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Portraits

30 Jahre Galerie van der Koelen in Mainz

Konkret, Konzeptuell und Konstruktiv

Dorothea van der Koelen

Seit Mainz 05 erfolgreich in Sachen Fußball unterwegs ist, weiß zumindest der aufmerksame Fußballfan, wo Mainz liegt. Aber Mainz-Bretzenheim? Oder gar Mainz-Laubenheim? Das kennen nur die Kunstliebhaber der Konkreten Kunst. Und das seit 30 Jahren. Der Standort Mainz als Basis war Dorothea van der Koelen, ...mehr

Colnaghi, die älteste kommerzielle Galerie der Welt, feiert in diesem Jahr ihr 250jähriges Bestehen. Pünktlich zur TEFAF erscheint die Festschrift „Colnaghi – The History“: ein Lehrstück in Sachen Kunsthandel

Drehscheibe für Botticelli, Rembrandt und Carracci

Ausstellung „Im Licht Italiens“, Colnaghi, London 2007

Als Konrad O. Bernheimer im Jahr 2002 gemeinsam mit der Zeichnungsspezialistin Katrin Bellinger die legendäre Londoner Galerie „Colnaghi“ übernahm, ahnte er wohl nicht, dass hin und wieder damit auch ein Identitätswandel vonstatten geht. Wenn der Münchner Altmeisterspezialist in den USA agiert, wird er nicht als Herr Bernheimer angesprochen. Dort ist er Mr. Colnaghi. Denn dieser Name ist verbunden mit den grandiosesten Barock- und Renaissancegemälden, die in der Zeit von etwa 1890 bis 1935 in die USA gelangten. Sandro Botticellis „Madonna der Eucharistie“ etwa erwarb die Millionärin Isabella Stewart Gardner, Tizians „Porträt Aretino“ wurde an Henry Clay Frick verkauft, Hans Holbeins Porträt „Edward VI. als Kind“ hängt heute wie auch Jan van Eycks „Verkündigung“ in der Washington Gallery of Art. Auch die Berliner Staatsgemäldesammlung pflegte zu dieser Zeit beste Kontakte mit Colnaghi. Glanzstücke der Sammlung wie der einst Rembrandt zugeschriebene „Mann mit dem Goldhelm“, Albrecht Dürers „Porträt eines jungen Mannes mit rotem Barett“ oder Jan Vermeers „Das Glas Wein“ sind der Verbindung des wilhelminischen Museumspotentaten Wilhelm von Bode mit dem damaligen Colnaghi-Direktor William McKay zu verdanken. ...mehr

In den 70er und 80er Jahren hatte sich die Münchner Galerie Rüdiger Schöttle zu einer Drehscheibe für konzeptuelle und konkrete Kunst entwickelt – in diesem Jahr begeht sie ihr 40jähriges Bestehen. Ein Gespräch mit dem Galeristen.

Kunst – Modelle des Denkens

Rüdiger Schöttle mit „The Collector“ von Goshka Macuga

In schwarz-rot-goldenen Buchstaben ist ein Spruch auf die Wand appliziert: „Wunderbares Deutschland“. Eine Etage tiefer die Sentenz „Cold War“, das „O“ hebt sich dabei von der einfarbigen Schrift wie ein aus einer aufgeblasenen Fotomontage herausgeschnittener Buchstabe ab. Schöpfer dieser Rauminstallation, in der Firmenlogos, Zitate und ehemalige Ausstellungstitel zu einem neuen räumlichen und ideellen Kontext komponiert sind, ist der amerikanische Künstler John Knight. Dass der Münchner Galerist Rüdiger Schöttle gerade in seinem Jubiläumsjahr wieder eine Rauminstallation von John Knight gezeigt hat, der mit seinen reklametafelgroßen Schriftzügen und textualen Kompositionen nichts anderes macht, als sich dem konventionellen ästhetischen Regelwerk zu entziehen und den Warenwert der Kunst zu konterkarieren, muss ein programmatischer Akt sein. ...mehr

Egbert von Maltzahn – vom Chef des Nymphenburger Porzellans zum Galeristen

Tief im Süden...

