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Am 13.04.2021 117. Auktion: Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen

© Galerie Bassenge Berlin

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Nautiluspokal / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Vor allem die Stars der Druckgrafik waren bei Bassenge in Berlin gefragt. Dennoch gab es für besondere Blätter nicht so geläufiger Künstler ebenfalls steile Wertentwicklungen

Heimvorteil für Dürer


Albrecht Dürer, Die Melancholie (Melencolia I), 1514

Betrübt den Kopf in die Hand zu legen, wie es das geflügelte menschliche Wesen in Albrecht Dürers Kupferstich von 1514 tut, dazu besteht eigentlich kein Grund. Denn Dürers Werke allgemein und seine vieldeutige „Melencolia I“ im Besonderen schnitten bei der Auktion für Druckgrafik von Bassenge sehr gut ab: Sieben Schöpfungen des Nürnbergers dominieren die Liste mit den höchsten Preisen. Der späte Druck der geheimnisvollen „Melancholie“ führt sie mit 30.000 Euro an und übertraf die ursprüngliche Wertvorgabe um 5.000 Euro. Dahinter rangiert Dürers Kupferstich „Der Spaziergang“ von 1498. Mit 16.000 Euro blieb das sittsam einherschreitende elegante Pärchen, dem ein Knochenmann mit Sanduhr aber schon das Ende vor Augen führt, allerdings hinter der Erwartung von 18.000 Euro zurück. Mit dem dritten Platz scheint sich die Dame in Dürers Blatt „Der Bauer und seine Frau“ nicht ganz zufriedengeben zu wollen. Miesepetrig blickt sie vor sich hin, obgleich das Schlussgebot von 15.000 Euro nicht zu verachten ist und nur 1.000 Euro unter der Schätzung lag. Die Fühlung auf Rang vier – dazwischen schob sich gewitzt Franz Anton Maulbertsch – hält mit 11.000 Euro der zum Gebet auf die Knie gesunkene heilige Hubertus von 1501. Trotz einiger Retuschen und einer Fehlstelle übertraf Dürers tierreiche Waldgegend mit Burg im Hintergrund ihre Taxe sogar um 2.000 Euro. ...mehr

Das Kinsky hat wegen des Lockdowns seine Weihnachtsauktionen um zwei Wochen verschoben. Jetzt warten in Wien Alte Meister, Gemälde des 19. Jahrhunderts, Skulpturen, Silber, Gläser, Möbel und Netsukes in Hülle und Fülle auf neue Besitzer

Mander, s’isch Zeit!


Ferdinand Georg Waldmüller, Zwey Tiroler auf einer Berghöhe ausruhend, 1829

Vor einer herrlichen Alpenkulisse symbolisieren die beiden Männer geradezu die Freiheit und Unabhängigkeit des stolzen Tirols. Es sind zwei gestandene Tiroler mit ihren Waffen nach der Jagd, die auf jeden Fall Andreas Hofers Aufruf gefolgt wären. Mit ihren breitkrempigen Hüten, den aufwändigen Lederhosenträgern und den prächtigen federkielbestickten Ranzen scheinen sie Mühsal und Kargheit des Lebens in den Bergen nicht zu kennen – im Gegenteil, ihre Jagdbeute deutet beinahe ein herrschaftliches Leben an. Ferdinand Georg Waldmüller setzte hier als junger Maler 1829 eine Idylle in Szene, bei der er glänzen konnte: Er demonstrierte sein Können bei der Wiedergabe von unterschiedlichen Stoffen, von Natur und Atmosphäre. Gleichzeitig bewies er durch sein Arrangement, dass er Lichtführung und jedes Genre – vom Stillleben bis zum Portrait – beherrschte. Es ist wirklich ein museales Stück, das jetzt beim Auktionshaus im Kinsky für 250.000 bis 450.000 Euro zum Aufruf kommt. ...mehr

Resultate: Zeichnungen, Aquarelle und Grafik im Wiener Dorotheum

Störrischer Künstler lässt sich lange bitten


Wilhelm Busch, Selbstbildnis mit Hut im Halbprofil, 1894

Die Wiederentdeckung hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Schon auf dem Katalogtitel hatte das Dorotheum ein Selbstbildnis von Wilhelm Busch, das den Betrachter mit einem eindringlichen Blick gefangennahm, prominent platziert. Als zurückgezogen lebender, trockener Eigenbrötler präsentierte sich hierauf der große Humorist im Alter von 62 Jahren. Seit 1949 galt die Tuschezeichnung aus dem Jahr 1894 als verschollen und war nur durch Reproduktionen bekannt war. Überdauert hat Buschs wohl bekannteste Eigendarstellung in österreichischem Privatbesitz. Der darf sich nun über einen schönen vorweihnachtlichen Zugewinn freuen. Denn die anvisierten 12.000 bis 16.000 Euro für das bärtige Konterfei unter breitkrempigem Hut mit heruntergebrannter Zigarette im linken Mundwinkel verwandelten sich bei der Auktion „Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen“ in 40.000 Euro. ...mehr

