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Berliner Museumsinsel erhält mit dem Bode-Museum ihr wilhelminisches Glanzstück zurück

Kurfürstendämmerung an der Spree



Er wurde der „Bismarck der Museen“ genannt. Und genau wie dem preußischen Reichskanzler eilte auch ihm der Ruf voraus, einerseits visionär und großen Ideen verpflichtet zu sein, diese aber andererseits auch ohne Rücksicht gegen andere durchzusetzen. Falls nötig, auch mit dem Mittel der Intrige. Die Rede ist von Wilhelm von Bode (1845-1929), dem legendären Kunsthistoriker und Generaldirektor der Königlichen Preußischen Museen in Berlin. Spätestens mit der Wiedereröffnung des Bode-Museums auf der Berliner Museumsinsel dürfte auch die Person seines Gründers wieder zum Gegenstand des öffentlichen Interesses werden. Nach fast siebenjähriger Renovierungszeit wird der vom Wiener Architekten Heinz Tesar unter Einhaltung des Kostenrahmens von 152 Millionen Euro umgebaute Prachtbau von 1904 jetzt der Öffentlichkeit übergeben.



Wer die wilhelminische Ruhmeshalle der Kunst im verschwenderisch neobarocken Baustil durch den Haupteingang betritt, der fühlt sich in ein imperiales Setting zurückversetzt, das in einer Stadt wie Berlin, deren Charakter vom Brüchigen, Unfertigen und Fragmentarischen bestimmt wird, bisher noch seinesgleichen sucht. Anhängern des Wiederaufbaus des weggesprengten Hohenzollernschlosses dürfte das Haus einstweilen als temporäre Zufluchtsstätte dienen. Peter-Klaus Schuster, der Generaldirektor der Staatlichen Museen: „Wir haben hier ein riesiges Kunstwasserschloss, ein öffentliches Schloss in der Mitte Berlins.“

Im Zentrum der imposanten Rundkuppelhalle mit kostbaren Marmorwänden und prunkvollen schwarzen Treppengeländern voller goldener Wappen und Krönchen steht eine Nachbildung des Reiterstandbildes des Großen Kurfürsten. Sie bildet den programmatischen Auftakt eines ausladenden Ausstellungsparcours, der durch insgesamt 66 Räume mit 6.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche führt. Das Herzstück der Präsentation bildet Dreidimensionales in einer unendlichen Vielfalt an Materialien, Provenienzen und Abmessungen. Die abendländische Skulptur von der zerbrechlichen Kleinplastik aus Ton, Elfenbein oder Alabaster bis zum bombastischen Reiterstandbild, vom frühchristlichen Ägypten über Byzanz, das Mittelalter, die Renaissance, das Barock bis zum Klassizismus ist hier in einer Fülle und Qualität versammelt wie sonst nirgendwo auf der Welt.

Dem Werk des bedeutenden spätgotischen Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider etwa ist gleich ein ganzer Saal gewidmet. Die italienische Renaissance ist mit reliefartigen Madonnenkompositionen Donatellos, das römische Barock mit Putten und Brunnenfiguren von Gian Lorenzo Bernini und die Niederlande mit Adriaen de Vries’ lebensgroßer Bronzegruppe „Raub der Proserpina“ von 1621 prominent vertreten. Daneben unzählige weniger bekannte oder anonyme Meister und Schulen vornehmlich christlicher oder antikisierender Bildhauerkunst.

Eine Spezialität des Ausstellungsmachers Wilhelm von Bode waren die so genannten „Epochenräume“, in denen er Bilder, Skulpturen, Möbelstücke, Kaminfragmente, Deckenverzierungen und andere Elemente der Raumgestaltung jeweils einer Epoche atmosphärisch zu einem vollkommenen und stimmigen Gesamtbild verdichtete. Eine enzyklopädische Fülle, die für heutige Betrachter wohl nur schwer zu ertragen wäre. „Wir haben Bode verstanden, aber wir haben Bode 2006 nicht kopiert“, begründet denn auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, die weitgehende Austreibung des Wilhelminisch-Plüschigen und die modernistische Beschränkung auf das vom Besucher gerade noch erfassbare Maß. Einzig in der „Studiensammlung Italien“ herrscht noch das kunstkammerartige Drunter und Drüber à la Bode. Vitrinen voller Miniaturen und Fundstücke sowie voll gehängte Wände: Tintenfässer treffen hier auf Madonnenreliefs, goldene Engel auf abgebrochene Venusköpfe.

Im wiedereröffneten Bode-Museum, das sich anschickt, zum neuen Wallfahrtsort des internationalen Kunsttrosses zu werden, gibt es aber dennoch nicht nur Skulpturales zu sehen. Im Sinne einer gattungsübergreifenden „Bode-Light“-Präsentation sind auch rund 150 Gemälde, die thematisch und inhaltlich sinnvoll den Skulpturenparcours ergänzen, zu besichtigen, darunter Werke von Cranach, Bellini oder Tintoretto. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das umfangreiche Münzkabinett mit rund 4.000 ausgestellten Spitzenstücken von den Anfängen des Münzwesens im siebten vorchristlichen Jahrhundert bis hin zum Euro.

Mit welch historisierender Akkuratesse und ausgeprägter Harmonieverliebtheit das Bode-Museum letztlich restauriert und eingerichtet wurde, erstaunt beim ersten Rundgang dann doch. Was überwiegt, ist das Pathos der perfektionistischen Kopie, des bruchlos-historischen „Preußen lebt!“-Feelings. Anhänger einer kritischen Rekonstruktion kommen in diesem Bau nicht gerade auf ihre Kosten. „Vor 15 Jahren wäre einiges noch gegen den Strich gebürstet gewesen“, gibt sogar Klaus-Dieter Lehmann zu und freut sich dann aber über die neue „Unbefangenheit“ im Umgang mit der wilhelminischen Historie.

Das Bode-Museum – vormals Kaiser Friedrich Museum – wird heute Abend mit einem Festakt offiziell eröffnet. Am 19. und 20. Oktober finden die „Tage der offenen Tür“ jeweils von 10 bis 18 Uhr statt. Der erste reguläre Öffnungstag ist der 21. Oktober. Das Bode-Museum hat täglich von 10 bis 18, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Eröffnung sind als Publikationen „100 Meisterwerke aus dem Bode-Museum“ für 20 Euro und „Skulpturensammlung“ für 9,95 Euro erschienen.

Besuchereingang:
Bode-Museum
Monbijoubrücke
D-10178 Berlin

Telefon: Information Museumsinsel +49 (0)30 – 20 90 55 77

Kontakt:

Münzkabinett

Bodestraße 1-3

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 20 90 57 01

Telefax:+49 (030) 20 90 57 02



17.10.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Bode-Museum – Große Kuppel mit Reiterstandbild Großer Kurfürst
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