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Am 21.01.2022 Auktion 139: Moderne und zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack
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Ricardo Bofill

Der spanische Architekturvisionär Ricardo Bofill ist gestorben

Zum Tod von Ricardo Bofill

Ricardo Bofill ist tot. Der spanische Architekt starb am 14. Januar an den Folgen einer Corona-Erkrankung in seiner Heimatstadt Barcelona. Er wurde 82 Jahren alt. Bofill war ein Vertreter der Postmoderne und für seinen monumentalen verschachtelten Baustil aus kostengünstigem Beton bekannt. Bereits zu Beginn seiner Karriere in den 1970er Jahren setzte er sich für groß dimensionierte, aber auch ästhetisch ansprechende Sozialbauten ein und folgte damit der Maxime des französischen Gesellschaftstheoretikers Charles Fourier (1772-1837), dass auch die Ärmsten wie der Sonnenkönig wohnen sollten. Inspiriert von den klassischen Formen der Antike, realisierte er in den 1980er Jahren in Frankreich regelrechte futuristische Paläste mit modernen Materialien wie Stahl und Glas. Für seine Heimatstadt Barcelona entwarf der Katalane zu Beginn der 1990er Jahre das Teatro Nacional de Cataluña nach Vorbild eines griechischen Tempels und 2009 das W-Hotel am Hafen, das an ein gebauschtes Segel erinnert. Während seines langjährigen Schaffens konzipierte Ricardo Bofill mehr als tausend Projekte in über 40 Ländern, darunter auch den 1992 fertiggestellten Wolkenkratzer „77 West Wacker Drive“ in Chicago mit Anleihen aus der Antike oder den rot leuchtenden Turm der Shiseido-Firmenzentrale in Tokio von 2001.



Geboren am 5. Dezember 1939 in Barcelona als Sohn eines spanischen Bauunternehmers und einer italienischen Mutter, ging Ricardo Bofill auf ein französisches Gymnasium und studierte zwischen 1955 und 1960 Architektur an der Escola Tècnica Superior d’Arquitectura in Barcelona und der École architecture in Genf. Im Alter von 23 Jahren gründete der junge Baumeister 1963 in Barcelona sein eigenes Büro „Taller de Arquitectura“, 1971 eröffnete er eine Dependance in Paris. Zu seinen ersten Wohnkomplexen in Spanien zählen das pagodenähnliche, aus Gebäudefragmenten zusammengewürfelte Haus „Xanadu“ von 1971 und die an eine rote Festung erinnernde Anlage „La Muralla Roja“ von 1973 in Alicante sowie der nach einem Roman Henry David Thoreaus benannte Wohnblock „Walden 7“ aus den Jahren 1970 bis 1975. Das backsteinrote Ensemble mit mehr als 450 Wohnungen, die um sieben Innenhöfe gruppiert sind, soll durch weitläufige blaugekachelte Treppen und Terrassen im Innern den sozialen Austausch der Bewohner fördern. 1973 kaufte Bofill das verlassene Gebäude einer Zementfabrik in Sant Just Desvern, einem Vorort von Barcelona, das er durch Lichtschächte, Arkaden, Glasüberdachungen und Pflanzenbewuchs für sich in einen modernen Loft umbaute. Später verlegte er auch sein Büro dorthin.

