ihnen gewünschten Sinne; ich stecke gewöhnlich im Hochsommer hinter den Altären, mache mir da mit meiner Malerei zu schaffen und glaube auch damit Gott zu dienen.“ Zumindest schuf der Wahl-Berliner mit virtuoser Hand Eindrücke der Gotteshäuser, die Prunk und Atmosphäre der von ihm bevorzugten Rokoko- und Barockkirchen einfangen. Mit Bleistift verewigte er 1881 das „Innere der Stiftskirche zu Einsiedeln“ und sparte nicht an Details der üppigen Ausstattung. Durch die Monochromie erhält die Zeichnung einen eigenen Charakter, der die Formenvielfalt würdigt, ohne dass viele Farben ablenken. Auch der Blickwinkel ist präzise gewählt: Menzel zeigt nicht den kompletten Innenraum, sondern nur einen der Teil des Chorraumes, der ihm beachtenswert erschien. Grisebach bietet das Blatt innerhalb der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ an. Mit erwarteten 60.000 bis 80.000 Euro übertrumpft es sämtliche weitere Positionen. ...mehr

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