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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Historischer Auktionsrekord bei Christie’s

Nach oben scheint alles offen



Das Rekordfieber im Kunstmarkt hält an. Fast täglich wird die Messlatte höher gelegt. Die Auktionsgiganten Christie’s und Sotheby’s jubeln. Nachdem Sotheby’s am Dienstagabend bereits seine „Impressionist and Modern Art“ fulminant absetzte, war gestern Abend Christie’s in New York mit demselben Programm an der Reihe und toppte alles in der Auktionsgeschichte bisher Dagewesene. Obwohl das bis auf 60 Millionen Dollar geschätzte Porträt „Angel Fernández de Soto“ von Pablo Picasso kurz vor Auktionsbeginn wegen unklarer Besitzverhältnisse zurückgezogen wurde, setzte Christie’s 491,5 Millionen Dollar um – der bis dato weltweit höchste Auktionserlös. „Es war die aufregendste Auktion, die ich erlebt habe“, gab Christopher Burge, Auktionator des Abends, zum Besten und sprach davon, dass mit ihr „Geschichte geschrieben wurde“. Mit der knappen halbe Milliarde Dollar wurden sogar die Ergebnisse aus der heiß aufgeladenen Phase des Jahres 1990, nach der der Kunstmarkt schlagartig zusammenbrach, fast um das Doppelte überboten. Christie’s verbuchte im Mai 1990 mit Kunst des Impressionismus und der Klassischen Moderne 269 Millionen Dollar, Sotheby’s 286 Millionen Dollar.



Knapp 200 Millionen Dollar des Rekordumsatzes entfielen jetzt auf vier Gemälde Gustav Klimts. Es waren die Kunstwerke, die nach dem Spruch eines österreichischen Schiedsgerichtes im Januar dieses Jahres aus dem Belvedere in Wien an die Erbengruppe um Maria Altmann, die Nachkommen von Ferdinand und Adele Bloch-Bauer, restituiert werden mussten. Nachdem der Kosmetikmagnat Ronald S. Lauder bereits Mitte Juni aus dem Konvolut die goldene „Adele Bloch-Bauer I“ privat für die Rekordsumme von 135 Millionen Dollar für sein eigenes Kunstmuseum, die Neue Galerie in New York, erworben hatte, überzeugte jetzt auch das zweite Porträt der Fabrikantengattin. Klimt schuf es im Jahr 1912. Streng und unnahbar hat er die mondäne Dame in der Mittelachse aufgestellt und lässt sie mit dem farbigen mosaikartigen Hintergrund fast verschmelzen. Genial repräsentiert das Werk die künstlerische „l’art pour l’art“-Stimmung im fin de siècle. So ließ die Adele ihre verführerischern Reize denn auch im Auktionssaal spielen. Angesetzt mit 40 bis 60 Millionen Dollar, kämpften einige Interessenten leidenschaftlich um die Schönheit, bis gestern bei 78,5 Millionen Dollar der Hammer fiel. Mit dem Aufgeld musste ein nicht genannter Bieter am Telefon schließlich 87,9 Millionen Dollar zahlen – der neue Auktionsrekord für Klimt und das drittteuerste Gemälde bei Versteigerungen wurden mit Applaus honoriert.

Die anderen drei Werke Klimts, allesamt Landschaftsbilder, platzierten sich ebenfalls hervorragend. Der die Raumillusion negierende herbstliche „Buchenwald“ von 1903 spielte 36 Millionen Dollar in die Kassen (Taxe 20 bis 30 Millionen USD), der „Apfelbaum I“ von 1911/12, bei dem sich die Blicke haltlos in einem kleinteiligen Meer aus Farben verlieren, 29,5 Millionen Dollar (Taxe 15 bis 25 Millionen USD), und die in strenger Tektonik aufeinander geschachtelten „Häuser in Unterach am Attersee“ aus dem Jahr 1916 28 Millionen Dollar (Taxe 18 bis 25 Millionen USD).

Auch Egon Schiele gereichte der österreichischen Kunst zur Ehre – jedenfalls was ihre monetäre Seite belangt. Sein Gemälde „Einzelne Häuser (Häuser mit Bergen)“ von 1915, die zusammen geschoben und trostlos hinter einer Baumreihe in einer graubraunen Landschaft stehen, markiert auch hier den neuen Spitzenpreis, obwohl gerade einmal die untere Schätzgrenze von 20 Millionen Dollar erreicht wurde. Der bisherige Rekordhalter bei Schiele war ebenfalls eine Landschaft, eine Ansicht der böhmischen Heimat von Schieles Mutter. Die „Krumauer Landschaft (Stadt und Fluss)“ von 1916, die Ende 2002 aus der Neuen Galerie der Stadt Linz an die Erben des Textilmagnaten Willi Hellmann restituiert wurde, brachte dann im Juni 2003 bei Sotheby’s in London 11,3 Millionen Pfund. Neben Schieles „Einzelne Häuser“ lieferte Ronald S. Lauder aus seiner „Neuen Galerie“ zwei weitere Werke des österreichischen Expressionisten zur Auktion ein. Mit der Gouache „Zwei Mädchen auf einer Fransendecke“ von 1911, die rückseitig noch mit einem stehenden Knaben bemalt war, nahm er 5 Millionen Dollar ein (Taxe 5 bis 7 Millionen USD) und mit dem „Knienden Halbakt nach links gebeugt“ von 1917 nochmal 10 Millionen Dollar (Taxe 6 bis 8 Millionen USD).