Es ist momentan ein unendlicher Kreislauf – je mehr Galerien entstehen, umso ausufernder die Messen, je ausufernder die Messen, desto mehr Galerien treten auf den Plan. Der Markt für zeitgenössische Kunst aber – so scheint es – hat immer noch Kapazitäten, ist noch nicht gesättigt. So sieht es auch Egbert von Maltzahn, der im Herbst letzen Jahres im Münchner Südwesten in der Nähe der Großmarkthalle, einem sich gerade etablierenden Kreativviertel mit Studios, Ateliers und Agenturen, seine Galerie „von maltzahn fine arts“ eröffnete. Das Programm steht fest: zeitgenössische Malerei, Arbeiten auf Papier, Videokunst. Sein Ziel: nicht mit den aufgeheizten Namen jonglieren, sondern Künstler, deren Qualitäten vielleicht vom Markt noch gar nicht entdeckt wurden, langfristig und exklusiv international zu positionieren. ...mehr

Die Galerie Philipp March Contemporary Art

Konzeptionell von etabliert bis jung

Sabine Pfeiffer, Timeo Danaos et dona ferentes, 2002

Die heute etablierte Stuttgarter Galerie Brigitte March startete vor 25 Jahren. Die auf konzeptionelle Kunst und neue Medien konzentrierte Galerie vertritt unter anderem die drei international renommierten Künstler Timm Ulrichs, Lawrence Weiner und Les Levine. Vor zehn Jahren stieg Philipp March als Partner in die Galerie der Mutter Brigitte March ein. Als Ableger der Galerie betreibt er seit 1997 „Philipp March Contemporary Art“, welche ihren Schwerpunkt bei junger, zeitgenössischer Kunst in den Gebieten Malerei, Fotografie, Skulptur und Video hat. ...mehr

111 Jahre Auktionshaus Michael Zeller

Zukunft als Dienstleistungsunternehmen

Vorbesichtigung bei Zeller in den 1970er Jahren

Das Auktionshaus Michael Zeller gehört zu den traditionellen Familienunternehmen der malerischen Bodenseestadt Lindau. Auf 111 Jahre Firmengeschichte kann es heuer zurückblicken. 1893 wurde es vom Großvater des heutigen Inhabers, Joseph Zeller, gegründet. Mit einem Programm, das aus der Bodenseeregion erwächst, aber auch überregionale Aspekte aufgreift, ...mehr

Der österreichische Sammler Rudolf Leopold ist tot

Unumschränkter Kunstkönig

Rudolf Leopold vor einem Schiele-Bild seiner Sammlung

Die Sammler vom alten Schlage, die, als Ärzte, Kaufleute oder Unternehmer groß geworden, erst mit der Kunst ihrer wahren Leidenschaft frönten und als Mäzene der Moderne Bleibendes schufen, werden immer weniger. Ernst Beyeler, der große Schweizer Kunstsammler und Museumsgründer, starb im Februar fast neunzigjährig, der ...mehr

Flimmern und Rauschen Ade: Die private „Julia Stoschek Collection“ in Düsseldorf zeigt auf 2.500 Quadratmetern hochmoderner Ausstellungsfläche Schlüsselwerke der internationalen Video- und Medienkunst

Ein Haus für die Videokunst

Videokunst gilt als schwer vermittelbar. Zu groß ist oft der technische Aufwand, um sie angemessen präsentieren zu können. Zu viel Zeit, Geduld und Stehvermögen fordert sie von den oft eiligen Schrittes durch Großausstellungen wie Biennale oder Documenta hetzenden Besuchern. Kurzum: Gegen schnell konsumierbare Medien wie Malerei, Skulptur oder Fotografie kann sich Videokunst nur schwer behaupten. Schade eigentlich, denn längst hat sich das Medium vom engen Gehäuse des haushaltsüblichen Fernsehmonitors befreit. Die Zeiten, als Nam June Paik dem Fernseher mit Hilfe starker Magneten zuckende Farbfelder abtrotzte, sind längst vorbei. Die Videokunst unserer Tage sieht ganz anders aus: High-Tech-Beamer garantieren flimmerfreie Bildqualität im XXL-Format. Begehbare Videoinstallationen von oft gigantischen Ausmaßen emanzipieren den Betrachter von der passiven Frontalberieselung mit Bild und Ton. Und aufwändige Mehrkanalprojektionen mit hochkomplex ineinander verschachtelten Parallelhandlungen lassen das Betrachten von Videokunst zur intellektuellen Herausforderung werden – ähnlich der Lektüre anspruchsvoller Belletristik. ...mehr

