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Resultate: Kunst im Kinsky Wien

Heftpflaster gegen den Kunstbegriff



Sieben Meter breit und mehr als dreieinhalb Meter hoch ist Wolfgang Holleghas Gemälde. Der 1929 in Klagenfurt geborene und heute im steierischen Rechberg lebende Künstler bevorzugte 1978 ein Riesenformat für sein unbetiteltes Bild, das am 23. Oktober im Wiener Auktionshaus Kinsky auf den Markt kam. Dabei wären die wenigen Farben, hingetupft wie zerrinnende Aquarellkleckse, durchaus auch mit weniger Platz ausgekommen. Doch wie bei einem von Holleghas Vorbildern, Sam Francis, entfaltet erst in der äußeren Monumentalität die Lyrik des Details ihre Wirkung. Trotz der Größe fand das Bildchen einen Abnehmer: 120.000 Euro wurden – im Rahmen der Schätzung von 100.000 bis 200.000 Euro – von einem Freund wandfüllender Arbeiten dafür ausgegeben.



Alte Meister

Weniger aufregend gingen während der ersten Herbstauktion die Alten Meister über die Bühne. Nur 29 der 64 Werke wechselten die Besitzer, drei davon unter Vorbehalt. Liegen blieben ein Küchenstück mit Magd und Köchin sowie eine fast lebensgroße Darstellung der heiligen Euphrosyna, Werkstattarbeiten Joachim Anthonisz Wtewaels und Francisco de Zurbaráns (Taxen 25.000 bis 50.000 und 20.000 bis 40.000 EUR). Wenig zufriedenstellend dürften auch die 50.000 Euro für Juan Leandro de la Fuentes Ankunft Jakobs bei Laban und seinen Töchtern Leo und Rahel gewirkt haben, jedenfalls wurde das niederländisch beeinflusste, großformatige Gemälde von 1634 nur unter Vorbehalt zugeschlagen (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR). Taxgerechte 25.000 Euro räumte Francesco Solimenas anmutige und doch etwas unterkühlte Madonna von etwa 1725/30 ab, 15.000 Euro blieben für Augustin Ritts Portraitminiatur der Zarin Maria Fjodorowna hängen (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR).

Ein barock bewegter, nach oben blickender heiliger Franziskus aus dem Umkreis Domenico Maggiottos ging für taxgerechte 5.500 Euro weg. Für Constantin Netschers etwas flaches Bildnis der Sophia, Duchess of Kent, waren es 10.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Die beiden südländischen, arkadischen Landschaften Martin von Molitors verließen das Auktionshaus jeweils bei 6.500 Euro (Taxe je 5.500 bis 8.000 UR). Die erneut angetretene, Willem Schellinks zugeschriebene „Hafenansicht mit antiken Ruinen und Statue“ machte sich nun bei günstigen 4.800 Euro davon (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR).

Neuere Meister

Auf etwas größere Resonanz stießen die Arbeiten des 19ten Jahrhunderts. Freilich konnte man mit einem Meister wie Rudolf von Alt, der gleich zehnmal auftrat, nicht viel falsch machen. 10.000 und 25.000 Euro für halbfertige Landschaftsdarstellungen wie den Gosausee mit Dachstein und die Ruine Rauheneck bei Mödling lagen noch weitgehend im Rahmen der Erwartungen. 50.000 Euro übertrafen diese hinsichtlich eines Aquarells mit Traunsee und Traunstein aus dem Jahr 1845 indes bei Weitem. Das Blatt ist vollständig ausgeführt und zeichnet sich durch ein Höchstmaß an Präzision aus, ohne den Stimmungsgehalt zu vernachlässigen (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Auch Friedrich Gauermann wurde gut bedacht, kletterte doch eine feine Baumstudie an einem steilen Abhang von 15.000 bis 30.000 Euro auf 60.000 Euro. Einmal mehr erfolglos sprang dagegen sein Hirsch an einer Felswand davon. Das Frühwerk von circa 1832 ist einfach zu wenig überzeugend, der Hirsch zu unorganisch in das Bild gehüpft, als dass 30.000 bis 50.000 Euro angemessen wären. Bei 30.000 Euro blieb Peter Fendis Blick in die Berggrotte von Corniale, die er auf einer Italienreise 1821 kennenlernte, etwas hinter den Erwartungen zurück (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

Steigern konnten sich Johann Baptist Wenglers ungarische Bauernhochzeit aus dem Jahr 1846 von 18.000 Euro auf 25.000 Euro und Johann Matthias Ranftls rastende Mutter mit Kindern von 16.000 Euro auf 18.000 Euro. Ebensoviel erzielte Ignaz Raffalts 1851 gestochen scharf aufgenommene Landschaft mit einem Entenjäger unter abendlichem Himmel (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Eine der besten Leistungen legte Josef Wopfners „Stille“ hin, ein 1894 datierter Blick über einen trüben See bei ebenso trübem Wetter. 5.000 bis 8.000 Euro waren angesetzt, 23.000 Euro sprangen schließlich heraus.

