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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Peter Paul Rubens und Werkstatt, Maria als Gottesmutter und Himmelskönigin

Peter Paul Rubens und Werkstatt, Maria als Gottesmutter und Himmelskönigin

Öl auf Holz. 101 x 72 cm.

Weitere Details:


Die Gottesmutter, geschmückt mit einer edelsteinbesetzten Sternenkrone auf dem Haupt und in ein leuchtend rotes Gewand gekleidet, hält den Jesusknaben in ihren Armen. Sie richtet den Kopf zu ihrem Sohn und blickt ihn innig an. Das Kind wendet sich zum Betrachter und erhebt seine Rechte zum Segensgestus, während es mit seinem linken Arm an der Schulter seiner Mutter lehnt. Die Figuren sind monumental gestaltet, die Komposition strahlt dennoch Intimität und Zuneigung aus. Das Gemälde tauchte im Jahr 2009 in einer westfälischen Sammlung auf, wo es sich über 100 Jahre befunden hatte. Nach eingehenden Restaurierungen und technologischen Untersuchungen ist es im Jahr 2014 von Christian Eder im Wallraf-Richartz-Jahrbuch publiziert und als ein spätes eigenhändiges Werk Peter Paul Rubens zugewiesen worden, welches bei dessen Tod unfertig in der Werkstatt verblieb und von einem Mitarbeiter fertiggestellt wurde (Eder 2014, op. cit., passim). Als Grundlage für die Zuschreibung diente Eder ein Kupferstich Jan Witdoecks, der die vorliegende Komposition seitenverkehrt zeigt (Abb. 1). Der Kupferstich ist Maria Mater Dei, Regina Caeli (Maria Gottesmutter, Himmelskönigin) betitelt und nennt Peter Paul Rubens als Autor der Komposition sowie Witdoeck als Stecher (P. P. Rubens pinxit - Jo. Witdoeck Sculp.). Jan Witdoeck war ab 1635 in der Werkstatt Peter Paul Rubens tätig, Stiche von ihm, die wie Eder betont allesamt nach eigenhändigen Werken von Rubens entstanden, sind für die Jahre 1638 und 1639 bezeugt. Wie in den anderen Stichen, so hat Witdoeck sich auch hier einige Freiheiten in der Wiedergabe herausgenommen, wobei die auffälligste die Änderung des Bildformats in ein Oval darstellt. Diese Abweichung im Format erklärt Eder mit einem Umstand, den die technologischen Untersuchungen zutage gebracht haben: Das Gemälde ist in zwei Stadien entstanden, es blieb zunächst unfertig und wurde zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt. Gemäß den technologischen Untersuchungen wurden im ersten Stadium die Figuren - Maria und das Kind - nahezu vollständig ausgeführt. Später wurden die (in ihrer Perspektive nicht ganz korrekte) Krone, der Umhang des Jesusknaben an der linken Schulter sowie der gesamte untere Bereich von einer anderen Hand ergänzt. Die dendrochronologische Untersuchung der Tafel hat zudem ergeben, dass das Gemälde um 1637/1638 entstanden sein muss; eine zeitliche Bestimmung, die wiederum konsistent ist mit der Brandmarke, die sich auf der Rückseite der Tafel befindet. Eder kommt aufgrund des Befundes der technologischen Untersuchung und der bildlichen Überlieferung zu dem Schluss, dass das vorliegende Gemälde von Peter Paul Rubens um 1637/38 gemalt wurde, bei dessen Tod 1640 unfertig in der Werkstatt verblieb und wohl im Jahrzehnt danach, also zwischen 1640 und 1650, von einem Mitarbeiter fertiggestellt wurde. Diese Schlussfolgerung von Eder ist in der kunsthistorischen Forschung in Bezug auf die Beteilung von Rubens an dem Werk unterschiedlich eingeschätzt worden. So stellt Hans Vlieghe eine solche Beteilung von Rubens in Frage. Ulrich Heinen dagegen, der das Gemälde auch während und nach der Reinigung im Original gesehen hat, teilt die Argumentation Eders, in diesem ein „in großen Teilen eigenhändiges, aber unvollendet gebliebenes Werk des Peter Paul Rubens“ zu erkennen. Die Rezeptionsgeschichte des Gemäldes entspricht der Entstehungsgeschichte: Es haben sich eine Reihe von Kopien nach der vorliegenden Komposition erhalten, die, wie Eder ausführt, zum Teil auf dem unfertigen Gemälde, zum Teil auf dem später fertiggestellten, ergänzten Gemälde basieren. Bei jenen Kopien stimmen die Größen der Figuren mit denen auf dem vorliegenden Gemälde überein und dürften von der Hand eines Mitarbeiters der Rubens-Werkstatt stammen. Einer zweiten Gruppe von Gemälden lag offensichtlich die ergänzte fertige Version zugrunde. Eine frühe Kopie wurde im Jahr 2015 bei Lempertz versteigert (Abb. 2; Lempertz-Auktion 1057, 13.11.2015, Lot 1453), diese ist von Walter Liedtke, The Metropolitan Museum of Art, New York, und Jan de Maere, Brüssel, Cornelis Schut gegeben worden. Im Hinblick auf die intime Darstellung von Maria und dem Jesusknaben verweist Eder darauf, dass Rubens das Motiv der Mutter, die das Kind mit zu einem Ring geschlossenen Armen hält, zuvor in zwei Bildnissen seiner zweiten Ehefrau Hélène Fourment verwendet hat, die sich heute in der Alten Pinakothek und im Musée du Louvre befinden. Des Weiteren verweist Eder auf einen Entwurf von Rubens für eine heute verlorene Skulptur, die ebenfalls die gleiche Pose der Maria aufweist und letztendlich auf eine populäre mittelalterliche Skulptur zurückgeht, und zwar das Gnadenbild der Muttergottes von Foy. Werkverzeichnis C Provenienz Über 100 Jahre in westfälischem Privatbesitz. - Rheinischer Privatbesitz. Literaturhinweise Christian Eder: Maria, Gottesmutter und Himmelskönigin. Ein wiederentdecktes Gemälde aus dem Spätwerk des Peter Paul Rubens, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, LXXV (2014), S. 229-252.

Taxe: 180.000 - 240.000 

Losnummer: 1540



Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Barock

Bericht:


Frei nach Leonardo

Kunsttechnik/Material:


Öl auf Holz

Veranstaltung vom:


20.11.2021, Auktion 1185: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen 14.-19.Jh.




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