Die Turiner Sammlerin Patrizia Sandretto Re Rebaudengo

Weibliche Kunstpower in der Autostadt

Sie ist stets elegant gekleidet, bekannt für ihre großzügige Gastfreundschaft, ihre absolute Neugier auf Kunst und Künstler, ihre Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft und ihren Sinn für stimmige Inszenierungen. Die norditalienische Kunstsammlerin mit dem klangvollen Namen Patrizia Sandretto Re Rebaudengo feiert jetzt das zehnjährige Jubiläum ihrer Kollektion mit einer auf drei Orte verteilten Ausstellung. Der engagierten Italienerin ist es gelungen, in ihrer Heimatstadt das Interesse für zeitgenössische Kunst zu wecken und eine ganze Region mit Gegenwartskunst aufzumischen. Aber auch die internationale Kunstwelt blickt immer wieder nach Turin. ...mehr

Porträt des Kunstsammlers Rik Reinking

Die Sammlung als Plattform

Eine bescheidene Zweizimmerwohnung im Hamburger Stadtteil Winterhude, ein Treppenhaus mit Altbaucharme, der Blick vom Balkon geht auf grüne Baumkronen und ein schmuckloses Apartmentgebäude gegenüber. Hier wohnt der aus dem niedersächsischen Oldenburg stammende Kunstsammler Rik Reinking. 29 Jahre ist er alt, ein so genannter Jungsammler, der mit 16 Jahren seine erste Horst Janssen-Grafik vom Taschengeld kaufte und der seine Schätze in Museen und Ausstellungen von Leipzig über Kiel bis hin nach Istanbul verleiht. Rik Reinking hat es verstanden, durch intensives Schauen an den richtigen Orten, durch mutigen, frühen Kauf auch unbekannter Namen und eine gute Vernetzung im engmaschigen Kunstbetrieb eine beachtliche Sammlung überwiegend zeitgenössischer Kunst aufzubauen. „Mir geht es nicht um den Moment des Besitzens, sondern ich verstehe die Sammlung als eine Plattform“, betont der gelernte Jurist und Kunsthistoriker, der lieber mit Künstlerfreunden schnell eine Pizza isst, als mit Galeristen und Sammlerkollegen zum Gala-Dinner zu gehen. Vernissagen meidet er wie der Teufel das Weihwasser: „Wenn die anderen kommen, bin ich schon wieder weg.“ ...mehr

Einblicke in die Kunstsammlung eines Deutschen Energieversorgers

Dialoge mit der Kunst bei E.ON

Tony Cragg, Cystern, 1999

Sammlungen großer Unternehmen genießen manchmal einen mittelmäßigen Ruf. Der großzügige Einsatz ihres Ertrages für populäre Kunst wird oft mit plakativ in Szene gesetzten Werken in Verbindung gebracht, die ohne Bezug zum Ort stehen. Mit den Arbeiten meist weltberühmter Künstler ist oft die Aufgabe verbunden, in Präsenz und Signalwirkung auf eindeutige Effekte aus zu sein. Doch das, was gerade „trendy“ ist, wird man in der Kollektion des Düsseldorfer E.ON-Konzerns nicht finden. Abseits aller Aufgeregtheiten im Leistungssport des Kunstbetriebes wurde unter maßgeblicher Anteilnahme der jeweiligen Vorstandvorsitzenden unabhängig und unbeeinflusst von irgendwelchen Dritten eine höchst spannende Auswahl getroffen, in der man populäre Modekünstler der „Kunstschickimicki“ wie Christo, Warhol oder Haring vergeblich sucht. ...mehr

Das Panorama Museum in Bad Frankenhausen zeigt neben Werner Tübkes riesigem Rundbild Ausstellungen figurativer Kunst

Galerie für ein einziges Gemälde

Panorama Museum Bad Frankenhausen

Reisende empfinden die Durchquerung der nordthüringischen Kyffhäuserregion als wohltuende Entspannung. Sanft ansteigende, bewaldete Hügel mit weißen Gipsfelsen wechseln mit landwirtschaftlich geprägten Tälern ab, in die sich heimelige Ortschaften einbetten. Doch so friedlich war es hier nicht immer. Auf dem Schlachtberg hoch über dem heutigen Solebad ...mehr

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf hat an ihrem Stammsitz am Grabbeplatz wieder geöffnet

