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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Glas bei Fischer in Heilbronn

Murano und die Malerei des Informel



Archimede Seguso, Vase „Merletto“, 1951

Archimede Seguso, Vase „Merletto“, 1951

Sauber unterteilt nach technischen Eigenschaften hat das Heilbronner Auktionshaus Fischer seinen diesmaligen Gläserkatalog. Formglas – beispielsweise mit lustigen Schnapshunden im moderaten dreistelligen Europreisbereich –, Emailglas, Farbglas, Ansichtenglas, Stängelgläser, Glas nach 1930 und sogar Briefbeschwerer lauten die Überschriften, die die Übersicht über die mehr als tausend Glasobjekte aller Art am 20. Oktober erleichtern. Das Angebot unterscheidet sich charakterlich freilich nicht aufsehenerregend von dem der vergangenen Auktionen: Solide, hübsche, gelegentlich sogar ausgefallene Gläser für Sammler, Liebhaber und Raritätenjäger mit dickem oder auch weniger üppigem Geldbeutel hat das Haus in Hülle und Fülle zu bieten.



Einige der interessantesten Stücke finden sich in der Abteilung Schnittglas. Hier gibt es etwa einen Becher des Potsdamer Meisters Gottfried Spiller aus der Zeit um 1690, der sich durch die feine Darstellung eines Lagers zum Teil eifrig zechender Soldaten auszeichnet. Im März 2005 schon einmal bei Fischer für 12.000 Euro angetreten und bei 9.000 Euro zugeschlagen, will der Becher jetzt nur mit 6.800 Euro umworben werden. Der Eisenacher Georg Ernst Kunckel schickt seinen feinen, im frühen Rokokostil dekorierten Deckelpokal aus der Zeit um 1730 ins Rennen, dessen Kuppa den heiligen Georg als Drachentöter zeigt (Taxe 7.800 EUR). Hermann Schwingers Hohlbalusterpokal von etwa 1680 mit König David und Jonathan in einer baumbestandenen Ruinenlandschaft soll bei seinem wiederholten Auftritt in Heilbronn nur mehr noch 3.900 Euro kosten.

Bereits dem frühen 19ten Jahrhundert gehört der Lebensalterbecher des Gablonzer Meisters Anton Simm an. Mit fünfzig Jahren ist man demnach auf dem Höhepunkt der Lebensstufen angelangt, danach geht es nur noch abwärts. Selbst das originale Lederetui ist noch vorhanden (Taxe 4.300 EUR). Unter den emaillierten Arbeiten ragt unter anderem ein sächsischer oder schlesischer Humpen mit der Darstellung Karls XII. aus dem Jahr 1711 heraus, als der tatkräftige Schwedenkönig gerade in Mitteleuropa seine tiefen Spuren hinterließ. Bei Fischers Glasauktion im Juni stand er allerdings schon einmal für 4.500 Euro vergebens zur Disposition, jetzt werden noch 3.000 Euro erwartet.

Eine antikisierende Amphorenvase der Firma Meyr’s Neffe weist mit ihrem malerischen Dekor in Form der entkleideten Aphrodite und des kleines Eros bereits auf die historistische Ära der Zeit um 1870/80 (Taxe 3.800 EUR). Von besonderem Interesse dürften auch wieder die Transparentgläser der Biedermeierzeit sein. Anton Kothgasser kommt hier zum Einsatz mit einer Ansicht des Wiener Stephansdomes von Westen (Taxe 4.900 EUR), aber auch unbekannte Meister, die in Form einer Ansicht des Domberges von Erfurt, der Laxenburg bei Wien und einer höfischen Szene in einer Ritterburg das romantisch verklärte Mittelalter wieder aufleben lassen (Taxen zwischen 1.700 und 2.800 EUR).

