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Imi Knoebel erhält Kythera-Preis

Der deutsche Maler und Bildhauer Imi Knoebel wird mit dem Kythera-Preis der gleichnamigen Kulturstiftung unter dem Vorsitz ihrer Gründerin Gabriele Henkel ausgezeichnet. „Es käme Verkennung gleich, in den Arbeiten Knoebels das formal Unbeschwerte, ein reines Spiel der Flächen, Figuren und Formen oder gar das Dekorative und ästhetisch Unverbindliche absolut zu setzen“, so die Jury. Sie hebt insbesondere seine für die Kathedrale von Reims entworfenen sechs Fenster hervor, die 2011 fertig gestellt wurden und sich in der Nord- und Südkapelle seitlich des 1974 geschaffenen Chagall-Fensters befinden. Mit Knoebel wird erstmals ein bildender Künstler ausgezeichnet, der zugleich in direktem Bezug mit dem Stiftungsort Düsseldorf steht.



Die in Düsseldorf ansässige Kythera-Kulturstiftung wurde 2001 gegründet und würdigt mit ihrem Preis solche Künstler, die einen Beitrag zur Vermittlung der romanischen Kultur in Deutschland und umgekehrt geleistet haben. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Geehrt wurden bisher unter anderem der Architekt Renzo Piano, die Kunsthistorikerin Sylvia Ferino und zuletzt der Grafikdesigner, Verleger und Kunstsammler Franco Maria Ricci. Knoebel, der eigentlich Klaus Wolf Knoebel heißt und am Silvestertag 1940 in Dessau zur Welt kam, wird den Preis am kommenden Mittwoch in K21 in seiner Wahlheimat Düsseldorf entgegennehmen.


16.05.2012

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Christiane Lange

Die neue Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart: Christiane Lange

Christiane Lange leitet die Staatsgalerie Stuttgart

Christiane Lange wird neue Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart. Zu Beginn des Jahres 2013 wird die bisherige Leiterin der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München ihren neuen Posten antreten. Das gab heute Jürgen Walter, Staatssekretär im baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, bekannt. „Wir freuen uns, dass wir Frau Dr. Lange von den Vorzügen Stuttgarts und insbesondere der Staatsgalerie überzeugen konnten“. Mit dem Antritt der promovierten Kunsthistorikerin verbindet Walter zudem die Erwartung, dass die Staatsgalerie wieder zu einem besonderen Anziehungspunkt wird. Das Ausstellungsprogramm soll neben dem Stammpublikum ein neues, vor allem junges Publikum ansprechen: „Wir müssen den Amtsantritt von Frau Dr. Lange als Chance begreifen. Jetzt müssen Ministerium und Staatsgalerie gemeinsam die strukturellen Defizite angehen, die Sean Rainbird noch beklagt hat.“



Christiane Lange, geboren 1964 in Mainz, studierte in München und Berlin und wurde 1994 mit einem Thema zum Kirchenbau der 1950er Jahre in Deutschland promoviert. Von 1990 bis 1999 war sie Mitarbeiterin der Galerie Klewan in München, im Jahr 2000 wechselte sie dann als Kuratorin zur Hypo-Kunsthalle, seit März 2006 ist sie deren Direktorin. Zudem lehrt Lange seit 1995 unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in München. An ihrem bisherigen Wirkungsort hat sie Personalen zu Emil Nolde, Otto Mueller und Ernst Wilhelm Nay, aber auch programmatische Ausstellungen wie „Der Kühle Blick. Realismus der 20er Jahre“ oder „Loop – Alles auf Anfang“ verantwortet.

In Stuttgart tritt Christiane Lange nun die Nachfolge von Sean Rainbird an, der Ende vergangenen Jahres um vorzeitige Auflösung seines bis Ende September 2012 laufenden Vertrages gebeten hat. Der Brite Rainbird, der in Stuttgart solide, aber wenig spektakulär agiert hat, geht als Direktor an die National Gallery of Ireland nach Dublin. Darin sieht Walter eine der dringlichsten und schwierigsten Herausforderungen für die neue Direktorin. Lange soll die Staatsgalerie im Wettbewerb um Ressourcen und die besten Ausstellungsbedingungen mittelfristig in der Spitzengruppe der staatlichen Kunstmuseen in Deutschland positionieren. „Ich bin überzeugt, dass das zur Bewältigung dieser Aufgabe notwendige kreative und fachliche Potenzial sowohl im Museum als auch bei seiner neuen Leiterin vorhanden ist“, so Walter.

