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Am 04.05.2019 Auktion 50 • Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

© Auktionshaus Lehr

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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler

Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler
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Marktberichte

Das Dorotheum in Wien wird zur Frühjahrssaison seinem guten Namen im Bereich der Alten Meister gerecht und offeriert eine breit angelegte Auswahl großer Künstler und klassischer Bildthemen

Malerfrauen und gemalte Frauen


Artemisia Gentileschi, Maria Magdalena in Ekstase

Maria Magdalena liegt leicht bekleidet auf einem strahlend blauen Tuch vor einem Felsvorsprung und blickt entzückt in Richtung Himmel. Ihren Kopf stützt sie mit dem Arm auf einen blockartigen Stein, auf dem ein Totenschädel als Symbol der Vergänglichkeit und ihrer Reue sowie ein Salbgefäß steht. ...mehr

25.04.2019

Ein Querschnitt durch die Kunstströmungen des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Kapitalismus bei Kerzenschein


Petrus van Schendel, Nächtlicher Markt in Rotterdam

Ein Grundcharakteristikum des Kapitalismus ist der Wechsel von Geld und damit der Erwerb und Verkauf von Dingen. Dabei muss es sich nicht um Luxusgüter handeln, der Kauf von Nahrungsmitteln ist wohl eine der gängigsten Handlungen. Eine unerwartet romantische Atmosphäre bei Nacht schafft das warme Licht einer einsamen Kerze, die eine sitzende ältere Frau mit weißer Haube hält. Sie handelt mit Eiern und legt einige gerade in den Korb einer jungen Käuferin. Dies hat Petrus van Schendel in seinem Gemälde „Nächtlicher Markt in Rotterdam“ thematisiert. Der ungewöhnlich nächtliche Handelsplatz ist von stark verschatteten Gestalten gut besucht, da der Mond durch Wolken verdeckt ist und kaum Licht spendet. Weshalb der Markt mit architektonischen Versatzstücken aus Rotterdam nachts von statten geht, bleibt ein Rätsel, schließlich erlaubt einzig das Kerzenlicht die Inspektion der Ware. Aber gerade auf die effektvolle Wiedergabe von Hell-Dunkel-Wirkungen war Petrus van Schendel spezialisiert. So nimmt denn sein nächtliches Markttreiben mit 100.000 bis 150.000 Euro bei der Versteigerung „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ im Dorotheum einen der Spitzenplätze ein. ...mehr

23.04.2019

Koller ist beschwingt in die Frühlingssaison gestartet. Die Alten Meister und die Kunst des 19. Jahrhunderts, aber ebenso die Zeichnungen und Grafiken waren für einige Überraschungen gut und fanden regen Absatz

Weises Handeln zahlt sich aus


Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Bildnis des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise, 1525

Friedrich III. von Sachsen entschied sich im Jahr 1518, das gegen Martin Luther ausgesprochene Ketzerurteil nicht anzuerkennen, diesem freies Geleit zum Reichstag in Worms zu gewähren und brachte ihn nach seiner Ächtung auf der Wartburg unter. Zwar trat er damit offen in den Konflikt mit dem Kaiser, doch gerade seine Beharrlichkeit, seine auf Ausgleich ausgerichtete Politik und seine Ablehnung kriegerischer Auseinandersetzung brachten ihm nachträglich den Beinamen „der Weise“ ein. Kluge Entscheidungen lassen sich auch in seinem Kunstgeschmack finden, ließ er sich doch beispielsweise um 1500 von niemand Geringerem als Albrecht Dürer porträtieren und berief fünf Jahre später Lucas Cranach d.Ä. als seinen Hofmaler nach Wittenberg, wo dieser mit seiner Werkstatt berühmte Gemälde fertigte. Seinen für die Förderung der Künste und des Humanismus bekannten Herrn verewigte Cranach wohl unter Mitarbeit seines Sohnes und seiner Werkstatt in dessen Todesjahr 1525. Friedrichs Bruder und Nachfolger Herzog Johann der Beständige gab nach dessen Ableben gleich mehrere solcher Stücke, ausgestattet mit Lobeshymnen auf den Verstorbenen, bei Cranach in Auftrag. ...mehr

