Die Zahlen imponieren: Etwa 24.500 katholische Gotteshäuser stehen in Deutschland. Etwas geringer fällt mit 21.000 der Bestand evangelischer Kirchen aus. Sie alle wirken neben unzähligen Kapellen, Wegkreuzen oder Bildstöcken als religiöse Zeichen auf vielfältige Weise ins gesellschaftliche Leben hinein. Stadt- und Ortsbilder werden beherrscht von ...mehr
Eine Studie zum deutschen Denkmal und Nationalgedanken im 19ten Jahrhundert
Zunächst zur interessanten Person des Autors: Stephan Spohr ist nicht nur studierter Kunsthistoriker und Philosoph, sondern betreibt auch professionell das Handwerk des Fotografen mit durchaus künstlerischem Anspruch. Seine praktischen Erfahrungen werden ihm als Doktorand der Universität Koblenz-Landau über das Thema „Die neue Fotografie. Technik, Theorie und Ästhetik vom analogen zum digitalen Zeitalter“ sicherlich zugutekommen. Wissenschaftlich beschäftigt hat sich Spohr in der Vergangenheit bereits mit dem Problemkreis „Das deutsche Denkmal und der Nationalgedanke im 19. Jahrhundert“. Die Ergebnisse liegen nun als siebter Band der „studies in european culture“, herausgegeben von dem Leiter des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Koblenz-Landau Ludwig Tavernier, bei VDG Weimar vor. ...mehr
Ein neuer wissenschaftlicher Band erhellt den Aufbau von Sammlungen staatlicher Kunstmuseen in ihren Gründungsphasen vor über 200 Jahren
Der weltumspannende Kreis musealer Einrichtungen vereint viele unterschiedliche Einzelaspekte, dem man sich über die Analyse ausgesuchter Teilbereiche methodisch annähern kann. Nach vielen Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten, die diverse Gesichtspunkte des Museumswesens herausgegriffen haben, widmet sich nun eine kompakte dreibändige Paperback-Reihe des Paderborner Verlags Wilhelm Fink allgemein der Kunst als Kulturgut. Die kulturpolitischen Ansprüche an Kunstsammlungen und ihr Weg in öffentliche Museen, Kriterien, um hier Aufnahme zu finden, die Präsentation von Kunst sowie die Verknüpfung mit der Kunstgeschichte und die Reflexion der Musealisierung sind die hier diskutierten Themen, denen sich instruktive Aufsätze anzunähern versuchen. ...mehr
Eine im Wasmuth Verlag erschienene Publikation stellt erstmals die Kunstsammlung des Duisburger Haniel-Konzerns vor
Wenn man den Haupteingang der Unternehmensgruppe Franz Haniel & Cie in Duisburg durchschreitet, zieht italienische Stimmung auf. Ein großformatiges Gemälde mit schwarzen und weißen Wirbeln signalisiert Konflikt- oder Kampfzustände. Lichte und schattige Zonen, die Gutes und Böses verkörpern, laute und stille Gebärden vereint das „Immagine del Tempo“, also das „Zeitbild“ des Italieners Emilio Vedova. Der berühmteste informelle Künstler Italiens schuf es 1960. Direkt daneben stehen rotweiß gefasste Stahldrähte wie Linien frei im Raum, als wären sie scheinbar gerade dem Gemälde entkommen. Norbert Kricke gestaltete 1955 diese Plastik offen, körperlos und mit Tempo aufstrebenden Bewegungen. ...mehr
Ein profunder Fotoband dokumentiert das langsame Verschwinden des Berliner Palastes der Republik und damit das Auslöschen eines architektonischen Geschichtsdokumentes aus der öffentlichen Wahrnehmung
Bauen bedeutet auch Macht. Staatsarchitektur an geschichtlich bedeutenden Orten demonstriert Autorität und Einfluss derjenigen, die das Land beherrschen. Nachfolgende Generationen von Herrschern entledigen sich oft den vorgefundenen Relikten. Auch wenn sich der Lauf der Zeit nicht wiederholt, verschiedene Anzeichen kehren immer wieder. Einprägsam äußert sich dies auf dem Sektor der Baukunst, die schon an sich als Prozess aufzufassen und von allen künstlerischen Sparten am markantesten im öffentlichen Erscheinungsbild präsent ist. Vieles verschwindet seicht ohne viel Aufhebens. Ortsbilder beherrschende, mit Historie verbundene Staatsbauten sind jedoch heute nicht so einfach zu beseitigen, wenn neue Ideologien Einzug halten. So geschah es auch beim Palast der Republik. Jetzt ist die Diskussion um den Abriss längst vergessen, die Auseinandersetzung um eine triviale Kopie des vormaligen Stadtschlosses in den Vordergrund getreten. Manchmal stellt sich der Eindruck ein, der Palast der Republik soll bewusst ins völlige Abseits der Baugeschichte geschoben werden. Wie gut, dass es Fotografen wie Christian von Steffelin gibt, die sich mit List und Tücke Zugang verschafft und alle Beschwernisse auf sich genommen haben, um ein völliges Verschwinden einst wichtiger Stätten der Machtkristallisation in Bildgeschichten festzuhalten. ...mehr