Salzburg für Verbot zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum Es fing als Kunstprojekt an: Christoph Büchel hatte zum diesjährigen Festival „Kontracom“ in Salzburg ein Bürgerbegehren initiiert. Die Aufregung um Paola Pivis fluguntauglichen Hubschrauber auf dem Residenzplatz oder den „Bauzaun“ am barocken Mirabellgarten von Hans Schabus nutzte der Schweizer Künstler, um Unterschriften für seine eigene Kunstaktion „Salzburg bleib frei“ zu sammeln. Da bis Anfang Oktober mehr als 2.000 Salzburger Bürger für das fiktive Bürgerbegehren gegen zeitgenössische Kunst stimmten und die Unterschriften auch beim Bürgermeister eingereicht wurden, musste die Stadt Salzburg nun eine rund 40.000 Euro teure, reale Befragung offiziell durchführen. In der vergangenen Woche hatten die Salzburger Zeit, für oder gegen die Kunst im öffentlichen Raum zu votieren.
Das Ergebnis fiel nun eindeutig aus. 90,8 Prozent sind für ein Verbot von Gegenwartskunst auf den Straßen und Plätzen der Altstadt in den kommenden fünf Jahren. Allerdings relativiert sich das entschiedene Votum, zieht man die abgegeben Stimmen in Betracht. Nur 1.970 von 102.963 stimmberechtigten Bürger nutzten bis zum 2. Dezember die Möglichkeit der direkten Demokratie, das sind gerade einmal 1,91 Prozent der Stimmberechtigten und weniger, als zur Einleitung der Befragung. Zeitgenössische Kunst scheint in Salzburg also doch nicht das heiße Thema zu sein. |