17.04.2019

Das Münchner Auktionshaus Neumeister konnte sich bei Alter Kunst und Kunsthandwerk über eine hohe Zuschlagsquote und anziehende Preise freuen

Rechtssicherheit sorgt für Wertanstieg


Paar Vasen, Meißen, um 1730/35

Die 1855 geborene Hermine Feist war ein passionierte Porzellansammlerin. Ihre neoklassizistische Villa am Großen Wannsee in Berlin ließ sie von dem bekannten Architekten Alfred Breslauer so umbauen, dass sie dort wohnen und zugleich ihre Schätze museal präsentierten konnte. Ihre Kollektion, die als eine der größten in Europa galt und einen nahezu kompletten Überblick über die Entwicklung des deutschen Porzellans gab, inszenierte sie in zahlreichen Vitrinen in den nach Rokoko- und Klassizismus-Manier ausgestatteten Räumen. Doch schon mit dem Ersten Weltkrieg kam die Tochter des jüdischen Industriellen Caesar Wollheim in finanzielle Schwierigkeiten. Als Hermine Feist 1933 starb, hinterließ sie einen verschuldeten Nachlass, den die Dresdner Bank als Gläubigerin übernahm. Daraus erwarb das Berliner Schlossmuseum, das heutige Kunstgewerbemuseum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gegen den Willen der Erben 1935 einen großen Teil ihrer Porzellane. 1937 ließ das Museum einige Objekte in München durch Julius Böhler in Verbindung mit Rudolph Lepke in Berlin versteigern. ...mehr

16.04.2019

Bei recht anspruchsvollen Schätzungen konnte die Designauktion im Wiener Dorotheum nur wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Etwas magersüchtig


Ivan da Silva Bruhns, Teppich, um 1930

In der Regel sorgen sich leblose Gegenstände wie Kunstwerke, Stühle, Objekte et cetera nicht sonderlich darum, ob die Beine zu muskulös sind. Der Bezug zum Magersüchtigen liegt in der Zuschlagsquote der Auktion „Design First“ im Wiener Dorotheum. Mit einer losbezogenen Verkaufsrate von anorexischen 25 Prozent ist die Zukunft des österreichischen Traditionsunternehmens nicht gefährdet, jedoch ist es eine auffällig niedrige Zahl, die noch um rund zehn Prozentpunkte unter den Werten der vergangenen Veranstaltungen aus diesem Bereich rangiert. Zudem wechselten die meisten Objekte für den unteren Schätzwert oder sogar darunter den Besitzer, ganz so als hätten sie sich miteinander abgesprochen. Nur wenige der 20 veräußerten Posten widersetzten sich dieser Tendenz. Geschuldet ist dieses schlechte Abschneiden wohl nicht zuletzt den hohen Preisvorstellungen für viele der Positionen. ...mehr

11.04.2019

Reduktion als Konzept: Die 53. Ausgabe der Art Cologne kam in diesem Jahr komprimierter daher und beschränkte sich auf nur noch zwei Ausstellungshallen. Die Kölner Messe punktete zwar bei den Besuchern, dennoch fehlt es der Art Cologne vergleichsweise an Internationalität

Kunstwerke als Trophäen


Fußboden von Christoph Ruckhäberle bei der Galerie Kleindienst aus Leipzig

Weniger soll mehr sein. Ob die neue Strategie des Direktors der Art Cologne, Daniel Hug, die älteste Kunstmesse der Welt zu verschlanken und die reduzierte Zahl der Aussteller auf zwei statt bisher drei Hallen zu verteilen, aufging, können vielleicht die Besucherzahlen zeigen. 57.000 Besucher kamen ...mehr

24.04.2019

Die neue Ausgabe der Art Cologne hat eröffnet. Ein erster Überblick über die klassischen Positionen

