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Am 06.12.2019 Auktion 1146: Japan, Indien/Südostasien, Tibet/Nepal, China

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Enten am Wehr / Alexander Koester

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AktuellAktuell:Auktionen

Van Ham hat seine „Alte Kunst“ neu strukturiert und will damit Lust auf Entdeckungen wecken. Das Kunstgewerbe geht in Köln seinen gewohnten Gang und fokussiert auf das moderne Frauenbild

Goldscheiders Golden Girls


Sebastiano Mainardi zugeschrieben, Anbetung des Kindes

Van Ham hat seinen Katalog „Alte Kunst“ neu aufgemacht. Statt wie bisher nach Alten und Neueren Meistern in chronologischer Reihenfolge und nach Gattungen getrennt, geht es nun quer durch die Epochen und Stile, aber nach Themen und Motiven geordnet. Diesmal sind es vierzehn Abschnitte, die jeweils mit einem Highlight und einem essayistischen Text über den Künstler und das Werk beginnen. So will der Katalog einen spannenden Dialog innerhalb eines Themenkreises eröffnen, visuelle Inspirationsquelle sein und mit diesem marketinggerechten Auftritt neue Sammlerschichten ansprechen, die sparten- und zeitenübergreifend einkaufen. Los geht es unter der Überschrift „Family“ mit einer Anbetung des neugeborenen Christus durch die fromme Maria und den sinnenden Josef auf einem Renaissance-Tondo, der dem Florentiner Meister Sebastiano Mainardi zugeschrieben wird. Die feine Arbeit des Ghirlandaio-Schülers, der zahlreiche Gemälde und Fresken in Florenz und in seinem Geburtsort San Gimignano ausführte, vergleichen die Experten mit ähnlichen Anbetungsdarstellungen im Rundformat und bewerten sie mit marktgerechten 30.000 bis 40.000 Euro, ausgehend von den 35.000 Dollar, die Christie’s im Mai in New York für eine gleich große Version des Sujets erzielte. ...mehr

11.11.2019

Im Dorotheum wirbelten die Alten Meister so einiges durcheinander. Häufig nachgefragt waren Werke christlicher Thematik, wobei das Publikum andere Sujets jedoch nicht missachtete

Raffaels freundliche Ruhe überflügelt Artemisias brutale Düsternis


Raffaello Sanzio, genannt Raffael, Umkreis, Madonna mit Kind

Im Dorotheum standen sich an der preislichen Spitze zwei gestalterisch unterschiedliche Werke gegenüber: Zum einen eine ausgewogene und durchdachte Madonnenkomposition, die durch ihre Strukturiertheit, geplante Linienführung und Positionierung in einer mediterranen Ideallandschaft an den großen Raffael erinnert. Ob der Meister an der Tafel selbst mitarbeitete, ist in der Forschung umstritten, eine Verortung in seinen nahen Umkreis lässt sich aber nicht leugnen. Im Kontrast zu dieser friedlichen Stimmung stand Artemisia Gentileschis martialische Darstellung von „David mit dem Haupt Goliaths“. Der junge Kämpfer schaut dem Betrachter in der für Gentileschi typisch brutalen und barock theatralischen Szene selbstbewusst entgegen, während er den überdimensionierten Kopf stützt. Wohl schon der berühmte Kunsthistoriker Joachim von Sandrart erwähnte das Werk nach einem Atelierbesuch 1631 lobend. Das Publikum wandte sich zunächst der auf dem Markt seltenen Florentiner Madonna zu und bestätigte mit seinen Geboten die vom Dorotheum konstatierte Qualität des Gemäldes. Die geforderten 300.000 bis 400.000 Euro waren schnell überschritten und erst bei 1,27 Millionen Euro sicherte sich ein Telefonbieter die Madonna. Für die sonst am Kunstmarkt recht erfolgreiche Gentileschi waren 400.000 bis 600.000 Euro an diesem Tag zu hoch angesetzt. Es fand sich kein Abnehmer. ...mehr

