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Analyse

Toppreise bei deutschen Auktionen im zweiten Halbjahr 2000

Auf in die weite Welt



Der Auktionsmarkt in Deutschland hat sein angestammtes Terrain hinter sich gelassen und ist in die weite Welt aufgebrochen. So könnte das Fazit lauten, blickt man auf die Herbstsaison 2000 zurück. Denn für gewöhnlich platzieren sich in den vorderen Rängen der teuersten Kunstwerke die deutschen Klassiker des Impressionismus und Expressionismus.



Nun aber belegen zwei Franzosen Platz 1 und 2: Fernand Léger „Les trois figures“ von 1921 und Henri Matisse „Fenêtre ouverte: Etretat“ von 1920. Kubismus und die Faszination für die Maschinen paaren sich in Légers Gemälde, dessen zweite Fassung im Musée des Beaux-Arts in Solothurn hängt. Ein französisches Händler ließ sich das Stück in der Novemberauktion der Villa Grisebach in Berlin nicht entgehen und erhielt den Zuschlag bei sensationellen 3,7 Millionen Mark - damit der höchste, der seit dem 2. Weltkrieg auf deutschen Auktionen bezahlt wurde.

Auch der Matisse ging nur drei Lose weiter bei Grisebach über den Tisch. Der Ausblick aus dem Fenster auf den Strand war wie das Gemälde von Léger auf 3 bis 4 Millionen Mark geschätzt worden, brachte aber nur 2,92 Millionen Mark ein und ging in den Schweizer Handel. Diese Spitzenpreise waren bisher vor allem den Auktionsgiganten Sotheby’s und Christie’s vorbehalten. Ein weiterer Franzose taucht noch in dem Ranking auf. Platz 14 belegt der Lehrer von Claude Monet Eugène Boudin, von dem Monet zur Freilichtmalerei inspiriert wurde. Sein Gemälde „Pleine Mer“ von 1899 spielte bei Grisebach 300.000 Mark.

Sonst machen sich bei den Top 20 deutsche Künstler der klassischen Moderne breit: Neben den großen Namen wie Macke, Jawlensky, Liebermann, Nussbaum und Rohlfs auch unbekanntere, beispielsweise auf Platz 8 und 10 Franz Radziwill mit „Die Schleuse“ und „Stilleben mit Foto“, auf Platz 11 Adolf Erbslöh mit „Gebirge Brannenburg“ von 1911 oder Paul Baum mit „Landschaft bei Hyères“ auf Platz 20.

Betrachtet man die Liste der 20 höchsten Zuschläge, zeigt sich, dass Grisebach seine Spitzenposition im Vergleich zum ersten Halbjahr 2000 weiter ausgebaut hat. Von den 27 Kunstwerken in dem Ranking gehen allein 13 auf das Konto des Berliner Auktionators und spielten die Zuschlagssumme von 12,09 Millionen Mark – gegenüber 4,93 Millionen Mark im Frühjahr 2000 - ein. Auch der Jahresumsatz 2000 konnte um 25% auf 50 Millionen Mark gesteigert werden. Neben den ersten beiden Rängen platzierte Grisebach August Mackes „Landschaft“ mit 1,65 Millionen Mark auf Rang 4, Felix Nussbaums „Sargträger“ mit 690.000 Mark auf Rang 5 und Alexej von Jawlenskys „Mystischer Kopf: Zum Abschied“ mit 670.000 Mark auf Rang 6.

Allein Neumeister konnte da mithalten. In der Septemberauktion verdoppelte „Der ewige Hochzeiter“ von Carl Spitzweg seine Taxe, erreichte 2,4 Millionen Mark - ein neuer Weltrekord für Spitzweg – und schaffte den Sprung auf Platz 3. Das Münchner Haus brachte noch zwei weitere Gemälde unter: „Die Schleuse“ von Franz Radziwill belegt mit 420.000 Mark Platz 7 und Platz 20 teilt sich mit Conrad Felixmüllers „Künstler in Armut“ bei Grisebach Paul Baums „Landschaft bei Hyères“. Beide Gemälde erhielten den Zuschlag bei 230.000 Mark.

