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Am 03.12.2020 Auktion 69: Klassische Moderne, Post War & Contemporary Art

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Kollers Herbstauktion stand im Zeichen üppiger Blumenbouquets, dramatischer Lichtführung und emotionaler Gesten. Gemälde, Zeichnungen und Grafiken Alter Meister und des 19. Jahrhunderts kamen unter den Hammer und erzielten gute Ergebnisse – einige hochpreisige Stücke blieben aber liegen

Die Tränen einer Liebenden und einer Büßerin


Gerrit van Honthorst, Büßende Maria Magdalena, um 1625

Gute Liebesgeschichten brauchen dramatische Momente und nicht selten ein unglückliches Ende, um erfolgreich zu werden. Seit mehr als 2.000 Jahren erfreut sich die Legende der versehentlich vom Amorpfeil getroffenen Liebesgöttin Venus und ihres Angebeteten Adonis großer Beliebtheit, endet sie doch mit einem Jagdunfall und dem Tod des schönen Jünglings. Jacob Jordaens hielt um 1615 in seinem stattlichen Ölgemälde nicht nur die bitterlich Tränen vergießende Göttin in satten Farben und einer für den Barock typischen Fleischigkeit fest, sondern erklärte damit auch den Schöpfungsmythos der Anemone, die denn auch auf der linken Hälfte aus dem Blut des Getöteten erwächst. Angesetzt auf 140.000 bis 200.000 Franken schaffte das ungleiche Liebespaar mit einem Gebot von 150.000 Franken die Punktlandung. Denselben Umsatz erzielte wenig später der Utrechter Maler Gerrit van Honthorst mit seiner der weinenden Maria Magdalena. Das caravaggeske Gemälde aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts bestach durch seine eindrückliche Lichtführung, kunstvoll ausgearbeitete Details und die sinnliche Ausstrahlung der biblischen Büßerin. Es bleibt der Öffentlichkeit erhalten: Ein europäisches Museum sicherte sich das Kunstwerk für seine Sammlung bei 150.000 Franken zur unteren Schätzung. ...mehr

05.11.2020

Bei der Glasauktion von Fischer in Heilbronn war die Taxe der Kunstwerke meist eine treffende Prognose

Glasklare Einschätzungen


David Wolff, Kelchglas mit Allegorie der Eintracht und Freiheit, um 1775/95

Zwei kleine Putten sitzen ruhig zu beiden Seiten eines Bienenstocks. Ohne von den Bienen belästigt zu werden, sind sie die bildgewordene Harmonie. Von David Wolff auf eine Kuppa „gestippt“ – eine bestimmte Art in Glas mit Diamant zu ritzen –, zeugen diese beiden Kleinkinder in der für das Ende des 18. Jahrhunderts passenden Bildsprache heute noch von Einmütigkeit. Ähnlich einvernehmlich wie diese Darstellung dürften die Teilnehmer der Glasauktion bei Fischer in Heilbronn gewesen sein: Bei der „spektakulären Glassammlung Wolf Röhl“ blieben Bietgefechte häufig aus, so dass Ende Oktober von den mehr als 90 Stücken musealen Charakters, die im Preis häufig etwas zu optimistisch angesetzt waren, weniger als die Hälfte an den Mann gebracht wurde. So ist auch Wolffs 15 Zentimeter hohes Kelchglas ein gutes Beispiel für die Zurückhaltung der Käufer. Auf 10.000 bis 15.000 Euro geschätzt, knackte es mit 14.000 Euro den oberen Schätzpreis nicht. Vergleichbar erging es weiteren, in selber Manier gezierten Gläsern David Wolffs: Während eines um 1790 mit dem Bildnis Wilhelms V. von Nassau-Oranien sich identisch verhielt, fand sich für ein etwas früheres Exemplar mit dem Portrait des Theologen und Rechtsgelehrten Hugo de Groot bei 80.000 bis 120.000 Euro kein Abnehmer. Das gut 17 Zentimeter hohe Kelchglas mit dem Portrait der Autorin Elisabeth Wolff-Bekker, dessen Pendant im Amsterdamer Rijksmuseum ausgestellt ist, wurde mit 120.000 Euro der Expertenmeinung wieder gerecht und ging zurück in die Niederlande – ein stattlicher Verkaufspreis für ein Glas in Deutschland. ...mehr

