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Am 15.03.2021 SONDERAUKTION: KUNST IM EXIL, Die Wittelsbacher in Sárvár

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Nautiluspokal / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Holzvogel 1990 / Doris Ziegler

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© Döbele Kunst Mannheim


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Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Die Versteigerung für moderne Kunst von Bassenge kam mit einer hohen Verkaufsquote gut beim Publikum an – jedoch nicht immer zu den gewünschten Preisen. Die Werke des Symbolisten und Lebensreformers Fidus waren dagegen ausgesprochen gefragt

Gestutzter Schwan


Paul Klee, Landschafts scizze anlässlich einer Bestellung des Compagnie-Chefs, 1917

Ob die Sonne nun auf- oder untergeht – in jedem Fall steht sie tief am Horizont und sendet ihre Strahlen über die mit Nadelbäumen bestandenen Hügel. Lässt man den Entstehungskontext der Skizze, die Paul Klee 1917 als Schreiber während seines Kriegsdienstes bei der Fliegerschule V im bayerischen Gersthofen mit Feder und Pinsel anfertigte, außer Acht, so scheint das Blatt die Stimmung eines klaren, sonnigen Tages zu vermitteln. Genauso strahlend lief die Auktion für moderne Kunst bei Bassenge an, in der über Dreiviertel der gut 360 Lose einen Abnehmer fanden. Das Berliner Haus lag mit vielen Einschätzungen richtig, die Bieter waren jedoch manchmal nicht so spendabel, wie erhofft. Zum Teil stiegen die Preise nicht bis an ihr Soll heran, wie auch die Sonne an einem schönen Wintertag tiefer am Horizont steht. ...mehr

Bei der aufgeschobenen Dezemberauktion im Kinsky fielen die Hochkaräter der Alten Meister durch. Bei Bildern des 19. Jahrhunderts und den Antiquitäten lief es besser, aber auch hier verirrten sich einige Glanzstücke im Unterholz

Im Märchenwald


Karl Mediz, Der Birkenwald, 1894

Ein Gewirr von weißen Stämmen, hell erleuchtet, sodass das Gras des aufgeräumten Waldbodens einen wunderbaren Fleckerlteppich ergibt. Kurz gesagt, eine Idylle von einem Birkenwald, in den der Maler Karl Mediz noch ein Faunenpaar integrierte. Sie, ein sitzender Rückenakt, scheint über die tadellosen Rinden der Birken zu philosophieren, während er mit gespanntem Bogen in die sich kreuzenden Kronen der Bäume zielt. Sein Pfeil muss sich in diesem Gestrüpp verirren und eine unvorhergesehene Flugbahn einschlagen. Ähnlich verschlungene Wege gingen auch die Gebote der Kunden bei der Dezemberauktion im Kinsky, denn nur selten wurden hohe Taxen bestätigt, und nur wenige Ausreißer fanden den Weg aus dem Dickicht in den Glanz der Wertsteigerungen: Beim zwischen 25.000 und 50.000 Euro geschätzten, symbolistischen Mediz-Gemälde von 1894 stockte das Handheben bereits bei 21.000 Euro, und die Nachverhandlungen sollen den Verkauf noch richten. ...mehr

Im November feierte das Dorotheum mit der Contemporary Week auch die Kunst seit 1945. Das herausragende Angebot an internationalen und österreichischen Arbeiten zahlte sich für den Wiener Versteigerer aus