Alles neu und doch vertraut

Kris Martin, T.Y.F.F.S.H., 2010

Auch wenn die eigenen Bestände quantitativ nicht umfangreich sind, zählt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen weltweit zu den erstklassigen Kollektionen der Kunst des 20sten Jahrhunderts. Meisterwerke in dichter Konzentration aus einhundert Jahren begründen ihren Ruf als das Aushängeschild Düsseldorfs und des Landes. Fürstliche Sammlungen, auf denen renommierte Museen anderer Bundesländer gründen, waren hier nicht vorhanden. Im Jahr 1960 beabsichtigte der damalige Ministerpräsident Franz Meyers diesen Nachholbedarf abzuhelfen. Für heute schlapp anmutende 6,5 Millionen Mark erwarb er 88 Arbeiten Paul Klee, was auch als symbolische Wiedergutmachung an den 1933 entlassenen Düsseldorfer Akademieprofessor gedacht war. Der Grundstock war gelegt, und mit dem als Direktor der neu aufzubauenden Kunstsammlung betrauten Werner Schmalenbach 1962 ein genialer Kunsthistoriker gewonnen. Mit einem Ankaufsetat von zwei Millionen Mark pro Jahr ausgestattet, gelang es ihm in 28 Jahren Dienstzeit, grandiose Einzelwerke der europäischen und amerikanischen Moderne zu sichern. ...mehr

Das kürzlich wiedereröffnete Albertinum in Dresden setzt neue Akzente in der Wahrnehmung seiner Sammlung, die von Caspar David Friedrich über Rodin und Otto Dix bis zu Gerhard Richter reicht. Ein kritischer Blick auf das neue Museum

Durchwebt von ost-westlichen Zeitgenossen

Skulpturenhalle des neuen Albertinum

„Das Beste zum Schluss“ hieß unlängst ein Werbeslogan für ein Kaufhaus. In etwas abgewandeltem Sinne trifft das auch auf das auf den Kopf gestellte Albertinum zu, in dem man vor der Flutkatastrophe als erstes schnurstracks zu den Neuen Meistern – sprich zu Anton Graff, zu den Nazarenern und Caspar David Friedrich, zu Lovis Corinth oder Hans Grundigs visionärem Untergangstriptychon „Das tausendjährige Reich“ – ging und auch die DDR-Kunst noch mal inspizierte und hinterfragte. Die Malerei steht jetzt am Ende des Rundgangs, hoch oben im zweiten Stock. Stärker auf das Wesentliche konzentriert, werden die einen sagen, ausgedünnt die anderen. Der Klassizismus etwa wird nicht reflektiert und auch bei den Veristen ist jetzt vor allem Otto Dix vertreten, die Tafeln von Grundig, der noch stärker als Dix für das Dresdner Kunstschaffen steht, aber in der Nachkriegszeit von der SED-Führung als Nazi-Opfer und Vertreter einer proletarischen Richtung vereinnahmt wurde, sind ins Depot gewandert. ...mehr

Mit dem Abschluss aller Baumaßnahmen am „Museum am Strom“ in Antwerpen ist ein neuer prägnanter Museumsneubau geschaffen. Jetzt können die Exponate einziehen

Aufgetürmte Panoramen

Museum Aan de Stroom, Antwerpen

Das Gestern lebendig mit dem Heute zu verbinden, ist eine der vornehmsten Aufgaben zeitgemäßer Museen. Anspruchsvolle Architektur kann diesen Aspekt nachhaltig unterstützen. Wie geistreiche Lösungen ohne effekthascherische Gesten dies mit Bravour erfüllen können, demonstriert auf originelle Weise das gerade vollendete Museum am Strom (MAS) in der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Ähnlich einem monolithischen Kubus aus Urgestein erhebt sich der Block zwischen den ehemaligen Hafenbecken. Blasebalgartig nach oben auseinander gezogen, ergeben sich kantig konturierte Aufbrüche, die spiralartig das Gehäuse umschlingen. ...mehr

Das Neue Museum ist nach seiner Wiedereröffnung im Oktober die am meisten frequentierte Attraktion unter den Berliner Ausstellungshäusern

Opulentes Schatzhaus mit Wunden der Zeit

Beterfigur des Königs Amenemhet III., Ägypten, um 1850 v. Chr.

