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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Zeichnungen und Druckgrafik im Dorotheum Wien

Raffael der Rosen



Pierre-Joseph Redouté,  Rosen und Narzissen, 1821

Pierre-Joseph Redouté, Rosen und Narzissen, 1821

Von den Anfang Oktober im Wiener Dorotheum stattgefundenen Auktionen rangiert diejenige der Zeichnungen und Druckgrafik mit einer Zuschlagsquote von gut 48 Prozent im Mittelfeld. Sogar manche beachtliche Preissteigerung gibt es zu verzeichnen. Die Überraschung des Tages war Pierre-Joseph Redouté, als „Raffael der Rosen“ in den Jahrzehnten um 1800 berühmt und nacheinander sozusagen „persönlicher Rosenmaler“ von Marie Antoinette und Josephine, der Gattin Napoleons. 1821 entstand sein Aquarell mit Rosen und Narzissen, die im freien Raum vor dunklem Grund schweben. Die Blüten in den verschiedenen Stadien ihrer natürlichen Entwicklung sind in der Tat hübsch und fein gemalt. Auch die Kundschaft war begeistert und ließ sich dazu hinreißen, für das traditionelle Blumenbild 34.000 Euro auszugeben. 2.000 bis 3.000 Euro waren veranschlagt. Vielleicht kam das auch der nachfolgenden Losnummer zugute, dem Blumenbouquet eines unbekannten österreichischen Malers aus dem 19. Jahrhundert. Immerhin 3.000 Euro ließ ein Kunde für die farbenfrohe, kleinteilige Gouache springen (Taxe 1.400 bis 2.000 EUR).



Ansonsten kann das Auktionshaus nicht gerade strahlen über das Ergebnis der Auktion vom 3. Oktober. Die großen Zeichnungen der Alten Meister, vornehmlich Italiener, wanderten alle an ihre Vorbesitzer zurück: Die dynamische Verkündigung Mariae aus dem Umkreis des Sebastiano Ricci (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), die rasche und sichere Studie menschlicher Körperhaltungen Jacopo Negrettis bei Maria, Hieronymus und Sebastian (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), eine fast romantisch angehauchte Flusslandschaft mit Berg, Burg und Brücke, die Marco Ricci zugeschrieben wird (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR), und auch Jean Antoine Juliens, genannt Julien de Parmes, klassische Federzeichnung der Hochzeit Alexanders des Großen mit Roxane von 1768, die zwischen der Formensprache des Barock und des Klassizismus onduliert (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR).

Nur Giulio Bensos etwas altersschwaches Martyrium des heiligen Bartholomäus aus dem 17. Jahrhunderts reüssierte bei taxgerechten 7.000 Euro. Zumindest eine weitere bemerkenswerte Preisexplosion gab es: Jakob Matthias Schmutzer hielt 1769 einen schlafenden Knaben mit auf ein Kissen zur Seite gefallenem engelsgleichen Köpfchen fest. Technisch brillant, überzeugte das Blatt mit dem selbstvergessenen Kind darauf offenbar mehrere Kunden, so dass sie die Rötelzeichnung auf 13.000 Euro hochtrieben (Taxe 1.600 bis 1.800 EUR). 3.400 Euro erzielte eine Francesco Appiani zugeschriebene Federzeichnung „Der liebeskranke Sohn der Antigone“ in klassizistischem Stil (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Was die Kunst des 19. Jahrhunderts betrifft, waren vor allem Stadtansichten gefragt. Dass ein Blick auf Moskau als aquarellierte Federzeichnung eines unbekannten Malers wegging, und zwar für 3.600 Euro, war fast zu erwarten (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Auch eine Pariser Impression an der Seine mit Blickrichtung auf die Pont Royal und Nôtre Dame im Hintergrund, signiert und datiert „William Wyld 1835“, schaffte bei 4.500 Euro den Absprung (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Ein italienisches Motiv – zu sehen ist eine Klostermauer mit barocker Pforte unter herrlichstem Frühlingshimmel – vom Deutsch-Österreicher Hugo Darnaut kostete schließlich 5.000 Euro (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR).

