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Nicole Stanner offeriert seit vier Jahren in ihrer Münchner Galerie f5,6 Klassiker und Newcomer der Fotografie

Facetten eines Mediums



Gefragt nach ihrer bislang wichtigsten Ausstellung, fällt doch gleich ein kleiner Wehrmutstropfen in die kurze, aber erfolgreiche Geschichte von Nicole Stanner und ihrer Galerie f5,6, die sich in München zu einer der führendsten Adressen für Fotografie etabliert hat. Im Mai 2003 zeigte die Galerie in der Ludwigstraße unmittelbar am Odeonsplatz ihre erste Ausstellung mit Arbeiten der damals noch unbekannten Loretta Lux aus Dresden. Es war ein Erfolg in jeder Hinsicht. Kurz darauf war die Künstlerin mit ihren unheimlichen und zugleich anziehenden Kinderbildern in aller Munde. Nur Loretta Lux gehörte nicht mehr lange zum Künstlerkreis der f5,6. Denn unter Galerien geht es mitunter auch zu wie unter Fußballvereinen: ständiger Künstlerwechsel. Bedauerlich, aber nicht tragisch, meint die heute 35jährige Galeristin. „Das ist doch fast so etwas wie ein Beleg, dass man ein Gespür für junge Talente hat.“



Außerdem hat Nicole Stanner noch eine andere Geschichte parat, die für ihre Kennerschaft und ihr Engagement spricht. Ebenfalls 2003 präsentierte sie als Galerie und überhaupt weltweit zum ersten Mal in einer gemeinsamen Ausstellung die Arbeiten des Fotografenehepaars Lillian Bassman und Paul Himmel. Sie zählt zu den letzten großen Frauenfotografinnen der Mode, die sich an experimentelle Ausdrucksmittel heranwagte; er ist einer der letzten Vertreter der frühen amerikanischen Fotografie, der seine Negative aus seiner Ära als Modefotograf vernichtete, sich dann der experimentellen Dokumentarfotografie zuwandte, aber aufgrund der negativen Presse in den 1950er Jahren die Fotografie ganz aufgab. Die beiden Ausstellungen waren Sternstunden. Sie markieren zugleich programmatisch das Profil dieser Galerie, die sich den Klassikern des Mediums ebenso verpflichtet fühlt wie den bereits etablierten Talenten – so etwa John Goto aus England mit seiner New World Circus Serie (je 1.900 Euro) – oder jungen, hoffnungsvollen Begabungen.

Welche künstlerischen Positionen, welche Richtungen die Galerie vertritt, zeigt momentan die Ausstellung „Review – 4 Jahre Galerie f5,6“. Zwei Silbergelatineabzüge von Lillian Bassman für Harper’s Bazaar von 1950 und 1955 (5.000 und 3.500 Euro) sowie Arbeiten von Paul Himmel aus dem Jahr 1947 (je 3.100 Euro) gehören übrigens auch dazu. Das Spektrum ist breit und das hängt wohl vor allem mit den galeristischen Ambitionen von Nicole Stanner zusammen: „Entdeckungen zu machen, junge künstlerische Positionen zu erkunden und, wenn man von ihnen überzeugt ist, zu zeigen, ist wundervoll. Es reicht mir aber nicht, nur aktuelle Strömungen und Moden der Fotografie zu reflektieren. Es ist genauso wichtig, das Werk der vorherigen Generationen, der Klassiker zu präsentieren. Das ist doch der Grundstein, auf den die nachfolgenden Fotografen aufbauen. Und auch da gibt es noch sehr viel zu entdecken“. Ein Blick in die aktuelle Ausstellung macht deutlich klar, dass der Bogen weit gespannt ist: von der klassischen Porträt- und Landschaftsfotografie über Dokumentar- und Sozialfotografie bis hin zu experimentellen Abstraktionen.

Soziale Studien der amerikanischen Fotolegende Helen Levitt, der Grand Dame der Street Photography (3.100 bis 4.150 Euro), hängen gegenüber von zwei Arbeiten der ebenso an der Erkundung sozialen Milieus interessierten, aber weitaus jüngeren Beth Yarnelle Edwards. Die weiten Landschaften des Deutschen Thomas Wrede, in denen sich die Sehnsucht nach Natur und die Selbstverständlichkeit der Verfremdung durch Zivilisation spiegelt (3.100 bis 3.500 Euro), werden konfrontiert mit den farbig rauschhaften Straßenszenen eines Raghubir Singh, des Altmeisters der Farbfotografie Indiens, der heute in Zusammenhang mit der new color photography um Stephen Shore zu sehen ist (je 7.200 Euro).

Und mittendrin zwei Künstler, die Nicole Stanner zu ihren Entdeckungen zählt. Zum einen ist es die in Schweden bereits als Shootingstar gefeierte Fotografin Julia Peirone, geboren 1973 in Argentinien, die mit ihren Arbeiten an die Collagentechnik der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts anknüpft, spärliche Bildelemente vor monochromen Hintergründen neu montiert und auf diese Weise ihren Intentionen nachspürt – nach eigenen Aussagen den Schwingungen zwischen dem Gesagten und Nichtgesagten (je 2.300 Euro); zum anderen der 1963 in Halle geborene Olaf Martens, dessen Schaffen die Galerie im März 2004 erstmals vorstellte und seitdem mit großem Erfolg begleitet. Martens Arbeiten – so die Kurzbeschreibung der Galerie – zeichnen sich seit seinen Anfängen durch den beständigen Taumel zwischen Schein und Sein, zwischen Inszenierung und Natürlichkeit aus. Für Furore sorgte seine Serie überhöhter, leicht ironisierter Bildkompositionen, in denen spotlichtähnlich die Schäbigkeit heruntergekommener Straßen mit der Brillanz eines Frauenaktes kombiniert wurde. Die derzeitige Ausstellung zeigt schwarzweiße Porträts und eine Arbeit aus Martens Fotoband über die Revuetänzerinnen der St. Petersburger Music Hall (je 1.500 Euro).

Im April wird Nicole Stanner wieder auf der Art Cologne, im November auf der Paris Photo, der wichtigsten Spezialmesse für Fotografie, vertreten sein. Sie kennt den Markt, seit sie in den 1990er Jahren als Geschäftsführerin der Londoner Galerie Hamiltons, einer der ersten Galerien für Fotografie in Europa, tätig war und unter anderem Ausstellungen von Irving Penn und Robert Mapplethorpe betreute. Ihre Prognose für Sammler: bei der klassischen Fotografie werden die Preise weiter steigen. Man wird das frühe 20te Jahrhundert kritischer bewerten, aber für ausgewählte Arbeiten, für bedeutsame Serien werden die Preise in die Höhe gehen. Und in Bezug auf die zeitgenössische deutsche Fotografie ist sich die Galeristin sicher, dass man sich künstlerisch öffnen und eine ungeahnte Vielfalt der Positionen erleben wird. „Die Becher-Schule wird nur eine von vielen sein. Die deutsche Fotografie hat heute schon sehr viele Facetten“. Und dafür steht nicht zuletzt die Galerie f5,6.

Die Ausstellung „Review – 4 Jahre Galerie f5,6“ ist noch bis zum 14. April zu sehen. Die Galerie f5,6 hat Dienstag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und am Samstag von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Galerie f5,6

Ludwigstraße 7

DE-80539 München

Telefon:+49 (089) 28 67 51 67

Telefax:+49 (089) 28 67 52 83

E-Mail: info@f5komma6.de



03.04.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Künstler:

Lillian Bassman

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Olaf Martens

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Helen Levitt

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