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 Südtiroler Kunstpreis an Michael Fliri Der Künstlerpreis der Jahre 2008/2009 des neu eröffneten Museums für moderne und zeitgenössische Kunst „Museion“ in Bozen geht an Michael Fliri. Der 1978 in Schlanders im Vinschgau geborene Performancekünstler erhält die Auszeichnung aufgrund des außergewöhnlichen Augenmerks, das er auf die Veränderungen des Seins lege. Das Preisgericht führt weiter aus: „Die Transformation im Mittelpunkt der Arbeiten bezieht immer den Körper des Künstlers selbst mit ein und projiziert ihn von Mal zu Mal in verschiedene Bilderwelten. Durch seine Gesten und dargestellten Szenen finden wir uns häufig in einem Dejá vu beziehungsweise aus Kino und Fernsehen bekannten Gags wider. Ausgehend von diesen bekannten Bilder findet der Künstler zu unvorhersehbaren und paradoxen Verwandlungen.“
Diese Veränderungen, Prozesse und Handlungskausalitäten finden sich beispielsweise auch in seinem Videofilm „Der Schneemann“. Michael Fliri betritt als Schneemann verkleidet einen völlig leeren, neutralen und weißen Kunstraum. Aus seinem Inneren heraus beginnt der Schneemann die Umgebung seiner materiellen Existenz anzupassen und mit „Schnee“ – eigentlich Styroporgranulat – anzufüllen, bis er am Ende selbst im Schnee versinkt und mit dem Raum eins wird. „In den Video- und Fotoarbeiten, die seine Aktionen dokumentieren, erkennt man den Einfluss des gekünstelten Universums der Massenmedien, das durch die Präsenz des menschlichen Körpers, eines realen und empfindlichen Wesen, zum anderen Extrem umgewandelt wird. Zum Schluss möchten wir die Fähigkeit des Künstlers unterstreichen, Werke site specific zu entwickeln, was sich in einer starken Bindung mit dem Ausstellungsort ausdrückt“, so die Jury weiter.
Der Künstlerpreis des Museions ist jungen Künstlern vorbehalten, die nach 1972 in Südtirol geboren sind oder hier ihre Ausbildung erfahren haben. Michael Fliri, der von 1999 bis 2003 an der Accademia di Belle Arti in Bologna, von 2000 bis 2003 am Austauschprogramm „Freemover“ der Akademie der Bildenden Künste München bei Olaf Metzel, Maik und Dirk Löbbert und Asta Gröting sowie an der Kunstakademie in Bergen studiert hat, erhält im Rahmen eines 3jährigen Programms ein Stipendium für einen 6monatigen Aufenthalt in Paris im Centre International d’Accueil et d’Echanges des Récollets der Dena Foundation for Contemporary Art im Zeitraum von Oktober 2008 bis März 2009. | 07.08.2008
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Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching |
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 Florian Waldvogel neuer Direktor des Hamburger Kunstvereins Der Kunstverein in Hamburg hat einen neuen Direktor. Florian Waldvogel, derzeit Chefkurator am Kunstzentrum Witte de With in Rotterdam, folgt dem seit 2001 tätigen Yilmaz Dziewior nach, dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft. Das gab nun der Vorstand des Kunstvereins in Hamburg bekannt. Florian Waldvogel, 1969 in Offenburg geboren, studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main Kunstvermittlung unter Kasper König. Von 2001 bis 2003 war er künstlerischer Leiter der „Kokerei Zollverein – Zeitgenössische Kunst und Kritik“ in Essen. 2004 kuratierte er „Nizza Transfers“, ein Projekt im öffentlichen Raum Frankfurts, das sich mit dem Aufbau einer autonomen Zone städtischen Handelns und der politischen Kultur von Skateboarding auseinandersetzte. Danach war Waldvogel Co-Kurator von Ausstellungen wie 2005 „Just Do It“ in Linz, 2006 der abgesagten „Manifesta 6“ in Nicosia auf Zypern und des Nürnberger „Großen Rasenstücks“, 2007 der „KölnShow2“ und „Bodypoliticx“ in Rotterdam sowie heuer der Brussels Biennial“. Neben seiner Tätigkeit am Kurator am Witte de With-Zentrum ist Florian Waldvogel Gastdozent an der European University of Cyprus in Nicosia und schreibt regelmäßig zu Themen der Gegenwartskunst. | 07.08.2008
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Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching |
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 Ambrosius Bosschaert zum Firmenjubiläum von Koller Das Œuvre von Ambrosius Bosschaert d.Ä. ist klein, seine Werke nicht gerade häufig auf dem Kunstmarkt zu finden. Mit einer exquisiten Wiederentdeckung aus seinem Schaffen kann das Züricher Auktionshaus Koller im Herbst sein 50jähriges Bestehen feiern: Das „Blumenstillleben mit Schmetterlingen und Muschel“ tauchte erst kürzlich in einer deutschen Privatsammlung auf und gehört seit 150 Jahren zum Besitz derselben Familie. Nun ist es einer der Höhepunkte der Altmeisterauktion am 19. September. Für die feine und äußerst präzis gemalte Kupfertafel, die in das Jahr 1608 zu datieren ist, werden drei bis vier Millionen Schweizer Franken erwartet. Damit könnte sie im Auktionsranking Bosschaerts den ersten Platz einnehmen. „Der Erhaltungszustand ist sensationell“, ist Cyril Koller, Geschäftsführer des Auktionshauses und Altmeisterexperte, von dem musealen Fund begeistert. „Es gehört wirklich zum Besten aus dieser Zeit“.
Ambrosius Bosschaert d.Ä. wurde 1573 in Antwerpen geboren. Aus Furcht vor religiöser Verfolgung zog Bosschaert mit seiner Familie 1587 nach Middelburg, der heutigen Hauptstadt der niederländischen Provinz Zeeland. Dort wurde er sechs Jahre später Mitglied der St. Lukasgilde und brachte das Genre der Blumenmalerei zu einem Höhepunkt, der bis in die Mitte des 17ten Jahrhunderts anhielt und auch seine Söhne Ambrosius d.J, Abraham und Johannes beschäftigte. Bosschaert kombinierte einzelne, mit höchster Präzision „portraitierte“ Blumen aus verschiedenen Jahreszeiten zu symmetrisch aufgebauten Stillleben mit großer räumlicher Wirkung. Middelburg war in jener Zeit eine florierende Handelsmetropole und das Interesse an Botanik und floralen Kuriositäten groß. Blumenmaler zählten zu den bestverdienenden Künstlern. So ließ sich Bosschaert schon 1621 ein Werk mit 1.000 Gulden bezahlen. | 07.08.2008
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Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching |
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