Beachtlich waren die Beiträge zur Portraitkunst. Friedrich Lieders Bildnis „Johann Franz Ritter von Neuburg“ von 1813 erreichte die anvisierten unteren 10.000 Euro, Franz Eybls biedermeierliches Selbstportrait von 1826 2.800 Euro (Taxe 2.500 bis 7.000 EUR), sein Portrait der Luise Gräfin Wallis 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Mt Hans Makarts 80.000 Euro teurem Bildnis der Anna Przibram von Gladena vor dem berühmten Makart-Rot befand sich darunter sogar das Hauptlos der Neueren Abteilung (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Bei 38.000 Euro wurde Franz von Defreggers warmes Bildnis eines „Dirndl“ aus der Zeit um 1890 nur unter Vorbehalt zugeschlagen, obwohl die Schätzung von mindestens 35.000 Euro damit erreicht war. Ganz ohne neue Bekanntschaft blieb Eugen von Blaas’ zartes Mädchenportrait aus dem Jahr 1883 (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

25.000 Euro schaffte Friedrich von Amerlings ruhende Venus von etwa 1853, 5.500 Euro unter Vorbehalt sein Selbstbildnis im Profil aus der mittleren Schaffenszeit (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR), bei 32.000 Euro landete Anton Romakos römische Tänzerin aus der italienischen Reifezeit des Künstlers (Taxen 20.000 bis 35.000 und 35.000 bis 55.000 EUR). Auch die drei biedermeierlichen Aquarelle Johann Friedrich Tremls und das ihm zugeschriebene Ölgemälde eines toten Kriegers aus dem Schlachtfeld fanden jeweils zur unteren taxe von 1.000 beziehungsweise 1.500 Euro Beachtung.

Die Meister der Frühmoderne waren unter anderem durch zwei Frauen vertreten. Tina Blau blieb mit ihrer Ansicht aus den Berner Alpen „Die Jungfrau“ von 1899 allerdings auf der Strecke (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). Dafür setzte sich ihr lichteres Pastell „Beim Trabrennstall (Wiener Prater)“ zur unteren Schätzung bei 12.000 Euro durch. Ebenso gemischt aufgenommen wurde auch ein Stapel von drei Dutzend Bildern Marie Egners. Von der Künstlerin einst dem Verband Bildender Künstlerinnen Österreichs vermacht, landeten die meisten der rund 2000 Werke in den 1960er Jahren auf dem Markt. Ihre Gartenimpression „Pergola in Alassio“ aus dem Jahr 1893 wollte niemand für 50.000 bis 100.000 Euro erwerben. Zumindest aber ein Aquarell mit einem prächtigen Strauß von Wiesenblumen traf die Mitte von 20.000 bis 40.000 Euro.

Theodor von Hörmann zog mit seinen impressionistisch geprägten Wäscherinnen am Fluss bei 28.000 Euro nach (3.000 bis 6.000 EUR). Mit 30.000 bis 50.000 Euro zu hoch bewertet war dagegen August Xaver Karl Ritter von Pettenkofens tristes „Duell in der Au“ von 1882. Auch dekorativer Schnickschnack wie Rudolf Ribarz vierteiliger Paravent „Entenjagd“ aus der Zeit um 1889 für 35.000 bis 70.000 Euro war nicht gefragt. Nach guter Nachfrage der venezianischen Veduten Antonietta Brandeis’ gab es am Ende der Auktion noch eine Überraschung mit einem russischen Künstler: Sergei Kolesnikoffs minutiös hingestochene Schneelandschaft mit bauschig blühenden Bäumen kletterte von 3.000 bis 6.000 Euro auf 35.000 Euro.

Zeitgenössische Kunst

Den Anfang der mit einem Verkaufsergebnis von rund zwei Dritteln insgesamt sehr gut verlaufenen Kunst der Gegenwart machte eine Folge von gut 50 Arbeiten auf Papier. Mit Ausnahme eines Aquarells Maria Lassnigs mit dem Titel „Conversation“ aus dem Jahr 1964, das sich auf 17.000 Euro steigerte, gab es kein Los, das über die Vierstelligkeit hinauskam. Erst mit Hermann Nitsch traten die echten Zugpferde auf. Seine unbetitelte Ansammlung von Wachs, Blut, Heftpflaster und Stift auf Sackleinen hebelte 1966 den ganzen Kunstbegriff aus den Angeln, heute werden anstandslos 35.000 Euro bezahlt (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Sein heute braunes Diptychon zweier hochrechteckiger Blutarbeiten auf Stoff kam auf 25.000 Euro (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR), das Reliktbild aus dem 3-Tage-Spiel von 1984 auf 22.000 Euro (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR).

Nicht weniger erfolgreich waren die Vertreter des sogenannten Phantastischen Realismus. Wolfgang Hutters „Liebespaar II“ von 1976 ließ sich erst bei 38.000 Euro bitten (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), 32.000 Euro kostete das teuerste der drei Gemälde Arik Brauers, „Der Autounfall“ aus dem Jahr 1959 (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR), Anton Lehmdens „Kopf“ von 1975 17.000 Euro (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Zu den wenigen Rückgängen gehörten Franz Ringels „Sphinx II“ von 1993 (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR), Hans Staudachers unbetitelte gestische Expression von 1978 (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR) sowie mit Wander Bertonis spätkubistischer Lautenspielerin von 1948 auch eine der wenigen Skulpturen (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Kiki Kogelniks gläserner „Sophisticated Head“ aus ihrer Serie „Venetian Heads“ machte sich bei 15.500 Euro davon (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR), Alfred Kornbergers recht deformierter „Akt in Schwarz“ bei 12.000 Euro (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR), ebenso wie die beiden technoiden, silbernen „Modelle“ Bruno Gironcolis (Taxe je 12.000 bis 20.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com

Startseite: www.imkinsky.com



14.11.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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