Geboren am 1. August 1915 in Kaiserswerth bei Düsseldorf, gestorben am 14. Juni 1999 in Castiglione della Pescaia in der Toskana Deutscher Maler und Grafiker
Hann Trier studierte von 1934 bis 1938 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Während er von 1939 bis 1945 Kriegsdienst leistete, war er zwischenzeitlich von 1941 bis 1944 als Technischer Zeichner in Berlin tätig. In der Nachkriegszeit war er gemeinsam mit Berke und Joseph Fassbender Mitglied der Donnerstagsgesellschaft. Werke wie das Gemälde „Amboß“ von 1948 weisen einen abstrakten Stil auf und lassen auf Anregungen aus der späten kubistischen Malerei schließen.
Im Zeitraum von 1952 bis 1955 unternahm Trier Reisen durch Südamerika. Von 1957 bis 1980 lehrte er als Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Auf der documenta 2 und 3 war der Künstler in den Jahren 1959 und 1964 vertreten.
Trier entwickelte ab 1952 unter Einfluss von Informel und Tachismus eine Variante des Automatismus, bei der er oftmals beidhändig arbeitete. Die Bildfläche wurde gestisch, mit rhythmischen Pinselschwüngen ausgefüllt. Die mit dieser Methode entstandenen Arbeiten präsentieren lineare Strukturen und netzartige Zellen, die Assoziationen zu tänzerischen Rhythmen freisetzen.
In den 70er Jahren schuf Trier großformatige Werke. So entstanden von 1972 bis 1974 das Deckenbild im Charlottenburger Schloß in Berlin und 1989 das Wandbild für das Von der Heydt-Museum in Wuppertal.
S.H.
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