Mit seinen französischen Bauten kehrte Bofill wieder zur Formensprache der Antike und des Barock zurück. Die Wohnsiedlung „Les Arcades du Lac“ in Saint-Quentin-en-Yvelines konzipierte der Katalane zwischen 1978 und 1982 um einen zentralen, von Arkaden begrenzten Platz, in dessen Mitte er einen Tempel mit Dreiecksgiebel und vollplastischen Säulen setzte. Der Teil der Siedlung mit dem Namen „Le Viaduc“ ist vollkommen von Wasser umgeben. Die Gebäude wirken wie eine Umsetzung der utopischen Revolutionsarchitektur des Klassizismus oder der futuristischen Architekturszenarien eines Giorgio de Chirico. Ähnlich kleinteilig und verspielt gegliedert wie das Wasserschloss, aber auch genauso gigantomanisch präsentieren sich die „Espaces d’Abraxas“ im Pariser Vorort Noisy-le-Grand aus den Jahren 1978 bis 1983, deren vertikale Unterteilung in Fensterachsen und verglaste ‚Erker‘ die Bauwerke sehr elegant und schlank wirken lassen. In Paris errichtete der Architekt das Rondell „Echelles du Baroque“, das sich zum Tour de Montparnasse mit einer dreigeteilten Fassade aus Sockelzone, Halbsäulen und Attikazone geschwungen barock gibt und im Inneren mit einer modernen verspiegelten Fassade kühl glänzt.

Für das 2000 fertiggestellte „Quartier Antigone“ in Montpellier verwandelte Bofill schließlich ein ganzes Stadtviertel in eine antik anmutende Palastanlage mit weitläufigen Plätzen, Brunnenanlagen und schlanken Arkaden. Ricardo Bofill wurde mit zahlreichen internationalen Architekturpreisen ausgezeichnet, darunter 1968 mit dem Hamburger Fritz-Schumacher-Preis oder 1989 mit dem Preis der Internationalen Akademie für Kunstphilosophie Bern. Zudem war er Offizier des französischen Ordre des Arts et des Lettres und erhielt 1997 die Ehrenmitgliedschaft im Bund Deutscher Architekten.


17.01.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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Louvre in Paris

Auch im Jahr 2021 musste der Louvre einen starken Rückgang der Besuchszahlen verkraften

Das zweite Jahr der Corona-Pandemie: Der Louvre zieht Bilanz

Die Besucherzahlen des Louvre sind zum Ende des vergangenen Jahres wieder leicht angestiegen: Mit 2,8 Millionen Eintritten empfing das Pariser Haus rund 100.000 Gäste mehr als im ersten Pandemie-Jahr 2020. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 mit 9,6 Millionen Gästen ist das dennoch ein enormer Besuchereinbruch. Vom 1. Januar bis zum 19. Mai 2021 mussten die Türen des Museums jedoch geschlossen bleiben, und auch in den Sommermonaten war die Nachfrage nach kulturellem Programm gering. Erst der starke Rückgang der Infektionen im Herbst, das Ende der Kapazitätsbegrenzungen sowie die wieder geöffneten Grenzen und die Einführung der Gesundheitspässe brachten den Besucherstrom wieder ins Rollen.



Amerikanische und asiatische Gäste blieben auch 2021 weitgehend aus. Dafür entdeckten die Franzosen ihre Schätze wieder, sie stellten 61 Prozent der Eintritte. Mehr als die Hälfte der Museumsgänger stammte aus dem Gebiet der Île-de-France, fast ein Drittel aus Paris selbst. Aus dem europäischen Ausland, aus Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden, England und Belgien, reisten nur wenige Kulturinteressierte an. Rund 55 Prozent der Besucher profitierte im vergangenen Jahr von einem kostenlosen Eintritt, beispielsweise Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren sowie unter 26jährige Bürger der Europäischen Union und Inhaber des Pariser Museumspasses. Von den knapp 4.000 Gruppen, die in den Louvre kamen, waren rund ein Viertel Schulausflüge. 11 Prozent setzten sich aus sozial benachteiligten Menschen oder Menschen mit einer Behinderung zusammen.

