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Eine kritische Betrachtung aus dem Prestel Verlag zeigt die Nachkriegskarrieren bedeutender Künstler des Dritten Reichs auf. Mit der zeit-, kunst-, institutions- und sozialgeschichtlichen Kontextualisierung dieses Themas rückt die Publikation den kulturhistorischen Blick auf die 1950er bis 1970er Jahre etwas zurecht

Von der Gnade exzellenter Netzwerke


Raphael Gross und Wolfgang Brauneis: Die Liste der „Gottbegnadeten“. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik

Vor Gott sind alle gleich. Jeder empfängt hier seine Gnade. Wie verblendet müssen diejenigen sein, die sich anmaßen, eine Liste von „Gottbegnadeten“ zu erstellen? Solch verachtend überhebliche Blasphemie können nur jene vollstrecken, die sich weitab gültiger Normen bewegen. Umso verächtlicher, dass so etwas in Deutschland ...mehr

Das Jahr 2022 startet – so ist zu befürchten – mit langen dunklen Tagen im häuslichen Lockdown. Für etwas Abwechslung sorgt da vielleicht „Kasper Königs Kurioser Karten Kalender“, der jetzt erstmals bei Strzelecki Books erschienen ist

Mit Schere, Charme und Klebeband


Kasper Königs Kurioser Karten Kalender 2022

Kasper König, ehemaliger Direktor des Museums Ludwig in Köln, Miterfinder und regelmäßiger Cokurator der Skulptur Projekte in Münster und bis heute äußerst umtriebiger Akteur, Strippenzieher und Beobachter im deutschen und internationalen Kunstbetrieb, ist bekannt für sein nonkonformistisches Auftreten und seine durchaus direkte Art. Der 1943 geborene münsterländische Industriellensohn brach kurz vor dem Abitur die Schule ab, verweigerte Wehr- und Zivildienst, ließ sich einen Maßanzug schneidern und zog erstmal nach London und dann weiter nach New York, wo er laut eigener Aussage „am richtigen Ort zur richtigen Zeit die richtigen Leute traf“ und tief in die Kunstszene eintauchte. Der Kontakt zu Größen der Pop Art wie Andy Warhol oder Claes Oldenburg ergab sich fast wie von selbst. König blieb dort und begann, erste Ausstellungen zu organisieren. Sozialisiert wurde er also durchaus auch in New York City. ...mehr

Die staatliche Fördermaßnahme „Kunst am Bau“ startete in der Weimarer Republik. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie ab 1950 in Ost und West fortgeführt. Publikationen und eine Wanderausstellung nehmen nun die letzten 70 Jahre ins Visier

Kunst zwischen Image, Alibi und Konsens


Der Terminus „Kunst am Bau“ steht für ein künstlerisches Phänomen des 20. Jahrhunderts. Bedingt durch das Zusammentreffen architektonischer und sozialer Entwicklungen gaben schon kurz nach Gründung der Weimarer Republik Initiativen von Künstlerverbänden den Ausschlag für staatliches Handeln. Da war einerseits die fortschreitende, von Industrie und Technik geprägte Architektur des „Less-is-more“, in deren funktionaler Sachlichkeit kein Platz mehr für dekorative Ausschmückung war. Sie wurde autonom und löste sich vollends aus dem baulichen Kontext. Andererseits stürzten schlechte wirtschaftliche Verhältnisse weite Teile der Künstlerschaft in große Notlagen. Um dies abzumildern, sprachen schon 1923 Organisationen Empfehlungen aus, einen bestimmten Prozentsatz der Bausumme für plastischen Schmuck auszuweisen. ...mehr

Die Schweizer Künstlerin Sophie Taeuber-Arp wird zur Zeit mit einer großen Retrospektive im Kunstmuseum Basel und einer ungewöhnlichen Biografie geehrt

Ein Leben für die Kunst


Silvia Boadella: „Sophie Taeuber-Arp. Ein Leben für die Kunst

Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) gilt als die wichtigste Schweizer Künstlerin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Frau des erfolgreichen deutsch-französischen Künstlers Hans Arp (1886-1966) war ein Multitalent. Ihr breit gefächertes Werk ist geprägt durch einen interdisziplinären Ansatz. Ob Malerei, Skulptur, textiles Gestalten, Puppen- und Marionettenherstellung, Design, Architektur, Innenarchitektur oder auch Tanz – für Sophie Taeuber-Arp existierten all diese künstlerischen Ausdrucksformen vollkommen gleichberechtigt nebeneinander. Tradierte Hierarchien interessierten sie nicht. ...mehr

Die Corona-Krise und der Kunstmarkt – das ist mehr als ein kurzes Kapitel. Der Christie’s-Manager Dirk Boll untersucht in seiner 260 Seiten starken Hatje Cantz-Publikation die Frage „Was ist diesmal anders. Wirtschaftskrisen und die neuen Kunstmärkte“. Aufschlussreich und lesenswert

Zeitenwende


Dirk Boll: „Was ist diesmal anders? Wirtschaftskrisen und die neuen Kunstmärkte“

Dem Kunsthandel stockte für einen kurzen Moment der Atem, als im März letzten Jahres ein Virus das Rad zum Stillstand brachte. Keine Kundenkontakte, keine Messen, geschlossene Galerien. Krisen haben auf dem Kunstmarkt stets zu neuen Strategien geführt, aber die tiefgreifende Wucht von Covid-19 ist mit nichts zu vergleichen, meint der Marktinsider Dirk Boll in seiner aufschlussreichen Analyse „Was ist diesmal anders. Wirtschaftskrisen und die neuen Kunstmärkte“. Bolls Fazit: „Die Pandemie führt zu einem fundamentalen Umbruch etablierter Verhältnisse.“ Das Internet wird über Nacht zur Alternative für Anbieter und Käufer. Das Virus pusht in nie geahnter Dringlichkeit die digitale Weiterentwicklung in der als konservativ geltenden Branche. Für Dirk Boll ist der Wandel epochal: „Dies ist eine neue Welt. Für alle, die sich mit Kunst befassen.“ Und er ist unumkehrbar. ...mehr







News vom 28.11.2022

Modersohn-Becker Kunstpreis für Almut Linde

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