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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Werner Büttner in der Wiener Galerie Hohenlohe

Gerocktes Haus für die Notorische Mythe



„Irreversible Begeisterung“ heißt das hochformatige Gemälde, auf das der Besucher direkt hinter dem Eingang stößt. Vor einem dunklen, blau und weiß gefleckten Grund sieht man ein Bildnis der Venus von Willendorf. Daneben erhebt sich der Kopf eines Affen, mit weit aufgerissen Augen und bleckendem Zähnen. Ein bis auf den Stiel abgenagter Apfel krönt dessen haarloses Haupt. Das Bild bildet den Auftakt zu einer Personalausstellung, die die Wiener Galerie Hohenlohe dem in Hamburg lebenden Werner Büttner derzeit ausgerichtet.


Der 1954 im thüringischen Jena geborene Künstler übersiedelte 1960 mit seinen Eltern in den Westen, lebte zunächst in München und begann 1973 in West-Berlin ein Jurastudium, das er jedoch wenig später abbrach. 1976 gründete er mit Albert Oehlen die „Liga zur Bekämpfung des Widersprüchlichen Verhaltens“, ein Jahr darauf erschien deren „Zentralorgan“ unter dem Titel „Dum Dum“. Anfang der 1980er Jahre erregte Werner Büttner Aufmerksamkeit mit provokanten Werken, wie „Die Probleme des Minigolfs in der europäischen Malerei“ von 1983, die sich vom Akademismus der Moderne distanzierten und durch ihre eigenwillige Motive, wie „Stillleben mit Rochen und Sonderangebot“ aus dem selben Jahr auszeichneten. Dass Büttner sich neun Jahre vor dem Fall der Mauer gemeinsam mit Georg Herold und Albert Oehlen für die „Errichtung einer Samenbank für DDR-Flüchtlinge“ einsetzte, fügt sich in die Reihe von amüsanten Provokationen, mit denen er sein Image festigte.

Weniger als Acteur provocateur, denn als bewährter Erfinder neuer Bildwelten, präsentiert sich Büttner in seinen jungen Werken, die bis auf die 1984 entstandene Leinwand „Selbst, den Auftrag des Herrn erfüllend“ aus den letzten Jahren stammen. Ganz gleich ob Büttner Vögel über Kakaoberge in dem Gemälde „Rabenflug über Schokolade“ fliegen oder ein Schaf im rotem Überzieher zur „Mahnenden Erscheinung“ werden lässt, ob er eine „Notorische Mythe“ über einer roter Bank schweben oder einen Blumentopf über Wellen tanzen lässt und damit den „Ursprung des Landlebens“ dokumentiert, die bewährte Synthese von Politik und Humor, von Abstraktion und Figuration, von Nonchalance und Spott, findet sich mehr oder weniger direkt in jedem der mit sorgsamer Ruppigkeit ausgeführten Werke des Jahres 2007.

„Jemand, der wie ich“, erklärt Büttner, „zwei politische Systeme kosten durfte, hat den Vorteil, auch auf beide Systeme ein bisschen skeptisch zu gucken“. Dieses skeptische Schauen wird durch die Technik der Collage zur Methode. Alltägliches und Banales werden kombiniert und entlarven sich gegenseitig. „Ich gehe ganz konservativ davon aus“, meint Büttner, „dass Kunst etwas mit dem Leben zu tun hat.“ Und so seziert er die Bedingungen des menschlichen Lebens. Referenzen an die Kunstgeschichte finden sich ebenso wie Hinweise auf das tagespolitische Geschehen. Als analytischer Beobachter kommentiert er „Machtwechsel“ (2006), vereint Stier und Torero im „Club Niemals“ (2001) und widmet 2004 eine „Hommage an alle Wesen, die nicht wissen, daß sie wunderlich sind“.

Motiviert durch ein generelles Misstrauen und seine Vorliebe für das Ironisch-Gebrochene schafft Werner Büttner seine anspielungsreichen und zugleich verschlüsselten Bildwelten und positioniert sich im aktuellen Kunstgeschehen als ebenso reflexiver wie singulärer Künstler. Mit einer Auswahl kleinformatiger, pointiert betitelter Collagen wie „Christus versucht die Holländer zu besuchen“ (2006) oder „In der Mitte von Nirgends“ (2006), arrondiert die Ausstellung den Überblick über Büttners aktuelles Schaffen und beweist, dass sich das surreale Prinzip vom Aufeinandertreffen des scheinbar Unvereinbaren noch als erstaunlich fruchtbar erweist.

Die Ausstellung „Werner Büttner: Gerocktes Haus – Neue Arbeiten“ ist bis zum 2. Februar zu sehen. Die Galerie Hohenlohe hat montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die kleinen Collagen im Format DIN A4 kosten 2.100 Euro, die Preise für die neuen C-Prints und Ölgemälde bewegen sich zwischen 7.000 und 30.000 Euro, „Selbst, den Auftrag des Herrn erfüllend“ von 1984 liegt bei 41.000 Euro.

Kontakt:

Galerie Hohenlohe GmbH

Bäckerstraße 3

AT-1010 Wien

+43 (01) 512 97 20

+43 (01) 512 74 19

E-Mail: galerie@galeriehohenlohe.at

Startseite: www.galeriehohenlohe.at



08.01.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


16.11.2007, Werner Büttner: Gerocktes Haus – Neue Arbeiten

Bei:


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