07.11.2019

Ein vielfältiges Programm hat das Dorotheum in Wien für seine Auktion mit Arbeiten auf Papier vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert aufgelegt

Die Gesichter des Meisters


Rembrandt, Selbstbildnis mit Barrett, um 1634

Am 4. Oktober 1669 starb Rembrandt im Amsterdam. Zu seinem 350. Todestag entsendet auch das Dorotheum in Wien einen Erinnerungsgruß an den großen Barockmaler. Für seine kommende Auktion „Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen“ hat es einige schöne Radierungen des Niederländers zusammengestellt. Herausragend ist dabei eine Suite von sechs Selbstportraits, in denen sich Rembrandt in verschiedenen Altern, Lebenslagen und Gemütszuständen in den Blick nahm. Es geht los im Jahr 1630: Mit Mitte 20 gibt er sich mit offenem Mund, zusammengekniffenen Augenbrauen und wilden Haaren noch ungestüm und energiegeladen, ganz im Gegensatz zum drei Jahre jüngeren „Selbstporträt mit Kappe und Schal“, in dem er mit fast vollständig verschattetem Gesicht und langer Mähne ein wenig müde wirkt. Um 1634 schaut Rembrandt dann frontal und freundlich aus dem „Selbstbildnis mit Barrett“. In dem „Selbstportrait mit Saskia“ von 1636 und dem „Selbstbildnis mit Pelzmütze“ von 1638 tritt er uns selbstbewusst als arrivierter, gut gekleideter und wohlbestallter Künstler gegenüber. Dann klafft eine Lücke von zehn Jahren. Auf seinem „Selbstportrait, zeichnend am Fenster“ von 1648 deutet er erstmals einen Raum an, ist schon etwas gealtert und blickt mit milden Augen zum Betrachter. ...mehr

Die Gemälde des 19. Jahrhunderts sorgten im Wiener Dorotheum für Kauflaune und einen Spitzenpreis in Österreich

Huldigungen an die Serenissima


Osman Hamdi Bey, Dame turque de Constantinople, 1881

Die letzte Versteigerung mit Malerei Neuerer Meister kann das Dorotheum in Wien klar auf seiner Habenseite verbuchen. Mit über Dreivierteln verkaufter Positionen, einigen schönen Wertsteigerungen, kaum Ausfällen im oberen Preissegment und dem bisher höchsten Zuschlag bei diesjährigen Auktionen in Österreich lief es in der vergangenen Woche wie am Schnürchen. Letzterer Verdienst gebührt der „Dame turque de Constantinople“ des hierzulande wenig bekannten Exoten Osman Hamdi Bey. Der 1842 in Istanbul als Sohn des Großwesirs geborene Maler, Museumsgründer und Archäologe gilt als einer der ersten und wichtigsten osmanischen Künstler an der Schnittstelle zwischen dem westlichen und östlichen Kulturkreis. Gerade in der türkischen Presse wurde das Gemälde aus dem Jahr 1881, das das Dorotheum aus einer italienischen Privatsammlung akquirieren konnte, zahlreich hofiert. So sind Millionenwerte für den vor allem von seinen Landsleuten geschätzten Osman Hamdi Bey keine Seltenheit. Und auch die leicht verschleierte Dame in einem schwarzen Ausgehmantel über einem weißen Unterkleid vor goldenem Brokatstoff auf einem reich gemusterten Kazak-Teppich nahm ihre Favoritenrolle innerhalb der Auktionswoche des Dorotheums bei 1,5 Millionen Euro an der unteren Schätzgrenze souverän wahr. Schon 2008 wurde bei Sotheby’s in London eine größere Version des Sujets mit netto 3 Millionen Pfund aufgewogen. ...mehr

Winterberg versteigert eine zeitlich weit umfassende Offerte, die auch abseits großer Namen mit attraktiven Arbeiten überzeugt