Vom Solitär in die Reihe


Am Stand der Galerie von Vertes

Ein halbes Jahrhundert ist eine lange Zeitspanne, die an keiner Institution spurlos vorübergeht, erst recht nicht am Kunstmessegeschehen. Die wird heuer fühlbar deutlich, wo ganz Deutschland das Bauhaus-Jubiläum und andere Ehrentage mehr vermarktet als feiert und gerade jetzt vor Ostern eine Reihe von Pressekonferenzen, Eröffnungen und Events stattfinden. Sie lassen die Art Cologne als nur eine Veranstaltung unter immens vielen erscheinen. Vielleicht hat Messedirektor Daniel Hug daher gut daran getan, die Ausstellerzahl bei der 53. Ausgabe der stattlichen Kölner Kunstmesse zu reduzieren, die Kräfte zu bündeln, eine Ausstellungsetage zu schließen und eine Größe wie zuletzt 1987 anzustreben, um dem Publikum nicht zuviel zuzumuten. Den Parcours durch die Galerienkojen kann es nun leichter und schneller bewältigen, um noch weitere Termine wahrzunehmen. ...mehr

10.04.2019

Auf der TEFAF in Maastricht, die noch bis Sonntag geöffnet ist, verschieben sich die Koordinaten weiter zugunsten der Moderne. Dennoch bleibt die Kunst der früheren Epochen das Zugpferd der weltweit renommiertesten Kunstmesse

Eine Zeitreise durch 7000 Jahre Kunst


Am Stand der Galerie Léage

Wer hätte das im Jahr 1988 geglaubt, als The European Fine Art Fair, kurz TEFAF, als weit über Europa hinaus strahlende Altmeister-Messe an den Start ging: 31 Jahre später übertrifft die Zahl der Moderne-Galerien mit 57 Ausstellern knapp die der 53 Kunsthändler mit einem Fokus auf Gemälde von der Gotik bis ins 19. Jahrhundert. Ein Abgesang auf die alte Kunst ist das noch lange nicht. Die TEFAF bleibt weltweit die führende Kunstmesse für die bedeutendsten und bezauberndsten Kunstwerke vergangener Epochen, die auf dem Kunstmarkt verfügbar sind. Die leichte Koordinatenverschiebung ist ganz offensichtlich ein Symptom für die Schwierigkeiten, auf dem Gebiet der alten und neueren Meister Werke mit Begeisterungspotential und von musealer Qualität zu akquirieren. ...mehr

Die 16. Ausgabe der Art Karlsruhe öffnet die Tore für das Kunstpublikum

Die Mischung macht’s


Hiromi Akiyama, Shadow-Dimension No. 9, 1995

Es ist wieder so weit. Die Art Karlsruhe läutete gestern mit einem quirligen Auftakt das deutsche Kunstmessejahr ein. Die Zahlen sprechen für sich: 208 Aussteller aus 16 Ländern, darunter 35 erstmalige Teilnehmer, lockten etwas verhaltener als sonst die Publikumsströme in die tageslichterhellten, weit geschwungenen Messehallen im Vorort Rheinstetten. Ein Kennzeichen der Art Karlsruhe ist die konsequente und übersichtliche Gliederung in vier Segmente, wobei die „Klassische Moderne“ aus eher traditionellen Positionen und die der Nachfolgegeneration gewidmete „Moderne Klassik“ den breitesten Raum einnehmen und zwei komplette Hallen bespielen. Editionen und Fotografie ist ebenso eine Teilhalle gewidmet wie der zeitgenössischen frischen „Contemporary Art 21“. ...mehr

Weniger Galerien, mehr Qualität: Die zwanzigste Ausgabe der Art Rotterdam endete am Sonntagabend mit 28.000 Besuchern. Messedirektor Fons Hof zieht eine positive Bilanz und reflektiert die Veränderungen auf dem Kunstmarkt

Konsolidierung auf der Art Rotterdam


Willem de Haan, Metrostation Van Nellefabriek, 2019

Ein großes gelbes, im Dunkeln leuchtendes „M“ steht in Rotterdam für eine Metrostation. Dass eine solche allerdings auch direkt vor dem Haupteingang der Van Nellefabriek, dem Veranstaltungsort der Kunstmesse Art Rotterdam, existiert, stellte für die Besucher der Vernissage am vergangenen Mittwochabend eine Überraschung dar. Sie waren wie immer mit Privatwagen, Bussen, Taxis oder – ganz landestypisch – mit dem Fahrrad gekommen, denn die Van Nellefabriek liegt an der Peripherie der Stadt. War die schnelle Rückfahrt mit der U-Bahn ins Zentrum also gesichert? ...mehr







News vom 24.04.2019

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