Für die dekorative böhmische Glastradition zur Mitte des 19ten Jahrhunderts stehen beispielsweise Friedrich Egermann und Produkte der Gräflich Harrachschen Glasfabrik in Neuwelt, deren Ensemble aus einer Karaffe, einem Paar Trinkgläser, einem Tablett und einer Deckeldose sich im bunten Blumendekor ergeht und aussieht wie verwässertes Porzellan (Taxen 1.600 und 1.800 EUR). Auch die Doppelhenkelvase aus dem böhmischen Meistersdorf etwa der Zeit um 1880 beeindruckt durch die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe einiger Perlhühner im Schnee (Taxe 2.200 EUR).

Einen wirklichen Höhepunkt stellt freilich einmal mehr der Jugendstil dar. Gabriel Argy-Rousseau, François-Emile Décorchemont, Verreries Schneider, Muller Frères, Daum Frères und Emile Gallé heißen erneut die bekanntesten und besten Firmen, die beiden letzteren auch preislich mit bis zu 25.000 Euro deutlich an der Preisspitze; diesen exorbitanten, freilich nicht unangemessenen Betrag fordert eine besonders prächtige Gallé-Vase von etwa 1902 mit leuchtender orangebrauner und violetter Wandung, auf der eine Akelei in den verschiedenen Stadien ihres Wachstums aufgebracht ist. Daum Frères zieht unter anderem mit einer glockenförmigen Vase nach, auf deren Wandung eine alpine Landschaft prangt (Taxe 7.500 EUR).

Die kantigen Formen des Art Déco weist eine bauchige Vase des wie viele andere seiner Zunft in Nancy tätigen Aristide Colottes auf, die mit der Datierung 1928 die anderen Produkte bereits hinter sich lässt (Taxe 4.700 EUR). Diesen Stil vertritt im selben Jahr ferner René Lalique in seiner tatsächlich sehr siegesgewissen Pressglaskühlerfigur „Victoire“ (Taxe 5.500 EUR). Auch seine 8.500 Euro teure Vase „Penthièvre“ ebenfalls von 1928 bedient sich archaischer Dekorationsformen in Form von Fischen. Tiffany in New York und die Klostermühler Firma Johann Lötz Witwe haben dieser geballten französischen Übermacht zu Beginn des 20ten Jahrhunderts wenig entgegenzusetzen (Taxen bis zu 5.800 EUR). Eigenständigen künstlerischen Wert in den frühen Jugendstilvorformen der Neuen Sachlichkeit beansprucht das hohe Stängelglas des Wiener Kunstgewerblers Otto Prutscher, hergestellt wieder bei Meyr’s Neffe (Taxe 5.800 EUR). Aus der selben Firma stammt auch ein weiteres Stängelglas um 1915, dessen Kuppa an Pfauenfedernaugen erinnert (Taxe 3.900 EUR).

„Glas nach 1930“ schließt die Auktion ab. Ercole Baroviers Vase „oriente“ von 1940 (Taxe 4.900 EUR), Pollio Pereldas kirchenfensterartige Vase „Cattedrale“ (Taxe 6.800 EUR), Fulvio Bianconis schöne „Pezzame“ für immerhin 19.000 Euro, Luigi Scarpa Croces hornartige „Policromo“ von 1952 (Taxe 9.000 EUR) und Carlo Scarpas an alte venezianische Traditionen anknüpfende Vase „Tessuto“ repräsentieren das Muranoglas seit den 1940er Jahren. Die abstrakte Malerei, von vielen dieser Meister freudig adaptiert, findet auch bei Archimede Segusos orange, violett und weiß strukturierter Vase „Merletto“ aus dem Jahr 1951 ihren Niederschlag (Taxe 15.000 EUR).

Und wie immer hat Fischer auch Werke tschechischer Meister in der Offerte. Von Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová stammt die olivgrün und rot schimmernde Skulptur „Kuss“ für geschätzte 18.000 Euro. Der Höhepunkt kommt fast zum Schluss, wieder eine abstrakte Skulptur dieses Künstlerduos mit dem Titel „Taking off“. 38.000 Euro sind freilich ein hoher Anspruch. Eher an die italienische Schule schließt sich Lubomír Blechas violettgelbblaue Flaschenvase von 1960 an, mit originaler Entwurfszeichnung für vielleicht 7.000 Euro zu haben. Ins Jahr 1984 datieren schließlich zwei stehende, lebensgroße Figuren in weiblich gerundeten Formen, die man sich, wie die Katalogabbildung vorschlägt, auch in den heimischen Schlosspark stellen kann – vorausgesetzt, man investiert 2.700 Euro in jedes Stück von Jiri Suhajek.