Christus mit neuen Raumkonzepten


Wie schon in früheren Auktionen des Wiener Dorotheums zählten auch dieses Mal bei der Kunst aus der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart Arbeiten von Lucio Fontana zu den Höhepunkten. „Deposizione di Cristo“, eine virtuos ausgeformte und glasierte Keramikinterpretation der Kreuzabnahme von 1954/56, holte sich mit einem Gebot von taxkonformen 210.000 Euro zum Auftakt die Bronzemedaille, während Fontanas leuchtend blaues „Concetto Spaziale, Attesa“ wie erhofft das Siegertreppchen stürmte und einen Sammler zu 450.000 Euro verführte. Angedacht waren für die 1967/68 einmal mit einem vertikalen Schnitt aufgeschlitzte Leinwand 400.000 bis 600.000 Euro. Den zweiten Platz sicherte sich das begehrte Covermotiv des Katalogs von Jannis Kounellis. Der Vertreter der Arte Povera gestaltete seine riesigen Rauminstallationen aus einfachen alltäglichen Materialien; bei seinem Spitzenlos von 1989 waren es eine Eisenplatte, Kohlestücke, Bleiummantelungen und eine breite schwarze Farbbahn. Die 280.000 Euro für die Lumpen-Findelkinder entsprachen ebenfalls den Erwartungen. ...mehr

Klein, fein und begehrt: In der Versteigerung „Meisterwerke der Sammlung Bischoff“ liefen die Käufer bei Lempertz oft zu Hochtouren auf

Die Weitergabe des Feuers


Georges de la Tour, La fillette au brasier, 1646/48

Laut einer Legende erfand Athene den Aulos, ein antikes Blasinstrument. Als die Göttin jedoch bemerkte, wie sehr sie beim Spielen ihr Gesicht verzog, warf sie das Instrument von sich und musizierte nie wieder darauf. Ein Gemälde von Georges de la Tour lässt einen allerdings zweifeln, ob die Göttin der Weisheit ihre Situation richtig eingeschätzt hat. Auf dem Bild „La fillette au brasier“ des Lothringer Caravaggisten bläst ein Mädchen in ein Kohlebecken, das, vom Sauerstoff entfacht, hell aufglüht und die Gestalt in Rottönen erleuchtet. Es ist ein Bild von aparter Andacht, schlichter Intimität und naturalistischer Wärme; keine Spur von Hässlichkeit, die eine antike Göttin auf den Plan rufen könnte. Ähnlich dürften das auch die Teilnehmer der Auktion von Lempertz gesehen haben, wo de la Tours bezaubernde Nachtszene aus der Sammlung des Unternehmers Hinrich Bischoff für 3,6 Millionen Euro versteigert wurde: ein Rekord für Alte Meister in Deutschland und das teuerste Werk im schmalen Auktionsranking des französischen Barockmalers. ...mehr

Hohe Zuschlagsquoten und herausragende Einzelergebnisse für die Kunst des 20. Jahrhunderts und die Schweizer Abteilung haben Koller in vorweihnachtliche Festlaune versetzt

Der Berg kreißt


Ferdinand Hodler, Thunersee mit Niesen, 1912/13

Weit über den Erwartungen schloss die Versteigerung von Ferdinand Hodlers Ölgemälde „Thunersee mit Niesen“ im Züricher Auktionshaus Koller ab: Auf 1,2 bis 1,8 Millionen Franken angesetzt, schoss die stilisierte blaue ätherische Landschaft mit dem fast achsensymmetrisch zur Bildmitte hin ansteigenden Berg nach längerem Telefongefecht schließlich auf 3,5 Millionen Franken. Die Attraktivität der mit 85 Zentimetern Breite eher mittelgroßen Leinwand von 1912/13 lag nicht zuletzt in ihrer Marktfrische: Während einer Ausstellung in Solothurn wurde sie im Mai 1913 von der Urgroßmutter des jetzigen Einlieferers erworben. Gegenüber einem kauffreudigen Publikum hatte Koller noch mit zwei weiteren Hodlers Erfolg. So ließ sich seine große weibliche Kopfstudie zu dem Gemälde „Blick ins Unendliche“ von 1915/18 erst bei 850.000 Franken und damit etwa dem Doppelten der Schätzung bitten, und die frühe Landschaft „Fischende Kinder am Ufer der Arve“ aus den späten 1870er Jahren verbesserte sich von 100.000 Franken auf 155.000 Franken. Lediglich der symbolostische „Mäher“ um 1910 enttäuschte etwas bei 650.000 Franken anstelle der anvisierten unteren 800.000 Franken, und die 1910 datierte „Tanne am Bach“ blieb bei 750.000 bis 950.000 Franken unveräußert. ...mehr