Überlange Schlangen vor dem Ticketcontainer und flanierende Besucherströme stehen als sichtbarster Ausdruck für Berlins neues Glanzstück. Mit der Wiedereröffnung des Neuen Museums sind nun erstmals seit 70 Jahren alle fünf Ausstellungshäuser der Museumsinsel wieder zugänglich. Ein bedeutender, wenn nicht der bedeutendste Schritt zur Tilgung aller kriegsbedingten Verwüstungen bei den Staatlichen Museen Berlin ist damit abgeschlossen. Schaut man sich die Fotografien der teils katastrophal zerstörten Ruine an, muss es bei aller berechtigter Kritik als Wunder erscheinen, was hier in den letzten zehn Jahren geleistet wurde. ...mehr

Seit 155 Jahren liefert WMF Design- und Kunstobjekte und birgt einen Schatz

Paradiestür als Entree in ein traditionsreiches Geschmacksgütereldorado

Nachbildung der Paradiestür von Lorenzo Ghiberti

Kein geringerer als Michelangelo Buonarroti soll mal geäußert haben: „Die Schönheit dieser Tür macht sie würdig, Pforte zum Paradies zu sein.“ Damit gemeint ist das Ostportal des romanischen Baptisteriums auf den Domvorplatz von Florenz, das seitdem als „Paradiestür“ bezeichnet wird. Entworfen und ausgeführt wurde es ...mehr

Zum 100. Geburtstag von Marcel Breuer

Die Zukunft bauen

Marcel Breuer und A. & E. Roth, Dolderthal Apartments in Zürich, 1934

Mit der Gründung des Bauhauses im Jahre 1919 durch Walter Gropius begann die Idee Gestalt anzunehmen, die Trennung von Kunst und Produktion aufzuheben und Gegenstände und Räume für eine künftige humanere Gesellschaft zu schaffen. Dabei sollte das Handwerk als Grundlage allen künstlerischen Schaffens dienen und alle Künste in idealer Einheit verbinden. Es entstand Deutschlands berühmteste Kunst- und Designeinrichtung der Klassischen Moderne, die eine Reihe der herausragendsten Architekten und Künstler seiner Zeit zusammenführte und weltweit das Verständnis von Architektur und Design beeinflusste. ...mehr

Zum 100. Geburtstag von Arne Jacobsen

Wie aus dem Ei ein Schwan wird

Arne Jacobsen, Egg-Chair, 1958

Dänemark ehrt in diesem Jahr einen seiner bekanntesten Architekten und Designer des 20. Jahrhunderts. 100 Jahre alt wäre er 2002 geworden, der Mann, der die dänische Architektur und das dänische Design revolutionierte und weltweit bekannt machte - Arne Jacobsen. Am Werk dieses Multitalents kommt niemand vorbei. Angefangen bei Architektur und Möbeln über Lampen und Geschirr bis hin zum Besteck entwarf er alles, was die Sinne erfreut. ...mehr

Designerportrait Otl Aicher

Ein Meister der klaren Form

Er zählte zu den erfolgreichsten und international renommiertesten deutschen Gestaltern. Auf ihn gehen die Piktogramme jeder Sportveranstaltung und -sendung ebenso zurück wie der Lufthansa-Schriftzug oder die Corporate Identity von BMW und Braun. Die Rede ist von Otl Aicher, der am 13. Mai 1922 in Ulm-Söflingen geboren nach Kriegsende für kurze Zeit Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte. Aber bereits 1948 zog es ihn in seine Heimatstadt zurück, wo er ein eigenes grafisches Atelier eröffnete. Zusammen mit seiner späteren Frau Inge Scholl sowie dem Schweizer Maler und Designer Max Bill gründete Aicher 1953 die Hochschule für Gestaltung in Ulm. ...mehr

Mit seinen Bugholzstühlen revolutionierte Michael Thonet die Möbelherstellung

Gebogen und zerlegt in die ganze Welt verschickt

„Noch nie wurde Eleganteres und Besseres in der Konzeption, Exakteres in der Ausführung und Gebrauchstüchtigeres geschaffen“, lobte der Designer und Architekt Le Corbusier einst den bis heute über eine Million Mal verkauften Thonet-Stuhl Nr. 14, der als Inbegriff des Bugholzstuhls und als Prototyp moderner Massenmöbel gilt. ...mehr

