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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Künstler

Der Künstler Adolf Luther würde heuer 110 Jahre alt. Auf dem Kunstmarkt erleben seine Spiegelobjekte seit Jahren ein Comeback. Eine Ausstellung und eine neue grundlegende Publikation feiern den Geburtstag

Lichtgestalt oder spiegelnder Pharisäer?


Adolf Luther, 1973

Wenn man sich einem Kunstwerk Adolf Luthers nähert, verändert sich der Anblick mit jeder Bewegung. Egal ob der Kopf gedreht oder Arme gestreckt werden – seine Spiegelobjekte bewirken simultan bewegte, ineinander verwobene Korrespondenzen zur realen Welt. Von weitem bietet sich ein diffuses Bildgeschehen, dass beim Herantreten in verworrene Effekte zerfällt. Für das Sehvermögen des Betrachters bedeutet es eine Herausforderung, mit der konfusen gebrochenen neuen Realität jenseits der Realität umzugehen. Nicht wenige Aussteller auf Kunstmessen versuchen, diese Verlockungen zu nutzen, indem sie Luthers Werke als Zugnummer platzieren, um Besucher in die Koje zu lenken, wohl wissend, damit speziell, aber nicht nur, ein eher gut betuchtes Sammlerklientel anzusprechen. In der Tat: Resultate bei Auktionen bis in die Sechsstelligkeit, die Preise auf Kunstmessen und die Zahl seiner verkauften Arbeiten sind in der letzten Zeit stetig geklettert. Was verbirgt sich hinter dem mit den Gepflogenheiten der Kunstwelt nicht vertrauten Autodidakten, der gerade deshalb auch nicht in die ZERO-Gruppe aufgenommen wurde? ...mehr

25.04.2022

Sie ist eine selbstbewusste Malerin und führt ein bewegtes Leben und sie ist die einzige Frau, die Picasso schadlos überlebt hat: Zum 100. Geburtstag von Françoise Gilot

Die Unermüdliche


Françoise Gilot

„Die Malerei ist für mich ein Weg, das große Unbekannte zu erforschen, für mich selbst neue Rhythmen, Farben und Formen zu finden“, charakterisierte Françoise Gilot ihre Einstellung zur Kunst. Die französische Malerin, Zeichnerin und Grafikerin feiert an diesem 26. November ihren hundertsten Geburtstag. Dies hindert die ehemalige Picasso-Geliebte jedoch nicht daran, sich immer noch im Morgengrauen vor die Leinwand zu stellen. Im Nachthemd sei sie weniger kritisch. Zum Malen brauche man Leidenschaft, man müsse in Schwung kommen und den Vogel Zweifel von der Schulter scheuchen, so lautet das Erfolgsrezept Gilots, die heute auf ein bewegtes Leben und ein rund 85jähriges künstlerisches Schaffen zurückblicken kann. ...mehr

Die vielfach ausgezeichnete Fotografin Linn Schröder arbeitet vorwiegend in Serien. Jetzt hat sie ihr erstes monografisches Fotobuch vorgelegt. Mit ihr sprachen Nicole Büsing und Heiko Klaas

Ein gutes Bild legt immer mehrere Ebenen frei


Nicole Büsing & Heiko Klaas: Linn, für dein erstes monografisches Fotobuch hast du dir ein Thema ausgesucht, das so alt ist wie das Medium Fotografie selbst. Nahezu jeder, der fotografiert, macht auch Familienbilder. Dein Werk ist ja sehr vielseitig aufgestellt. Was gab den Ausschlag, sich speziell für das Thema Familie zu entscheiden?

Linn Schröder: Das „Selbstportrait mit Zwillingen und einer Brust“, war die erste Arbeit, die meine eigene Familie fotografisch einschloss. Meine Zwillinge waren gerade geboren, und wir hatten eine große Ausstellung mit dem Titel „Über Grenzen“ mit meiner Agentur Ostkreuz geplant. Ich wollte etwas über eine eigene Grenzerfahrung erzählen. Es ist eine Arbeit geworden, die aus einem Bild besteht. Ein Symbolbild, das von zwei Polen unseres Lebens erzählt: den Anfang, die Geburt, und das Ende, den Tod. Die amputierte Brust, die Narbe ist ein Symbol für die Erfahrung, endlich zu sein. Die Zwillinge stehen für die Geburt, das doppelte Leben.