Das Geld hatte Lauder auch nötig. Ging er bei Christie’s für seine „Neue Galerie“ doch gleich auch auf Einkaufstour und gab es für ein Schlüsselwerk des deutschen Expressionismus aus. Für 34 Millionen Dollar, mit Aufgeld 38 Millionen Dollar, kaufte er Ernst Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ mit zwei Prostituierten, die der Brücke-Künstler 1913/14 auf dem Höhepunkt seines Schaffens malte (Taxe 18 bis 24 Millionen USD), und machte das Werk zum teuersten in Kirchners Œuvre. Es gehört zu einer Serie von neun zwischen 1913 und 1915 entstandenen Berliner Straßenszenen, mit denen Kirchner die schnelllebige Metropole in nervösem Duktus schildert. Erst im Februar dieses Jahres wurde bei Christie’s in London Kirchners bisheriger Auktionsrekord für das „Frauenbildnis in weißem Kleid“ bei 4,4 Millionen Pfund aufgestellt. Ob sich Lauder aber dauerhaft an dem kapitalen Werk freuen kann, scheint noch offen. Denn die Restitution des Landes Berlin an die Erben eines jüdischen Kunstsammlers Alfred Hess zog harsche Kritik auf sich. Ob die Rückgabe des Gemäldes im Juli aus dem Berliner Brücke Museum rechtens war, ist umstritten. Zuletzt hatte sich der Rechtsanwalt Martin Amelung im Auftrag eines Münchner Sammlers mit einem Eilantrag noch Ende vergangener Woche gegen den Verkauf gewehrt.

Damit war die Reihe der Rekordhöhepunkte aber noch nicht zu Ende. Mit einem weiteren Blockbuster konnte Christie’s gestern Abend aufwarten. Paul Gauguin malte seinen farbenprächtigen „L’homme à la hache“ – den „Mann mit der Axt“ - 1891 als eines der ersten Bilder nach seiner Ankunft in Tahiti. 1893 tauchte es das letzte Mal bei einer Auktion auf und wurde anschließend von dem berühmten Kunsthändler Ambroise Vollard in dessen Kollektion einverleibt. Bereits mit 35 bis 45 Millionen Dollar hoch angesetzt, markiert der Zuschlag von 36 Millionen Dollar den neuen Höchstwert bei Gauguin. Auch hier setzte sich ein Telfonbieter gegen die Konkurrenz durch und berappte mit Aufgeld schließlich 40,3 Millionen Dollar.

In etwa verdoppeln konnte sich der Schätzpreis von 6 bis 9 Millionen Dollar für Amedeo Modiglianis etwas derbe „Vénus“ von 1917 mit 14,2 Millionen Dollar, ebenso wie Pablo Picassos „Plant de tomates“ von 1944 mit einem Zuschlag von 12 Millionen Dollar (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Ferdinand Hodlers majestätisch ruhig daliegender „Thunersee mit Niesen“ von 1910 kam mit 3,5 Millionen Dollar nahe an den Auktionsrekord von 4,4 Millionen Franken heran, der im Mai dieses Jahres bei Sotheby’s in Zürich für das Alpenpanorama „Genfersee - Landschaftlicher Formenrhythmus“ gezahlt wurde. 1,4 Millionen Dollar fuhren Karl Schmidt-Rottluff „Apfelbäume“ von 1910 ein (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD), 1,9 Millionen Dollar Alexej von Jawlenskys nachdenkliches „Frauenbildnis“ von 1912/13 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Und die ruhige und dennoch unwirkliche Interieurszene „Les trois sœurs“, von Balthus, dem Grafen Balthasar Klossowski de Rola, 1963/64 gemalt, markiert mit einem Zuschlag von 6 Millionen Dollar einen weiteren Auktionsrekord, obwohl die anvisierten 7 bis 10 Millionen Dollar nicht erreicht wurden.

Alle Einzelergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



09.11.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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08.11.2006, Impressionist & Modern Art Evening Sale

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