Konzepte der Liebe im Kölnischen Kunstverein Das Thema Liebe steht derzeit hoch in der Gunst der Ausstellungsmacher. Die Schau „True Romance“ in der Kunsthalle Wien, die weiter in die Kunsthalle nach Kiel zieht, ging den Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute nach, der Kulturspeicher Würzburg beschäftigte sich eben mit „Liebe. Love – Paare. Von Munch bis Warhol“ und schickt auch sie weiter durch Deutschland, und nun untersucht der Kölnische Kunstverein seit dem Wochenende die „Konzepte der Liebe“. Dabei steht die Erfahrung des „In-Liebe -Fallens“ als radikalisierende Bewegungsform im Zentrum des Interesses der Kuratoren Judith Hopf, Kathrin Jentjens und Anja Nathan-Dorn und der künstlerischen Äußerungen. Folgt man Roland Barthes’ Thesen, so sind Hypersensibilität, Überschreitung, Verschwendung, Beschleunigung, Verlangsamung und unvorhersehbare Bewegungen alltägliche Handlungen und Erfahrungen der Liebenden, die sich gegen die Funktionalisierung und Ökonomisierung des Subjektes richten. Die Unfähigkeit sich so in „Liebe (zu) gefallen“, sich an die Bedingungen und Anforderungen der Alltags- und Arbeitswelt anzupassen, wird nicht als Schwäche sondern gerade als Stärke – auch politische – verstanden. Trotz der liebestollen Blindheit sieht man scharf, gelangt zu den zärtlichsten Erkenntnissen und handelt radikal und im gesellschaftlichen Konsens gesehen oft „falsch“.
Ausgangspunkt für „Konzepte der Liebe“ ist die Arbeit von Judith Hopf. In ihrer Arbeit spielt die Frage nach dem Impuls der Liebe und dem sozialen und gemeinschaftlichen Sinn für eine mögliche Produktivität, die sich in der Gesellschaft vermittelt und verhandeln lässt, eine wichtige Rolle. Der Begriff „Konzepte der Liebe“ ist ihrer Betrachtungsweise gesellschaftlicher, sozialer oder künstlerischer Prozesse entlehnt. So geht es in der Ausstellung um bestimmte, auch historische Konzepte und Begriffe der Liebe, die sowohl für Hopf als auch für die anderen Künstler – Gerry Bibby, Bless, Keren Cytter, Ekkehard Ehlers, Stephan Geene, Frauke Gust, Francesca Lacatena, Henrik Olesen, Monika Rinck, Jeroen de Rijke & Willem de Rooij, Jörg Rode, Deborah Schamoni, Klaus Theweleit, Florian Zeyfang – auf je unterschiedliche Art und Weise in Schrift und Bild bedeutsam sind.
Die Ausstellung „Konzepte der Liebe“ ist bis zum 30. März zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 13 bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr.
Kölnischer Kunstverein
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