Die Kunst, online zu lesen.

Home


Kunst + Kapital

Analyse


Strategie


Kunstsponsoring


Kunstinvestment





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Analyse

Der nächste Pilgerort der Gegenwartskunst ist ab dem 19. Juni die Art Basel. Zeitgenössisches lockt betuchte Sammler und das große Geld. Das belegt auch der Art Market Report. Er nimmt die globale Kunstmarktsituation statistisch unter die Lupe und ist für Experten Pflichtlektüre

Die Kunst folgt den Strömen des Geldes



Anteile des weltweiten Kunsthandels nach Ländern im Jahr 2013

Anteile des weltweiten Kunsthandels nach Ländern im Jahr 2013

Nichts ist so global wie die zeitgenössische Kunst und ihre Sammler. Gerade hat die Art Basel Hongkong ihre Pforten geschlossen, schon geht es weiter auf dem heimatlichen Spielfeld. Mehr als 300 Galerien aus aller Welt haben ihren Auftritt auf der 45. Art Basel. Auch die Londoner Frieze hat längst ihre Ableger und kennt nur atemberaubende Schlagzeilen. Vier Stunden nach Eröffnung der Frieze New York war der Stand der Galerie Hauser & Wirth ausverkauft. Von Rekordmeldungen aus den Auktionssälen reden wir erst gar nicht. Die gefühlte Wahrheit, dass die zeitgenössische Kunst die Zügel des Marktes fest in den Händen hält, bestätigt der alljährliche Art Market Report, den die Foundation der Maastrichter Kunst- und Antiquitätenmesse TEFAF herausgibt. Die höchsten Preise auf dem Gebiet der Fine Art werden heute mit zeitgenössischen Kunstwerken realisiert. Was Galerien wie Gagosian, Thaddaeus Ropac oder Yvon Lambert an Umsätzen tätigen, steht freilich nicht in diesem Jahresreport. Fakt ist aber: auf Auktionen übernimmt die Kunst nach 1945 immer mehr Anteile am Gesamtumsatz.


Unter den Bildenden Künsten verbuchten die Zeitgenossen im zurückliegenden Auktionsjahr 46 Prozent der Erlöse. Das heißt weltweit eingefahrene 4,9 Milliarden Euro und ein Zuwachs von 11 Prozent. Die Alten Meister sind in den Schatten gestellt. Ihr Anteil am Fine Art-Auktionsgeschäft beträgt lediglich 10 Prozent, mit Impressionisten realisierte man weltweit 18 Prozent des Umsatzes. Von den weltweit 80 Kunstwerken, die die 10 Millionen-Euro-Grenze überschritten, wurde der Großteil auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst realisiert. Die Rekord- und Höchstpreises erzielten die Arrivierten der Gegenwartskunst. An der Spitze steht Francis Bacons „Three Studies of Lucian Freud“ mit 142 Millionen US-Dollar. Die Namen der Künstler, die in dieser Liga mitspielen, sind überschaubar. Jean-Michel Basquiat, Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Jeff Koons, der Chinese Zeng Fanzhi und auch Gerhard Richter gehören dazu. Auch auf der Art Basel werden die sogenannten Key-Names die Preisspitze anführen. Darin sind sich Auktionsmarkt und Handel durchaus ähnlich.

Mit allem, was der Kunstmarkt hergibt, mit Antiken, Antiquitäten, Gemälden aller Stile und Epochen, mit alten Uhren und Grafiken, haben sie 2013 gemeinsam 47,4 Milliarden Euro generiert und den wertmäßigen Umschlag um 8 Prozent erhöht. Der Markt steuert langsam wieder auf das Rekordvolumen von 48 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 vor dem Finanzcrash zu. Der Tiefpunkt von 2009 mit einem Volumen von 28 Milliarden ist vergessen. Die steigende Zahl von Millionären spült immer mehr Geld in den Kunstmarkt. 31,7 Millionen Dollarmillionäre zählte man 2013; elf Prozent mehr als im Jahr davor. Allein 40 Prozent der Superreichen leben in den USA. Kein Wunder, dass Sotheby’s und Christie’s, die im vergangenen Jahr jeder mehr als 4 Milliarden Euro Umsatz bilanzieren konnten, die wichtigsten Auktionen in New York durchführen. Der Art Market Report: „Die Vereinigten Staaten sind der führende Marktplatz für Verkäufe extrem hochpreisiger Kunst und Antiquitäten. 2013 haben sie wertbezogen 52 Prozent aller Verkäufe oberhalb der 1-Millionne-Euro-Grenze realisiert. Und 60 Prozent aller Transaktionen, die über 10 Millionen Euro gekostet haben.“

Das Verhältnis zwischen Auktionshäusern und Händlern nähert sich weltweit der Halbe-Halbe-Situation. Aus zentraleuropäischer Sicht mag das angesichts der starken Präsenz der Versteigerer irritieren. Aber Auktionshäuser haben global betrachtet unterm Strich 22,5 Milliarden Euro und haben damit 47 Prozent des Welt-Kunsthandels durch ihre Bücher gehen lassen. Für Deutschlands Händler, die in den letzen Jahren den bestens aufgestellten Auktionshäuser einiges an Terrain überlassen mussten, ist es nur ein Trost. Das traditionelle Kunsthandels- und Galeriegeschäft erwirtschaftete 53 Prozent des Welthandels mit Kunst und steigerte seien Umsätze im globalen Maßstab sogar um 12 Prozent auf 25 Milliarden Euro.