Im April wurde der Kunstverein Schattendorf im Burgenland eröffnet. Hier wollen Amer Abbas und Werner Tranker eine Kommunikations- und Produktionswerkstatt für junge Kunst erschließen

Kunstbabel in der österreichischen Provinz

Uhrenskulptur von Christian Mayer an der Fassade des Kunstvereins Schattendorf

Dem Einsatz von engagierten Bürgern ist es immer wieder zu verdanken, dass abseits von Kulturmetropolen und öffentlich finanzierten Kunsttempeln kulturelle Orte gegründet und gefördert werden. Gerade in wirtschaftlich prekären Zeiten und die durch Wirtschaftskrise und Euro-Rettung erzwungene Sparwelle, bieten private und mit persönlichem Einsatz verbundene ...mehr

31.08.2010

Der Kunstverein der Region Heinsberg

Zeitgenössische Kunst auf dem Bauernhof

Birgit Huebner, portraithaus

Wenn man sich nicht von dem Gedanken irritieren läßt, man müsse sich auf diesem asphaltierten Feldweg nordwestlich von Heinsberg längst hoffnungslos verfahren haben, dann kann man am Ende der Straße als Freund zeitgenössischer Kunst eine kleine Offenbarung erleben. Die fern der Kunstzentren des Rheinlandes gelegenen umgebauten Scheunenräume des 1296 erstmals erwähnten Horster Hofes hat 1997 der Kunstverein der Region Heinsberg bezogen. ...mehr

Kunstverein Hannover

Was ist Kunst?

Glänzend und rund, dann auch wieder flach an der Wand, mit Kanten und Ecken, vom Boden in den Raum ragend, real oder abgebildet, mal ganz nah und dann auch wieder in weiter Entfernung, aber immer farbig: So präsentieren sich die Objekte und deren Oberflächen im Kunstverein Hannover. Und um die Oberflächen, die Hüllen, die Haut der Dinge geht es zur Zeit im Kunstverein. „Close Up – Zur Inszenierung von Nahsicht und Oberflächen“, so der Titel der Ausstellung stellt die Frage in den Mittelpunkt, was wird wie und warum ins Bild gerückt und welche Funktion spielt dabei die Oberfläche. ...mehr

Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf

Kunst aus NRW und mehr

Die Düsseldorfer sind stolz auf ihre historische „Kunstachse“. Zu den ältesten Institutionen dieser Kulturmeile gehören der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen und die Kunstakademie, deren Geschichten eng miteinander verbunden sind. ...mehr

Das Rheinland ehrt den bedeutenden Glasmaler Hubert Spierling zu seinem 85sten Geburtstag mit Ausstellungen und einer Publikation

Meister ästhetischer Balanceakte

Hubert Spierling, Drei Fenster der Nordkonche von St. Cyriakus in Krefeld-Hüls, 2009

Glasmalerei – das bedeutet wahrlich keine leichte, schnelle Kost. Handwerkliches Können, Beherrschung spezieller Techniken, sicherer Blick, Gespür für Farbe, Raumwirkung und Licht sind neben ausgeprägter Schöpferkraft unabdingbare Voraussetzungen. Berichte mittelalterlicher Kathedralbauten erwähnen den Zusammenbruch großer Fenster, weil das Gewicht der Bleistege falsch berechnet wurde. So ...mehr

02.09.2010

Zum Tod von Christoph Schlingensief

Irgendwo zwischen den Sternen kann ich nichts tun

Christoph Schlingensief

Der Nachhall auf den frühen Tod von Christoph Schlingensief am vergangenen Samstag ist groß, so groß wie bei fast keinem anderen deutschen Künstler in jüngerer Vergangenheit. Freunde und Weggefährten waren bestürzt vom Krebstod des 49jähringen Regisseurs, Filmemachers und Aktionskünstlers und würdigten ihn als herausragende und einflussreiche Gestalt der Kulturszene Deutschlands. Klaus Staeck, Präsident der Berliner Akademie der Künste, die vor kurzem sein Archiv übernommen hat, sieht in ihm einen Künstler „von ungeheurer Sprengkraft, künstlerisch wie politisch“. … „In allen seinen Arbeiten, angefangen von den ersten filmischen Versuchen bis hin zu seinen großartigen Operninszenierungen ging es ihm um die Auslotung des Verhältnisses von Politik, Kunst und Gesellschaft“, schrieb Staeck in seinem Nachruf. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sprach von einem der „vielseitigsten und innovativsten Künstler, der die deutschsprachige Film- und Theaterwelt stark beeinflusste“, und die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinik, deren Stück „Bambiland“ 2003 am Wiener Burgtheater in der Inszenierung von Christoph Schlingensief uraufgeführt wurde, gar von „einem der größten Künstler, der je gelebt hat“. ...mehr

