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Die 5. Berlin Biennale präsentiert Arbeiten von 50 Künstlern an vier Orten. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Performances, Filmabenden, Vorträgen und Konzerten macht die Nacht zum Tag

Berlin von außen betrachtet



Berlin-Klischees nutzen sich offenbar niemals ab. Im Skulpturenpark Berlin_Zentrum, der sich auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Kreuzberg und Berlin-Mitte befindet, ist dies zu besichtigen. Die von Unkraut überwucherte und mit Bauschutt bedeckte Brache dient der 5. Berlin Biennale als Freiluftausstellungsfläche. Gerade für Besucher aus dem Ausland sieht Berlin hier genau so aus, wie es auszusehen hat: Ost und West reiben sich immer noch aneinander, die Wunden der Stadt bleiben sichtbar und ihre Geschichte ablesbar. Eine amerikanische Besucherin geriet bei der Erstbesichtigung geradezu in Verzückung. Der Franzose Cyprien Gaillard hat hier eine kreisförmige Lichtinstallation mit Flutlichtscheinwerfern aufgebaut, die Erinnerungen an die Grenzanlagen der DDR wecken soll. Der Schweizer Kilian Rüthemann hat 300 runde Löcher ausgehoben, die an Narben erinnern sollen – man könnte auch an Ablagestellen für Landminen denken. Die Deutsche Ulrike Mohr verpflanzte junge Birken, die auf der Ruine des im Abbruch befindlichen Palastes der Republik wuchsen, hierher. Und die Tschechin Katerina Sedá bat Menschen aus ihrem Heimatdorf, ortsübliche Zäune und Mauern in Berlin zu einer kreisförmigen Skulptur zusammenzustellen.


Es ist dieser Blick von außen, der die Berlin Biennale seit ihrer ersten Ausgabe 1998 prägt. Für den Beobachter vor Ort jedoch ist das künstlerische Verarbeiten von Mauer, Grenzzaun und Flutlichtstreifen eigentlich schon lange nicht mehr originell. Doch das polnisch-amerikanische Kuratorenduo Adam Szymczyk, 38, und Elena Filipovic, 36, ist klug genug, sich für diese Großausstellung nicht auf ein übergeordnetes Leitthema festzulegen. 50 Künstler aus vier Generationen haben für die Ausstellung überwiegend ganz neue Arbeiten produziert. Und über 100 weitere Künstler werden im nächtlichen Beiprogramm der Schau mit Konzerten, Performances, Filmvorführungen und Vorträgen dafür sorgen, dass jede der 63 Biennale-Nächte randvoll mit Veranstaltungen ist.

Neben dem also etwas enttäuschenden Skulpturenpark gibt es noch drei weitere, auf jeden Fall sehenswerte Ausstellungsorte: die Kunst-Werke in der Auguststraße, die Neue Nationalgalerie und den Schinkel Pavillon in Berlin-Mitte. Besonders abwechslungsreich ist der Ausstellungsparcours in den Kunst-Werken. Der 400 Quadratmeter große Hauptausstellungsraum allerdings bleibt auf den ersten Blick leer. Der Türke Ahmet Ögüt versah ihn mit einer mehrere Zentimeter dicken, nach Teer riechenden und leicht klebrigen Asphaltschicht und überführte so ein Stück Straße in den Ausstellungsraum. Eine der interessantesten Wiederentdeckungen der Biennale ist der Bilderroman „Soft City“ des norwegischen Künstlers Hariton Pushwagner. Zwischen 1969 und 1975 schilderte Pushwagner auf 154 gezeichneten Buchseiten das beklemmende Leben in einer gleichgeschalteten städtischen Gesellschaft à la George Orwell.

Das Scheitern gesellschaftlicher und ökonomischer Utopien thematisieren gleich mehrere Künstler. So zeigt der Kroate David Maljkovic auf seinen Collagen den Verfall der Länderpavillons auf dem Zagreber Weltausstellungsgelände, das dem offiziellen Jugoslawien einst als Vorzeigeareal diente. Bilder des heutigen Zustands konterkariert er mit Aufnahmen aus der Tito-Ära. Und unter dem Dachgeschoss zeigt der Brite Tris Vonna-Michell in einer vielteiligen Installation Bilder vom schleichenden Verfall der einst prosperierenden amerikanischen Autobauerstadt Detroit.

Am feinsinnigsten gibt sich die Biennale in der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe, die 1968 eröffnet wurde, auch wenn Piotr Uklanskis brutal in den Berliner Himmel ragende Stahlfaust direkt vor dem Gebäude zunächst etwas Anderes vermuten lässt. Künstler wie der Franzose Marc Camille Chaimowicz lassen sich auf einen Dialog mit der modernistischen Architektur ein. Seine bedruckten Stoffe, Tapetenmuster und bemalten Granitplatten spielen mit dem Formenrepertoire der Moderne und stellen es gleichzeitig auf den Prüfstand. Thea Djordjadze aus Georgien stellt der gestrengen Rechtwinkligkeit des Gebäudes ihr „Taubstummes Universum“ entgegen, ein Ensemble aus improvisiert und äußerst fragil wirkenden Möbelstücken.

Im so genannten Schinkel Pavillon – er wurde allerdings nicht vom preußischen Baumeister, sondern erst 1969 als krude Mixtur aus Klassizismus und DDR-Moderne errichtet – eröffnet die Biennale alle 14 Tage von teilnehmenden Künstlern kuratierte kleine und besondere Ausstellungen. Zur Eröffnung waren dort Spiegelobjekte der 99jährigen Französin Janette Laverrière zu sehen. Eine der nächsten Ausstellungen präsentiert Design des 2007 verstorbenen Italieners Ettore Sottsass.

Die 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst unter dem Titel „When things cast no shadow“ läuft bis zum 15. Juni. Die vier Ausstellungsorte Kunst-Werke, Neue Nationalgalerie, Skulpturenpark Berlin_Zentrum und Schinkel Pavillon sind Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 19 Uhr, Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und Samstag sowie Sonntag zwischen 11 und 19 Uhr geöffnet, außerdem an allen Feiertagen. Der Begleitband kostet 32 Euro, ein Kurzführer 5 Euro.

Kontakt:

Kunst-Werke Berlin e.V. - Institute for Contemporary Art

Auguststraße 69

DE-10117 Berlin

Telefax:+49 (030) 24 34 59 99

Telefon:+49 (030) 24 34 590

E-Mail: office@kw-berlin.de

Startseite: www.kw-berlin.de

www.berlinbiennale.de



07.04.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


05.04.2008, 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Bei:


Kunst-Werke Berlin e.V.

Bericht:


Berlin Biennale begonnen

Künstler:

Janette Laverrière

Künstler:

Ahmet Ögüt










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