Van Ham schließt das Jahr mit dem besten Gesamtergebnis in Höhe von 40 Millionen Euro ab und beweist, dass in der Corona-Krise auf hochwertige Kunst gesetzt wird. Einen wichtigen Anteil am Erfolg hatte die vergangene Modern Week

Es ist doch Gold, was glänzt


Mit einem Bruttoumsatz von insgesamt 5,8 Millionen Euro hat die Modern Week die Erwartungen des Kölner Auktionshauses Van Ham erfüllt. Auch die losbezogene Zuschlagquote kann sich mit 71 Prozent sehen lassen. Die meisten Positionen verkauften sich in der Sparte „Moderne Kunst“; hier blieben nur neun der 64 angebotenen Kunstwerke liegen. Außerdem befand sich unter den Topsellern eines von sechs sechsstelligen Zuschlägen der Auktion: Max Ernsts blauer Hingucker „Enseigne pour une école de moustiques“ von 1961. Für das abstrakte Gemälde mit den stilisierten weißen Blüten waren 100.000 bis 150.000 Euro aufgerufen, und ein deutscher Online-Kunde sorgte mit seinem Gebot von 135.000 Euro für einen erfreulichen Auftakt. Auf dem Fuße folgten ein bunt koloriertes Selbstbildnis Marc Chagalls im Profil aus dem Jahr 1977, das sich ein nordrhein-westfälischer Sammler für 80.000 Euro an der unteren Schätzgrenze sicherte, die sympathische „Gähnende Dame“ aus der Damenkapelle im grünen Minikleid von Paul Kleinschmidt, die für gar nicht müde 43.000 Euro ebenfalls zum erwarteten Preis in eine süddeutsche Privatsammlung wechselte, und eine schnelle Tuschfederzeichnung von Pablo Picasso für taxkonforme 70.000 Euro, die einer 180teiligen Serie aus dem Winter 1953/54 angehört und vermutlich seine junge Geliebte Jacqueline Roque mit ihrem Hund darstellt. ...mehr

Lempertz feiert sein 175. Jubiläum. Leider hielt die Versteigerung mit Alten und Neuern Meistern nicht ganz, was die Erwartungen versprachen. Oft waren die Preise zu hoch angesetzt. Ein paar Lichtblicke gab es dann aber doch

Ein toter Mönch und zwei Klavierspieler


Giovanni Battista Tiepolo, Innenraum mit Kapuzinermönchen am Sterbebett eines Ordensbruders

Lempertz kam bei seiner Auktion mit Kunst bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert mit einem lachenden und ein weinenden Auge davon: Während das mit 400.000 bis 450.000 Euro taxierte Top-Los der Offerte tatsächlich für 400.000 Euro unter den Hammer kam, überzeugten viele andere hochpreisige Werke Alter Meister nicht. Knapp die Hälfte blieb im Kölner Auktionshaus liegen. Der Höhepunkt war mit Giovanni Battista Tiepolos intimem Gemälde eines Innenraums mit Kapuzinermönchen am Sterbebett eines Ordensbruders erreicht, das in eine ausländische Sammlung wanderte. Begeisterung löste das für den großen venezianischen Settecento-Maler ungewöhnliche Sujet aus, das Tiepolo mit skizzenhafter Unmittelbarkeit und flackernder Lichtregie zum Leben erweckte, sowie die reduzierte Farbpalette in Brauntönen. Das 19. Jahrhundert schloss mit einer losbezogenen Zuschlagquote von 56 Prozent nur marginal besser ab, überraschte dann aber mit einem bemerkenswerten Anstieg der kleinformatigen, heimeligen Alltagsszene „Vierhändiges Klavierspiel“ des Porträt- und Genremalers Konstantin Egorovich Makovskij von 1880, die die Experten nicht auf dem Schirm hatten, wie die Bewertung von 6.000 bis 8.000 Euro erahnen lässt. Das lange Bietergefecht für das alte Ehepaar am Klavier des russischen Realisten stoppte erst bei 85.000 Euro. ...mehr

Zwei Wochen später als geplant begeht das Wiener Auktionshaus Im Kinsky mit einer reichen Auswahl an Kunst der Moderne und Zeitgenossen sowie des Kunsthandwerks seine Weihnachtsversteigerung. Beherrschend sind die Österreicher, aber auch internationale Künstler melden sich zu Wort

Unerfüllte Visionen


Als „Verhüllungskünstler“ ist der Ende Mai verstorbene Bulgare Christo Vladimirov Javacheff in die jüngere Kunstgeschichte eingegangen. Zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude schienen keine Landschaft und keine Architektur zu groß, um sie zu ihrem Projekt zu machen. Doch beiden ging es nicht nur um spektakuläre Medienereignisse, sondern auch darum, Kunst mitten in die Gesellschaft und Politik zu tragen: Nicht allzu oft dürfte etwa der Deutsche Bundestag, wie bei der Verhüllung des Reichstags im 1995, als höchste Instanz über Kunstfragen abgestimmt haben. Visionen, die dem Künstlerpaar sicher eine Menge Geduld, Vorplanung, Verwaltungsarbeit und gleichfalls viel Geld abverlangt haben. In der Entwurfsphase fertigte Christo dafür Zeichnungen, Skizzen, Drucke und Fotos an, um mit deren Verkauf seine Vorhaben zu finanzieren. Ein einzigartiges Stück entstand so für die Überspannung eines zehn Kilometer langen Abschnitts des Arkansas River zwischen Canon City und Salida im US-Bundesstaat Colorado. In der zweiteiligen Skizze für das Projekt „Over the river“, das Christo und Jeanne-Claude bereits 1992 begannen und 2017 gescheitert an Genehmigungen endgültig aufgaben, fügte er zwei kleine Fotografien sowie eine topografische Karte des Flussbetts und die künstlerische Darstellung der Überspannung desselben mit schwebenden, silbrigblau glänzenden Gewebebahnen zusammen. Christos Vorarbeit von 1994 soll nun Im Kinsky 350.000 bis 550.000 Euro kosten. ...mehr

Vor allem die Stars der Druckgrafik waren bei Bassenge in Berlin gefragt. Dennoch gab es für besondere Blätter nicht so geläufiger Künstler ebenfalls steile Wertentwicklungen

Heimvorteil für Dürer


Albrecht Dürer, Die Melancholie (Melencolia I), 1514

Betrübt den Kopf in die Hand zu legen, wie es das geflügelte menschliche Wesen in Albrecht Dürers Kupferstich von 1514 tut, dazu besteht eigentlich kein Grund. Denn Dürers Werke allgemein und seine vieldeutige „Melencolia I“ im Besonderen schnitten bei der Auktion für Druckgrafik von Bassenge sehr gut ab: Sieben Schöpfungen des Nürnbergers dominieren die Liste mit den höchsten Preisen. Der späte Druck der geheimnisvollen „Melancholie“ führt sie mit 30.000 Euro an und übertraf die ursprüngliche Wertvorgabe um 5.000 Euro. Dahinter rangiert Dürers Kupferstich „Der Spaziergang“ von 1498. Mit 16.000 Euro blieb das sittsam einherschreitende elegante Pärchen, dem ein Knochenmann mit Sanduhr aber schon das Ende vor Augen führt, allerdings hinter der Erwartung von 18.000 Euro zurück. Mit dem dritten Platz scheint sich die Dame in Dürers Blatt „Der Bauer und seine Frau“ nicht ganz zufriedengeben zu wollen. Miesepetrig blickt sie vor sich hin, obgleich das Schlussgebot von 15.000 Euro nicht zu verachten ist und nur 1.000 Euro unter der Schätzung lag. Die Fühlung auf Rang vier – dazwischen schob sich gewitzt Franz Anton Maulbertsch – hält mit 11.000 Euro der zum Gebet auf die Knie gesunkene heilige Hubertus von 1501. Trotz einiger Retuschen und einer Fehlstelle übertraf Dürers tierreiche Waldgegend mit Burg im Hintergrund ihre Taxe sogar um 2.000 Euro. ...mehr

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