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Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Max Ernst im Sprengel Museum Hannover

Entdeckungsfahrt ins Unbewusste



„Wer Augen hat zu sehen, der sehe; wer nicht der gehe“, schrieb Max Ernst 1931 in einem kleinen Band über den „Surrealismus im Dienste der Revolution“. Dieser kurze Satz macht bereits deutlich, wie sehr es dem Maler, Zeichner, Druckgrafiker und Bildhauer Max Ernst (1891-1976) zeitlebens um eine enge Komplizenschaft mit dem Publikum ging. Wichtig war ihm, dass der Betrachter nicht nur als bloßer Kunstkonsument an seinen Werken vorbeischreitet, sondern zum eigenständigen Sehen bereit und in der Lage ist. Ernsts vielgestaltiges Werk lädt ein zu Entdeckungsfahrten ins Unbewusste, halluzinatorischen Grenzgängen und der Suche nach all den „vergrabenen Bildern“, die laut Ernst, „nicht nur der Künstler, sondern jeder normale Mensch im Unterbewusstsein trägt“.



Die Ausstellung „Sprengel macht Ernst“ im Sprengel Museum Hannover versammelt jetzt über 500 Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers. Das Sprengel Museum bestückt die Ausstellung komplett aus eigenen Beständen. Mit der Max Ernst-Schau setzen die Hannoveraner zudem eine neue Reihe von Bestandsausstellungen fort, in deren Rahmen bereits Pablo Picasso und Marc Chagall zu sehen waren. Das Manko dieser ohne attraktive Leihgaben auskommenden Ausstellungen liegt dabei auf der Hand: Ein großer Name wird anhand einer Fülle meist druckgrafischer Arbeiten präsentiert, das Publikum fühlt sich von der schieren Anzahl der Einzelblätter und Mappenwerke erschlagen und sucht letztlich vergebens nach Höhepunkten. Wobei nicht gesagt werden soll, dass es nicht auch in dieser sehr dicht gehängten und mit wissenschaftlicher Akkuratesse zusammengestellten Schau Höhepunkte und ganz besondere Arbeiten zu bestaunen gäbe.

Da sind zum Beispiel die frühen DADA-Collagen des Künstlers wie „physiomythologisches diluvialbild (Fatagaga)“ aus dem Jahr 1920. Darauf befinden sich ein Mann und eine Frau in Turnerkleidung. Den Kopf des muskulösen Mannes jedoch hat Ernst mit dem Bild einer Taube überklebt. Eines seiner Beine hat er durch einen knorpelig bespornten, ziemlich unansehnlichen Hühnerfuß ersetzt. Und eine weitere Taube sitzt auf einem Ast, der aus der linken Hüfte des Mannes herauswächst. In typischer DADA-Manier fügt Max Ernst hier vollkommen heterogene Bildelemente zu einer spielerisch-experimentellen Collage zusammen. Zu seinen DADA-Arbeiten sagte er: „Meine Werke in jener Zeit sollten nicht gefallen, sondern aufheulen machen.“ Ob als tierisch-menschliche Zwittergestalt wie hier oder als isoliertes, oftmals eingesperrtes und gefangenes Wesen: Das Motiv des Vogels spielt im Gesamtwerk von Max Ernst eine durchgehend wichtige Rolle.

So berichtet der Künstler in seinen Lebenserinnerungen „Wahrheitsgewebe und Lügengewebe“ vom Tod seines geliebten rosa Kakadus „Hornebom“ in genau der Stunde, als seine Schwester Loni geboren wurde. Bereits bei dem Fünfzehnjährigen manifestierte sich eine Art Vermengung von Mensch und Vogel zu den absonderlichsten surrealen Mischwesen. Der Vogel als Alter Ego des Künstlers sollte ihn durch sein vor Fantasie überbordendes Werk begleiten.

Einen Höhepunkt der Hannoveraner Schau bildet das Ölgemälde „Der Vogel im Wald“ von 1927. Es zeigt einen verängstigten kleinen Vogel, der in einem Käfig eingesperrt ist und von bedrohlichen Baumriesen bedrängt wird. Weitere bemerkenswerte Ausstellungsstücke sind eine bemalte Tür und ein Wandfries aus dem Haus des befreundeten Dichters Paul Éluard. In den Jahren 1923/24 verbrachte Ernst mehrere Monate bei Éluard und seiner Frau Gala in Eaubonne bei Paris und bemalte in dieser Zeit sämtliche Wandflächen und Türen mit fantasievollen und surrealen Motiven. 1932 verkaufte Éluard jedoch das Haus. Max Ernsts dekorative Gestaltungen wurden übermalt und erst im Jahr 1967 wiederentdeckt, für die Nachwelt gesichert und schließlich von ihm nachträglich noch signiert.

Wenn auch vergleichsweise arm an „absoluten Meisterwerken“, macht die Hannoveraner Schau dennoch den Lebensweg und das Werk eines Künstlers nachvollziehbar, dessen Hang zu den Bildern des Unbewussten angeblich bereits im Fieberwahn einer frühkindlichen Masernerkrankung geboren wurde. 1922 verließ Max Ernst Deutschland – „Dreißig Jahre in Deutschland sind genug“ – und schloss sich in Paris den Surrealisten an. 1941 zog er dann ins amerikanische Exil, um 1953 endgültig nach Paris zurückzukehren. Ernsts Lebensmotor war seine unbändige Neugier auf Bilder aller Art, die er, zum Beispiel in seinen Abreibungen von Gegenständen und Oberflächen, manchmal der unmittelbaren Dingwelt entnahm. Meist aber holte er sie aus den unendlichen Tiefen seines gesteigerten Sehvermögens hervor.

Die Ausstellung „Sprengel macht Ernst - Die Sammlung Max Ernst“ ist bis zum 17. September zu sehen. Das Sprengel Museum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der Katalog kostet 29 Euro.

Kontakt:

Sprengel Museum Hannover

Kurt-Schwitters-Platz

DE-30169 Hannover

Telefon:+49 (0511) 168 438 75

Telefax:+49 (0511) 168 450 93



17.07.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


18.06.2006, Sprengel macht Ernst - Max Ernst im Sprengel Museum Hannover

Bei:


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Künstler:


Max Ernst










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