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Hans von Aachen, Bacchus, Ceres und Amor, um 1598

Hans von Aachen, Bacchus, Ceres und Amor, um 1598

Hans von Aachen in Aachen

Er gehört zu wenigen profilierten deutschen Malern der Renaissance, er agierte auf internationalem Niveau, diente an den Höfen der Medici, seit 1588 unter den Herzögen von Bayern und schaffte es schließlich in den Kreis des wohl bedeutendsten Sammlers und Mäzens seiner Zeit: an den Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag. 1596 ließ er sich in dessen böhmischer Residenz nieder. Erstmals widmet sich dem Künstler Hans von Aachen, der 1552 in Köln geboren wurde und 1615 in Prag starb, nun ein großes Einzelausstellungsprojekt. In Zusammenarbeit mit der Burggalerie Prag und dem Kunsthistorischen Museum Wien eröffnet das Suermondt-Ludwig-Museum Aachen heute als erste der drei Stationen die unter dem programmatischen Untertitel „Hofkünstler in Europa“ stehende Schau. In Aachen werden 43 Gemälde, 24 Zeichnungen und 21 Stiche gezeigt.



In der Tat ist Hans von Aachen geradezu das Paradebeispiel eines Künstlers seiner Zeit: Unentwegt bereiste er als Student, als Meister, als Kunsthändler und Diplomat die Länder diesseits und jenseits der Alpen. Er war dadurch Mitträger jenes internationalen Kunstaustausches, der in der Epoche der späten Renaissance um 1600 einen ihrer großen Höhepunkte feierte. Sein Leben sei gleichsam „ein frühes Lehrstück in Sachen europäische Identität“ – auf diesen gerade für unsere Tage aktuellen Aspekt legt die Ausstellung großen Wert.

Entsprechend reichhaltig ist sein Werk von Einflüssen verschiedener Kunstströme geprägt. Italienische Extravaganz trifft auf flämischen Realitätssinn. Von großen, dramatischen Altargemälden auf Leinwand und humorvollen Szenen aus dem Alltag über elegante Porträts bis hin zu raffinierten mythologischen Szenen auf kleinen Kupfer- und Alabastertafeln beherrschte der Meister die verschiedensten Themen, Techniken und Stilformen. Dass Hans von Aachen erst jetzt – fast vierhundert Jahre nach seinem Tod und nach rund zweihundert Jahren kritischer Kunstgeschichte – eine derartige Ausstellung erhält, mag angesichts seiner Qualität durchaus verwundern. Doch drei Jahre nach seinem Tod begrub der Dreißigjährige Krieg die Hof- und Hochkultur der Renaissance in Mitteleuropa. Sein Ruhm verblasste. Erst unserer Zeit blieb es vorbehalten, seinen Stern wieder leuchten zu sehen.

Die Ausstellung „Hans von Aachen. Hofkünstler in Europa“ ist im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen vom 11. März bis zum 13. Juni 2010 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Mittwoch zusätzlich bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Während der TEFAF vom 11. bis zum 21. März 2010 ist täglich jeweils schon ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Der Katalog kostet 29,90 Euro.

Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18
D-52070 Aachen

Telefon: +49 (0)241 – 479 800
Telefax: +49 (0)241 – 370 75


11.03.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Aphrodite, Paphos, 1. Jahrhundert vor Christus

Aphrodite, Paphos, 1. Jahrhundert vor Christus

Zypern in Hildesheim

„Preisen will ich Aphrodite, die Goldbekränzte, deren Reich das meerumschlungene Zypern ist“. Die antike Mythologie kennt die Insel im östlichen Mittelmeer als jenen sagenumwobenen Geburtsort der Venus, die an ihrer Küste einer Muschel entstiegen sei. „Zypern – wo die Götter Urlaub machen“ drückt die Werbung den Rang des Meerländchens etwas profaner aus. Beide Seiten haben ihre Berechtigung. Ersteres, weil Zypern für Geschichte und Kunst als ein Schnittpunkt zwischen der westlich-europäischen, der südlich-afrikanischen und der östlich-asiatischen Welt eine bedeutende Rolle spielte. Als Knotenpunkt zwischen Orient und Okzident sowie aufgrund seiner Rohstoffe zog der Ort seit jeher Siedler und Eroberer an. Letzteres, weil gerade in unseren Tagen Millionen von Touristen alljährlich auf die Insel strömen und sich in mediterraner Sonne baden. Doch nur wenige wissen, dass sie nicht nur von unvergleichlicher landschaftlicher Schönheit, sondern auch eine archäologische Schatzkammer ist.



Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Zypern und der deutschen Bundeskanzlerin und rechtzeitig zum 50sten Jahrestag der Gründung der Republik Zypern präsentiert das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim ab diesem Wochenende in einer europaweit einzigartigen Schau die reichen Schätze dieser Insel und macht mit über zweihundert Exponaten auf Zyperns Rolle als Wiege der europäischen Kultur aufmerksam. Aufgrund seiner geografisch zentralen Lage blickt das Land auf eine rund zehntausendjährige Geschichte zurück. Schon die Ägypter, die Phönizier, dann die Griechen hinterließen hier ihre Spuren. Im Mittelalter weitgehend in einen Dornröschenschlaf verwandelt, setzten erst um 1800 einzelne Forschungsreisende und Sammler zaghaft ihre Füße auf die Insel und begannen, ihre Bedeutung als Hort von Kunst und Kultur zu erkennen.

Gegen Ende des 19ten Jahrhunderts aber machten sich gleich mehrere, in ihren Absichten mitunter freilich zweifelhafte Forscher auf die Suche nach spektakulären Kunstwerken. Ein Ertrag waren etwa die aufsehenerregenden Funde einer schwedischen Forschergruppe im Jahr 1929. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Erkundungen führten 1935 zur Gründung des Cyprus Department of Antiquities, dem zahlreiche bedeutende Neufunde sowie die Erhaltung vieler archäologischer Stätten auf Zypern zu verdanken sind. Einen weiteren Aufschwung der zyprischen Archäologie brachte das Jahr 1960 mit der Unabhängigkeit Zyperns und dem verstärkten Interesse des neuen Staates an der eigenen kulturellen Vergangenheit. Die Archäologie Zyperns führt deshalb heute kein Nischendasein mehr, sondern ist international etabliert.

Die Ausstellung „Zypern – Insel der Aphrodite“ läuft vom 13. März den ganzen Sommer über bis zum 12. September. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Dienstags bis freitags beträgt der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, am Wochenende erhöhen sich die Preise jeweils um 2 Euro. Die Familienkarte kostet 20 Euro.

Roemer- und Pelizaeus-Museum
Am Steine 1-2
D-31134 Hildesheim

Telefon: +49 (0)5121 – 936 90
Telefax: +49 (0)5121 – 352 83


Infos: www.zypern-ausstellung.de


11.03.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Thomas Kellner, Fotoarbeit Zeche Zollverein Essen, 2009

Thomas Kellner, Fotoarbeit Zeche Zollverein Essen, 2009

Zeche Zollverein eingestürzt – bei Thomas Kellner in Düren

Bei Thomas Kellner stürzt die Zeche Zollverein buchstäblich in sich zusammen: Selbst der Namenszug „Zollverein“ ist gründlich aus den Fugen beraten. Zum Glück passiert das alles lediglich auf einer Fotografieserie, die der 1966 in Bonn geborene und heute in Siegen lebende Künstler im vergangenen Jahr von dem Gebäude samt seinem berühmten Wahrzeichen, dem Doppelbock von Schacht 12, aufnahm. Darin kombiniert Kellner zahlreiche Detailaufnahmen mittels übereinander geschichteter Kontaktabzüge zu einer neuen Gesamtansicht. Durch ein Gerüst aus schwarzen Linien erhält diese einen stabilisierenden Rahmen, während die Architekturen selbst in einen Zustand der Dekonstruktion geraten.



Vielleicht ist es kein Zufall, dass Kellner seine Serie der Architekturdekonstruktionen 1997 mit dem Eiffelturm in Paris begann: Eine der berühmtesten Gemäldereihen des französischen Expressionismus, geschaffen von Robert Delaunay, ließ vor genau hundert Jahren in ganz ähnlicher Weise durch prismatisch-kubistische Winkelbrechnungen den Einsturz des berühmten Bauwerks bildliche Wirklichkeit werden. Im vergangenen Jahr wurde Thomas Kellner für sein schöpferisches Gesamtwerk mit dem Kunstpreis der Stadt Düren ausgezeichnet. Nun richtet das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich die dazugehörige Ausstellung aus.

Die Ausstellung „Kunstpreis des Kreises Düren – Thomas Kellner“ läuft vom 13. März bis zum 25. April. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich
Rurstraße 9-11
D-52441 Linnich

Telefon: +49 (0)2462 – 99 170
Telefax: +49 (0)2462 – 99 17 25


11.03.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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News vom 11.03.2010

Hans von Aachen in Aachen

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Zypern in Hildesheim

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Zeche Zollverein eingestürzt – bei Thomas Kellner in Düren

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