Die Auktion beginnt am 20. Oktober um 10 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 18. Oktober von 11 bis 17 Uhr, am 19. Oktober von 11 bis 16 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.auctions-fischer.de einsehbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



18.10.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


20.10.2007, Europäisches Glas - Studioglas

Bei:


Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Bericht:


Zacken eines fernen Sternes

Kunstwerk:

Humpen mit dem Schwedenkönig Karl XII., Sachsen oder Schlesien, 1711
Humpen mit dem Schwedenkönig Karl XII., Sachsen oder Schlesien, 1711

Kunstwerk:

Gottfried Spiller, Becher mit Soldatenlager, Potsdam um 1690
Gottfried Spiller, Becher mit Soldatenlager, Potsdam um 1690

Kunstwerk:

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Taking off, 1992
Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Taking off, 1992

Kunstwerk:

Carlo
 Scarpa, Vase „Tessuto“, 1940
Carlo Scarpa, Vase „Tessuto“, 1940

Kunstwerk:

Fulvio Bianconi, Vase „Pezzame“, 1949/50
Fulvio Bianconi, Vase „Pezzame“, 1949/50

Kunstwerk:

Meyr’s
 Neffe, Stängelglas, um 1915
Meyr’s Neffe, Stängelglas, um 1915







Anton Kothgasser, Ranftbecher, Wien um 1835

Anton Kothgasser, Ranftbecher, Wien um 1835

Taxe: 4.900,- EURO

Losnummer: 210

Fulvio Bianconi, Vase „Pezzame“, 1949/50

Fulvio Bianconi, Vase „Pezzame“, 1949/50

Taxe: 19.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 849

Daum Frères, Vase mit Alpenlandschaft, Nancy um 1900

Daum Frères, Vase mit Alpenlandschaft, Nancy um 1900

Taxe: 7.500,- EURO

Losnummer: 446

Humpen mit dem Schwedenkönig Karl XII., Sachsen oder Schlesien, 1711

Humpen mit dem Schwedenkönig Karl XII., Sachsen oder Schlesien, 1711

Taxe: 3.500,- EURO

Losnummer: 170

Friedrich Egermann, Fußbecher, Blottendorf um 1830/40

Friedrich Egermann, Fußbecher, Blottendorf um 1830/40

Taxe: 1.600,- EURO

Losnummer: 222

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Taking off, 1992

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Taking off, 1992

Taxe: 38.000,- EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 951

 Glashütte Potsdam, Gottfried Spiller, Becher mit Soldatenlager, Potsdam um 1690

Glashütte Potsdam, Gottfried Spiller, Becher mit Soldatenlager, Potsdam um 1690

Taxe: 6.800,- EURO

Losnummer: 99

René Lalique, Vase „Penthièvre“, Paris 1928

René Lalique, Vase „Penthièvre“, Paris 1928

Taxe: 8.500,- EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 528

Muller Frères, Vase mit Lilie, Croismae um 1900

Muller Frères, Vase mit Lilie, Croismae um 1900

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 4.000. uV,- EURO

Losnummer: 508

Gabriel Argy-Rousseau, Vase „Marigolds“, um 1920

Gabriel Argy-Rousseau, Vase „Marigolds“, um 1920

Taxe: 6.500,- EURO

Losnummer: 412

Meyr’s Neffe, Stängelglas, um 1915

Meyr’s Neffe, Stängelglas, um 1915

Taxe: 3.900,- EURO

Losnummer: 715

Georg Ernst Kunckel, Deckelpokal, Eisenach um 1730

Georg Ernst Kunckel, Deckelpokal, Eisenach um 1730

Taxe: 7.800,- EURO

Losnummer: 107

Aristide Colotte, Vase, Nancy um 1928

Aristide Colotte, Vase, Nancy um 1928

Taxe: 4.700,- EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 422




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