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Am 15.03.2021 SONDERAUKTION: KUNST IM EXIL, Die Wittelsbacher in Sárvár

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Nautiluspokal / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Holzvogel 1990 / Doris Ziegler

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© Döbele Kunst Mannheim


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Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Grisebach in Berlin mit einigen alten Einsprengseln und der wundersamen Kollektion Calábria

Im Rausch der Nacht


Georg Tappert, Geisha-Revue, 1911/13

Georg Tappert ist eine feste Größe bei Grisebach. Immer wieder schlägt der Expressionist mit Spitzenwerken bei dem Berliner Versteigerer auf, stellt seine Bilder von Chansonetten, Nackttänzerinnen, Zirkusartistinnen oder Halbweltdamen aus den Etablissements der lebenshungrigen und vergnügungssüchtigen Metropole zur Verfügung und sorgt für manchen Geldsegen. Diesmal ist es seine bunte bewegte „Geisha-Revue“ von 1911/13, die mit ihrem exotischen Lichter- und Farbenrausch für Furore sorgen soll. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ist Tappert mit den sieben als japanische Geishas geschminkten und kostümierten Varietétänzerinnen ein eindrückliches Sinnbild für den „Tanz auf dem Vulkan“ gelungen, der bald ausbrechen sollte. Kein Wunder, dass Grisebach das Gemälde, auf dessen Rückseite sich noch zwei Akte vor Bäumen räkeln, als „Ausdruck großstädtischer Dynamik“ und „Inkunabel des deutschen Expressionismus“ anpreist und dafür 350.000 bis 450.000 Euro sehen will – ein Schnäppchen. Denn schon im November 2007 nahm ein griechischer Sammler Tapperts „Geisha-Revue“ mit und bewilligte den bis heute gültigen Auktionsrekord von netto 610.000 Euro. ...mehr

Alte bis Moderne Kunst und Kunsthandwerk aus mehreren Jahrhunderten bei Neumeister in München

Auf den Spuren Jesu


„Hier ist Arbeit, Freude, Wut, Sturm. Leinwände reichen nicht aus, Hände auch nicht“, schwärmte Hermann Max Pechstein im September 1919 seinen Freunden von seinem Aufenthalt in Nidden vor. Der kleine Fischerort an der Kurischen Nehrung zog den Expressionisten seit 1909 magisch an. Bei längeren Sommerurlauben schuf er hier in freier Natur zahlreiche Bilder: Wege in den Dünen, der Mittag im Haff, Akte am Strand, Spiegelungen im Wasser, Fischerboote in Nidden oder Kutter im Sturm. 1920 sah Pechstein einige „Keitelkähne“ ruhig an der Küste liegen und bannte sie wasserseitig mit Blick auf zwei Häuser und den Wald in expressionistisch gesteigerten Farben und grobem Pinselstrich auf seine Leinwand. Das Gemälde schenkte er seinem Berliner Arzt, in dessen Familie es rund 60 Jahre blieb, ehe es über das Züricher Auktionshaus Schuler 1999 in süddeutschen Privatbesitz ging. Nun tritt es erneut seinen Weg in den Kunstmarkt an und soll bei Neumeister 350.000 bis 450.000 Euro einspielen. ...mehr

Die Modern Week bringt bei Van Ham in Köln viele Höhepunkte für unterschiedlich dicke Geldbeutel aus dem 20. und 21. Jahrhundert

Der Schaumbläschenmeister


„Monumental in den Herbst“ lautet das Motto der anstehenden Auktionen bei Van Ham. Moderne und Zeitgenössische Kunst ist eine Spezialität des Kölner Auktionshauses, zeichnet sich diese Abteilung ohnehin durch ein besonders dynamisches Wachstum aus. Top-Los unter den modernen Kunstwerken ist ein abstraktes Gemälde von Max Ernst aus dem Jahr 1961 für 100.000 bis 150.000 Euro. Zum Hingucker wird „Enseigne pour une école de moustiques“ dank eines faszinierenden Blautons, in dessen flächendeckender Tiefe sich die weißen Strukturen stilisierter Blüten verlieren und zu einer verschlüsselten und fantastischen Bildwelt verschmelzen. Für seine doppeldeutige „Mückenschule“ wandte Max Ernst eine neuartige Technik an: die Grattage, ein Durch- und Abreibeverfahren, bei dem der Zufall eine Rolle spielt. Abschließend verlieh er der Komposition durch ein rotes Liniengefüge Struktur, die man im Durcheinander der wie ein Mückenschwarm flirrenden Bildelemente auch braucht. ...mehr

