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Sammeln als Leidenschaft

Die Sammlung von Albert Figdor in dessen Wiener Wohnung

Wahre Sammler frönen ihrem Tun aus Leidenschaft. Das macht ab heute eine Ausstellung im Wiener Museum für Angewandte Kunst – kurz MAK - deutlich, die sich der Sammelleidenschaft Albert Figdors widmet. Der Wiener Jurist legte zwischen 1869 und 1927 die größte und bedeutendste bürgerliche Privatsammlung ihrer Zeit an. Seine Sammeltätigkeit ließ ihn auf den verschiedensten Gebieten des Kunsthandwerk und der freien Künste tätig werden. So trug er systematisch Spezialsammlungen zusammen und engagierte sich auch bei herausragenden Einzelstücken in der Malerei und der Plastik, die ihm kulturgeschichtlich interessant erschienen. Wie Figdor selbst es ausdrückte, wollte er nur „warme Sachen“ sammeln, die seiner Vorliebe für Gegenstände des häuslichen und handwerklichen Gebrauchs entsprachen und die ihm eine Geschichte aus dem Leben vergangener Zeiten erzählen konnten. Sein Schwerpunkt lag dabei auf dem Mittelalter und der Renaissance.

Für seine Sammelleidenschaft stellte der Jurist, der gemeinsam mit seinem Bruder Carl das von seinem Großvater gegründete Bankhaus in der Praterstraße erbte, seine berufliche Karriere zurück. So kamen in sechs Jahrzehnten 5.000 bis 6.000 Objekte zusammen, die dicht gedrängt in den zwölf Räumen seiner Wohnung in der Löwelstraße 8 standen. Nach Figdors Tod 1927 zerschlug sich die Sammlung als ganze. Ein Teil wurde als „Dr. Albert Figdor Privatstiftung“ dem österreichischen Staat übergeben, der sie nach Inhalten getrennt an verschiedene Museen weitergab. Der Rest wurde auf Auktionen in Berlin und Wien verkauft. 1935/36 kamen so 1.544 Objekte in das MAK, das zusammen mit den schon zu Lebzeiten von Figdor gestifteten Kunstwerken den umfassendsten Teil der ehemaligen Sammlung besitzt.

Die Ausstellung „Sammeln als Leidenschaft“, die mit Textilien, Kleinmöbeln, Werkzeugen, Besteck, Schmuck, Gläsern, Keramiken die Wohn-, Arbeits- und Lebenswelt vom Mittelalter bis hinein ins 19. Jahrhundert präsentiert, läuft vom 12. bis zum 29. Mai. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags sogar bis 24 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7,90 Euro, ermäßigt 4 Euro und jeden Samstag kommt man kostenlos ins Museum.

Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 711 360
Telefax: +43 (0)1 – 713 10 26

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


12.05.2004, Sammeln als Leidenschaft - Die Sammlung Dr. Albert Figdor im MAK

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Die Sammlung von Albert Figdor in dessen Wiener Wohnung
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