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Geist I / Ulla von Brandenburg

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Bethsabée / Pablo Picasso

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß / Maria Caspar-Filser

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Sammlung Kurt Schlauss im Kinsky Wien

Erfolg mit österreichischer Moderne



Egon Schiele,  Dorf am Fluss I, um 1908

Egon Schiele, Dorf am Fluss I, um 1908

Das Dorf lässt noch wenig ahnen vom späteren Ungestüm, von der expressiven Selbststilisierung, den gespreizten Frauenakten, den okkultistischen Mädchen und dem frühen Fiebertod. Eher ist es eine Spielerei, wie sich die Häuser auf der gegenüberliegenden Seite im Wasser spiegeln und dadurch Alles zweimal da ist, einmal auf dem Kopf stehend. Es ist ein echtes Frühwerk Egon Schieles, das kleine, auf Karton gebannte Gemälde „Dorf am Fluss I“ aus dem Jahr 1908, als der Künstler 18 war und noch unter der Ägide seines freilich auch nicht sehr konservativen Lehrers Gustav Klimt stand. Vor allem der breite Pinselstrich, die dekorative Flächigkeit und die konsequent durchexerzierte Waagerechte lassen etwas von geläuterter Vedutenkunst erkennen, der Schiele noch in seinen allerfrühesten Akademiearbeiten verpflichtet war.


Klimt und Schiele – diese Kombination gehört in jedes österreichische Auktionshaus, das etwas auf sich hält. Im Wiener Palais Kinsky erwies sie sich am 26. Februar als bombensicherer Einstieg in eine Versteigerung, die sich den Titel „Sammlungen“ gab. Dabei war es vor allem eine Sammlung, die des inzwischen über achtzigjährigen Architekten Kurt Schlauss, mit der das Auktionshaus eine hervorragende Bilanz ziehen konnte: Fast 73 Prozent Gesamtzuschlagsquote, über 80 Prozent bei den Neueren Meistern, die Sammlung Reuss fast komplett abgesetzt, zehnfache Wertsteigerungen und mehr – selten durfte so gejubelt werden. Und Schieles kleines Bild war der Größte: 250.000 Euro zahlte ein Sammler für die Spiegelung, das Fünffache von dem, was Kinsky als Taxe festgesetzt hatte.

Ebenso gut lief Klimt. Außer einer Studie für das Fakultätsbild „Medizin“ wurden alle sieben Zeichnungen übernommen, wobei die niedrigen Schätzpreise von höchstens 15.000 Euro ihre Reizwirkung voll ausspielten. 45.000 Euro machte eine Studie für die „Jungfrau“ von 1911/12 locker, 100.000 Euro erklangen als letztes Gebot für die vorbereitende „Tänzerin“ aus dem Stocletfries, sogar 120.000 Euro waren es für die rauschhafte Studie einer Dame zu den „Hetärengesprächen“ aus dem Jahr 1904. Und die beiden Zeichnungen Schieles, die sich ans Ölbild anschlossen, waren mit 40.000 bis 90.000 Euro ebenfalls an der Spitze dabei. Nur 15.000 und 20.000 Euro sollten sein Mädchen beim Zubinden der Schuhe und sein inniges Liebespaar von etwa 1909 kosten – jedenfalls nach offizieller Lesart.

Das war kräftiger Rückenwind für die folgenden Österreicher. Anton Faistauers Blumenstrauß im grünen Krug aus dem Jahr 1917 erhielt 115.000 Euro, fast der neue Auktionsrekord für den österreichischen Expressionisten (Taxe 50.000 EUR), für Anton Koligs Stillleben mit Früchten von 1913 blieben 65.000 Euro übrig (Taxe 25.000 EUR). 122.000 Euro für Herbert Boeckl beschlossen die ersten 13 Lose, mit denen netto knapp über eine Million Euro umgesetzt wurden, nicht mitgerechnet die Aufgelder. Es ging dann etwas ruhiger weiter, die Topwerke hatte das Kinsky wirkungsvoll an den Anfang gesetzt. Dennoch kamen für George Grosz’ Zeichnung „In der Bar“ noch die erwarteten 15.000 Euro zusammen, und steigerten sich zwei expressionistische Kohleskizzen Ernst Ludwig Kirchners und Hermann Max Pechsteins um etwa das Doppelte auf 16.000 und 10.000 Euro. Zwei dekorative Papageien Norbertine Bresslern-Roths, „Die Bunten“ betitelt, flogen erst bei 29.000 Euro davon (Taxe 10.000 EUR).

