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Uecker, Günther

geboren am 13. März 1930 in Wendorf in Mecklenburg
Deutscher Bildhauer, Mitglied der Zero-Gruppe

Günther Uecker zählt zu den bekanntesten deutschen Gegenwartskünstlern. Nach seinem Kunststudium in Wismar und Berlin-Weißensee von 1949 bis 1953 verließ Uecker die DDR, um an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Otto Pankok weiterzustudieren. Dort entstanden 1957 erste monochrome „Nagelbilder“. Die frühen Arbeiten richten sich gegen das Informel und den Abstrakten Expressionismus. Seitdem ist der Nagel das Aktionsinstrument von Uecker, der heute zu seinem Markenzeichen geworden ist. Licht und Schatten des Nagels werden zum wesentlichen Gestaltungselement in seinen Arbeiten. Durch den Nagel bricht Uecker aus der Zweidimensionalität des Bildes, die zu Objekten werden. 1960 folgten erste sich drehende Strukturscheiben („Fünf Lichtscheiben“, 1961-81) und eine Fallbilder-Demonstration auf dem Festival d’Art in Paris.

1961 entstand sein erster Lichtfilm und er schloss sich der Düsseldorfer Gruppe Zero an. Mit Otto Piene und Heinz Mack bildete er den Kern der Gruppe. Die intellektuellen Künstler der Zero-Gruppe empfanden die expressiv geworfene und getropfte Nachkriegskunst als unerträglich. Informel und Tachismus waren ihrer Meinung nach „mit einem Übermaß an psychologischem Ballast befrachtet“. Sie suchten einen Neuanfang, eine „Stunde Null“, die von der Vergangenheit unbelastet sein sollte. Ein großes Vorbild für die neue, reine Kunst aus Licht und Raum wurde Lucio Fontana, dessen Werke und Manifeste neue Wege aufzeigten. Enge Kontakte wurden auch zu Yves Klein und Piero Manzoni gepflegt.

Die Farbe Weiß spielt als Höhepunkt des Lichts eine besondere Bedeutung und kann sogar ein spirituelles Erlebnis sein. Uecker arbeitete unter anderem am Theater, entwarf dort Bühnenbilder und half bei der Ausstattung. Die Teilnahme an der documenta 3, sowie Ausstellungen in New York und London verhalfen ihm zum internationalen Durchbruch. 1983 erhielt er den Kaiserring der Stadt Goslar. 1987 hatte er einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt in dem Laboratorio Arte Contemporanea della Bassa Lunigiana Castelnuovo. Uecker lehrte ab 1989 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf, wo er heute lebt und arbeitet. 1999 gestaltete er den Andachtsraum im Deutschen Bundestag in Berlin.


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