Nach diesem Bild habe ich mich erst mit Portraits von Müttern und Töchtern beschäftigt. Während dieser Serie sind auch die ersten Bilder für diesen Werkkomplex entstanden. Wichtig war mir, mit dem, was mich unmittelbar umgibt, fotografisch-künstlerisch arbeiten zu können. ...mehr

Heinz Mack wird 90. Nicht nur die Museen, sondern auch der Kunstmarkt hofiert den ZERO-Gründer

Ein akrobatischer Lichtsezierer


Heinz Mack

Fällt der Name Heinz Mack, ist man sofort geneigt, Otto Piene und Günther Uecker hinzuzufügen. So sehr sind im allgemeinen Gedächtnis die drei Hauptakteure der 1957 in Düsseldorf gegründeten Gruppe ZERO miteinander verschmolzen. Schon bald verschaffte sich das Trio internationale Reputation mit Arbeiten, die in der Unendlichkeitszone zwischen klassischen Zuständen und sich wandelnden neuen unbekannten Zonen verharren. Dabei spielt im Werk von Heinz Mack das Licht die zentrale Rolle, dessen Strukturen und Immaterialität durchgängig im Fokus seines vielgestaltigen Œuvres stehen. Seine Plastiken, Grafiken, Fotografien, Installationen, Collagen oder Pastelle wurden bislang auf weit über 300 Einzelausstellungen präsentiert und sind weltweit in über 200 Museen zu besichtigen. Heute tritt der am 8. März 1931 im hessischen Lollar geborene Künstler in sein neuntes Lebensjahrzehnt ein. Mit großer Energie und Leidenschaft, mit Akribie, Forscherdrang und unbeirrten Selbstbewusstsein geht er nach wie vor täglich seinen Projekten nach. ...mehr

Trotz regionaler Wirkung gilt der Barockbaumeister Johann Caspar Bagnato als Protagonist auf dem Feld repräsentativer Gebäude kleinerer Herrschaften im 18. Jahrhundert

Heitere Anmut und Frömmigkeit eines Landbaumeisters


Johann Caspar Bagnato, Mainau: Schloss und Kirche St. Marien, ab 1732

Aus allen Richtungen weithin sichtbar erhebt sich hoch oben auf einem Felsplateau das Inselschloss der Mainau. Die Ansicht gehört zu den attraktivsten Motiven der südwestdeutschen Kunst- und Kulturlandschaft. Das einst für den Deutschen Orden errichtete Ensemble mit Kirche und Gärten gewinnt bis heute als Residenz adeliger Herrschaften eine zusätzliche Aura. Es ist das Werk von Johann Caspar Bagnato, einem im südwestdeutschen Sprachraum über 30 Jahre hinweg agierenden Architekten und Bauunternehmer. Rund 60 Projekte sind von ihm nachweisbar. Zu seinen ersten Bauten gehörte die Anlage auf der Mainau, ein eindrucksvolles Referenzobjekt, mit dem er sich empfahl und das ihn zeitlebens beschäftigen sollte. Während einer Inspektionsreise verstarb Bagnato 1757 dort und fand seine letzte Ruhe in der Gruft der Schlosskirche St. Marien, seinem frühen Sakralbau, dessen Typus für alle nachfolgenden Kirchen Modellcharakter besitzen sollte. ...mehr

Die Wienerin Sophie Thun beherrscht alle Kniffe der Dunkelkammer. In ihren komplexen Selbstporträts hinterfragt sie nicht nur die klassisch-analogen Techniken, sondern auch ihr eigenes Selbstverständnis als Fotokünstlerin in einem überwiegend von Männern dominierten Betrieb

Blicke aufs Ich


„Fotografieren heißt, sich das fotografierte Objekt anzueignen. Es heißt, sich selbst in eine bestimmte Beziehung zur Welt zu setzen, die wie Erkenntnis – und deshalb wie Macht – anmutet“, so die New Yorker Schriftstellerin und Philosophin Susan Sontag in ihrem 1977 erschienenen Essay „In Platos Höhle“. Sich selbst zu fotografieren, hieße demzufolge, sich das Bild vom eigenen Körper fotografisch anzueignen, es in bestimmte Beziehungen zur Welt zu setzen und daraus Erkenntnis abzuleiten. Genau das praktiziert die 1985 in Frankfurt am Main geborene und heute in Wien lebende Künstlerin Sophie Thun auf vielfältige Art und Weise. Sie ist in Polen aufgewachsen, hat zunächst in Krakau und im Anschluss daran von 2010 bis 2017 bei Daniel Richter und Martin Guttmann an der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei und Fotografie studiert. ...mehr