Ein Abschluss ohne Ende


Hans Thoma, Schwarzwaldtal bei Bernau, 1918

Hans Thoma besuchte 1911 mit über 70 Jahren zum letzten Mal seinen Geburtsort Bernau. Die dortige Umgebung verewigte er wie eine Ode an die Heimat mit hellen Farben in einem Gemälde, das heute im Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau hängt. Trotzdem ließ ihn die dortige pittoreske Landschaft in seinem späteren Leben nicht los. 1918 entstand das Ölbild „Schwarzwaldtal bei Bernau“, bei dem sich Thoma recht nahe am musealen Stück orientiert. In weichen Braun- und Grüntönen griff er das Motiv mit einem Bachlauf im Zentrum, rohen Felsformationen und einigen düster verschatteten Tannen, die die Leinwand links begrenzen, wieder auf. Thomas gewählter Ausschnitt mit gestaffelten horizontalen Ebenen und vertikalen Elementen, die das Auge des Betrachters in die Tiefe führen, belegt seine kompositorische Reife. Das Spätwerk des ehemaligen Professors an der Kunstschule Karlsruhe und Direktors der dortigen Kunsthalle ragt nun in der Rubrik „19. Jahrhundert“ bei Winterberg heraus. Der Heidelberger Versteigerer rechnet mit 22.000 Euro. ...mehr

Aus Irene Lehrs Herbst-Angebot stechen nicht nur starke Positionen von Künstlern aus der DDR, sondern auch qualitätvolle Plastik und große Namen heraus

„Ich arbeite rasend und ununterbrochen“


Max Beckmann, Brandung. Kleine Marine, 1925/26

So beschrieb Max Beckmann 1926 seine rasch voranschreitende Arbeit in einem Brief an seinen Galeristen I. B. Neumann in New York und führte weiter aus: „Eine Anzahl kleiner Bilder Marinen etc. (auch verkäuflich) sind fertig. … Meine Form ist dauernd in Weiterentwicklung zu größter Einfachheit und Klarheit.“ Beckmanns daraus resultierende „Zusammenfassung des Wesentlichen“ im Naturbild lässt sich in der „Brandung. Kleine Marine“ von 1925/26 ablesen: Mit gedeckter Palette fängt er die Stimmung des trüben Tages an der Küste ein und malt das Wasser sowie den Sandstrand flächig. Bewegung bringt die weiße Gischt der Wellen ins Bild, die auf die in die Tiefe führenden Wellenbrecher treffen. Wohl komponiert stehen rechts neben diesen zum Trocknen aufgehängte Fischernetze und zackige Felsen. Das für Beckmanns Schaffen der 1920er Jahre typische Gemälde führt bei Irene Lehr in Berlin nun die Auktion der modernen bis zeitgenössischen Kunst an. Als Prunkstück des Tages zeichnet das Werk nicht nur seine Qualität, sondern gleichfalls der erwartete Preis von 450.000 Euro aus. Damit bildet Beckmann die Spitze des Eisbergs einer an Ausdrucksarten und Techniken vielschichtigen und umfangreichen Offerte. ...mehr

Beim Wiener Dorotheum schweifen die Gemälde des 19. Jahrhunderts in die Ferne. Dabei hat ein Osmane seinen großen Auftritt

