Versteigerung der Rostropowitsch-Sammlung fällt aus Eigentlich sollte die Versteigerung der Sammlung des weltberühmten Cellisten Mstislaw Rostropowitsch und seiner Frau, der Sopranistin Galina Wischnewskaja, heute und morgen in London stattfinden. Daraus wird nun nichts. Denn der vermögende russische Geschäftsmann Alisher Usmanov, Präsident der Gazprom-Investholding, hat sie komplett aufgekauft. Das gab das Auktionshaus Sotheby’s bekannt. Die 450 Positionen mit Gemälden, Porzellan, Miniaturporträts und Glaswaren aus dem 18ten bis 20ten Jahrhundert waren zusammen auf 13 bis 20 Millionen Pfund geschätzt. Wie Sotheby’s mitteilte, habe Usmanov einen deutlich höheren Betrag als die obere Schätzpreissumme gezahlt. Er plane die Kunstwerke nach Russland zurückzubringen.
Rostropowitsch, der im April im Alter von 80 Jahren verstarb, gilt als einer der besten Cellisten des 20ten Jahrhunderts. Er war ein überzeugter Gegner des sowjetischen Regimes und bereits 1970 nach Paris geflohen. Dort und in London sammelten er und seine Frau über die Jahre russische Kunstwerke. Galina Wischnewskaja begrüßte die Rückführung der Kunstwerke nach Russland in einer Stellungnahme. Bis zum 19. September sind die Arbeiten noch bei Sotheby’s in London zu sehen, darunter Werke von Ilja Repin, Valentin Serow, Nikolai Roerich oder als Highlight das auf 1,5 bis 2 Millionen Pfund geschätzte Gemälde „Russlands Gesichter“ von Boris Grigoriev aus den Jahren 1917/18. |