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Die Entdeckung der Langsamkeit: Jordan Wolfson, der aktuelle Stipendiat des Bremerhavener Vereins „Kunst und Nutzen e.V.“, fährt mit dem Frachter nach New York

Melancholie auf der Nordsee



Jordan Wolfson geht an Bord der OOCL Bremen

Jordan Wolfson geht an Bord der OOCL Bremen

Dauer statt Geschwindigkeit. Der Blick auf den Ozean durch ein Bullauge statt hunderter Filme im Bordprogramm. Zwölf lange Tage in einer Schiffskabine statt acht Stunden in der Economy Class. Die Melancholie der Langsamkeit statt der Effizienz des Jetzeitalters. Der New Yorker Jordan Wolfson, 27, zur Zeit Stipendiat des Vereins „Kunst und Nutzen e.V.“ in Bremerhaven, liebt Herausforderungen dieser Art. „Nur was mit Anstrengungen oder manchmal sogar Schmerzen verbunden ist, prägt sich auch dauerhaft dem Gedächtnis ein“, sagt der um Lebensweisheiten nicht gerade verlegene, schlaksige junge Mann mit den schwarzen Locken und der übergroßen Brille, die zu seinem Markenzeichen geworden ist. Seine Videoarbeiten sind sehr eigen: einerseits streng konzeptuell und zurückgenommen, andererseits aber auch wieder witzig und stets ein wenig melancholisch. Mit Ausstellungen in Moskau, Paris, Zürich oder Tokio gehört Wolfson längst zu den weltweit gefragten jungen Künstlern. Und er reiht sich damit perfekt ein in die prominente „Ahnenreihe“ der Bremerhaven-Stipendiaten. Ob Andreas Slominski, Manfred Pernice, Gregor Schneider oder zuletzt Ceal Floyer, die im Herbst 2007 den mit 50.000 Euro dotierten „Preis der Nationalgalerie“ erhielt: Fast alle früheren Bremerhaven-Stipendiaten gehören heute zu den Stars des internationalen Kunstbetriebs.


Die Idee, mit dem Frachter nach New York zu fahren, kam Wolfson in Bremerhaven. Er war dort zu Gast im Lokal „Die letzte Kneipe vor New York“. Die Vorstellung, dass zwischen der Wesermündung und seiner Heimatstadt nur eine unendlich große Wasserfläche liegt, gefiel ihm. Wie müsste es erst sein, diese Strecke statt schnell und bequem mit dem Flugzeug, an Bord eines sich langsam und behäbig gegen die Wellen des Atlantik ankämpfenden Frachtschiffs zurückzulegen?

Leider wird eine direkte Überfahrt mit dem Frachtschiff von Bremerhaven nach New York nicht angeboten. So musste Wolfson auf den Hamburger Hafen ausweichen. Am vergangenen Mittwoch ging er dort an Bord der OOCL Bremen, einem 221 Meter langen Containerschiff der Rostocker Reederei F. Laeisz. Die komfortabel ausgestattete Passagierkabine 305 ist nun für die nächsten zwölf Tage sein Rückzugsort. Hier hat er sich in Windeseile eingerichtet: Einen dicken Stapel Bücher von Haruki Murakami und Rem Koolhaas bis Walter Benjamin, ein Apple-Laptop, einen Fotoapparat und eine Videoausrüstung, neun frische Leinwände, Acrylfarben und ein Skizzenbuch hat er mit an Bord gebracht. Genug Optionen also, um während der Überfahrt gleich mehrere Kunstwerke zu realisieren. Außerdem plant Jordan Wolfson, ein Theaterstück zu schreiben.

Mit der binationalen Crew – die vier Offiziere stammen aus Russland, die restlichen 17 Besatzungsmitglieder von den Philippinen – hat er sich sofort angefreundet. Ob Steward Reuen oder Käpt’n Dmitri, Wolfson ist von Anfang an mit der gesamten Besatzung per Du. Der Steward lädt „Mr. Jordan“ gleich für den ersten Abend zum abendlichen Karaokesingen mit der Besatzung ein. Wolfson startet seinen Aufenthalt mit einem ausführlichen Rundgang über das blitzsaubere, erst im August 2007 in Dienst gestellte Schiff. Die OOCL Bremen riecht überall nach Putzmitteln, nirgendwo ein Stäubchen, und selbst im Maschinenraum ist nicht der kleinste Ölfleck zu finden. Seine Vorstellung, den Atlantik auf einem rostigen Seelenverkäufer zu überqueren, muss Wolfson als erstes über Bord werfen. Auf Schiffen dieser Art ist heutzutage High Tech angesagt.

Ein Eindruck, der sich auf der Brücke bestätigt. Das winzig kleine Steuerrad muss man zwischen all den Computern und hochsensiblen Messgeräten erst einmal suchen. Es kommt nur ganz selten für Feinkorrekturen zum Einsatz, so verrät der Erste Offizier. Sollten dennoch einmal alle Systeme versagen, liegen für alle Fälle noch Seekarten und der Sextant bereit. Jordan Wolfson hat sich inzwischen bei einer philippinischen Händlerin, die an Bord gekommen ist, fünf Telefonkarten besorgt, um während der langen Überfahrt in Ruhe mit Amerika telefonieren zu können.

Der Januar, so hat ihm Tino Sehgal, ein befreundeter Künstler, der aufgrund seiner Flugangst nur mit dem Schiff reist, berichtet, sei ein besonders tückischer Monat für die Atlantiküberquerung. Doch das ist für Wolfson gerade Ansporn und Herausforderung. Und gegen Seekrankheit, Einsamkeit und Heimweh helfen Meditation und künstlerisches Arbeiten. Es komme ihm besonders darauf an, sich einer neuen Erfahrung von Zeit und Dauer auszusetzen. Wenn er am 28. Januar in Staten Island ankommt, wird ihn ein Freund abholen und zu seiner Wohnung in Brooklyn bringen. Irgendwann aber wird er nach Bremerhaven zurückkehren und dort die künstlerischen Ergebnisse seiner Transatlantikpassage ausstellen. Und wer weiß, vielleicht geht es ja anschließend auch wieder in die „Letzte Kneipe vor New York“.

www.jordanwolfson.org



21.01.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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