Heftige Auseinandersetzungen gab es vor allem um zwei Bilder Josef Dobrowskys. Seine 1924 datierte Ernteszene, die sich bewusst einer recht naiven Darstellungsweise bedient, schnellte von 5.000 auf 59.000 Euro, von gleicher Basis aus kletterte eine Schneelandschaft auf 23.000 Euro. Zwei Grafiken Friedensreich Hundertwassers kamen auf 5.500 und 5.800 Euro (Taxe je 500 EUR), ein Pastell zweier Akte Alfons Waldes auf 10.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Ebenso wie Edmund Pick-Morinos spätimpressionistischer „Modena Park“ von 1920 für 10.500 Euro und Franz von Matschs fotografisch genaue „Frühlingsstimmung“ in einem schönen Stadtpark für 10.000 Euro gehörte Waldes Bild nicht mehr zur Sammlung Schlauss (Taxen je 5.000 EUR).

Sie rundeten eine Versteigerung ab, in der kein einziges hochkarätiges Gemälde ohne Abnehmer blieb. Ja sogar alte Ladenhüter wie Theodor von Hörmanns „Kohlenbrenner“ und August Xaver Karl Ritter von Pettenkofens „Duell in der Au“ fanden plötzlich Abnehmer, und für 30.000 und 39.000 Euro zu gar nicht so schlechten Preisen (Taxen 25.000 und 15.000 EUR). Als Schlusspunkt erklang Adalbert Franz Seligmanns über 16 Meter breiter Bilderfries zur zweiten Sinfonie des Komponisten Franz Schmidt, der kurz nach der Uraufführung 1913 entstanden sein wird. Auf 14.000 Euro angesetzt, ließen sich die Kunden durch die feinen und reichhaltigen Malereien schließlich auf 49.000 Euro hinreißen.

Verglichen damit waren die Alten Meister fast unbedeutend, konnten sich aber immerhin bei 25.000 Euro für ein Küchenstück der Werkstatt oder Nachfolge Joachim Anthonisz Wtewaels bemerkbar machen. Nur 10.000 Euro hatten auf dem Etikett dieses großformatigen Bildes gestanden, das auch schon im letzten Oktober erfolglos sein Glück versucht hatte, damals für 25.000 bis 50.000 Euro. Zum wiederholten Mal blieb aber die heilige Euphrosyna ohne Verehrer, die man gern der Werkstatt Francisco de Zurbaráns in die Schuhe schieben möchte, woran man aber nicht recht glauben mag (Taxe 10.000 EUR).

Dass Kinskys Strategie der kleinen Preise auch beim Kunsthandwerk Anwendung fand, war schon im Vorhinein beim Silber zu ahnen. So kletterte der Nürnberger Deckelpokal des Meisters Leonhard Vorchhamer ganz zu Recht von 800 auf 4.000 Euro, was angesichts anderer Preise für solche Pokale immer noch nicht zuviel anmutet. Zwei ebenfalls frühbarocke Pokale ohne Deckel verdreifachten ihren Wert etwa auf 3.000 und 2.800 Euro. Anspruchsvoller ist der Einlieferer eines Satzes von zehn Platztellern des 18ten Jahrhunderts mit Esterhazyschem Wappen, aber auch erfolgloser, denn 10.000 Euro waren diesmal erneut zu hoch gegriffen. Überhaupt kehrte jetzt etwas Ruhe ein, die letzten rund dreihundert Lose wurden stetig, aber ohne große Aufregung verlegt. Höhepunkte boten mit Einspielergebnissen von 10.000 und 15.000 Euro zwei österreichische barocke Tabernakelschreibkommoden (Taxen 6.000 und 10.000 EUR), taxgerechte 9.000 Euro fuhr Johann Nepomuk Geyers sechsteilige Biedermeiersitzgarnitur ein. Von den 99 Jugendstilobjekten landeten 60 in neuen Sammlungen, darunter Josef Hoffmanns Messingvase aus der Wiener Werkstätte von etwa 1923 für 1.400 Euro (Taxe 1.300 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com

