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„Gute Aussichten“ in den Hamburger Deichtorhallen zeigt neun prämierte Fotokünstler

Straße der Besten



Jungen Fotografen stehen heute alle Möglichkeiten des Mediums offen. Die Digitaltechnik ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie auch im Großformat respektable Abzüge erlaubt. Der Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen wie „Photoshop“ eröffnet zudem ein weites Feld von Manipulationsmöglichkeiten. Doch es gibt auch diejenigen, die unverdrossen mit der analogen Kamera unterwegs sind und dabei zu ganz neuen, zeitgemäßen Bildfindungen kommen. Andere wiederum arbeiten mit Archiven oder dem Bilderfundus der Vergangenheit, den sie im Internet oder ganz klassisch auf Flohmärkten aufstöbern und in ihre Arbeit integrieren. Von eindeutigen Tendenzen oder gegenwärtigen Moden im Bereich der jungen Fotografie kann also keinerlei Rede sein. Anything goes. Gute Fotografie zeichnet sich durch den Mut zum individuellen Statement aus.



Diesen Trend zum Nichttrend zeigt jetzt auch die Ausstellung „Gute Aussichten - Junge deutsche Fotografie“ im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. Fast schon eine kleine Tradition: Die „Guten Aussichten“ sind bereits zum dritten Mal dort zu Gast. Neun junge Hochschulabsolventen, die im vergangenen Jahr im Fach Fotografie ihr Diplom gemacht haben, präsentieren in diesem Jahr insgesamt 136 Aufnahmen. Ausgewählt wurden sie von einer vierköpfigen Jury, der neben Josefine Raab, der Initiatorin des Projekts, Mario Lombardo, dem Art Director der Musikzeitschrift SPEX, Ludger Derenthal, dem Leiter des Museums für Fotografie in Berlin, auch der in London lebende deutsche Starfotograf Juergen Teller angehört haben. Beworben hatten sich 88 Absolventen von 28 deutschen Hochschulen.

Vanessa Jack, 34, Schülerin von Thomas Ruff an der Düsseldorfer Kunstakademie, überführt das fotografische Bild ins haptische Objekt. Ihre mit Schere und Klebstoff hergestellten Collagen aus eigenen Fotografien arbeiten mit dem Mittel der Wiederholung. Einzelne Elemente tauchen, versetzt angeordnet, gleich mehrfach in ihren Bildern auf. Aus Wäscheständern werden so grafische Gebilde, und Dachlandschaften wirken plötzlich wie durch ein Kaleidoskop betrachtet. Die Dortmunderin Sonja Irouschek, 34, sucht für ihre Serie „Vor meiner Zeit“ auf Flohmärkten nach alten Negativen von Amateuren. Ihr Interesse gilt dabei eher den irritierenden, oft etwas verunglückten Motiven, die es so nie in ein Familienalbum geschafft hätten. Per Photoshop schmuggelt Irouschek ihr eigenes Gesicht in die privaten Porträts von Frauen unterschiedlichster Epochen hinein und stellt so die Frage nach der Wahrheit der Fotografie und nach der Authentizität des Bildes im digitalen Zeitalter. Eine Fragestellung, die auch die 27jährige Bielefelderin Irina Jansen beschäftigt. In ihrer Serie „Bild_Raum“ zeigt Jansen ausschließlich menschenleere Foyers, Treppenhäuser und Durchgangszonen in öffentlichen Gebäuden wie Gerichten, Theatern und Behörden. Mit sehr subtilen, digitalen Verfremdungs- und Spiegelungseffekten regt sie den Betrachter dazu an, diese Räume auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin zu untersuchen.

Wesentlich narrativer geht die Hamburgerin Regine Petersen, 30, in ihrer Serie „Das Haar“ vor. Ausgangspunkt für ihr klassisches Foto-Essay nach einer Erzählung von Raymond Carver waren verlorene Orte ihrer Kindheit wie der aufgegebene Bauernhof ihrer Großmutter. Entstanden ist ein einprägsamer Bilderzyklus mit teils klassisch-dokumentarischen, teils aber auch behutsam inszenierten Aufnahmen von Menschen und Tieren, Landschaften und Stillleben. Beiläufiges, Poetisches und manchmal auch dezent Provokantes komponiert sie zu einer assoziativen Bilderzählung über den Verlust von Heimat und das Verblassen von Kindheitserinnerungen. Lebensecht und unpathetisch.

Ebenso ästhetisch wie konzeptuell kommen die klassischen Silbergelatineabzüge des Hamburgers Roman Schramm, 27, daher. Schramm bezieht sich in seinen perfekt komponierten und überaus grafischen Schwarzweiß-Stillleben auf die Industrie- und Produktfotografie der frühen Nachkriegszeit. Er ironisiert diese jedoch durch surreale Kombinationen. Da trifft ein Herrenhut im Fischgrätmuster auf drei weiße Untertassen, oder zwei billige Ikeatassen schlüpfen plötzlich in die Rolle gefeierter Design-Ikonen der 1960er Jahre. Gleichzeitig geht es Schramm aber auch darum, dem Ausverkauf der klassischen Dunkelkammerarbeit etwas entgegenzusetzen. Seine hochwertigen Schwarzweiß-Abzüge dürften ihre Brillanz und Haltbarkeit auch in 100 Jahren kaum verloren haben. Dann nämlich, wenn das Gros der Inkjetprints und hausgemachten Digitalausdrucke längst verblasst sein wird.

Die Ausstellung „Gute Aussichten - Junge deutsche Fotografie 2006/2007“ ist bis zum 18. Februar zu sehen. Das Haus der Photographie hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog erscheint als „Book on Demand“ mit 220 Seiten und 144 Farbabbildungen zum Preis von 29,90 Euro. Die Musikzeitschrift SPEX hat eine kostenlose, 48seitige Beilage zur Ausstellung veröffentlicht.

www.guteaussichten.org

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



22.01.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


18.01.2007 , gute aussichten - junge deutsche fotografie 2006/2007

Bei:


Deichtorhallen Hamburg










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