04.11.2020

Die Kunst des 19. Jahrhunderts im Dorotheum bringt mit viel Natur und idyllischen Lebenswelten positive Stimmung in den grauen, coronabestimmten Herbst

Ein Hauch von Frühling


Olga Wisinger-Florian, Im Bauerngarten

Olga Wisinger-Florian streifte auf der Suche nach Motiven durch die Landschaft, bis ihr ein passender Ausschnitt ins Auge fiel. Ihre Kunst hat damit häufig etwas Momenthaftes, das sich von verwandten Bildern ihrer Zeitgenossen abhebt. Am ausgewählten Ort ließ sich die Künstlerin dann zum Malen nieder und war dort länger beschäftigt. Einfach war das nicht immer: In ihrem Tagebuch beklagt sich Wisinger-Florian etwa, dass nach einigen Arbeitstagen am Gemälde „Im Bauerngarten“ die Wiese gemäht wurde. Im fertigen Gemälde ist von diesen Umständen freilich nichts zu sehen. Das Werk, das das Dorotheum nun offeriert, glänzt mit dem zart lilafarbenen Mohn im Vordergrund einiger Bäume. Nur das tiefer liegende ruppige Strohdach in der Mitte verrät die titelgebende Situation eines Bauernhofs. Der an einen Schnappschuss erinnernde Eindruck der friedvollen Landschaft überzeugte früh die Sammler und wartet mit einer prominenten Provenienz auf, befand er sich etwa im Besitz des Prinzregent Luitpold von Bayern und in Erbfolge weiter innerhalb des Adelsgeschlechts der Wittelsbacher. Als Prunkstück der Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ rechnet das Dorotheum nun mit 250.000 bis 350.000 Euro. ...mehr

03.11.2020

Jeschke van Vliet Auctions feiern ihr Firmenjubiläum und haben ihre Suite mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts um eine Benefizauktion für den Verein der Berliner Künstlerinnen erweitert

Faltenfreie 30 Jahre


Kurt Weinhold, Bingo, 1951

Angeblich sollen die 30er Jahre eines Menschen die neuen 20er Jahre seines Lebens sein. In diesem Sinne darf sich das Auktionshaus Jeschke van Vliet auf eine weiterhin faltenfreie, jugendlich energische Zeit freuen; denn das Unternehmen feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. 1990 in Berlin gegründet, hat es sich seither zu einem festen Anlaufpunkt für Freunde der modernen und zeitgenössischen Kunst und der Bücher in der deutschen Hauptstadt entwickelt. Das hochpreisige Segment ist Hans-Joachim Jeschkes Sache nicht, auch wenn mit Martial Raysses poppigem Portrait „Bel Eté concentré“ oder Basilius Beslers bekanntem Pflanzenbuch „Hortus Eystettensis“ schon die 100.000-Marke überschritten wurde. Überzeugend sind vielmehr die feinen Entdeckungen, die der Katalog beim Durchblättern gewährt, diesmal etwa Fritz Stuckenbergs farbleuchtendes Aquarell eines Blumenstilllebens mit Portraitbild auf einem Tisch von 1933 für 1.500 Euro oder Kurt Weinholds veristische Karikatur „Bingo“ mit zwei exaltierten Frauengestalten und einem extrem kleinen Mann am Strand für 4.500 Euro. ...mehr

01.11.2020

Die Olbricht Collection mit Kunst seit der Moderne und Wunderkammerobjekten bescherte dem Sammler und dem Kölner Auktionshaus Van Ham eine überragende Verkaufsquote. Doch nicht alles war heiß begehrt