Porträt, Akt, Reisebericht, Architektur, Fotodokumentation, Neues Sehen, Montage – Bassenge präsentiert in seiner Auktion die Breite der Fotografie

Posieren und Dokumentieren


Der lange Hals ist schwungvoll nach hinten gebogen, sodass der Kopf beinahe das Federkleid des Rückens berührt. Dennoch ist dem Storch auf dem Farbabzug aus der Serie „Le Bestiaire“ des Fotografen und Architekten Wilmar Koenig keinerlei Anstrengung anzusehen, anmutig hebt sich seine schwarz und weiß gefiederte Silhouette von der unscharfen Landschaft im Hintergrund ab. Der exaltierte Gestus des Storchs gehört zur Sammlung des 2018 früh verstorbenen Koenig. Der 1952 geborene Berliner war als Künstler, Kurator und Vermittler zeitgenössischer Fotografie bekannt. Schon während seines Studiums der Mathematik und Architektur von 1974 bis 1982 beschäftigte er sich mit der Lichtbildnerei, engagierte sich in dem Workshop- und Ausstellungsprojekt „Werkstatt für Photographie“ und leitete es in den Jahren 1982 bis 1985. Koenigs gut 130 Positionen umfassende Sammlung steht nun bei Bassenge zum Verkauf, der Storch als erster von drei Abzügen von 1992 für 1.200 Euro. ...mehr

Insgesamt werden bei Grisebach in den Herbstauktionen knapp 900 Kunstwerke versteigert. Eine der Sparten, von der man sich Spitzenpreise, aber auch Käufer im unteren und mittleren Preissegment erhofft, ist die Kunst des 19. Jahrhunderts

Göttliches Licht


Osmar Schindler, Römischer Knabe mit Bildhauerwerkzeug, um 1897

Erst vor wenigen Monaten feierte Grisebach mit der Ausstellung „King Kong kommt aus Dresden“ die Wiederentdeckung des Malers Max Pietschmann und seines verschollen geglaubten Hauptwerks „Fischzug des Polyphem“. Da ist es Ehrensache, dass das Berliner Auktionshaus nun auch einen Schwung Arbeiten aus seinem Nachlass versteigert. Neben einigen Frauenporträts und Landschaften stechen besonders zwei stimmungsvolle Ölstudien heraus, auf denen Pietschmann mit dem Licht- und Farbenspiel entzündeter Lampions bei Nacht experimentierte. Die kleinere auf blauem Karton zeigt mehrere aneinander gereihte Varianten der bunten Papierlampen für 3.000 bis 4.000 Euro, während die größere eine detailreiche Vorarbeit zu seinem Gemälde „Lampionfest“ ist und das Doppelte verlangt. Auch für Pietschmanns zwei Jahre jüngeren Dresdner Kollegen Osmar Schindler hat sich Grisebach in den letzten Jahren stark gemacht. Er stellt ebenfalls eine Ölstudie für 5.000 bis 7.000 Euro zur Verfügung und hat den überaus modern wirkenden römischen Knaben mit Bildhauerwerkzeug um 1897 für Fresken im Chemnitzer Polytechnikum entworfen. ...mehr

Grisebach offeriert wieder einen vielfältigen Querschnitt durch die Fotografie, von den unbekannteren Anfängen über experimentelle Positionen bis zu jüngeren Themen

Ausblicke auf Amerika


„Es geht darum, Bilder zu machen, die ein Eigenleben führen“, sagt Mitch Epstein über seine Kunst. Mit seiner „Flag“ aus dem Jahr 2000 ist ihm das gelungen. Denn der 1952 geborene amerikanische Fotograf will mit seinen Bildern nie allein die Realität dokumentieren. So ist seine Flagge der USA, die frisch gereinigt und sauber gefaltet in einer Schutzhülle vor einer rosafarbenen Wand hängt und auf ihren Einsatz wartet, denn auch symbolisch zu verstehen. Die Flagge gehört in Epsteins Serie „Family Business“, die als Allegorie auf den Niedergang seines väterlichen Möbel- und Immobilienunternehmens steht. Genauso ist das Foto tagesaktuell interpretierbar. Heute scheint das Landessymbol, das trotz der Reinigungsbemühungen noch deutliche Flecken und Spuren der Zeit trägt, wie eine Verbildlichung der Lage der Vereinigten Staaten. Von Corona schwer getroffen, hat die Nation genauso eine Behandlung nötig, wie den politischen Neustart, für den seit der Präsidentenwahl wieder Hoffnung besteht. Einige Makel bleiben jedoch noch erhalten und bleichen wie auf Epsteins „Flag“ erst mit viel Mühe und Arbeit der gesamten Gesellschaft aus. Das somit überzeitlich relevante Werk des Amerikaners dürfte bei Grisebach einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ist wohl auch deshalb auf 25.000 bis 30.000 Euro taxiert. ...mehr