Lagen Lempertz mit sieben und Grisebach mit neun Objekten in der Frühjahrssaison 2000 noch fast gleichauf und verzeichnete Lempertz sogar die höhere Gesamtzuschlagssumme von 5,58 Millionen Mark für sich, konnte das Kölner Haus im Herbst nur drei Gemälde in den Top 20 unterbringen: Auf Platz 7 „Die Blumenterasse im Wannseegarten nach Nordwesten“ von Max Liebermann mit 510.000 Mark, Albert Gleizes’ „Composition, Evocation figurée, Sur l’Avenue“ von 1920 und Adam Pynackers „Vor der Abfahrt der Schiffe im Hafen“ mit je 320.000 Mark – somit beide auf Platz 13.

Das schlechte Abschneiden lag auch an der mageren Ausbeute im Altmeisterbereich, mit dem Lempertz sich ansonsten profiliert: Neben dem Pynacker bei Lempertz für 320.000 Mark schafften nur noch zwei Venedigveduten, die Bernardo Bellotto zugeschrieben werden, mit je 250.000 Mark bei Nagel den Sprung auf Platz 19 der Hitliste. Im Frühjahr konnten Gemälde von Canaletto und Pieter Breughel d. J. noch vordere Ränge belegen. Darin wird deutlich, wie abhängig der Markt von guter Ware ist und welches Haus die Ware für sich akquirieren kann.

Mit Ewald Matarés „Stehendes Pferd“ von 1931 und Wilhelm Lehmbrucks „Mädchenkopf“ um 1913 konnten sich zwei Skulpturen behaupten. Matarés aus Amarantholz geschnitztes Tierporträt ließ bei Grisebach die Taxe von 150.000 hinter sich wurde bei 300.000 Mark zugeschlagen (Platz 14) und der Steinguß von der Hand Lehmbrucks erbrachte bei Hauswedell & Nolte 250.000 Mark (Platz 19). Das Hamburger Haus konnte noch drei weitere Kunstwerke unterbringen: Adolf Hölzels „Begegnung mit Christo“ gelangte bei 360.000 Mark auf Platz 12, Alexej von Jawlenskys „Der Engel“ bei 280.000 Mark auf Platz 16 und Paul Klees „Kleine Winterlandschaft mit Skiläufer“ bei 255.000 Mark auf Platz 18.

Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg tut sich in dem Ranking für gewöhnlich schwer. In der Herbstsaison schafften nun drei Arbeiten die Aufnahme. Emil Schumachers kontrastreiche Arbeit „Acheron“ von 1958 erreichte mit 250.000 Mark bei Ketterer in München Platz 19 und Ernst Wilhelm Nays gestische Malerei „Wirbelnde Rhythmen in Blau“ ebenfalls von 1958 mit 300.000 Mark bei Grisebach Platz 14. Neben den beiden Nachkriegsobjekten gelangte auch ein Werk der Gegenwart in den illustren Reigen. In Ketterers Berliner Auktion „Klassiker der Gegenwart“, die sich speziell der Kunst nach 1945 widmet, übertraf die Collage „Hohner“ von Jean-Michel Basquiat den Schätzpreis von 350.000 Mark um 50.000 Mark – das bedeutet Platz 9.

Insgesamt tut sich der deutsche Auktionshandel bei der Positionierung Zeitgenössischer Kunst noch schwer. Wandert interessante Ware offensichtlich gleich in die prestigeträchtigen New Yorker oder Londoner Auktionen von Sotheby’s, Christie’s oder Phillips. Neben Ketterer, Lempertz und Hauswedell & Nolte hat seit Herbstsaison nun auch Grisebach ein separates Angebot mit Zeitgenössischer Kunst zusammengestellt, das aber noch zurückhaltend aufgenommen wurde.



10.04.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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