Startseite: www.imkinsky.com



13.03.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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26.02.2008, Sammlungen

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im Kinsky - Kunst Auktionen

Bericht:


16 Meter Sinfonie

Kunstwerk:

Gustav Klimt, Mädchen im Lehnstuhl, 1904
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Kunstwerk:

Josef
 Hoffmann, Vase, um 1923
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Tabernakelschrank, Östereich, 3. Viertel 18. Jahrhundert
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Egon Schiele, Mädchen sich die Schuhe bindend, 1909
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Kunstwerk:

Gustav Klimt, Studie für das Liebespaar des Stoclet-Frieses, 1907/08
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Kunstwerk:

Egon Schiele, Dorf am Fluss I, um 1908
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Leonhard Vorchhamer, wohl  Deckelpokal, Nürnberg, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Leonhard Vorchhamer, wohl Deckelpokal, Nürnberg, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Taxe: 800,- EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 335

Gustav Klimt,  Studie für die „Jungfrau“, 1911/12

Gustav Klimt, Studie für die „Jungfrau“, 1911/12

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 1

August Xaver Karl Ritter von Pettenkofen,  Das Duell in der Au, 1882

August Xaver Karl Ritter von Pettenkofen, Das Duell in der Au, 1882

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 39.000,- EURO

Losnummer: 173

Johann Nepomuk Geyer,  Sitzgruppe, Innsbruck, 2. Drittel 19. Jahrhundert

Johann Nepomuk Geyer, Sitzgruppe, Innsbruck, 2. Drittel 19. Jahrhundert

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 510

Anton Faistauer,  Blumenstrauß mit grünem Krug, 1917

Anton Faistauer, Blumenstrauß mit grünem Krug, 1917

Taxe: 50.000,- EURO

Zuschlag: 115.000,- EURO

Losnummer: 11

Gustav Klimt,  Mädchen im Lehnstuhl, 1904

Gustav Klimt, Mädchen im Lehnstuhl, 1904

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 5

Joachim Anthonisz Wtewael, Joachim Anthonisz Wtewael Werkstatt oder Nachfolge, Küchenstück mit Köchin und Küchenmagd

Joachim Anthonisz Wtewael, Joachim Anthonisz Wtewael Werkstatt oder Nachfolge, Küchenstück mit Köchin und Küchenmagd

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 237

Anton Kolig,  Stillleben mit Früchten, um 1913

Anton Kolig, Stillleben mit Früchten, um 1913

Taxe: 25.000,- EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 12

Josef Hoffmann,  Vase, um 1923

Josef Hoffmann, Vase, um 1923

Taxe: 1.300,- EURO

Zuschlag: 1.400,- EURO

Losnummer: 614

Tabernakelschrank, Östereich, 3. Viertel 18. Jahrhundert

Tabernakelschrank, Östereich, 3. Viertel 18. Jahrhundert

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 493

Egon Schiele,  Mädchen sich die Schuhe bindend, 1909

Egon Schiele, Mädchen sich die Schuhe bindend, 1909

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 9

Gustav Klimt,  Studie für das Liebespaar des Stoclet-Frieses, 1907/08

Gustav Klimt, Studie für das Liebespaar des Stoclet-Frieses, 1907/08

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 4




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