Wunderlich


Daniel Richter, Das Recht, 2001

In Daniel Richters großformatigen Gemälde des Jahres 2001 schlagen zwei Männer in einem toten Wald mit Knüppeln auf ein rücklings liegendes, panisch schreiendes Pferd ein. Der Titel „Das Recht“ macht die Darstellung zur plakativ fragenden Allegorie auf die gnadenlose Unterwerfung der Natur durch den Menschen. Die frühe Arbeit aus Richters zweiter, seit der Jahrtausendwende zum Figürlichen schwenkenden Schaffensphase war der Star der Olbricht Collection bei Van Ham, erlöste hohe 340.000 Euro nahe der oberen Taxgrenze und ging an einen deutschen Privatsammler. George Condos „Screaming couple“ beim Geschlechtsverkehr entbehrt dagegen nicht einer gewissen Ironie. Fratzenhaft blicken beide bei aller Freizügigkeit schockiert zum ungewollt voyeuristischen Betrachter, ohne das Animalische des kaum romantischen Liebesaktes verbergen zu können. Die groteske Leinwandszene von 2005 sollte als Prunkstück des Nachmittags 300.000 bis 500.000 Euro einspielen, kam aber nur auf 250.000 Euro. Schon diese beiden Arbeiten zeigen, dass Thomas Olbrichts Sammlung die Käufer auf den Plan rief, aber nicht immer die vorgesehenen Preise aufbrachte. Der Wella-Erbe, der im Mai seinen „me Collectors Room“ in Berlin schloss, wollte sich von allem trennen und ließ seine Kunstwerke auch untertourig von dannen ziehen. ...mehr

28.10.2020

Die Auktionatorin Irene Lehr lockt bei der Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert wieder mit Besonderem nach Berlin

Geheimnisse der Frauen


Jeanne Mammen, Frau mit Katze, um 1932

Jeanne Mammen gilt als gesellschaftskritische Chronistin des mondänen Berliner Großstadtlebens nach dem Ersten Weltkrieg. Mit ihren veristischen Illustrationen für Zeitschriften, wie den „Simplicissimus“, den „Ulk“ oder den „Junggesellen“, portraitierte sie die Menschen der betriebsamen Metropole zwischen Vergnügungssucht und sozialem Elend. Mammen scheute kein Milieu und keine Erfahrung und suchte die Begegnung mit urbaner Frivolität oder krasser Armut, mit glamourösen Zeitgenossen oder Figuren am Rand der Gesellschaft. Für beide Seiten liefert die kommende Auktion bei Irene Lehr treffende Beispiele. Das ist zum einen die „Frau mit Katze“, angelegt mit Bubikopf und fließendem Kleid als moderner Frauentyp, die mit einem Mann an einem runden Tisch sitzt. Er hat sich hinter seiner Zeitung vergraben, sie schaut mit ihren Schlitzaugen und dem Schmollmund genauso desinteressiert an ihm vorbei. Eine Interaktion zwischen beiden scheint nicht möglich, vielmehr dominiert ein entfremdetes kühles Beziehungsgemenge zwischen den Geschlechtern. Für die um 1932 entstandene aquarellierte Zeichnung sieht Irene Lehr 35.000 Euro vor. ...mehr

26.10.2020

Fotografie im Wiener Dorotheum

Sex and the City


Nobuyoshi Araki, Untitled, 1991

Die US-amerikanische Fernsehserie „Sex and the City“ widmete sich den Irrungen und Wirrungen des Liebeslebens dreier Frauen in New York. Die Kombination aus Erotik, sexuellen Vorlieben und Frauen findet als Thema schon lange in der Kunst Beachtung, etwa in der kühlen Nacktheit der Modelle in Fotos von Helmut Newton oder bei den expliziteren Darstellungen von Nobuyoshi Araki. Bilder beider Fotografen sind nun in der kommenden Auktion im Dorotheum zu haben. Den nackten Körper der Frau setzte Newton direkt, beinahe schonungslos in Szene. So umschwebt seine „Two Playmates, Hollywood“ keine schwüle Erotik: Die barbusige Blondine blickt aufmerksam in die Kamera, während ihre kopflose Kollegin sie frisiert. Mit einer Schätzung von 18.000 bis 25.000 Euro liegt die Aufnahme von 1986 an der Spitze der Offerte. Etwas darunter rangiert mit 12.000 bis 18.000 Euro das zweite, etwas raffiniertere Foto Newtons. Hier setzte er ebenfalls 1986 das Spiel vom „Bild im Bild“ mit Hilfe eines Spiegels um, der ihn hinter seiner Kamera bei der Aufnahme, sein nacktes Modell in frontaler Ansicht und nur die Beine einer weiteren Frau in High Heels einfängt. Neben dem Spiegel sitzt Newtons Ehefrau June, schaut auf das Tun ihres Mannes und nimmt damit zugleich den Betrachter in den Blick. ...mehr

