Real Photography Award geht an Hans-Christian Schink  |  | Hans-Christian Schink, 09/17/2006, 8:45 am - 9:45 am, N 78°13.370' E 015°40.024', 2006 | |
Der Sieger des Real Photography Award steht fest: Hans-Christian Schink. Vergangene Woche setzte sich der gebürtige Erfurter gegen sechs weitere Finalisten durch. Der erstmals vergebene, mit 50.000 Euro dotierte Fotografiepreis wurde dem 46jährigen Hans-Christian Schink für eine Arbeit aus seiner Serie „1h“ verliehen. Roger Hargreaves, Kurator der National Portrait Gallery und Vorsitzender der Jury, begründete die Entscheidung mit den Worten: „Wir waren fasziniert von der ausgezeichneten Landschaft, in der ein gewaltvoller Einschnitt die ruhige Natur durchstößt. Das, was wir entdeckten, war das Zeichen der vorüberziehenden Sonne, das sich innerhalb der einstündigen Aufnahmedauer offenbarte. Hans-Christian Schink hat die Schwarzweißfotografie mit neuem zeitgenössischem Elan wiederbelebt und eine sichtbare Spannung erzeugt, die eine Störung im Paradies der Wildnis andeutet.“
Für die zwölf schwarzweißen Aufnahmen Serie „1h“ macht sich Hans-Christian Schink ein seit 1857 bekanntes Phänomen der klassischen Schwarzweißfotografie zu nutze – die echte Solarisation. Inspiriert durch das 1955 entstandene Foto „Black Sun“ des amerikanischen Fotografen Minor White, fotografiert Schink die Sonne mit einer Belichtungsdauer von einer Stunde. Resultat dieser Belichtungszeit ist keine weiße, sondern eine schwarze Sonne auf dem Abzug, auf dem sich zugleich der Lauf der Sonnenbahn als unwirklich erscheinende Linie heraus kristallisiert. Für die zwölf Fotografien wählte Schink unterschiedliche Orte auf der Erde aus. Der Winkel der Linie verändert sich nach dem Breitengrad und erscheint so einmal waagerecht, ein anderes Mal in beinahe senkrechter Position vor dem Hintergrund einer Landschaft oder einer urbanen Szenerie.
Der neu etablierte Real Photography Award des niederländischen Finanzkonzerns ING Real Estate soll internationale zeitgenössische Fotokunst fördern. Eine internationale Fachjury trifft alle zwei Jahre eine erste Auswahl von dreißig Beiträgen. Ihnen wird eine Ausstellung sowie ein Katalog gewidmet. Daraus wählt das Preisgericht sechs Finalisten aus. Neben Hans-Chrisitan Schink waren dieses Mal Julian Faulhaber, Thomas Weinberger, Abelardo Morell, Livia Corona Velasquez und Danwen Xing nominiert. |