Wie Walter ist es auch Christiane Lange ein Anliegen, den Stirling-Bau der neuen Staatsgalerie wieder zu entdecken: „Ich konnte mich bereits etwas in der neuen Staatsgalerie umsehen und habe schon einige Ideen, wie der Neubau zurück ins Bewusstsein des Publikums gerückt werden kann.“ Gemeinsam mit den Kuratoren will sie ein neues Konzept für die Dauerausstellung entwickeln und dabei die Schätze der Sammlung in den Mittelpunkt stellen. „Die großartige Sammlung mit Werken aus acht Jahrhunderten bietet zahllose Möglichkeiten für anregende Ausstellungsvorhaben.“


15.05.2012

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Jeppe Hein mit seiner Arbeit „Distance“

Jeppe Hein mit seiner Arbeit „Distance“

Robert-Jacobsen-Preis an Jeppe Hein

Jeppe Hein hat den Robert-Jacobsen-Preis erhalten. Die zum zehnten Mal von der Stiftung Würth vergebene Auszeichnung ging an den 1974 geborenen Bildhauer und Performancekünstler für „eine Fülle bemerkenswerter Projekte und viel beachteter Ausstellungen“. In seinem Schaffen lässt sich der Däne auf spezifische räumliche Situationen ein und transformiert diese. So fügt er etwa Objekte hinzu oder greift in die Strukturen des Ortes ein, um dem Betrachter auf prägnante Weise ästhetische Erfahrungen zu ermöglichen. Jeppe Hein arbeitet in einem Zwischenbereich von Architektur und Design und reflektiert immer wieder den Gegensatz von Innen und Außen, von Real und Irreal, von autonomem Objekt und angewandter Gegenständlichkeit.



Dabei operiert Hein mit einem Formvokabular, das aus dem Bauhaus-Vorkurs, der konstruktivistischen Kunst und vor allem der Minimal Art geläufig ist: Kreis, Würfel, Kugel und geometrische Flächen. Seine Objekte sind häufig selbst aktiv oder können vom Betrachter aktiviert werden. Hein konterkariert die spezifische Erwartungshaltung des durchschnittlichen Ausstellungs- oder Museumsbesuchers, indem er immer wieder physikalische Gesetze und Regeln unterläuft. So habe er im Laufe der Jahre eine einprägsame und unverkennbare Bildsprache entwickelt, die überlieferte Traditionen ironisiert oder teilweise sogar ad absurdum führt, konstatierte die Jury.

Demgemäß gerät der Würfel, eines der zentralen Elemente der Minimal Art, bei Jeppe Hein in Bewegung oder fängt sogar an zu brennen. Gleiches gilt für ein Kugelobjekt, das sich zu bewegen beginnt, sobald ein Betrachter den Ausstellungsraum betritt. Aber nicht nur das: Die Kugel beschädigt die umliegenden Wände und kann potenziell zur Zerstörung des gesamten Ausstellungsareals werden. Gerade diese destruktiven Momente und die ins Groteske verkehrte Funktionalität von Gebrauchsgegenständen zeichnen die Arbeiten von Jeppe Hein immer wieder aus.

Alle zwei Jahre zeichnet die Stiftung Würth zeitgenössische bildende Künstler mit dem Robert-Jacobsen-Preis aus. Der Preis wird im Andenken an den im Jahr 1993 gestorbenen dänischen Bildhauer Robert Jacobsen vergeben und ist aktuell mit 25.000 Euro dotiert. Bisher ging er an Lun Tuchnowski (1993), Richard Deacon (1995), Magdalena Jetelová (1997), Gereon Lepper (1999/2000), Stephan Kern (2001/2002), Rui Chafes (2003/2004), Bernar Venet (2005/2006), Monika Sosnowska (2008/2009) und Alicja Kwade (2010/2011). Jeppe Hein erhielt die Ehrung Ende April im Rahmen der Ausstellung „Dreidimensional! Zeitgenössische Kunst im Kurpark. Die Sammlung Würth zu Gast in Bad Mergentheim“ in der Wandelhalle des Kurparks von Bad Mergentheim.


15.05.2012

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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