Bei Ketterer in München kommen bedeutende Firmensammlungen sowie große Namen, beste Qualität und wichtige Provenienzen der modernen und zeitgenössischen Kunst unter den Hammer

Die Augen des Kalten Krieges


Vor Corona hat Ketterer Kunst keine Angst. Firmenchef Robert Ketterer ist sich sogar sicher, dass der Virus die Herbstauktionen positiv beeinflussen wird, sehnt sich das Kunst- und Sammlerpublikum derzeit doch mehr denn je nach geschlossenen Provenienzen und guter Qualität. Gut, dass die Auktion „Kunst nach 1945/Contemporary Art“ gespickt mit hochkarätigen Werken aus zwei namhaften Sammlungen ist: die der Deutschen Bank und die der Duisburger Unternehmerfamilie Haniel. Otto Piene, Ernst Wilhelm Nay und Max Liebermann sind nur einige der renommierten Künstler aus der Sammlung des Bankenriesen. Pienes frühes Rasterbild von 1959 in strahlendem ZERO-Weiß für 150.000 bis 200.000 Euro ist dabei ein krasser Kontrast zum kunterbunten, aber farbharmonischen, fließenden Scheibenbild „Blau bewegt“ von Nay für 200.000 bis 300.000 Euro und der düster-gedämpft gehaltenen, ungewöhnlich nächtlichen „Straßenszene am Brandenburger Tor“, in der Impressionist Liebermann wenige Nuancen unscharf und virtuos zu einem tagtäglichen Anblick vor seinem Atelier schichtete. Hier stehen 240.000 bis 280.000 Euro auf dem Preisschild. ...mehr

Ketterer in München versammelt in seiner Versteigerung für Kunst des 19. Jahrhunderts neben Porträts und Skulpturen insbesondere ländliche Idyllen

Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen


Carl Spitzweg, Nachtwächter bei Mondschein, Hund und Katze, um 1870

Der Brunnen plätschert leise, am sternenklaren Himmel dämmert schon der Morgen, in einem Haus glimmt bereits die erste Lampe. Der Nachtwächter schlendert, seine Hellebarde geschultert, bedächtig über den Dorfplatz, der durch Mauern und Zäune von den umstehenden Häusern abgeschirmt ist. Ein Spitz und eine weiße Katze bevölkern die friedliche Nachtszene, die ins silbrige Mondlicht getaucht ist. Carl Spitzweg malte dieses anheimelnde kleine Querformat um 1870, das nun bei Ketterer Kunst für 50.000 bis 70.000 Euro einen neuen Besitzer finden will. Gut 70 Positionen mit Kunst des 19. Jahrhunderts hat das Münchner Auktionshaus für seine Herbstrunde zusammengetragen, darunter auch zwei vorbereitende Zeichnungen für Gemälde Spitzwegs: Die „Strickende Wacht (Der Kanonier)“ um 1848 ist mit 1.200 bis 1.500 Euro, der berühmtere „Arme Poet“ um 1836 mit 3.000 bis 4.000 Euro veranschlagt. ...mehr

Der Kunst der Moderne und der Gegenwart hat Lempertz diesmal Spitzenwerke Alter Meister aus der Sammlung Hinrich Bischoff zur Seite gestellt, hofft auf ein kaufkräftiges Publikum jenseits traditioneller Gattungsgrenzen und lockt mit einem seltenen Gemälde

Feuer fängt mit Funken an


Georges de la Tour, La fillette au brasier, 1646/48

Kurz vor Jahresende könnte es in diesem von Corona gebeutelten Jahr doch noch zu einem vorgezogenen Feuerwerk kommen. Die Funken dazu sind schon geschlagen. Jetzt ist nur noch die Frage, ob diese sich am 8. Dezember zu einem Freudenfeuer entzünden lassen. Denn an diesem Tag wird Georges de la Tours „La fillette au brasier“ aus der Sammlung von Hinrich Bischoff versteigert. So gut wie alles an diesem 76 mal 55 Zentimeter großen Meisterwerk ist bemerkenswert. Da ist zum einen das Bild an sich: Ein junges Mädchen, dem Betrachter im würdevollen Profil präsentiert, bläst in ein Kohlenbecken. Die hell aufglühenden Brocken beleuchten als einzige Lichtquelle die schlicht gekleidete Gestalt, sodass von ihrer Umgebung kaum etwas zu erkennen ist. Insgesamt strahlt das Nachtstück eine derartige Würde und meditative Ruhe aus, wie es Flammenglut an sich eben tut. Auch einiges im Leben des Malers Georges de la Tour liegt noch im Dunkeln und bedarf einer Beleuchtung. Bis heute weiß man nicht, woher der 1593 in Lothringen Geborene seine Inspiration nahm: Lernte er bei den Utrechter Caravaggisten oder machte er doch eine Italienreise? Hinzu kommt, dass ihm nur 44 Bilder zugeschrieben werden können. Besonders nobilitiert dieses Gemälde, dass es als eines der wenigen signiert und das einzige Kunstwerk aus dem späten Schaffen des Meisters ist, das sich noch in privater Hand befindet. Nun tritt es nach 45 Jahren in der Sammlung Hinrich Bischoff bei Lempertz wieder auf den Kunstmarkt. Mit 3 bis 4 Millionen Euro ist die Messlatte hoch gelegt: Die „Fillette au brasier“ könnte das teuerste Werk im schmalen Ranking Georges de la Tours und auf deutschen Auktionen werden. ...mehr

Moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst beim Züricher Auktionshaus Koller

Symmetrischer Berg


Ferdinand Hodler, Thunersee mit Niesen, 1912/13

„Ich liebe die Klarheit in einem Gemälde und darum liebe ich den Parallelismus“, schrieb der Schweizer Maler Ferdinand Hodler 1904 über seine Beweggründe für die häufig streng und abgezirkelt wirkende Gestaltung seiner Bilder. Auch die Landschaft „Thunersee mit Niesen“ aus den Jahren 1912/13 ist ein Beispiel für dieses Prinzip. Über der fast mittig auf der Leinwand platzierten horizontalen Linie des Sees ragt annähernd symmetrisch der Berg auf. Alles ist in ein dunstiges Blau-Grau gehüllt – passend zur Jahreszeit, in der dieses Gemälde nun in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Koller in Zürich verhandelt wird. Einlieferer sind Schweizer Privatleute, deren Urgroßmutter das Gemälde im Mai 1913 direkt aus einer Ausstellung des Kunstvereins in Solothurn erworben hatte. Seitdem war es häufig in weiteren Ausstellungen zu sehen, zuletzt in einer Hodler-Schau 2018/19 in Bern und Genf. Jetzt soll es für 1,2 bis 1,8 Millionen Franken versteigert werden. ...mehr

Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Grisebach in Berlin mit einigen alten Einsprengseln und der wundersamen Kollektion Calábria

Im Rausch der Nacht


Georg Tappert ist eine feste Größe bei Grisebach. Immer wieder schlägt der Expressionist mit Spitzenwerken bei dem Berliner Versteigerer auf, stellt seine Bilder von Chansonetten, Nackttänzerinnen, Zirkusartistinnen oder Halbweltdamen aus den Etablissements der lebenshungrigen und vergnügungssüchtigen Metropole zur Verfügung und sorgt für manchen Geldsegen. Diesmal ist es seine bunte bewegte „Geisha-Revue“ von 1911/13, die mit ihrem exotischen Lichter- und Farbenrausch für Furore sorgen soll. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ist Tappert mit den sieben als japanische Geishas geschminkten und kostümierten Varietétänzerinnen ein eindrückliches Sinnbild für den „Tanz auf dem Vulkan“ gelungen, der bald ausbrechen sollte. Kein Wunder, dass Grisebach das Gemälde, auf dessen Rückseite sich noch zwei Akte vor Bäumen räkeln, als „Ausdruck großstädtischer Dynamik“ und „Inkunabel des deutschen Expressionismus“ anpreist und dafür 350.000 bis 450.000 Euro sehen will – ein Schnäppchen. Denn schon im November 2007 nahm ein griechischer Sammler Tapperts „Geisha-Revue“ mit und bewilligte den bis heute gültigen Auktionsrekord von netto 610.000 Euro. ...mehr

Alte bis Moderne Kunst und Kunsthandwerk aus mehreren Jahrhunderten bei Neumeister in München

Auf den Spuren Jesu


„Hier ist Arbeit, Freude, Wut, Sturm. Leinwände reichen nicht aus, Hände auch nicht“, schwärmte Hermann Max Pechstein im September 1919 seinen Freunden von seinem Aufenthalt in Nidden vor. Der kleine Fischerort an der Kurischen Nehrung zog den Expressionisten seit 1909 magisch an. Bei längeren Sommerurlauben schuf er hier in freier Natur zahlreiche Bilder: Wege in den Dünen, der Mittag im Haff, Akte am Strand, Spiegelungen im Wasser, Fischerboote in Nidden oder Kutter im Sturm. 1920 sah Pechstein einige „Keitelkähne“ ruhig an der Küste liegen und bannte sie wasserseitig mit Blick auf zwei Häuser und den Wald in expressionistisch gesteigerten Farben und grobem Pinselstrich auf seine Leinwand. Das Gemälde schenkte er seinem Berliner Arzt, in dessen Familie es rund 60 Jahre blieb, ehe es über das Züricher Auktionshaus Schuler 1999 in süddeutschen Privatbesitz ging. Nun tritt es erneut seinen Weg in den Kunstmarkt an und soll bei Neumeister 350.000 bis 450.000 Euro einspielen. ...mehr

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