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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Anton Möller, Bildnis einer jungen Danziger Patrizierin

Anton Möller, Bildnis einer jungen Danziger Patrizierin

Öl auf Holz (parkettiert). 85 x 67 cm.

Weitere Details:


Alles in diesem Bildnis zeugt von der Vornehmheit und vom hohen Stand der Dargestellten: die gemessene Pose, die kostbare Kleidung, der reiche Schmuck. Dieses Bildnis einer jungen Danziger Patrizierin, um 1580 entstanden, stellt ein wichtiges Werk Anton Möllers dar, dem führenden Künstler Danzigs jener Epoche. Es handelt sich zudem um ein höchst seltenes Werk Anton Möllers in privater Hand, das sich lange Zeit in der bedeutenden Kölner Sammlung Heinrich Neuerburg befand und in Familienfolge vererbt worden ist. Die junge Frau schaut den Betrachter mit klarem Blick an, ihre Hände sind vornehm vor dem Körper zusammengelegt. Das ebenmäßige Gesicht, die feinen Hände, die aufrechte Haltung zeugen von ihrem hohen Stand, so auch ihre Kleidung und ihr Schmuck: die goldbesetzte Haube und das Mieder aus Samt, die Manschetten mit Spitzenbesatz und die Goldkette, an der ein feingearbeiteter Pomander hängt. Den Rang der Dargestellten verdeutlicht zudem der Vorhang, der die junge Frau hinterfängt - ein Bildelement des europäischen Standesportraits, mit dem sich Könige, Fürsten und eben auch Patrizier darstellen ließen. Die Pose, das Format, aber auch Elemente wie der Vorhang zeigen, dass Anton Möller die Konventionen der Bildnismalerei kannte, wie sie sich an den Höfen und Kunstzentren Europas im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelt hatten. Handelt es sich um ein Hochzeitsbild? Gab es vielleicht ein männliches Pendant auf der heraldisch rechten Seite? Blickt man genauer auf den Pomander, sieht man zwei kleine Büsten, wohl ein Mann und eine Frau, als Figurenschmuck - möglicherweise ein Hinweis auf eine Hochzeit als Anlass für diesen Bildnisauftrag. Dass es sich um eine vornehme Danziger Patrizierin handelt, steht außer Frage: Sie trägt die Kleidung ihres Standes, die Anton Möller selbst in einer Publikation über die Mode der Danziger Frauen abgebildet hat, dem im Jahr 1601 erschienenen Buch mit dem Titel „Omnium statuum foeminei sexus ornatus & usitati habitus Gedanenses“ (Abb. 2; vgl. dazu genauer: Jasniewicz-Downes, op.cit., S.6f). Danzig, das war die wichtigste Handelsstadt an der Ostsee, über die etwa der bedeutende Getreidehandel zwischen Ost- und Westeuropa lief. Seit dem 15. Jahrhundert war die Stadt wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Königlich Preußen, ihre wirtschaftliche Macht verhalf der Stadt auch zu weitgehender politischer Eigenständigkeit. Die prosperierende Hansestadt stellte ihren Reichtum und ihre Macht in großangelegten Bildprogrammen zur Schau, sie wetteiferte dabei augenscheinlich mit Stadtrepubliken wie Venedig. Anton Möller war der führende Künstler, der diesen Bedarf an repräsentativen Kunstwerken befriedigte. So ist es wohl kein Zufall, dass eine Ansicht Danzigs von ihm dem venezianischen Stadtsekretär Marco Ottobono als Geschenk übersandt wurde. Gemälde wie „Allegorie des Wohlstandes“, „Allegorie des Stolzes“ oder „Modell der Stadt Danzig und der Welt“ (Abb. 3, Nationalmuseum Posen) von Anton Möller zeugen vom Selbstbewusstsein und von der ambitionierten Kunstpolitik Danzigs in jener Epoche, als auch dieses Bildnis entstand. "Den Hauptmeister der nordostdeutschen Malerei dieser Zeit“ nannte Hermann Schnitzler Anton Möller (vgl. Gutachten), für J. Tylicki war er einer der „begabtesten und erfindungsreichsten Künstler um 1600 nicht nur in Gdansk, sondern im gesamten norddeutschen Kulturbereich“. Für unsere junge Danziger Patrizierin lag es also nahe, ihr Bildnis bei keinem anderen als Anton Möller in Auftrag zu geben. Zertifikat Hermann Schnitzler, Köln, o. D. wohl 1960er Jahre. Provenienz Von Hinrichsen durch Vermittlung von Dr. Burg 1929 in Paris erworben. - Sammlung Arthur Hauth, Düsseldorf. – Von diesem von Heinrich Neuerburg im Jahr 1935 erworben. - Seitdem in Familienbesitz. Literaturhinweise Ausst.-Kat. Nürnberg 1952: Aufgang der Neuzeit. Kunst und Kultur von Dürers Tod bis zum 30jährigen Krieg 1530-1650, Nürnberg 1952, S. 28, Nr. G10, Abb. S. 143. – Aleksandra Jasniewicz-Downes: Malzenstwo w nowozytnym Gdansku w swietle XVI- i XVII-wiecznych portretów mieszkanców miasta (Hochzeiten im frühen modernen Danzig im Lichte von Bildnissen des 16. und 17. Jahrhunderts). In: Quart, III/2012, S. 1-16, S. 6-7, m. Abb. – Ausst.-Kat. Danzig 2018: "Portret w Gdansku w XVI-XVII wieku (Porträts in Danzig vom 16. bis 17. Jahrhundert), Danzig 2018, S. 192-193, m. Abb Ausstellung Aufgang der Neuzeit. Kunst und Kultur von Dürers Tod bis zum 30jährigen Krieg 1530-1650, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1952. - "Portret w Gdansku w XVI - XVII wieku (Porträts in Danzig vom 16. bis 17. Jahrhundert), Nationalmuseum Danzig, 28.4 bis 30.7.2018.

Taxe: 180.000 - 220.000 

Losnummer: 1521



Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Renaissance

Bericht:


Frei nach Leonardo

Kunsttechnik/Material:


Öl auf Holz

Veranstaltung vom:


20.11.2021, Auktion 1185: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen 14.-19.Jh.




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