Rembrandt nun auch in Zwickau Nicht nur als Maler zählt Rembrandt Harmensz. van Rijn zu den bedeutendsten Künstlern der europäischen Kunstgeschichte, auch sein grafisches Werk machte ihn weltberühmt. Nun präsentieren auch die Kunstsammlungen Zwickau zu Rembrandts 400stem Geburtstag Teile seiner Grafikkunst aus der englischen Privatsammlung Neil Kaplans. Hierbei handelt es sich um 45 Radierungen, die einen Einblick in Rembrandts Schaffen als Meister des Hell-Dunkel-Effekts gewähren. Für die Wanderausstellung „400 Jahre Rembrandt – Meisterwerke der Radierkunst. The Neil Kaplan Collection“, die noch in weiteren drei deutschen Museen gezeigt werden wird, stellte der Engländer ein Jahr lang seine komplette Sammlung zur Verfügung. Um Rembrandt zu sammeln, muss man jedoch laut Aussage des Londoner Galeristen und Coorganisators der Zwickauer Schau, Hans-Jürgen Mösch, kein Millionär sein. Eine originale Grafik des Leidener Meisters sei schon zum Preis eines unteren Mittelklassewagens und darunter zu bekommen.
Die Kollektion des Londoner Wirtschaftsanwalts Kaplan besticht in erster Linie durch ihre Klasse. Von Anbeginn legte der britische Sammler Wert auf Blätter besten Zustands, die er sich seit 1984 kontinuierlich zugelegt hat. Eingang fanden vor allem Fassungen, die mit als erste von der frisch geritzten Platte abgezogen wurden. Und wenn der Meister von einer Platte zwanzig Abdrucke gemacht hatte, dann war das laut Aussage des Fachmanns die Obergrenze. Anschließend wurde zwar die Erstform bis zu fünf Mal nachgestochen, jedoch wies diese dann gegenüber der Urfassung stets Unterschiede und Korrekturen auf. Darüber hinaus legte Kaplan Wert auf die Motive. Landschaften sucht man deshalb vergebens, da für den Sammler Bibel- und Alltagsszenen, Porträts und Selbstporträts immer auch als brillante, lebensnahe Psychogramme der Dargestellten im Vordergrund standen. Dies geht auch auf Rembrandt selbst zurück, da er gerade in seinen jungen Jahren an sich selbst die menschlichen Gemütszustände studierte und in Radierungen wie der von 1630 festhielt. Sie zeigt den bemützten Kopf des Mittzwanzigers, der nicht im Zentrum des Blattes ruht, sondern leicht angeschnitten am oberen Rand des Bildes gewissermaßen aus dem Rahmen fällt.
Die Ausstellung ist bis zum 27. August zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Kunstsammlungen der Städtischen Museen Zwickau
Lessingstraße 1
D-08058 Zwickau
Telefon: +49 (0)375 - 83 45 10
Telefax: +49 (0)375 - 83 45 45 |