Die Kunstwelt gedenkt Raffael und wollte den Vollender der Renaissance groß feiern. Doch der Corona-Virus hat seinen 500. Todestag in den Hintergrund gedrängt

Der Göttliche


Raffael, Selbstportrait, um 1504/06

Alt ist der „größte Maler aller Zeiten“, als der er bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt, nicht geworden. Heute vor 500 Jahren starb in Rom Raffaello Santi, wohl genau an seinem 37. Geburtstag, wenn man seine Geburt für den 6. April 1483 in Urbino annimmt. Ganz gesichert ist das aber nicht. Neben Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti gilt er als das größte Talent der Hochrenaissance, von seinen Bewunderern wurde er in fast mystisch-religiöser Verehrung sogar als „Il divino“ – „Der Göttliche“ – tituliert. Speziell seine Bildnisse von Madonnen prägten sein Schaffen. Sie bezaubern bis heute durch ihr verhaltenes Lächeln mit zarten Gesten. Ihre Ausdruckskraft fußt auf einer einzigartigen Erfassung herzlicher unbeschwerter Innigkeit zwischen Mutter und Kind. Zu den prominentesten Gemälden dieser Gruppe gehört die „Sixtinische Madonna“. Das Glanzstück der Dresdner Gemäldegalerie konnte der Sachsen-Herrscher August III. im Jahr 1754 nach langen Verhandlungen für eine Rekordsumme erwerben. Die zu Füßen Marias liegenden Engel sind weltweit zu den bekanntesten Bilddetails aufgestiegen und tummeln sich allerorten als Phänomen der Populärkultur. ...mehr

Der Architekt Gottfried Böhm wird 100. Seine skulpturalen Bauwerke zählen zu den Ikonen der deutschen Architektur des 20. Jahrhunderts. Vor allem im Sakralbau hat er sich hervorgetan

Raum und Rahmen menschlicher Würde


Gottfried Böhm

Die Liste seiner Bauten, Ehrungen und Funktionen ist lang. Kein Wunder, denn der Kölner Architekt Gottfried Böhm vollendet nun sein 100. Lebensjahr. Als erster Deutscher erhielt er den renommierten Pritzker Prize, den „Nobelpreis für Architektur“. Doch schon gut 20 Jahre zuvor konnte er 1967 den Kölner Architekturpreis entgegennehmen. Auch wenn drei seiner Söhne mittlerweile das Architekturbüro führen, lässt er es sich nicht nehmen, aktuelle Projekte zu begleiten. Im Jahr 2004 übereignete er sein Planarchiv dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Zur Feier seines Jubiläums stellt es nun in einer konzentrierten Schau unter dem Titel „Böhm 100. Der Beton-Dom von Neviges“ sein wohl bedeutendstes Bauwerk vor. ...mehr

Pierre Soulages, der Meister der Farbe Schwarz, durchschreitet ein Jahrhundert

Licht im Dunkel


Pierre Soulages

Heute feiert Pierre Soulages seinen hundertsten Geburtstag. Mit diesem stolzen Alter kann er auf ein erfülltes schöpferisches Leben von 80 Jahren zurückblicken: Ist er doch einer der bedeutendsten abstrakten Maler und der letzte lebende Künstler, der bei der ersten Documenta 1955 in Kassel mit von der Partie war. Neben Hans Hartung, Georges Mathieu, Henri Michaux, Zao Wou-Ki und Nicolas de Staël zählt er zu den Hauptvertretern der gegenstandslosen tachistischen Kunst der 1950er und 1960er Jahre in Frankreich. International bekannt wurde Soulages durch seine reduzierte, seit 1979 gänzlich auf Schwarz begrenzte Farbpalette. Der am 24. Dezember 1919 im südfranzösischen Rodez geborene Künstler hat Außergewöhnliches erreicht: Als erster zeitgenössischer Künstler stellte er 2001 in der Eremitage im russischen St. Petersburg aus. Der Louvre widmet ihm anlässlich seines Jubiläums eine Retrospektive. Zu Lebzeiten wurde diese Ehre bisher nur Marc Chagall und Pablo Picasso zuteil. Und noch immer steht er im Atelier, um seine lichtvollen Erkundungen der Farbe Schwarz durchzuführen. ...mehr

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