Die Kunst folgt den Strömen des Geldes. Der leichte Abschwung der chinesischen Wirtschaft hat die USA wieder zur umsatzstärksten Nation in Sachen Kunst werden lassen. 38 Prozent der in den Kunstmarkt geflossenen Gelder gehen auf das Konto der USA. Chinas Anteil beträgt nur noch 24 Prozent. Welche Rolle der Marktplatz Deutschland spielt, verdeutlicht 1 Prozent am globalen Umsatz. England mit seiner internationalen Finanzdrehscheibe London steht schon ganz anders da: das britische Königreich hält mit 20 Prozent Platz 3 im internationalen Ranking. Clare McAndrew, die Verfasserin des Art Market Reports, sieht einen entscheidenden Zusammenhang zwischen Kunstmarkt und Wirtschaftswachstum. Die Ökonomien von Großbritannien und den USA wuchsen 2013, die Situation in Kontinentaleuropa stagnierte. Und während in den USA der Durchschnittspreis für ein versteigertes Kunstwerk mit rund 54.000 Euro gut zehn Prozent höher liegt als im Vorjahr, sank in Europa dieser Wert um 10 Prozent auf rund 19.000 Euro. Clare McAndrew betont zugleich die Rolle der wachsenden Einkommen und der Entstehung einer Mittelschicht. In Regionen wie Lateinamerika oder Korea hat sich ein potenter Markt für zeitgenössische Kunst entwickelt, der vor allem von Galerien und weniger vom Zweitmarkt der Versteigerer bestimmt wird. Den nationalen Umsatzanteil der Galeristen in den aufstrebenden Märkten schätzt sie auf 80 Prozent.

Zum ersten Mal hat die Studie Daten zum Online-Geschäft gesammelt. 2,5 Milliarden Euro haben Amazon Art, Auctionata und Co. digital umgesetzt und sich damit 5 Prozent vom großen Kuchen bereits abgeschnitten. Vor allem mittelständische Häuser mit einem jährlichen Umsatzvolumen unter 200 Millionen Euro scheinen von Online-Verkäufen zu profitieren. Das Geschäft funktioniert vor allem im unteren und mittleren Marktsegment. Christie’s Interneterträge waren 2013 im Vergleich zum gesamten Jahresumsatz nur Peanuts. 15,3 Millionen Euro hat der Auktionsmulti mit 49 Online-Versteigerungen eingespielt. Viel wichtiger erscheint dabei die Tatsache, dass unter den Interessenten fast die Hälfte Neukunden aus über 100 Ländern waren. Das Netzt als weltweiter Treffpunkt der Sammler? „Es ist anzunehmen“, so der Art Market Report, „dass der Online-Markt, inklusive Online-Verkäufe durch Auktionshäuser, Händler und spezielle Online-Unternehmen, jedes Jahr um 25 Prozent wachsen könnte.“ Nach dieser Prognose würden im Jahr 2020 etwa zehn Milliarden Euro via Mausklick in den Kunstmarkt fließen. Und wer im World-Wide-Web nichts zu bieten hat, bekäme von diesem Sümmchen schlicht und einfach nichts ab.

TEFAF Art Market Report 2014. The Global Art Market, with a Focus on the USA und China, prepared by Dr. Clare McAndrew
Herausgeber: The European Fine Art Foundation, Helvoirt, 2014
223 Seiten, ISBN/EAN 978-90-75375-18-3

Kontakt:

The European Fine Art Foundation

Broekwal 64

NL-5268 HD Helvoirt

Telefon:+31 (0411) 64 50 90

Telefax:+31 (0411) 64 50 91



18.06.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


TEFAF - The European Fine Art Foundation

Bericht:


Bilder stummer Schreie

Bericht:


Missbrauchte menschliche Subjekte

Bericht:


Der Schrecken des Lebens

Bericht:


Rekorde, Rekorde, Rekorde

Bericht:


Preisanstieg im Top-Segment

Bericht:


Keine Krise in Sicht

Variabilder:

Anteile des weltweiten Kunsthandels nach Ländern im Jahr 2013
Anteile des weltweiten Kunsthandels nach Ländern im Jahr 2013

Variabilder:

Umsatzentwicklung der zeitgenössischen Kunst auf Auktionen von 2003
 bis 2013
Umsatzentwicklung der zeitgenössischen Kunst auf Auktionen von 2003 bis 2013







Umsatzentwicklung der zeitgenössischen Kunst auf Auktionen von 2003 bis 2013

Umsatzentwicklung der zeitgenössischen Kunst auf Auktionen von 2003 bis 2013




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Kunst + Kapital

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce