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Analyse

Seit September ist Thomas Kamm Bonhams’ Senior Representative für Deutschland. Wohin steuert das traditionsreiche englische Auktionshaus? Ein Gespräch mit dem Kunstmarktexperten aus München

Bonhams auf Expansionskurs



Adriaen Coortes „Stillleben mit Pfirsichen“

Adriaen Coortes „Stillleben mit Pfirsichen“

Seit mehr als 200 Jahren ist das Versteigern von Antiquitäten, Büchern und Old Timern das Geschäft des englischen Auktionshauses Bonhams. So lange die Bilanzen stimmten, so lange der Abstand zu den Rekordsummen der zwei anderen großen Häuser nicht zu groß war, hat man in London die eigene Situation anscheinend mit ruhiger Gelassenheit betrachtet. Doch nichts auf dem Kunstmarkt hat in den letzen 15 Jahren so rasant an Fahrt gewonnen wie das Auktionswesen. Das frische Geld aus China hat einen Asiatika-Boom hervorgebracht, den auch Bonhams nicht an sich vorbeiziehen lassen will. Schnell war man präsent in Hongkong. Dass sich das Engagement auszahlt, zeigte die diesjährige Asia-Week. Für 9 Millionen Pfund, umgerechnet 10,5 Millionen Euro, wurde eine türkisgrundige Vase aus der Qianlong-Zeit des 18ten Jahrhundert versteigert, die zuvor auf 800.000 Pfund geschätzt war. Und mit 31 Millionen Pfund Brutto-Gesamtresultat für die Asiatika-Auktionen im November erzielte Bonhams mehr als Christie’s und Sotheby’s zusammen. Auch auf anderen Gebieten ist das Auktionshaus, das in Europa Platz drei und weltweit Platz sechs einnimmt, vorgeprescht. In seiner letzten Altmeisterauktion erzielte ein wiederentdecktes Velázquez-Porträt mehr als 2,9 Millionen Pfund, ein reizendes Stillleben mit drei Pfirsichen von Adriaen Coorte ebenfalls brutto etwas über 2 Millionen Pfund – akquiriert in Australien und Weltrekord für den niederländischen Meister des 17ten Jahrhunderts.


Doch was hat das mit der Dependance in Deutschland zu tun? Ganz einfach. Was für die Immobilienwirtschaft die drei Ls sind – sprich: Lage, Lage, Lage –, das sind für die Auktionshäuser die Ws: Ware, Ware, Ware. Sieben Gemälde der Altmeisterauktion kamen aus Deutschland. „Deutschland“, so Thomas Kamm, der seit September die deutsche Repräsentanz von Bonhams in München leitet, „ist für Auktionshäuser der wichtigste Markt in Europa, noch vor Frankreich oder Holland. Es gibt viele hochpotente, alte Sammlungen, die für den internationalen Kunsthandel interessant sind.“ Eine 500 Waffen umfassende Sammlung eines süddeutschen Schlossbesitzers, die gerade akquiriert wurde, gibt ihm Recht. „Das ist Material, das in der ganzen Welt gesucht wird“. Aber auch die seltenen Meißner Augustus-Rex-Vasen, die einst für das Japanische Palais geordert und die bei Bonhams für 540.000 Pfund einen neuen Besitzer fanden, sind beredtes Beispiel dafür.

Mitunter wandert die Ware aus Deutschland wieder zurück. Einen dornenbekrönten Elfenbein-Totenschädel aus dem 18ten Jahrhundert ersteigerte für brutto 12.500 Pfund die Galerie Neuse aus Bremen. Für das kommerzielle Potential, das in Deutschland schlummert, verweist Thomas Kamm zudem auf ein Gemälde Georgios Derpapas’, das im Moment noch in seinem Münchner Büro steht. Arbeiten des spätsurrealistischen Malers aus Griechenland werden in London mitunter zwischen 30.000 bis 80.000 Pfund gehandelt, bereits 15 Dipapas-Werke kamen bei Bonhams unter den Hammer.

Eine Dependance in München hatte Bonhams schon seit Jahren, doch dass man nun den 52jährigen, promovierten Kunstwissenschaftler engagierte, passt zum Expansionskurs des Hauses. Thomas Kamm war mehr als 20 Jahre Redakteur bei der „Weltkunst“ und bei „Kunst & Auktionen“. Er kennt den Markt, er kennt die Sammler, und manch Sammler kennt ihn. Und da funktioniert wohl einiges nach dem englischen Marketing-Sprichwort „The contact ist the key“. Die gleiche Strategie verfolgt das Haus seit kurzem mit seinen neuen Dependancen in Moskau und Prag.

Aber auch in Deutschland wird das Netz weiter ausgespannt. Thomas Kamm baut gerade eine Zweigstelle in Köln auf. Die inoffizielle Hauptstadt des Rheinlands mit einem Heer an Galeristen und Künstlern und mit hochpotenten Moderne-Sammlern galt, bis ihr Berlin den Rang abgelaufen hat, jahrzehntelang als Nummer eins, wenn es um die zeitgenössische Kunst ging. Nicht umsonst findet die Art Cologne, Deutschlands wichtigste Messe für Moderne und Zeitgenossen, hier statt. Während andere Häuser in diesem Marktsegment bereits Millionen umsetzten, startete Bonhams die erste Contemporary-Auktion erst im September 2011. Lieber spät als nie, mag man sich in den Chefetagen des Hauses in der Bond Street gesagt haben. Denn einerseits scheint der Nachschub auf diesem Gebiet unbegrenzt zu sein, andererseits sprechen Millionenzuschläge für Andy Warhol, Gerhard Richter oder Jeff Koons als Spitzenreiter des Preis-Indexes für das Wachstumspotential dieser Sparte.

Doch Bonhams hat noch einen anderen Trumpf in der Hand. Man agiert nicht nur im Spitzensegment des Kunstmarkts. Ein Blick auf den Auktionskalender: Täglich führt Bonhams in verschiedenen Städten Englands und der USA Auktionen von Uhren, Grafik, Juwelen oder Banknoten durch. Auf einigen Gebieten zählt das Unternehmen, das sich gerade für 30 Millionen Pfund ein neues Hauptquartier bauen lässt, zu den Marktführern. Zum Beispiel, wenn es um wissenschaftliche Instrumente, Glas, Keramik, Sammlerstücke aus dem Bereich Marine sowie um historische Spiele wie Schach oder um Spielzeug geht. Wie viel Pfund mit Ware aus Europa jährlich umgesetzt werden, darüber schweigt das Haus in britischer Gentleman-Manier. Aber eins durfte man erfahren: Die Übernahmen aus Europa haben sich 2011 verdoppelt.

Kontakt:

Bonhams München

Maximilianstraße 52

DE-80538 München

Telefon:+49 (089) 24 20 58 12

Telefax:+49 (089) 24 20 75 23



30.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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