Vor allem waren natürlich Wiener Ansichten gefragt, so die drei Veduten Balthasar Wigands wie „Curtys Coffeehaus auf der Bastey“ mit der mächtigen Karlskirche als Blickfang im Hintergrund für 4.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Franz Alt machte mit seinem impressionistisch angehauchten Panorama der belebten Ringstraße vor dem Parlament mit Rathaus, Uni und Burgtheater im Hintergrund 5.500 Euro locker (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), Erwin Pendl schaffte 3.800 Euro für seine „Riemergasse. Wien“ von 1903 (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR), ebensoviel wie eine fast fotografisch realistische Ausfahrt des Kaisers am Michaelertor mit zackig grüßendem Wachposten von Ernst Graner (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR). Selbst Engländer wie Edward Theodore Compton zog es in die österreichische Bergidylle. Sein Blick auf Salzburg vom Spazierweg aus, wo Festung und Dom zwischen den Bäumen hindurchschimmern, reizte die Bieter auf 5.000 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Das elf Arbeiten umfassende Angebot László Mednyánszkys ging mit zwei Ausnahmen für moderate Preise von bis zu 1.100 Euro in neue Hände über. An die Spitze der zahlreichen Portraits setzte sich ein Bildnis Charles James Fox’ von 1805, eine Emailmalerei des Engländers Henry Bone. Für sie erleichterte sich ein Verehrer des britischen Politikers um 5.000 Euro (Taxe 1.400 bis 2.000 EUR). Unter den wenigen Werken mit ausgesprochen künstlerischem Gehalt war eine Ölskizze Wilhelm Buschs, die in seiner typischen, den breiten Pinselstrich zur Geltung bringenden Malweise einen Bauern unter Bäumen mit zwei Kühen zeigt. Mit 6.500 Euro blieb sie aber deutlich unterhalb der Erwartungen von 8.000 bis 12.000 Euro.

Alle Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.



17.10.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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03.10.2006, Meisterzeichnungen, Druckgrafik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen

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Im Negligé am Telefon

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Jakob Matthias Schmutzer, Schlafender Knabe, 1769
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Giulio Benso, Das Martyrium des heiligen Bartholomäus
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Henry Bone, Bildnis Charles James Fox, 1805
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Ernst Graner, Die Ausfahrt des Kaisers am Michaelertor
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Pierre-Joseph Redouté, Rosen und Narzissen, 1821
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Wilhelm Busch, Bauer unter zwei Bäumen mit zwei Kühen
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Franz Alt,  Die Ringstraße mit dem Parlament, 1884

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Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 219

Henry Bone,  Bildnis Charles James Fox, 1805

Henry Bone, Bildnis Charles James Fox, 1805

Taxe: 1.400 - 2.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 323

Wilhelm Busch,  Bauer unter zwei Bäumen mit zwei Kühen

Wilhelm Busch, Bauer unter zwei Bäumen mit zwei Kühen

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 156

Giulio Benso,  Das Martyrium des heiligen Bartholomäus

Giulio Benso, Das Martyrium des heiligen Bartholomäus

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 30

Jakob Matthias Schmutzer,  Schlafender Knabe, 1769

Jakob Matthias Schmutzer, Schlafender Knabe, 1769

Taxe: 1.600 - 1.800 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 39

Balthasar Wigand,  Curtys Coffeehaus auf der Bastey

Balthasar Wigand, Curtys Coffeehaus auf der Bastey

Taxe: 3.500 - 4.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 180

William Wyld,  Pariser Ansicht, 1835

William Wyld, Pariser Ansicht, 1835

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 84

Ernst Graner, Die Ausfahrt des Kaisers am Michaelertor

Ernst Graner, Die Ausfahrt des Kaisers am Michaelertor

Taxe: 2.400 - 3.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 288




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