23.08.2010

Großmeister der Renaissance: Gestern jährte sich zum 500. Mal der Todestag von Sandro Botticelli

Ein Maler zwischen Ausbruch und Anpassung

Sandro Botticelli, Weibliches Idealbildnis (Bildnis der Simonetta Vespucci als Nymphe)

Geboren wurde Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi im Jahr 1444 oder 1445 als Sohn eines Gerbers in Florenz. Das genaue Datum ist unbekannt. Offenbar hielt es niemand für notwendig, diesen Tag schriftlich festzuhalten. Rund 65 Jahre später, am 17. Mai 1510, als er längst unter dem Namen Sandro Botticelli berühmt geworden war, starb der Maler. Sein 500. Todestag ist daher für eine Würdigung seines Werkes das geeignete Datum. Über Botticellis Leben ist relativ wenig bekannt. Es gibt weder Briefe noch Tagebuchaufzeichnungen. Und die Biografie, die Giorgio Vasari, der Biograf vieler Renaissancekünstler, 40 Jahre nach seinem Tod niederschrieb, gilt aus heutiger wissenschaftlicher Sicht als weitgehend kolportagehaft. Man weiß nur, dass Botticelli Zeit seines Lebens unverheiratet blieb und wohl auch keine Nachkommen hinterlassen hat. Gelegentlich wird in der Literatur vermutet, er sei homosexuell gewesen. Bewiesen ist auch das nicht. Was also von ihm bleibt, das sind seine Bilder – und die faszinieren bis heute ein breites Publikum. Rund 367.000 Besucher strömten in die im Februar zu Ende gegangene Botticelli-Ausstellung im Frankfurter Städel Museum. Für das Haus ein neuer Besucherrekord. ...mehr

Zum Tod des großen Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard

Zeitlos im Auge des Sturms

Balthasar Burkhard, Kumano Yin and Yan Fall, 2005

Fragt man junge Fotografen nach ihrem Studio, so zucken sie oft nur verdutzt mit den Achseln. Atelier? Dunkelkammer? Negative? Von wegen! Alles ist digitalisiert und auf dem Laptop abgespeichert. Das ganze Werk auf einer Festplatte archiviert, jederzeit abrufbar mit ein paar Mausclicks. Beim am vergangenen Freitag im Alter von 65 Jahren in Bern verstorbenen Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard war das alles ganz anders. Hier wurde noch von Hand gearbeitet. Aus analogen Großnegativen entstanden in der Dunkelkammer klassische Schwarzweißabzüge auf hochwertigem Barytpapier. Bilder von beeindruckender Größe und Prägnanz. Eigentlich ganz beruhigend, dass es im Zeitalter von Photoshop, Megapixeln und Laserprintern in der beschaulichen Schweizer Bundeshauptstadt Bern noch Leute wie Balthasar Burkhard gab. ...mehr

Paul Bonatz’ Erstlingswerk, die Sektkellerei Henkell in Wiesbaden, wird 100 Jahre alt

Edle Hallen auf Henkellsfeld

Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Der Architekt Paul Bonatz gehört in die erste Reihe maßgeblicher deutscher Baumeister des frühen 20sten Jahrhunderts. Lange wurde dies von Rezensenten und Museumsleuten ignoriert. Erst der geplante Abriss von Flügeln des Stuttgarter Hauptbahnhofes, seinem wohl bekanntesten Bauwerk aus den Jahren 1914 bis 1928, führte ihn wieder ins Rampenlicht. In dessen Folge gedachte man in Wiesbaden nun im Rahmen einer Feier der Vollendung seines Erstlingswerkes. Vor 100 Jahren, am 27. November 1909, nahm die Sektkellerei Henkell ihren neuen Firmensitz in Betrieb. Die geniale Architektur entfachte einen furiosen Karrierestart. Neben dem Kurhaus von Friedrich von Thiersch markiert Bonatz’ Sektkellerei in der Gründerzeitstadt bis heute das architektonische Highlight. ...mehr







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