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Analyse

Fulminanter Saisonstart des Kunstmarktes

Deutsche Kunst gefragt!



Breites Grinsen über den leise sizzelnden Champagner-Schalen. So stellt sich Mäxchen den Kunsthändler vor. Recht hat er, denn die vergangene Saison bot dem Handel Anlass zu mancher Freuden-Party. Und dass die neue Saison, 2000/2001, fulminant gestartet ist, weiß jeder, der die Kunstmarkt-Berichterstattung verfolgt hat: Höchstpreise satt.



Kürzlich gab es bei Sotheby’s wieder Rekordpreise im Zeitgenössischen, darunter 3,5 Millionen (brutto) für einen frühen Polke. Noch immer spielt sich der Markt im wesentlichen in New York und in London ab, und da bei Christie’s und Sotheby’s, die sich die größten Stücke aus dem Kuchen schneiden. Christie’s vermeldeten für das erste Halbjahr 2000 einen Umsatz von 761 Millionen Pfund (knapp 2,5 Milliarden Mark) und steigerten sich damit um 22 Prozent. Sotheby’s kamen in dieser Zeit auf „nur“ stagnierende 254,7 Millionen Dollar (etwa 470 Millionen Mark) Eigenumsatz (Revenue), aber man erwartet für das Jahr einen Gesamtumsatz knapp höher als in 1999, da man 2,3 Milliarden Dollar erreichte.

Mit Abstand folgen Phillips mit unbekannten Umsatzzahlen, denn seit der Übernahme durch Monsieur Arnaults Luxus-Konzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) werden keine mehr bekannt gegeben. Die Neun-Monats-Zahlen für 1999 lagen aber bei 140 Millionen Pfund (etwa 450 Millionen Mark). Phillips aber haben sich jetzt mit de Pury & Luxemburg zusammengetan und das bedeutet einen wohl ernst zu nehmenden Angriff auf die Bastionen von Sotheby’s und Christie’s.

Eine Gruppe der kleineren Auktionatoren (Lempertz, Dorotheum, Koller usw.) haben sich weltweit zu den „IA“ (International Auctioneers) zusammengeschlossen, um zu versuchen, der Übermacht der Angelsachsen (die zum Teil in französischer Hand sind) Paroli zu bieten. Bisher ein eher virtuelles Unternehmen, schlossen die beteiligten Unternehmen sich jetzt zu einer Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts zusammen.

Der Markt ist in der Tat einige Anstrengung wert. Schaut man auf die Entwicklung in einem Markt-Index, wird das deutlich. Durch das Platzen der Spekulationsblase 1989/90 und durch das Wachsen des Marktes ist der Index, der sich auf den Gesamtmarkt bezieht, ziemlich gesunken, hat sich aber gerade wieder spürbar erholt. Ohnehin ist es so, dass, im Gegensatz zu früheren Überzeugungen, eine boomende Börse schlecht ist für den Kunstmarkt. Wenn in Wall Street aber der Bär brummt, sucht sich das Geld andere Kanäle, und die führen gern und oft zur Kunst.

Besser als der Gesamt-Kunstmarkt („Outperformer“) stellte sich das Segment Deutsche Kunst dar. Das Marktforschungsunternehmen „Art Market Research“ in London liefert verschiedenste Indizes, und deren Index für Deutsche Kunst, basierend auf 100 wichtigen Künstlern, zeigt, dass mit Deutscher Kunst gute Geschäfte gemacht werden konnten – seit 1990 liegt sie besser als der Gesamtmarkt. Verfolgt man die Entwicklung der Höchstpreise der Saison (Basis 10) seit 1993 zeigt sich, dass in den höchsten Regionen offenbar andere Gesetze gelten. Die Index-Kurve ist da schon erschreckend Dax-parallel, aber nahezu durchgängig deutlich besser als der Dax und so viel erfolgreicher als der Gesamtmarkt, dass man geneigt ist, zwei getrennte Märkte zu sehen: Den Markt für Höchstpreisiges (H) und den „Normalmarkt“ (N).

Ein wichtiger Unterschied: Die Objekte auf dem H-Markt sind so teuer, dass sie oft Unglück bringen oder aber, direkt ab Verkauf, faktisch wertlos weil erst einmal für lange Zeit unverkäuflich werden. Nur auf dem N-Markt kann man, mit entsprechend langem Atem, durch Wertsteigerung Gewinn machen. Zur Zeit sieht es so aus, als würde mit den Zeichnungen Alter Meister spekuliert. Es sieht so aus, als wäre der Markt in einer Phase wie 1988. Nur dass damals gleich alles gekauft wurde (die Japaner nahmen mit, was irgendwo auf einer Staffelei gestanden hatte), heute aber sich das Interesse nur auf Spitzenqualität richtet. Wann und wie laut diese Spekulationsblase platzen wird, ist abzuwarten.

Dr. Gerhard Charles Rump ist der Kunstmarkt-Redakteur der Tageszeitung „Die Welt“.



17.04.2001

Quelle/Autor:KKM aktuell/Gerhard Charles Rump

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