Vermittler zwischen den Kulturen


Osman Hamdi Bey, Dame turque de Constantinople, 1881

Dass ein Gemälde eines Künstlers aus dem 19. Jahrhundert im Wiener Dorotheum wertmäßig vor den Vertretern älterer Epochen rangiert, ist schon etwas Besonderes. Diese Ehre gebührt einem hierzulande wenig bekannten Exoten: Osman Hamdi Bey. Der 1842 in Istanbul als Sohn des Großwesirs geborene Maler, Museumsgründer und Archäologe gilt als der erste türkische Künstler, der westliche und östliche Traditionen, die er in Paris bei Jean-Léon Gérôme, Louis Boulanger und Fausto Zonaro studierte, miteinander verband und sie an seiner 1883 gegründeten Kunstschule in seiner Heimat verbreitete. Auch in seiner „Dame turque de Constantinople“ von 1881 verarbeitet er beide Welten; trägt die leicht verschleierte Dame doch einen schwarzen Ausgehmantel über einem weißen Unterkleid, in denen sich türkische und Pariser Mode mischen. Auch mit dem goldenen Brokatstoff und dem reich gemusterten Kazak-Teppich verknüpft Osman Hamdi Bey die Kulturen von Ost und West. Dass die 1,5 bis 1,8 Millionen Euro für seine „Dame turque“ aus einer italienischen Privatsammlung nicht zu hoch gegriffen sind, machen die 3 Millionen Pfund deutlich, die Sotheby’s 2008 für eine größere Version des Sujets in London erzielte. ...mehr

Der Nachlass von Rudolf Neumeister wird in München versteigert. So wollte es Grandseigneur des deutschen Auktionswesens

Zwischen Humpen und Skulpturen


Balthasar Permoser, Flora, um 1710/15

Mit drei dicken Katalogen und rund 750 Kunstwerken geht Neumeister in München in seine neue Auktionsrunde. Dort ist versammelt, was Rudolf Neumeister in seinem langen Leben mit Neugier und Entdeckerlust zusammengetragen hat. Der im Februar 2017 mit 91 Jahren verstorbene Chef des Münchner Auktionshauses wollte, dass seine Sammlung wieder auf den Markt zurückgeht, in einem neuen Kontext gewürdigt wird und damit lebendig bleibt. Dafür hat er das von ihm gegründete Haus bestimmt. Was und wie sammelt ein Auktionator? Was kann ihn überraschen? Was fasziniert ihn und wo liegen seine Vorlieben? Diese Fragen beantworten die Kataloge mit einer Fülle an Objekten. Sicherlich schätzte Rudolf Neumeister die Skulpturen aus Gotik, Renaissance und Barock, aber auch das alte Kunsthandwerk mit Keramik und Silber. Bei den Gemälden ging es von den Alten Meistern über das starke 19. Jahrhundert bis zur Klassischen Moderne. Die Zeitgenossen waren seine Sache nicht. So spiegelt sich in Rudolf Neumeisters Sammlung recht genau das, wofür das Münchner Auktionshaus unter seiner Leitung stand. ...mehr

Das Kinsky startet in Wien mit einem breiten Angebot an Kunst und Kunsthandwerk alter Epochen in die neue Saison

Es herbstet allenthalben


Rudolf von Alt, Blick nach San Giorgio Maggiore von der Mole in Venedig, nach 1864

Beginnt bei uns der Herbst, so zieht es so manchen in wärmere Gefilde. Wer noch unentschlossen ist, kann sich in Venedig kurz ausruhen und von dort aus tiefer in Süden reisen, falls die Serenissima ihn nicht verzaubert und bei sich behält. Dem Charme Venedigs in herbstlichem Flair erlag Rudolf von Alt nach 1864 mit seinem „Blick nach San Giorgio Maggiore von der Mole in Venedig“. Der Campanile der Klosterinsel ragt in Rostrot in den weiten Himmel empor und scheint uneingeschränkter Herrscher über die grauen Wolken und das grünliche Wasser zu sein. Bestechend ist Alts Fähigkeit, die melancholische Atmosphäre einzufangen, die hier nicht die zumeist südliche Heiterkeit Venedigs vermittelt. Ungewöhnlich für Rudolf von Alt ist zudem, dass es sich hier um ein Ölbild und kein Aquarell handelt. Diese lyrische Arbeit steht als eine der Favoritinnen mit 70.000 bis 100.000 Euro in der Auktion „Alte Meister – Gemälde des 19. Jahrhundert“ im Wiener Kinsky an vorderster Front. ...mehr

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