Mit rund 1250 Objekten aus Glas startet das Heilbronner Auktionshaus Fischer in seine Herbstrunde. Brillant ist dabei die Sammlung Wolf-Horst Röhl

Glück und Glas, wie rätselhaft ist das?


David Wolff, Kelchglas mit dem Bildnis der Autorin Elisabeth Wolff-Bekker, um 1786

„Symmetrisch – bei flüchtigem Hinsehen – von perfekter Gestalt, rund oder quadratisch geordnet und trotzdem chaotisch, Labyrinthischer Schatten, irrweggleich, Abbild des Lebens wir sind Deine Bewohner. … Ariadnes Faden? Der war schon immer zu kurz.“ Mit diesem Gedicht beschrieb der promovierte Physiker Wolf-Horst Röhl 1998 das Labyrinth des Daidalos. Der Inhalt dieser Verse charakterisiert allerdings auch das Leben des 2005 verstorbenen passionierten Sammlers barocker Schnittgläser. Denn der Patentanwalt Röhl beschäftigte sich nicht nur mit dem weiten Feld Glas, sondern schrieb auch Gedichte, schuf selbst vielgestaltige Kunstwerke unterschiedlicher Materialität, setzte sich mit der japanischen Kultur, der Psychoanalyse sowie der Ur-, Früh- und Kunstgeschichte auseinander und beherrschte zahlreiche Sprachen. Mit seiner Frau betrieb Röhl einen Antiquitätenhandel im Nebenerwerb, besuchte die einschlägigen Kunstmessen, stand in Kontakt mit den bekannten Glashändlern seiner Zeit und besuchte die Auktionen großer Häuser, um seine Sammlung auszubauen. Selbst als Glaskünstler versuchte sich Röhl, nahm dafür gängige Haushaltswaren her und gestaltete sie um. ...mehr

Das Dorotheum in Wien wartet bei seiner Auktion von Arbeiten auf Papier mit einer besonderen Wiederentdeckung auf

Amor in der Rast


Wilhelm Busch, Selbstbildnis mit Hut im Halbprofil, 1894

Schon auf dem Katalogtitel positioniert er sich markant und nimmt den Betrachter eindringlich in den Blick. Tatsächlich soll Wilhelm Busch ein ernster und verschlossener Mensch gewesen sein, der an den eigenen Maßstäben, ein anerkannter Maler zu werden, scheiterte und viele Jahre seines Lebens zurückgezogen verbrachte. Dabei hinterlassen seine humorvollen Bildergeschichten, wie „Max und Moritz“, „Die fromme Helene“ oder der Unglücksrabe „Hans Huckebein“, einen anderen Eindruck. Mit ihnen nahm er satirisch die Selbstzufriedenheit und Doppelmoral der Bürger oder die Frömmelei von Geistlichen aufs Korn. Aber jemand anderen an sich selbst heranlassen, wollte der trockene Eigenbrötler Busch wohl eher nicht. So präsentiert sich der 62jährige jedenfalls auf seinem 1894 energisch gezeichneten Selbstbildnis. Es ist wohl die bekannteste Eigendarstellung Wilhelm Buschs, die seit 1949 als verschollen galt und nur durch Reproduktionen überliefert war. Überdauert hat das Tuscheblatt in österreichischem Privatbesitz und schlägt nun im Dorotheum wieder auf dem Kunstmarkt auf. Hier soll das bärtige Konterfei unter breitkrempigem Hut mit heruntergebrannter Zigarette im linken Mundwinkel 12.000 bis 16.000 Euro einbringen. ...mehr

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Trauer um Robert Hammerstiel

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Buddhistische Welten in Basel

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Gefälschte Documenta-Einladungen

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Altenbourg-Preis für Ruth Wolf-Rehfeldt

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