Von allem etwas: mit einem umfangreichen Angebot moderner Kunst von Zeichnungen über Druckgrafik, Gemälde, Skulptur und Keramik wartet das Auktionshaus Bassenge auf und schließt daran Arbeiten des Lebensreformers Fidus an

Schwarzschwanenreich


Die Beine im Gleichtakt bis zur Entblößung der Unterhosen in die Luft geschwungen, die Wangen mit Rouge gefärbt, mit müden Augen und stumpf salutierend – so präsentiert Vlastimil Beneš seine „Can-Can-Tänzerinnen“ oder „Husarenbräute“, wie sie der erste Käufer des Ölgemäldes, der Münchner Schriftsteller, Sammler und Künstlerfreund Herbert Asmodi, auf Grund ihrer grünen Uniformen betitelte. Das annähernd quadratische Werk des 1919 geborenen tschechischen Künstlers hebt sich durch die gesellschaftliche Thematik von seinen charakteristischen stillen Landschafts- und Stadtmotiven ab. Auch hier nutzte Beneš einen geometrischen, zur naiven Kunst tendierenden Realismus, dem er eine melancholische Poesie einhauchte. Das auf dem Bühnenvorhang in der rechten unteren Bildecke signierte und auf das Jahr 1971 datierte Gemälde hat Bassenge mit 15.000 Euro angesetzt und damit genau den Wert veranschlagt, den es 2008 in Berlin schon einmal einfuhr. ...mehr

Die Contemporary Week im Wiener Dorotheum geht weiter. Nun sind die Zeitgenossen dran und feiern ein Fest der abstrakten Kunst

Von Nagelschwestern und steinernen Findelkindern


Regelmäßig finden im Dorotheum große Auktionen Zeitgenössischer Kunst statt, und der Wiener Versteigerer bietet dabei eine Vielzahl an künstlerischen Strömungen von Minimalismus und Konzeptkunst über Pop Art bis hin zu Graffiti-Kunst renommierter österreichischer und internationaler Künstler an, die oft Spitzenpreise erzielen. Arbeiten von Lucio Fontana gehören im Dorotheum immer zu den Höhepunkten. Diesmal versuchen zwei Kunstwerke des Italieners die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur aufzuheben: seine glasierte keramische Plastik „Deposizione di Cristo“ von 1954/56 für 200.000 bis 300.000 Euro, die die Kreuzabnahme virtuos expressiv-dynamisch interpretiert, sowie ein leuchtend blaues „Concetto Spaziale, Attesa“ aus den Jahren 1967/68 für 400.000 bis 600.000 Euro, für das Fontana die intakte Leinwand verstümmelte und den zweidimensionalen Bildträger durch einen Schnitt mit dem Messer plastisch modellierte. ...mehr

Die Auswahl an Arbeiten auf Papier beim Berliner Versteigerer Bassenge ist wieder ansprechend und listet neben bekannten Namen attraktive Entdeckungen

Italienisches Gruseln


Théodore Géricault, Studie für „La Course des chevaux libres“, 1817

Théodore Géricault war ein Pferdenarr. Immer wieder hat er Rösser als Motive in seinen Bildern verarbeitet oder sie als Zeichen von ungebändigter Emotion und Stärke gar zum Thema gemacht. Als Géricault sich 1816/17 in Italien aufhielt und mehrere Monate davon in Rom weilte, zog ihn das traditionelle, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nachweisbare Pferderennen während der Karnevalszeit magisch an. Bei „La Mossa“ wurden Dutzende ungestüme Araberhengste von ihren Stallknechten auf der Piazza del Popolo vorgeführt, bevor sie entlang der Via del Corso, der Hauptschlagader der Stadt, davonjagten – für den pferdebegeisterten Géricault eine einzigartige Quelle der Inspiration. Mehr als zwanzig Ölskizzen und etliche Zeichnungen fertigte er von dem reiterlosen Rennen an. Dazu gehört auch seine Kreidestudie mit einem energisch sich aufbäumenden Hengst und einem Knecht kurz vor dem Start, die Géricaults Geschick in der Ausarbeitung der Pferdeanatomie unterstreicht. Sie ist nun im Auktionshaus Bassenge für 35.000 Euro zu haben. Das Projekt für ein rund zehn Meter breites Ölgemälde zu „La Mossa“ konnte Géricault nicht vollenden; denn er starb schon 1824 in Paris jung an den Folgen eines Reitunfalls. ...mehr

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