Ein Erfolg war die Verlängerung der Ausstellung „Körper und Seele: Italienische Renaissance-Skulptur von Donatello bis Michelangelo“ für die innerhalb von einem Monat, zwischen dem 19. Mai und dem 21. Juni 2021, noch 53.200 Tickets gelöst wurden. Dies entspricht rund 74 Prozent aller Eintritte dieser Präsentation. Die kostenfreien Programmpunkte des Louvre kamen ebenfalls gut an. Die Museumspädagogen konnten rund 37.000 kleine Entdecker in vergangene Zeitalter, fremde Kulturen oder die Geschichte des Louvre entführen. Zwischen dem 10. Juli und dem 29. August 2021 begaben sich 12.500 Abenteurer in den Tuilerien auf die Spuren des „Geheimnisses von Arkadien“. Mit 9,1 Millionen Aufrufen verzeichnete die überarbeitete Webseite des Museums etwas weniger Klicks als im Vorjahr. Dafür sahen sich bereits im ersten Monat 1,2 Millionen Besucher die neueröffnete Seite zu den Sammlungen der Kulturinstitution an. Zudem konnte der Louvre im vergangenen Jahr 10 Millionen neue Abonnenten auf seinen Social-Media-Plattformen gewinnen.


17.01.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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Documenta fifteen, ruruHaus

Documenta und ihr Kuratorenteam Ruangrupa sieht sich Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt

Kassels Oberbürgermeister verteidigt Documenta

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle hat Stellung zu den aktuellen Antisemitismus-Vorwürfen gegen die in diesem Jahr stattfindende 15. Ausgabe der Documenta genommen. Diese seien nicht gerechtfertigt, sie schränkten vielmehr die künstlerische Freiheit ein, die die Grundlage für die Durchführung der Kunstschau sei. Die Documenta habe seit dem Jahr 2002 zunehmend die Vermittlung internationaler künstlerischer Positionen in den Blick genommen. Als man das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa mit der Organisation für 2022 betraute, habe man die Kunstszene bewusst für die Hinterfragung von Machtverhältnissen und dekolonialen Ansätzen geöffnet und sei mit dieser Herausforderung auf positive Resonanz gestoßen. Gleichzeitig sei man sich aber einig, so Geselle, der Aufsichtsratsvorsitzender der documenta gGmbH ist, dass dies nicht zur Überschreitung roter Linien führen dürfe. In diesem Zusammenhang habe sich Ruangrupa für die kommende Documenta klar und deutlich gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, gewaltbereiten religiösen Fundamentalismus sowie jede Art von Diskriminierung positioniert.



Dem diesjährigen Kuratorenteam Ruangrupa wird vorgeworfen, Teilnehmer mit Bezug zur israelkritischen Kampagne „Boycott, Divestment, Sanctions“ zur Documenta eingeladen zu haben. Das fragliche palästinensische Kollektiv „The Question of Funding“ nutzt ein Kulturzentrum, das nach Khalil al-Sakakini benannt ist, einem arabischen Nationalisten und Sympathisanten des nationalsozialistischen Gedankenguts. Auch den Kunstschaffenden Marwa Arsanios, Jumana Emil Abboud und Yasmine Eid-Sabbagh, den Angehörigen des Documenta-Beirats Amar Kanwar und Charles Esche, Direktor des Van Abbemuseum in Eindhoven, sowie Mitgliedern der Findungskommission und des Kollektivs Ruangrupa wird die Unterstützung des Israel-Boykotts unterstellt. Laut Christian Geselle habe es die Überschreitung der roten Linien nicht gegeben. Daher dürfe es einen Eingriff in die künstlerische Freiheit nicht geben. Diese Meinung werde auch von renommierten Dritten in dieser nicht sachlich vom Zaun gebrochenen und aufgeheizten Debatte geteilt.


17.01.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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News vom 17.01.2022

Zum Tod von Ricardo Bofill

Zum Tod von Ricardo Bofill

Das zweite Jahr der Corona-Pandemie: Der Louvre zieht Bilanz

Das zweite Jahr der Corona-Pandemie: Der Louvre zieht Bilanz

Kassels Oberbürgermeister verteidigt Documenta

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Marcin Zawicki in Wien

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